Newsletter vom 5.August 2007

Wir hatten vor Kurzem darüber berichtet, dass wir in Mauretanien begonnen haben, Besitzern von offensichtlich gut behandelten Eseln mit kleinen Preisen auszuzeichnen. So wurde einem jungen Mann vom Ärzte-Team ein Transistor-Radio ausgehändigt. Ein Bild sagt oft mehr als tausend Worte…

Könnt Ihr Euch noch erinnern? Vor einigen Wochen hatten wir für den 14-Jährigen Schäferhund Cäsar einen Platz gesucht. Sein Herrchen ist schwer erkrankt, kann nur mehr unter großen Anstrengungen gehen und der allerliebste Hund hat HD im erschreckendem Stadium. Die Chance auf Vermittlung – eigentlich fast Null! Doch als Retterin in der Not sprang einmal mehr die Maria von www.hunde-im-waldhaus.de ein. Sie, eigentlich die Betreiberin einer Hundepension, beherbergt bei sich mittlerweile sechs eigene Hunde (zusätzlich zu immer anwesenden mehreren Pensionshunden!), bis auf einen allesamt Problemfälle. So gibt es im Waldhaus einen Rüden, der vom früheren Besitzer abgegeben worden war, weil er bei engerem Kontakt sofort zubeißt (er sollte eingeschläfert werden), eine wunderbare, alte Hündin vom Tierheim von Pro Animale, eine dreizehnjährige Hündin mit nur einem Auge, die ebenfalls getötet werden sollte, ein Hund aus Spanien und der alte, gebrechliche Cäsar.

Ihr seht, das Waldhaus wird somit immer mehr zum Alters- und Ausgestoßenenheim. Alle diese Hunde habe ein böses Schicksal hinter sich; nun erfahren sie einen Lebensabend in Geborgenheit und Liebe – ein Zustand, welcher in unserer Gesellschaft immer mehr verloren geht. Jede(r) weiß, wie viel Geduld, innige Liebe und auch Geld nötig ist, um so ein Krankenheim zu versorgen; wer hier Gutes tun will, bitte wendet’s Euch an die Maria, sie ist für jede Unterstützung dankbar: office@hunde-im-waldhaus.de!

Das Foto zeigt die Maria und die Sonja, beide ausgebildete ‚Animal-Learn-Hundetrainerinnen’, bei Cäsar’s Übersiedlung!

Einen ganz dringenden Hilferuf gibt es auch aus Polen. Dort lebt ein alter Schäferhund Namens Razor bei einem alten Mann. Dieser wurde dem Opa vor einem Jahr gebracht, mit gebrochenem Bein. Der Mann ‚verarztete’ Razor selbst, dieser versuchte dann auch noch vom Grundstück zu fliehen, wobei er sich die Pfote erneut an einem Zaun schwer verletzte. Was ist passiert: der alte Mann steckte den Fuß in einen Plastiksack…

Wir hier helfen möchte: http://hunde-bruecke.com/forum/viewtopic.php?t=120

Wir sind nächste Woche wieder in einem sehr anstrengenden Einsatz unterwegs. Gemeinsam mit Herrn Peter Beck von der Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner (AGSTG – schaut mal auf deren wunderbarer Homepage www.agstg.ch vorbei!) werden wir nach Serbien reisen, dort dem befreundeten Tierheim der Frau Brukner eine Futterlieferung bringen (herzlichen Dank an den Gnadenhof für alle Tiere, welcher leider nicht näher genannt werden möchte – dabei hätten wir uns so gerne ausführlichst für die neuerliche Unterstützung bedankt!), die beiden Bären im neuen Gehege und ein weiteres Tierheim besuchen; dann wird uns die Reise nach Sarajevo verschlagen, wo wir eine von www.sos-animali-international.com (eine feste Umarmung an die Frau Helga Selzle und ihre Familie, die dort unter schwierigsten Umständen eine Arche Noah betreiben!) gespendete Futterlieferung, welche dem Heim der Frau Goga bis zum Herbst das Überleben sichern wird, abliefern. Wir werden von dort zumindest eine Katze, wahrscheinlich aber auch eine gelähmte Katzenmutter mit fünf Babies, mit uns zurück nach Serbien nehmen. Erinnert Ihr Euch an den Bericht unserer Bosnien-Reise im ‚Freiheit für Tiere’? Frau Prof. Rieden aus Heidelberg las ihn und betrachtete das Foto mit den Katzen, welche hinter Eisengittern ihr Leben verbringen;  sie erinnerte das Bild an ihren verstorbenen Kater und sie schrieb uns ein besonders nettes Mail. Diese Katze will sie unbedingt gut versorgt wissen! So zufällig kann Rettung erfolgen, so wichtig ist jede Veröffentlichung, jeder Bericht – lasst’s uns Konkurrenzdenken ein für allemal vergessen, egal von welcher Organisation, von wem auch immer verfasst. Frau Prof. Rieden, von Tierliebe erfüllt, stößt zufällig auf ein Bild und wird damit die ganze Welt für ein Mitgeschöpf verändern können (falls uns nicht die Bürokratie an den Grenzen stoppt…).

