Neues aus Seekirchen

Dichter Schneefall verwandelte das Salzburger Land über Nacht erneut in eine paradiesische Winterlandschaft. Während die Straßen vom unausbleiblichen Verkehrschaos beherrscht wurden, freuten sich Kinder über den so großzügigen Einsatz Frau Holle’s und tollten im Schnee, Erwachsene nutzen den Tag für einen gemütlichen Spaziergang im idyllischen Weiß.
Während sich die Einen über den Schnee freuten, nach dem Spaziergang zurückkehren würden in ihre geheizten, warmen Stuben, werden wohl für Andere die unwirtlichen Witterungsbedingungen erneutes Leid bedeutet.
Am Seekirchner Hof präsentierten sich die Kühe an diesem Tag in der gespenstischen Stille Gevatter Frost’s gefangen; manche waren versammelt um den Baucontainer, welcher mit ein bisschen Wille und genügend Einstreu eine Wohltat bei diesem nass-kalten Wetter hätten sein können; andere aßen schneebedecktes Heu von einem unüberdachten Anhänger, 2 Kälber standen abseits einsam in winterlicher Landschaft – artgerechte Lebensumstände? Das Amt sagt ‚Ja‘, das Tierschutzgestz eigentlich ‚Nein‘ – durch Auslegungslücken dann doch irgend wie wieder ‚Ja’…eine Fortsetzung einer scheinbar unendlichen typisch österreichischen Geschichte! Niemand will sich die Finger schmutzig machen, abwarten und Gemüter beruhigen lassen, wird schon werden…

Auch das Schwein konnte angetroffen werden, wie üblich am Misthaufen, welcher heute viel mehr einem Schneehügel glich. Sie stand dort allerdings, wühlte mit dem Rüssel im kalten Weiß.
Von jener kranken Kuh, welche noch für heftige Kontroversen sorgen wird, fehlte weiterhin jede Spur…
Fortsetzung folgt…

Wäre es wirklich so schwer, das angebotene Menü an einem überdachten Platz zu servieren?


ist’s argerecht, Kälber ungeschützt dieser Witterung auszusetzen? Und selbst, wenn es ‚artgerecht (welch völlig überfrachteter Begriff)‘ wäre, ist es auch human?




und hier? ‚Der Misthaufen ist ein idealer Platz, weil es dort immer warm ist‘, sagt das Amt; Von Wärme keine Spur, wie der liegengebliebende Schnee eindrucksvoll beweist; trotz mehrfachem Angebot von TierschützerInnen durch eigene Arbeitskraft und durch eigene finanzielle Mittel wenigstens eine Überdachung herzustellen, lebt das Schwein der Sturheit des Landwirten sei Dank noch immer schutzlos den Elementen ausgesetzt! Sagte ich schutzlos? Entschuldigen Sie bitte, bei besonders nasser Witterung deckt der Bauer das arme Tier mit einer Plane zu…


Letzten Mittwoch konfrontierte LGAB Dr. Heidi Reiter von den Grünen in einer öffentlichen Landtagssitzung den in Salzburg für Landwirtschaft und Tierschutz zuständigen LR Eisl (ÖVP…) mit den Zahlen und Fakten rund um jenen Hof in Seekirchen am Wallersee, wo sich seit vielen Jahren Tiertragödien ereignen. LR Eisl meinte, den Behörden ist hier eine ziemlich schlechte Ausgangslage zugedacht; nach Außen hin wirkt der Fall so glasklar, dennoch ist rechtlich nicht viel mehr möglich – das Tierschutzgesetz, so viel ist sicher, gibt nicht das her, was es auf den ersten Blick verspricht! Was aber wohl sehr interessant ist: es sind 8 (!!!) Verfahren offen, eines nach dem Salzburger Tierschutzgesetz, sieben nach dem Bundestierschutzgesetz!!!!!!!

Jetzt wird der Fall auch in der Bundespolitik untersucht – die Frau Mag. Katharina Fatzi von den Grünen wird nächste Woche eine schriftliche parlamentarische Anfrage einbringen – darauf MUSS eine Beantwortung erfolgen (innerhalb von 8 Wochen)!

Und nochmals Neues: auch die traurige Angelegenheit um die Kuh, welche letztes Wochenende am Weg liegend – laut Augenzeugenaussagen unfähig sich zu erheben, weil mit gebrochenem Rücken – aufgefunden worden war, wird nun medial weiter verfolgt! Es wird nächste Woche in einer großen Salzburger Zeitung ein Bericht darüber erscheinen!

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