Neue Strafverfuegung und die Folgen der Polizeigewalt vom 21.05.08

Wenn die Zeiten schlecht sind, dann folgt meist ein Tiefschlag dem nächsten – jede/r von uns kennt dieses seltsame Phänomen!
Am aktuellen Beispiel ‚Staatsgewalt gegen Tierrechtsbewegung‘ lernen wir das im Moment bitterst an eigener Erfahrung einmal mehr. Seit dem 21. Mai, dem Tag, an dem das Tierrecht in Österreich mit den Füßen in den Staub getreten wurde, wo unsere kleine Republik im Angesicht von bewaffneten und maskierten Polizeibeamten ihr Gesicht mit Scham und Schande bedeckte, hat sich so vieles grundlegend verändert.

Im Zuge dieser Gewalt gerieten wir zwischen die Fronten, RespekTiere wurde zu einem Kollateralschaden dieser Causa… Wir wurden offensichtlich von Anfang an weder verdächtigt noch sind wir eines Verbrechens beschuldigt worden, man hat uns trotzdem an den Rande des Ruins getrieben – wofür? Offensichtlich nur, um in unserer Korrespondenz und unseren Archiven nach Beweisen gegen andere zu suchen.

Leider haben viele UnterstützerInnen den ungerechtfertigten Anschuldigungen gegen die 10 inhaftierten Tierrechtler, die wie selbstverständlich von der Presse großzügig aufgenommen und verteilt worden sind, Tribut gezollt und sich auf Grund dessen zurück gezogen. Manche aus Angst vor weiteren Repressionen – die Polizei verfügt ja jetzt über die Datenbanken – manche aus Angst, andere wieder aus Überzeugung, weil sie dem Säbelrasseln einer sich über alle rechtsstaatlichen Mitteln hinwegsetzenden Uniformgewalt Glauben schenkten. Der geschickt gelenkte Versuch, die Tierrechtsbewegung in den Schatten krimineller Machenschaften zu ziehen und deren Standbeine zu enthebeln, muss aus diesem Blickwinkel betrachtet als höchst erfolgreiche Mission angesehen werden.

Wie dem auch sei, jedenfalls haben die Beschlagnahmungen und die folgenden Bürden RespekTiere schwer zugesetzt, ein Zustand, der in seiner Tragweite noch immer nicht völlig abschätzbar ist. Wir kämpfen ums Überleben obwohl wir auf die wohl effizienteste Weise arbeiten, welche einem Tierschutzverein möglich ist.

RespekTiere hat – auch das musst einmal gesagt werden – keinen Cent von Spendengeldern in Angestelltengehälter umgesetzt , es musste nicht einmal Geld für ein Auto aufgewendet werden (unser VW-Bus wurde zur Gänze privat bezahlt, und auch für Versicherung, Pflege, Reparaturen und dergleichen kommen wir zu 100 % privat auf). Weiters muss der Verein keinerlei Miete für Büro- oder Lagerräume bezahlen (das Haus wo wir wohnen wurde uns von lieben Freunden vorübergehend zur Verfügung gestellt, in der Absicht, dass wir, entledigt solch elementarer Probleme, uns noch mehr auf die Tierrechtsarbeit konzentrieren können!) – ja, selbst die Betriebskosten der genutzten Räumlichkeiten werden von uns privat übernommen, der Verein muss weder Strom- noch Heiz- oder andere Kosten tragen.
Trotz all dieser Ersparnisse sind wir in unseren Grundfesten erschüttert.

Mit den derzeitigen Spendeneinnahmen können wir kaum Benzin-, Telefon-, Internet- und Druckkosten decken, und das, obwohl wir trotz aller Widrigkeiten als einer der ganz wenigen betroffenen Vereine unsere Arbeit in vollem Umfang weiter führen, seit dem entsetzlichen Schlag Dutzenden Kundgebungen organisiert und durchgeführt haben, wie niemand sonst für ‚Tierschutz in die Verfassung‘ kämpfen und unbeirrbar unseren Weg gehen und versuchen, uns nicht entmutigen zu lassen.

Wir haben nach und nach ein paar der beschlagnahmten Güter zurück erhalten, den Computer (von welchem die Behörde selbstverständlich eine Festplattenkopie gezogen hat), eine Fotokamera, die Telefone (wo wir allerdings in der Zwischenzeit für teuren Ersatz sorgen mussten und wo die Polizei, der Verdacht liegt sehr nahe, jedes Wort mithören kann), zuletzt das Nawi-Gerät – allerdings fehlen uns immer noch sämtliche Videos, externe Speicherplatten, schriftliche Unterlagen, Kontoauszüge, Speicherträger, usw.

Die letzten Jahre haben uns gezeigt, was alles im Tierschutz und im Tierrecht möglich ist; wir haben uns herangetastet zur national und auch international bekannten Tierrechtsorganisation, haben große Erfolge feiern dürfen, sind zum Schrecken der Tierausbeuter geworden; teils schwere Drohungen und Sachbeschädigungen gegen uns– z. B. war vor einigen Jahren des Nachts unser Bus mit Lackfarbe übergossen worden – nahmen und nehmen wir hierfür gerne in Kauf – allein die Gegenwart birgt tristes Licht.
Was die Zukunft bringt? Es wird sich weisen, doch augenblicklich sind wir auf jede Art der Unterstützung händeringend angewiesen!

Und um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen: nachdem wir bereits 70 Euro vom Verkehrsamt für die Kundgebung vor der Tierfabrik Entenfellner aufgebrummt bekommen haben, folgte gestern der nächste Schlag; eine neuerliche Verfügung in dieser Causa wurde uns zugestellt – der Grund: ein Verwaltungsstrafverfahren in derselben Angelegenheit wurde von der Bezirkshauptmannschaft St. Pölten gegen unseren Obmann eingeleitet…

Wenn die Dinge außerhalb des Lotes laufen, dann schon ordentlich!

Aber nun genug von den Widrigkeiten des Alltages, vertreiben wir die Schatten der Niedergeschlagenheit; wir wären nicht wir, würden wir nicht wieder Licht am Ende des Tunnels sehen – es ist uns eine besondere Freude, uns mit folgender Ankündigung vom ganzen Herzen bei den Initiatorinnen eines großartigen Projektes bedanken:
Am Samstag, dem 13. September, wird es im ehrwürdigen Salzburger Pub ‚Schnaitl‘ einen Rockabend für Tierrechte geben; die Veranstaltung nennt sich ‚Rock for Animals‘, beginnt um 20 Uhr, auftreten werden die Local Heros Plomberg (Alternative Rock) und Strehling (Rock Covers) und dass völlig unkostenfrei!
Eintritt: 5 Euro, inkl. eines Jägermeisters – der Erlös wird dem Verein RespekTiere zur Verfügung gestellt!

Allerherzlichsten Dank und eine feste Umarmung im Voraus!!!!

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