Aber zurück zur eigentlichen Geschichte: wieder in Serbien werden wir frühmorgens die beiden Hunde aus Montenegro (endlich ist es soweit – Ihr erinnert Euch bestimmt an die angefahrene Schäferhündin Mary!) übernehmen. Dabei treffen wir auf die Bianca aus Regensburg, welche den 12-Stunden Zug-Transport von Montenegro nach Serbien organisierte, und mit ihr gemeinsam – sie rettete einer armen Hündin mit fünf Kindern das Leben und bringt die Familie nach Deutschland – die Heimreise antreten.

So sind wir wieder bei der alten Problematik: warum Tiere aus dem Ausland holen, wenn bei uns so viele in den Heimen festsitzen. Die Antwort ist denkbar einfach! Wir haben all diese Tiere mit eigenen Augen gesehen, wurden über ihr Leid informiert oder sind selbst Zeugen desselben geworden. Diese Hunde und Katzen sind aus der stummen Anonymität getreten, sie sind nicht mehr ‚Einige unter Vielen’. Wir können (und wollen) uns nun nicht mehr hinter Ausreden verstecken, diese Tiere brauchen unsere Hilfe, es gibt kein Zurück. Es ist ein stilles Versprechen, eine Abmachung, die unlösbar ist; würden wir die heimliche Vereinbarung nicht einlösen, der Blick jeden Morgen in den Spiegel würde ein unüberwindliches Hindernis darstellen.

Was nützt es einem Hund im österreichischem Tierheim, wenn jener Katze in Bosnien nicht geholfen wird, wenn sie unbeachtet von der Menschenmenge, einsam und verlassen, hoffnungs- und chancenlos, im Straßengraben verhungert und verdurstet? Es stimmt, die neuen Besitzer hätten sich vielleicht für ein Tier aus dem lokalen Tierheim entschieden, aber wäre dem wirklich so gewesen? In den allermeisten Fällen ergeben sich solche Vermittlungen doch zufällig, jemand erfährt von einem Tier in schrecklicher Not und entscheidet sich, diesem ein neues Zu Hause zu bieten. Ob sich diese großartigen Menschen aber ansonst einen Hund oder eine Katze aus dem Tierheim geholt hätten, ist längst nicht gesagt. Und nebenbei Nebensache – wo immer ein Geschöpf in Not ist, gilt es als unausweichliche menschliche Verpflichtung zu helfen – wo immer, egal in welchem Land. Schweigen dazu macht uns einem kosmischen Gesetz folgend unweigerlich zum Mittäter.

   

Es erfüllt uns mit irrsinnigem Stolz, dass hier für einige Tage eine direkt unglaubliche Verwebung so vieler großartiger TierschützerInnen stattfindet. Menschen aus vielerlei Nationalitäten werden an einem Strang ziehen und ein Unternehmen (hoffentlich) zum Erfolg führen. Dabei wird sich das Leben von einigen Hunden und Katzen grundlegend ändern, so knapp vor einem sicher scheinenden Ende erhalten sie eine neue Chance auf ein echtes zu Hause. Wir werden ausführlich darüber berichten!

Natürlich wissen wir, wir bitten viel zu oft um Eure Mithilfe; jede(r) von uns soll überall beitragen, andauernd gibt es neue Aufrufe zu besonders tragischen Fällen. Aber leider leben wir in einer Welt, die noch immer all zu grausam ist – besonders zu den Schwächsten unserer Gesellschaft. Eine Zusammenarbeit wie oben genannt ist dem gegenüber ein echtes Versprechen auf einem weg in eine bessere Zukunft – von welcher wir alle ein Teil sein können!

Bitte unterstützt unsere Arbeit – nicht unbedingt finanziell (natürlich braucht jede Organisation, will sie etwas erreichen, leider auch Geld; wir wünschten es wäre anders), aber auch in Gedanken und Taten. Bitte schreibt Leserbriefe zu Ungerechtigkeiten, von denen Ihr erfahren habt, bitte unterrichtet Eure Nachbarn von der ‚vegetarischen Revolution’ J, erzählt den Mitmenschen vom Recht der Tiere – Recht auf Leben, Recht auf Liebe, Recht auf Unversehrtheit. Letztendlich wird bei eisernem Zusammenhalt alles möglich – wie Herr Armstrong bei der Mondladung bemerkte – ‚Ein kleiner Schritt für den Menschen, aber ein großer für die Menschheit!’

Und vergesst’s nicht, uns auf unserer Reise die Daumen zu halten!

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