Pelztier-Recherche in Tschechien

Österreichische TierrechtlerInnen der Recherchegruppe Sabotiere http:///www.sabotiere.net.tc   starteten letzte Woche eine Recherchetour durch Tschechien. Ziel der Untersuchung war es, einen Überblick über die Situation der dortigen ‚Pelztier’farmen zu bekommen. Bei uns längst mit einem Verbot belegt, gibt es in unserem Nachbarland noch viele dieser so grausamen Tierqual-Einrichtungen.


Hier der Bericht einer beteiligten Person:
Zusammen mit tschechischen TierschützerInnen, allesamt der veganen Lebensweise anhängig, begann die Tour bei drückend heißen Temperaturen. Die Farmen waren zuvor von unseren MitstreiterInnen genauest ausgekundschaftet worden, so erreichten wir unser erstes Ziel denkbar schnell. Wir parkten das Auto in einem Waldstück, dann ging es durch Felder und über Hügel zum Objekt. Dort angekommen, mussten wir feststellen, dass dort ein Arbeiter mit Käfig-Reparaturen beschäftigt war. Die Farm präsentierte sich aber groß genug, so beschlossen wir, an einem anderen Ende über den gut 2 Meter hohen Welleternit-Zaun einzusteigen. Wachen wurden positioniert und mit Funkgeräten ausgestattet. Problemlos überkletterten wir das Hindernis und begannen mit den Dokumentationsarbeiten. Die Nerzkäfige zeigten sich übervoll, mehrere Jungtiere eingesperrt auf engstem Raum mit ihren Müttern. Unter den Käfigen zentimeterdicker Kot, trotz der Hitze fast kein Wasser in den Behältern. Lieblos hatte ein Arbeiter davor einen von Fliegen zersetzten Fleischbrei auf die Käfige geklatscht, die Nahrung für die armen Häftlinge. Unglaublich, was die Tiere hier erleiden; ihre Füße stehen ständig auf Drahtgittern, für die ansonst immens aktiven Nerze sind die Qualen auf wenigen Quadratzentimetern Fläche beispielslos.

Wir filmen und fotografieren, als mein Freund plötzlich ein Signal gibt – blitzschnell werfen wir uns auf den Boden, nur 2 Gänge von uns entfernt sehen wir durch die Käfigreihen menschliche Füße, die beängstigend schnell auf uns zu kommen. Der Arbeiter war selbst von unseren Wächtern übersehen worden, so bleibt nur die schnelle Flucht. Wir überspringen den Zaun, ohne uns umzudrehen. Die Sorge um unsere Ausrüstung lässt uns noch schneller laufen, in den umliegenden Wiesen verschnaufen wir kurz. Dort treffen wir auch die anderen, wir teilen uns in 2 Gruppen und flüchten weiter. Schließlich erreichen wir das Auto und sind wenige Augenblicke später nur mehr eine Fußnote in den Erzählungen des Tierquälers!

Abschrecken lassen wir uns vom ‚fast erwischt‘ werden nicht. Nach stundenlanger Fahrt erreichen wir unser nächstes Ziel. Diese Farm liegt etwas abseits, ist allerdings von Hunden beschützt, das Haus der Besitzer ist in der Umzäunung eingeschlossen. Wieder verteilen wir die Aufgaben, überklettern die äußeren Zäune. Der Himmel beginnt sich zu verdunkeln, erste Regentropfen fallen. Hinter dem Zaun ist eine größere, mit Gras und einigen Bäumen bewachsene, offene Fläche, danach ein niederer Zaun, dann die Käfigreihen. Sehr viele davon! Der Tag ist nicht so wirklich unser Glückstag, denn nun ertönt das Funksignal eines Wächters – ein Mann ist in der Farm! Dieser startet einen Traktor, beginnt mit der Fütterung – das kann lange dauern! In diesem Augenblick bricht ein Sturm los, wir drücken uns im hohen Gras fest an den Boden; Regen fällt, Donnergrollen, über uns ein Meer von Blitzen. Der Himmel öffnet seine Schleusen, sintflutartige Regenfälle setzen ein. Und der Arbeiter? Der setzt seine Tätigkeit seelenruhig fort, fixiert uns damit in unserem notdürftigen Versteck. Wir befürchten einen Blitzschlag in die Bäume, erkennen die Gefahr Der Sturm biegt die Äste, es scheint, als würden sie jeden Moment brechen. Sollte uns nun jemand sehen, wir hätten wahrscheinlich nichts zu befürchten – wie ein Klassentreffen der Al Kaida, tarnbefleckt, mit Funkantennen und anderem Equippment ausgestattet, muss unsere Gruppierung auf unwissende Betrachter wirken! Weit mehr als 1 Stunde dauert der Spuk, bis der Arbeiter sich langsam zurück zieht. Wir sind nun klitschnass, bei jedem Schritt entweicht das Wasser aus den oberen Rändern der Schuhe. Obwohl der Regen in seiner Intensität noch immer nicht nachlässt, übersteigen wir den zweiten Zaun und beginnen unter den Dächer der Farm mit der Arbeit. Auch hier sind viele Jungtiere, weiße und schwarze Nerze in langen, trostlosen Reihen. Die Tiere sind an uns sehr interessiert, wir sind für sie die einzige Abwechslung im grauen Alltag. Wahnsinn, wie tief ‚Mensch‘ sinken kann – all dieses Elend, wofür? Für einen Mantel aus der Haut und dem Fell dieser wunderschönen Tiere, ein Stück blutiges Prestige, gekauft von vom Leben gezeichneter Schlampen oder deren nur finanziell potenten Liebhabern oder Ehemännern. Viagragreise unter sich, beschmutzte Seelen, Liebe erkaufende Gestalten aus Luzifer’s unteren Schubladen – im gleichen Maße mitschuldig an der Tragödie wie Farmbesitzer, Personal, Modezaren; wir wünschen niemanden Schlechtes, aber hier fällt dieser Gedanke schwer.

