Ein halbes Dutzend
RespekTiere-AktivistInnen hatten sich Samstags und Sonntags eingefunden, auf
der unseligen Jägermesse ‚Hohe Jagd' in Salzburg die Meinung kund zu tun.
Unser Stand erstreckte sich dabei über Dutzende Meter, unübersehbar punktgenau
gegenüber dem Eingang der Horror-Schau.
‚Ehrfurcht vor dem Leben bedeutet Abscheu vor dem Töten' - bis hin zu ‚Schande,
Schande Mörderbande' - gezierte Schriftzüge an blutbefleckten Transparenten
schrieen den BesucherInnen entgegen; ‚Für Blattschuss und Trophäenruhm bringen
wir uns auch mal gegenseitig um' wies auf die immer zahlreicher werdenden
‚Verwechslungen' hin, wenn JägerInnen ihre ArtgenossInnen im blinden Mordwahn
für Wildschwein und Co halten. ‚Jagd stinkt nach Tierquälerei' konnte man an
Plakaten lesen, genauso wie ‚Ich habe Angst vor Jägern: JägerInnen töten jedes
Jahr 40 000 Katzen und 4 000 Hunde!' - die Aussage durch einen ausgestopften
Hund (ein Vermächtnis der TierversuchsgegnerInnen: der einst im Tierversuch den
Tod gefunden hatte und nun auf diesem Wege beisteht um die Menschen zum
Umdenken zu bewegen) mit blutigem Fell eindrucksvoll untermalt.

wunderbares Infomaterial von
Pro-Iure, dargeboten von einem der Eckpfeiler der Salzburger
Tierrechtsbewegung, der Barbara; Pro Iure Animalis ist einer der
Anti-Jagd-SpezialistInnen-Vereine schlechthin - bitte informieren sie sich an
deren Homepage www.pro-iure-animalis.de!!!
Direkt am Eingang positionierten sich AktivistInnen im Todeskostüm, knöcherne
Finger hielten Sense und Schilder mit der Aufschrift: ‚WELCOME TO MY PARADISE',
versehen mit einem Richtungspfeil deutend auf die Messehalle.
Am Sonntag wurde Gevatter Tod dann auch noch von einem Jäger beehrt, der sich,
die Schande ein Lustmörder zu sein nicht mehr ertragend, selbst gerichtet
hatte. Blut befleckte sein Hemd, quoll in dicken Strömen aus seinen
Mundwinkeln, die Waffe an den Lippen. Die Darbietung erfreute sich einer großen
Anziehungskraft und eine bunte Menge aus JägerInnen und anderen
MessebesucherInnen fand sich bald in teils heftigen Diskussionen wieder.

Wieder gab es nahezu unglaubliche Wortduelle, wobei den AktivistInen verbale
Entgleisungen an den Kopf geworfen wurden, welche es wert wären, in einem
Schimpfwortlexikon zusammengefasst zu werdenJ
Auch an kuriosesten Wortmeldungen wurde
nicht gespart; ein Beispiel? ‚Euch sollte man das Fleisch verbieten!' Was soll
man dazu noch sagen...
Die Messe selbst präsentierte sich wie immer als wahres Gruselkabinett, als
Jahrmarkt des Todes. Hunderte ausgestopfte Tiere vermittelten eher den Eindruck
einer Geistig-Abnormen-Ausstellung, einer Exhibition menschlichen Wahnsinns,
eine Darbietung humaner Perversität. An jeder Ecke sollten Jagdreisen angeboten
werden; es ist eine traurige Tatsache: mit der richtigen Menge an Bargeld kann
man praktisch überall hin fliegen und töten was immer man will.
Pelze wurden verkauft, in solchen Mengen, dass man sich unwillkürlich in die
dem Himmel sei Dank längst erloschene Zeit der kanadischen Trappern zurück
erinnerte. Und nicht nur Pelze, komplette Tierhäute inklusive Kopf und Krallen,
wurden feilgeboten. Jede Menge an Fallen suchten KäuferInnen; deren zahlenmäßig
überzeugender Anblick lässt erahnen, dass die verbotene Fallenjagd trotz aller
juristischen Problematiken eine Renaissance erlebt.
Die so tierquälerischen Baujagden propagierten SprecherInnen,
Krähenjagdmethoden wurden vorgestellt, Jagdhunde, zu Versallen des Meuchlers
gehirngewaschen, wurden vorgestellt und an vielen Schussständen konnte Jung und
Alt an auf Filmwänden laufenden Tieren die Treffsicherheit erproben.
Im Jägerlatein wurde ebenfalls kräftig gewildert; ein Beispiel: da werden doch
tatsächlich Warnschilder verkauft, mit einem Totenkopf verziert, zum Aushängen
im Wald. Drauf steht: ''Achtung Lebensgefahr! Für alle Personen die in diesem
Biotop Waldfrüchte sammeln, laufen, reiten, radfahren und sich somit der Gefahr
einer oralen Infizierung mit dem 'Kleinen Fuchs-Bandwurm' aussetzen.Der
Fuchsbestand wurde durch menschliche Manipulation, zum Beispiel durch eine
Umwandlung der Natur in Kultur und das Verhindern der Fangjagd durch
Antifell-Kampagnen künstlich hochgetrieben. Die dadurch entstandene enorme
Überpopulation an Füchsen ist z. T. mit dem Fuchs-Bandwurm verseucht. ...' Es
erübrigt sich jeglicher Kommentar, eine an Polemik kaum zu überbietende
Darstellung, die jedem/r Fachmann/frau wohl die Haare zu Berge stehen lässt...
Messeangebot: Jagd auf eingentlich streng
geschützte Tiere schon ab 19 900 Euro...

