Unsere Stellungnahme zu dem Artikel in den SN

Zu Ihrem Artikel ‚Tierquälerei-Vorwurf bestätigt sich nicht‘ (HIER KÖNNEN SIE DEN ARIKEL LESEN ) möchten wir gerne folgende Stellungnahme abgeben:
Besagter Bauernhof steht seit mindestens 10 Jahren im Rampenlicht der Öffentlichkeit, aus dem einen Grund, weil es dort immer wieder zu schlimmen Tierhalte-Skandalen gekommen ist.
Schon 1997 mussten die Behörden einschreiten, man hatte damals 6 tote Kühe, ein totes Schwein und zwei tote Ferkel auf der Landwirtschaft gefunden Ein Tierhalteverbot wurde trotzdem nicht ausgesprochen, die ‚menschliche Tragödie‘ in den Vordergrund gestellt.
Wie man der allerdings beikommen wollte, bleibt ein Rätsel. Geändert hat der Vorfall am Hof selbst nichts, weder für Mensch noch für Tier. Auch 2003, nach einem erschütternden ORF-Bericht, war erneut die Rede von einem Tierhalteverbot, zumindest von einer lückenlosen künftigen Überprüfung durch die Amtsorgane. Haben diese ihre Aufgabe nun aber wirklich erfüllt?

Eine Frage, die wir folgendermaßen beantworten möchten: RespekTiere konfrontierte Herrn Quittner im Jänner 2005 mit wahrlich herzzerreißenden Aufnahmen aus seinem Stall – damals standen die Kühe bei beißender Kälte bis über die Hufe in einer Masse aus flüssigem und breiigem Kuhmist – Bilder, die bei Interesse jedem zur Verfügung stehen! Zudem war der Stall fürchterlich eng belegt, die Tiere teils an kurzen Stricken fast zur Bewegungslosigkeit verdammt. Herr Quittner verlangte damals ein klärendes Gespräch, auf welches wir gerne und voller Zuversicht eingingen. Dieses sollte im Büro des Tierschutz-Ombudsmannes Mag. Geyrhofer stattfinden – nur leider erschien der Landwirt dort ohne jegliche Vorwarnung und völlig unnötig sogleich mit seinem Anwalt!
Und selbst nach diesem sehr unsozialen Vorgehen haben wir unsere Mithilfe angeboten, eine ausgestreckte Hand, die Herr Quittner auf etwas rätselhafter Weise niemals ergriff. Monate darauf besuchten wir den Hof erneut, um zu sehen, ob sich die Dinge nun nach der Aufruhr endlich gebessert hatten. Was wir fanden, war ein totes Kalb im Stall, achtlos in einer Ecke abgelegt, mit einer Plane notdürftig verdeckt. Konsequenzen von Seiten der Behören? Da müssen Sie am Amt nachfragen, offensichtlich waren solche nicht!
Herr Quittner ist wie Anfangs erwähnt kein Unbekannter; warum auch immer liegt er mit sehr vielen Menschen im Streit, laut Auskunft verschiedener Zuständigkeitsstellen (Stadt Seekirchen, Polizei, Amtstierarzt, Vet-.Behörde,..) stapeln sich die Akten, doch irgend wie schafft es der Bauer immer wieder sich der Verantwortung zu entziehen. Er tut sich selbst damit nichts Gutes, das Bauernhaus verfällt in erschreckendem Tempo, das Grundstück, übersät mit KFZ-Leichen, ist längst ein Fall für die Umweltbehörde.
Zur jetzigen Causa möchten wir feststellen, dass wir von tierliebenden Menschen gerufen wurden, welche die sich neuerlich anbahnende Tragödie beobachteten und uns deshalb um ein Einschreiten baten. Gerne werden dies TierfreundInnen dies vor wem auch immer bestätigen, in einem Falle hatte eine Frau die Vorgänge am Hof schon am 9. Jänner der Seekirchner Polizei gemeldet. Wir waren mehrere Male vor Ort, nur ein einziges Mal hat sich das besagte Schwein dabei kurz erhoben, von ‚herumlaufen‘ konnte dabei aber keine Rede sein. All die anderen Male lag es apathisch am gefrorenen Misthaufen, welchen die Behörde übrigens als ‚warme, weiche Unterlage‘ bezeichnen; und das tut sie noch immer, trotzend der tiefen Temperaturen, des Schneefalls. Selbst auf Berührung reagierte das arme Tier kaum, alle, welche die Bilder gesehen hatten, waren einer Meinung: das Schwein ist krank und muss unbedingt dort weg! Sie haben vergessen zu erwähnen, dass TierschützerInnen des Nachts sogar Stroh vor Ort gebracht hatten, um dem Tier eine gewisse Linderung zu bieten; außerdem hätten wir einen Gnadenhofplatz gefunden, ein Argument, auf welches Herr Quittner nur abfällig reagierte. Auch unser Angebot, für ihn völlig kostenfrei einen Unterstand vor Ort zu bauen und sich mehrmals wöchentlich um das Schwein zu kümmern, schlug er aus.