Wir filmen und fotografieren, als mein Freund plötzlich ein Signal gibt – blitzschnell werfen wir uns auf den Boden, nur 2 Gänge von uns entfernt sehen wir durch die Käfigreihen menschliche Füße, die beängstigend schnell auf uns zu kommen. Der Arbeiter war selbst von unseren Wächtern übersehen worden, so bleibt nur die schnelle Flucht. Wir überspringen den Zaun, ohne uns umzudrehen. Die Sorge um unsere Ausrüstung lässt uns noch schneller laufen, in den umliegenden Wiesen verschnaufen wir kurz. Dort treffen wir auch die anderen, wir teilen uns in 2 Gruppen und flüchten weiter. Schließlich erreichen wir das Auto und sind wenige Augenblicke später nur mehr eine Fußnote in den Erzählungen des Tierquälers!

Abschrecken lassen wir uns vom ‚fast erwischt‘ werden nicht. Nach stundenlanger Fahrt erreichen wir unser nächstes Ziel. Diese Farm liegt etwas abseits, ist allerdings von Hunden beschützt, das Haus der Besitzer ist in der Umzäunung eingeschlossen. Wieder verteilen wir die Aufgaben, überklettern die äußeren Zäune. Der Himmel beginnt sich zu verdunkeln, erste Regentropfen fallen. Hinter dem Zaun ist eine größere, mit Gras und einigen Bäumen bewachsene, offene Fläche, danach ein niederer Zaun, dann die Käfigreihen. Sehr viele davon! Der Tag ist nicht so wirklich unser Glückstag, denn nun ertönt das Funksignal eines Wächters – ein Mann ist in der Farm! Dieser startet einen Traktor, beginnt mit der Fütterung – das kann lange dauern! In diesem Augenblick bricht ein Sturm los, wir drücken uns im hohen Gras fest an den Boden; Regen fällt, Donnergrollen, über uns ein Meer von Blitzen. Der Himmel öffnet seine Schleusen, sintflutartige Regenfälle setzen ein. Und der Arbeiter? Der setzt seine Tätigkeit seelenruhig fort, fixiert uns damit in unserem notdürftigen Versteck. Wir befürchten einen Blitzschlag in die Bäume, erkennen die Gefahr Der Sturm biegt die Äste, es scheint, als würden sie jeden Moment brechen. Sollte uns nun jemand sehen, wir hätten wahrscheinlich nichts zu befürchten – wie ein Klassentreffen der Al Kaida, tarnbefleckt, mit Funkantennen und anderem Equippment ausgestattet, muss unsere Gruppierung auf unwissende Betrachter wirken! Weit mehr als 1 Stunde dauert der Spuk, bis der Arbeiter sich langsam zurück zieht. Wir sind nun klitschnass, bei jedem Schritt entweicht das Wasser aus den oberen Rändern der Schuhe. Obwohl der Regen in seiner Intensität noch immer nicht nachlässt, übersteigen wir den zweiten Zaun und beginnen unter den Dächer der Farm mit der Arbeit. Auch hier sind viele Jungtiere, weiße und schwarze Nerze in langen, trostlosen Reihen. Die Tiere sind an uns sehr interessiert, wir sind für sie die einzige Abwechslung im grauen Alltag. Wahnsinn, wie tief ‚Mensch‘ sinken kann – all dieses Elend, wofür? Für einen Mantel aus der Haut und dem Fell dieser wunderschönen Tiere, ein Stück blutiges Prestige, gekauft von vom Leben gezeichneter Schlampen oder deren nur finanziell potenten Liebhabern oder Ehemännern. Viagragreise unter sich, beschmutzte Seelen, Liebe erkaufende Gestalten aus Luzifer’s unteren Schubladen – im gleichen Maße mitschuldig an der Tragödie wie Farmbesitzer, Personal, Modezaren; wir wünschen niemanden Schlechtes, aber hier fällt dieser Gedanke schwer.