Natürlich zeigten die Waffenhersteller all ihre Schätze, Mordgerät überall -
und wie sich die sabbernde Menge an den ausgestellten Gewehren ergötzte! Selbst
Kinder ‚testeten' die Tötungsgeräte, drückten Abzüge und zielten dabei in die
vorbeilaufende Menge. Früh übt sich wer Mei.. äh Mörder werden will... Die
Tatsache, dass hier pubertierenden Teenagern ungehinderter Zugang zu
Schusswaffen, wenn auch ungeladen, geboten wird, ist eigentlich ein Skandal in
sich und von pädagogischer Seite gesehen wohl mehr als bedenklich.
Die Kundgebungen vor der Messe sind, wenn auch sehr anstrengend und die Nerven
strapazierend, mehr als nur unsere Pflicht. Aktivismus-Müdigkeit in Bezug auf
die JägerInnen - weil man die Blutbefleckten nicht mehr sehen kann, oder noch
schlimmer, weil man eh nix ändern kann - sind nicht zielführend, nein, sie
würde das genaue Gegenteil bewirken; es wäre eine Genugtuung schlechthin für
die Jägerschaft, würden wir die Proteste an solchen Orten nicht mehr vornehmen.
Und, eine wesentlich bedeutendere Tatsache, eine Nicht-Wahrnehmung eines
derartigen ‚Termins' wie in die ‚Hohe Jagd' bietet wäre eine pure Enttäuschung
für alle Tierfreundinnen, die unsere Stände so zahlreich frequentieren und
jedes Jahr auf's Neue ihren Dank ausdrücken, dass wir den JägerInnen einen
Spiegel vorhalten. Diese Proteste sind nicht nur absolut notwendig, sie sind
viel mehr als das: sie sind der lebende Beweis, dass wir die Tiere im Wald
niemals im Stich lassen werden, so lange nicht, bis die Jagd als das erkannt wird,
was sie eigentlich ist: ein völlig verzichtbares Überbleibsel aus einer uralten
Zeit, einer Zeit, wo ‚Mensch', fellbehangen und von Flöhen und Läusen geplagt,
mühsam zu erlernen versuchte sich auf zwei Beinen fortzubewegen.
JägerInnen'humor'; wenn das nicht krank
ist...

kann Jemand wirklich gesund im Kopf sein,
der sich Leichenteile an die Wand hängt?
An diesem Wochenende gab die Masse der Menschen nur allzu deutlich zu erkennen,
dass die täglichen Massaker in unseren Wäldern, veranstaltet durch eine sich
selbst mehr und mehr ausgrenzende Schicht, welcher unter anderem
Leichenschänder (Trophäenkult) und elitäre Lustmörder (Jagdreisende) angehören,
nicht mehr geduldet werden. Widerstand gegen die Jagd formiert sich langsam
aber stetig und wir werden den Tag noch mit erleben, wo das Töten von so
wunderbaren Tieren einzig und allein nur mehr dann möglich sein wird, wenn man
hierfür einen langen Gefängnisaufenthalt in Kauf nimmt - mit anschließender
Einweisung in eine psychiatrische Anstalt!