Aber nicht nur das Schwein ist Gegenstand der Beanstandung, auch die Kuhhaltung am Hof ist mehr als nur diskussionswürdig. Herr Quittner hat den Tieren zwar einen Unterstand geboten, einen Container lieblos in die Landschaft gestellt, doch dieser ist 1. viel zu klein um allen Tieren Platz zu bieten und 2. so voller Kuhmist, dass er sowieso nicht nutzbar sein kann. Nun sollte man denken das hochgejubelte Tierschutzgesetz müsste dem Abhilfe schaffen – weit gefehlt! Obwohl dort dezidiert festgehalten ist, dass bei ‚ganzjähriger Freilandhaltung‘ für jedes Tier eine ‚überdachte, trockene und eingestreute Liegefläche….die allen Tieren ein gleichzeitiges ungestörtes Liegen ermöglicht‘ zur Verfügung gestellt werden muss, Herr Quittner gegen all diese Punkte so augenscheinlich verstößt, gibt es laut Auskunft der Vet-Behörde selbst hier – trotz des überstrapazierten ‚Schwarz auf Weiß‘ – ein Schlupfloch. Dr. Buchner klärte uns auf, dass der Begriff ‚ganzjährige Freilandhaltung‘ einen Zustand beschreibt, der an 365 Tagen im Jahr aufrecht zu erhalten ist; wird diese Periode auch nur einen Tag, z. B. für eine Verladung usw., unterbrochen, dann ist eben diese ganzjährige Haltung keine ‚ganzjährige‘ mehr und dann gibt es demnach keinen weiteren Indikator im Gesetz! So stehen die Kühe bei diesen Temperaturen im Schnee, ungeschützt vom Arm des Gesetzes – welches in dieser Form einen Freibrief für Tierquälerei darstellt, einen Gummiparagraphen aller erster Sorte!
Wie gesagt, Herr Quittner ist kein Unbekannter – deshalb machen wir uns keine rechtlichen Sorgen: alle Menschen, die ihn kennen und den Artikel gelesen haben, werden sich das Ihre dabei denken, die traurige Wahrheit zu erkennen wissen. Sorgen bereitet uns vielmehr die Zukunft der Tiere: durch das Im-Stich-Lassen der Behörden ist auch deren weiterer Lebensweg gezeichnet von ’nicht artgerechter‘ Haltung, ein Hineindämmern in die nächste Tragödie.
Apropos ‚menschliche Tragödie‘, so bedauerlich diese auch ist: das so zögerliche Vorgehen der Behörde wird letztendlich weder ‚Tier‘ noch ‚Mensch‘ Hilfestellung gewähren. Was wird von Amtes wegen getan, um dieser menschlichen und tierlichen Tragödie Einhalt zu gebieten? Ein ‚Abputzen‘ entzieht nicht die Verantwortung, so viel steht fest! ‚Ich wasche meine Hände in Unschuld‘ trifft hier ganz sicher nicht zu, ist nach all der langen und so gut dokumentierten Historie wenig glaubwürdig!

mit herzlichsten Grüßen

Thomas Putzgruber
Verein RespekTiere

 



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