 

Später noch ein Zaun, jemand scheint Holz zu sägen. Wir steigen trotzdem darüber, dieser Teil beinhaltet eine Fuchsfarm Der Geruch ist schrecklich, überall verwesendes Fleisch; die Tiere auf engstem Raum, Draht beherrscht ihre enge Welt. Die Pfoten müssen am Gitter höllisch schmerzen, manche bewegen sich wie von Sinnen vor und zurück, andere drängen sich in völlig unnatürlicher Stellung in den hintersten Winkel ihrer Hölle. Monotonie pur. Wir, es wird langsam dunkel und sind deshalb in Zeitnot, beginnen mit dem Dokumentieren, ungeachtet des Sägens.
Bis auf die Unterwäsche durchnässt verlassen wir gut 1 Stunde später die Farm, alle Wachposten haben an ihrem Standort durchgehalten – bei diesen Bedingungen eine fast unwahrscheinliche Leistung!
Am folgenden Tag das gleiche Bild: wieder betreten wir eine Fuchsfarm, sehr nahe an einer Ortschaft. Die tschechischen TierschützerInnen sind sehr mutig, sehr professionell. Es macht unheimlich Freude, mit ihnen zu arbeiten! Dieses Mal geht alles gut, keine Probleme. Die Stallungen sind extrem verschmutz, doch wie gestern gibt es auch hier wenigstens kaum verletzte oder tote Tiere. Wahrscheinlich ist deren Leben zu kurz, um großflächige körperliche Spuren zu hinterlassen. Berge von Kot türmen sich fast bis zu den Gittern, schrecklich anzusehen. Die Füchse haben Jungtiere bei sich, geboren, um in wenigen Monaten nach einem äußerst qualvollen Leben einen grausamen Tod zu sterben. Wir sperren die Farm selbst ab, flüchten ohne Spuren zu hinterlassen.
Nicht allzu weit entfernt, etwa eine Autostunde, findet sich das nächste Objekt, gelegen am Gelände eines Hundeabrichteplatzes. Wir entwirren den Zaun, öffnen das Gitter, steigen ein. Furchtbare Zustände erwarten uns. Alles halb verfallen, rostige Käfige liegen kreuz und quer. Nichts als Schmutz und Elend. Einige Käfige sind tatsächlich besetzt, die armen Kreaturen darin sehen elendiglich aus. Kein Wasser, kein Futter, nur leere Tröge. Ich wage kaum, einem dieser Gefangenen in die Augen zu schauen, zu sehr schäme ich mich dafür, selbiger Spezies anzugehören, welche für diesen Wahnsinn verantwortlich ist. Wir erfahren, dass die Füchse nur zu einem Zweck gehalten werden – um mit dem lebenden Tier Hunde abzurichten…
Auch einer Schweinefarm statten wir einen Besuch ab. Obwohl diese eine der besten in der Umgebung sein soll, die Schweine leben auf Stroh, ist der Gestank bestialisch. Berge von Kot türmen sich darin, wir finden tote Tiere.
Am Abend gibt es eine Zusammenkunft, die neue österreichisch-tschechische Freundschaft wird mit einer besonders coolen Aktion gekrönt – aus einer Legebatterie werden 25 Hühner einem besseren Leben in Freiheit und ohne körperliche Belastungen zugeführt! Der Befreiung, trotz eines Wachmannes und eines Hundes, geht eine Recherche zur Dokumentation vor. Obwohl wir nun mehrere Leute sind, eigentlich schwer zu koordinieren, geht dann alles wie eingespielt von statten. Jede(r) Beteiligte hat seinen zugewiesenen Posten, ich bin für die Ausleuchtung zwecks Videoaufnahmen zuständig. Taschen werden bereitgestellt und mit jeweils 5 Hühnern gefüllt. Dann geht es durch das Gelände, durch den Zaun wird gerobbt, einen vom Regen äußerst glitschigen Abhang hinunter, durch pflanzenwuchernden Urwald und durch Weizenfelder bis zu den Fluchtwagen!

Wir sind von der Präzision, Schnelligkeit und der Genauigkeit mehr als beeindruckt, hoffentlich wird diese Kooperation noch sehr viele weitere Zusammenarbeiten beinhalten!
Die Tierschützerinnen aus Tschechien waren fantastisch, sehr hilfsbereit, sehr gesellig, unglaublich nett. Obwohl sie allesamt finanziell alles andere als gut gestellt sind, teilten sie sprichwörtlich (durch den Regen bedingt) das letzte Hemd mit uns. Vorbildlichste Einstellungen rundeten den wunderbaren Eindruck, den wir von unseren neuen Freunden gewinnen konnten, nochmals ab. Tschechien ist bei weitem kein Stiefkind des Tierschutzes mehr; hier gibt es eine ständig steigende Bewegung, hoch motiviert, wunderbare Menschen. Es erfüllt uns mit unglaublichen Stolz, Teil dieser Gruppen geworden zu sein!

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