Kunggebung gegen Schlachthof in Bergheim

Im Schlachthof Bergheim wurde eine schwer verletzte Kuh mit Stromtreibestöcken aus einem polnischen Tiertransporter getrieben. Eine Tierärztin verbot zwei Augenzeugen das filmische Festhalten dieser Grausamkeiten. Der Firmensprecher des Schlachthofeigentümers Raiffeisen bezeichnete die Vorfälle später als ‚Missverständnis“. Die Frage steht im Raum, was der liebe Herr als ‚Missverständnis‘ betrachtet; während Gewinnspannenberechnungen sein armes Gehirn traktieren, stottert er eine verlegene Worthülse aus sich heraus, die weder der geschundenen Kreatur noch sonst irgend jemanden anderen hilft oder wenigsten Trost spendet. Statt auf die Thematik einzugehen und Schritte zu setzen, welche die Tierquälerei für alle Zukunft als barbarisches Delikt brandmarken, verliert man sich einmal mehr in Ausreden und Hinhaltetaktiken. Ich würde meine Hand dafür ins Feuer legen, dass dieser selbe Fahrer im Zuge seines Turnusses bald wieder in Salzburg vorbeikommen wird, und dass er dann mit keinerlei Restriktionen von Seiten des Schlachthofbetreibers zu rechnen hat. Wären die beiden Männer, welche Augenzeuge der grausamen Szenerie geworden waren, nicht zufällig dort gewesen, ich bin ebenso sicher niemand hätte überhaupt von dem Wahnsinn erfahren. Totschweigen, im wahrsten Sinne des Wortes…

Anhand dieser Tatsachen frage ich mich, ob ‚Mensch‘ wirklich nichts aus den Skandalen der letzten Jahre gelernt hat. Wie es scheint wohnt die Brutalität gegenüber auf Gedeih und Verderb Ausgelieferten manchen Zeitgenossen inne, genau wie anderen, die die Macht hätten, den Kreislauf endlich zu durchbrechen, das Stillschweigen oder das Gutreden! Beide Seiten verdienen unsere höchste Verachtung. Es zeigt sich einmal mehr, dass ruhiges Gewissen in Bezug auf unsere Nahrung nur durch eine vegetarische Ernährung erreicht werden kann.

Respektiere veranstaltete deshalb heute eine Protestkundgebung gegen den Schlachthof Bergheim. Ein Aktivist im blutigen Fleischergewand mit Totenkopfmaske positionierte sich dabei vor dem Zufahrtsschild zum Schlachthof. Auf einem Transparent im Hintergrund konnte die Passanten auf der stark befahrenen Straßenkreuzung die Worte des Leo Tolstois lesen, der da sagte: „Solange es Schlachthöfe gibt, wird es auch Schlachtfelder geben!“

  

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