Protest vor Ponykarussell

Auch heuer wieder war der Betreiber des Ponykarussells mit seinem Stand am Salzburger Rupertikirtag vertreten. Wie schon die letzten Jahre wollten wir auch dieses mal wieder die Festgeländebesucher über die Tierquälerei hinter der Tradition aufmerksam machen.
Schon im Vorfeld wurden deshalb anonyme Flugblätter verteilt, welche die Menschen dazu anregen sollten, den Veranstalter, die ‚Salzburger Altstadt GesmbH’ zu kontaktieren und zu bitten, keine Genehmigung mehr für dieses mittelalterlich entwürdigende Schauspiel zu erteilen. Das Infoblatt, wir konnten eines erwischen, zeigte ein Bild mit arbeitenden Menschen in Ketten, mit der Suggestion ‚Würden Sie gegen so eine Behandlung an Menschen protestieren? Sehr Wahrscheinlich!’ Darunter wurde ein Bild vom Karussell gezeigt, ‚Aber dann dürfen Sie auch hier nicht wegsehen – bitte geben Sie den armen Tieren eine Stimme und werden Sie aktiv gegen diese Tierquälerei!’.
‚Bitte teilen Sie dem Veranstalter ‚Altstadt Marketing GesmbH’ mit, dass eine Stadt, die so stolz auf ihre Kultur ist, keine Herberge für diese Tierquälerei bieten kann! Jeder Einzelne kann dazu beitragen, jede Stimme zählt’ stand darunter, und als Ansprechadresse:
office@salzburg-altstadt.at (0662-845454).

Am Sonntag begaben sich TierschutzaktivistInnen vor den Stand und enthissten ein Transparent ‚Tradition ist keine Rechtfertigung für Tierquälerei!’. Tatsächlich, die Kundgebung, wie auch in den Jahren zuvor, stieß auf enormen Anklang, quer durch alle Altersschichten kam breiteste Zustimmung, sogar mehrere englischsprachige Menschen verlangten eine Übersetzung und nickten dann zustimmend – genau den selben Wortlaut hatten sie zuvor in ihren Gesprächen gebraucht! Anders als in den Jahren zuvor dauerte es heute ziemlich lange, bis die Polizei dem Anruf des Besitzers folgte und am Festgelände erschien. Selbst beim Gespräch mit den beiden Polizisten, die sehr freundlich und bemüht waren, drängten sich immer wieder PassantInnen vor, um ihre Zustimmung kundzutun. Die Beamten notierten die Daten der Tierschützer, verließen aber danach unter lauten Protesten der Standbetreiber den Tatort.


Allerdings kamen sie nur kurz darauf erneut zurück, dieses Mal mit einer schlechten Nachricht – die rechtliche Lage würde uns in ernste Schwierigkeiten bringen, wenn wir den Standort länger ‚besetzen’ würden. Als die Polizisten dann endgültig gingen, kam der wütende Karussell-Betreiber auf die Aktivisten zu, meinte ‚heuer kommt ihr nicht davon, dieses Mal sehen wir uns vor Gericht’; er wird eine Zivilklage lostreten, auf Geschäftsstörung plädieren. Anders als zuletzt beließ der gute Mann es bei verbalen Attacken, 2 mal zuvor hatte er ja Transparente zerrissen und in seine Obhut gebracht. Bei Einbruch der Dunkelheit verließen die Tierschützer den Ort, ganz bestimmt, man brauchte sich nur beim Fahrtgeschäft umzusehen, war die Botschaft auf fruchtbaren Boden gefallen!

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