Protest vor EU-Schlachthof

Vor einigen Tagen war einem Schlachthof im Salzburger Flachgau ein junger Stier entkommen; der Arme flüchtete über die Felder in einen nahen Wald. Der Verein ‚Animal Spirit’ des Dr. Plank, in solch dringenden Angelegenheiten immer zur Stelle, bot daraufhin an, das Leben des Stieres freizukaufen – so knapp stand er vor einem wunderbaren neuen zu Hause im Gnadenhof, vor einem Leben in Friede und Eintracht!

Aber Fleisch darf keine Personifizierung erfahren, darüber sind sich Landwirte, Tiertransporteure und Schlächter einig – eine beispiellose Hatz setzte ein, der Stier wurde von bis zu 50 Jägern und Polizisten gnadenlos verfolgt. Und nicht um zu töten – im Falle eines Abschusses wäre das Fleisch unverwertbar geworden – nein, die Leiden des Tieres mussten verlängert werden, zusätzliche Todesangst ist wohl ein minderer Preis für ein bisschen Bares!

Doch die Häscher blieben erfolglos – erst der Einsatz eines Hubschrauber, inklusive Wärmebildkamera, führte letztendlich zum Erfolg – der völlig verängstigte Stier konnte doch noch eingefangen und seinen Schlächtern übergeben werden.

 

Aus diesem Anlass entschloss sich RespekTiere heute zu einem Protest vor Ort.

Dabei wurde ein Aktivist, mit (Kunst-)Blut übergossen, mit Kuhmaske inkl. Dornenkrone, an ein Kreuz gebunden, ein weiterer mit Metzgerkleidung, Totenkopfmaske und Schlachtbeil zeigte das grausame Handwerk der Fleischerinnung. Ein Transparent mit der Aufschrift ‚Ich sterbe jeden Tag für deine Ernährungssünden’ verursachte wohl manchen auf der stark frequentierten Bundesstraße vorbeibrausenden AutofahrerInnen ein flaues Gefühl in der Magengegend.

Später erschien eine ältere Frau, wahrscheinlich die Mutter des Schlachthofbesitzers, und verfiel augenblicklich in ein nervtötendes Geschrei. Sie verursachte einen Auflauf, plötzlich wurden die Nachbarn aufmerksam und fielen in das Geschimpfe mit ein (Personen, mehr als zwei, die zusammenkommen, um eine gemeinsame Sache zu unterstützen und ihrem Protest Ausdruck verleihen, müssen ja eigentlich eine Versammlung anmelden – also ein Verstoß gegen das Versammlungsgesetz J). Nun dauerte es nicht mehr lange, bis auch der Schlachthofbesitzer höchstpersönlich erschien – ein Bild von einem Schlächter…

Der gute Mann ließ gar heftige Bemerkungen fallen, fast überraschend konnte er aber mit Müh und Not der Versuchung wiederstehen, gewalttätig zu werden.

Er zog sich dann in seine Spuk-Gemäuer zurück, entweder um Verstärkung zu rekrutieren, oder um die Polizei zu rufen. Auf beide Varianten hatten die AktivistInnen in diesem Augenblick keine rechte Lust! Man packte die Demo-Materialien und verabschiedete sich höflich, ohne auf die verbalen Angriffe der Nachbarschaft einzugehen, vom Ort des Grauens – bis auf Weiteres!


In der nächsten Woche könnte es passieren, dass wir auf Anfragen nicht sofort antworten – bitte haben Sie in diesem Falle ein paar Tage Geduld! Wir sind bis Mittwoch übernächste Woche auf einer Reise in ein Tierasyl in Asien!
 

Bitte nicht vergessen: am Montag, dem 12. November, geht pünktlich um 18 Uhr das RespekTiere-Radio wieder online! Thema der Sendung wird dann sein ‚Rinder und die gesetzliche Lage’! Also: Radio gleich einstellen, Radiofabrik 107.5, Wiederholung der Sendungen jeweils am folgenden Samstag, 9 Uhr vormittags oder auf cba.fro.at, Suchfeld ‚RespekTiere’ eingeben! 

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