Tierquälerei? Entscheiden Sie…

Die Nacht erstarrt in Eis und Kälte. Schneewolken hängen schwer und bleiern am Himmel und verdunkeln das ohnehin nur mehr matte Licht der Sterne Einige wenige kann man sehen, fahl und einsam wandern sie über den Horizont. Jetzt, selbst zu Mitte Februar, regiert Gevatter Frost unvermindert mit strenger Faust. Langsam setzt Schneefall ein und binnen kurzer Zeit verwandelt sich das Land ringsum in eine weiße Wüste, durchbrochen nur von hie und da hochragenden Bäumen, Geschöpfe aus einer anderen Welt, wie stumme knochige Riesen wirkend, die sich fortan gegen den bitter kalten Wind wehren. Ein Dutzend Kühe stemmen sich tapfer gegen die Unwirtlichkeit der Stunde. Sie versinken bis über die Hufen in dem sich türmenden Schnee, fast künstlich hebt sich ihr schwarzes Fell vom sanften Weiß zu ihren Füßen ab, nur um dann von der Nacht vollends verschluckt zu werden. TierschützerInnen sind aufgebrochen, um ihre Not ansatzweise zu lindern. Sie bringen duftendes Stroh, gespendet von einer herzallerliebsten Dame, und legen dieses in den für die Rinder bereitgestellten Container, welcher längst keine Geborgenheit mehr bietet, weil sein Boden hoffnungslos in Kuhgülle zu versinken droht. Sofort versammeln sich die Tiere, der Besuch erregt ihr Interesse…und ihren Appetit!





Die TierschützerInnen haben ihre Aufgabe aber noch nicht erledigt: vor dem Haus des Landwirten liegt noch immer jenes Schwein, welches seit so langer Zeit gegen die Elemente ankämpft; praktisch schutzlos ausgeliefert zehren Wind und Wetter an der Armen. Sie liegt am gefrorenen Boden, immer noch in ihrem (von hohen Tierschutz-Beamten so bezeichneten) ‚Nest‘ aus Mist und harter Erde. Ein paar überstehend gelagerte Holzbretter bieten wenigstens dem Kopf ein bisschen Schutz und wie gerne das Tier einen Unterstand hätte, beweist diese Tatsache eindrucksvoll; tatsächlich scheinen die wenigen hölzernen Zentimeter über ihr fast wie ein Dach des Himmels, so versucht sie sich dahinter zu verkriechen, um wenigstens bis zur Schulter in die wenn auch noch so winzige Geborgenheit einzutauchen. So als wären diese paar Zentimeter dazu bestimmt, ihren Lebensgeist zu nähren, ihre letzte Hoffnung in einer kargen Welt.


Stroh bringt Linderung von der Kälte; das Schwein scheint es zu genießen, grunzt zufrieden, als eine Decke gelber Frühjahrsduft wie ein Mantel der Barmherzigkeit über sie bereitet wird.

Eine Auflage für den Landwirten war nach internen Aussagen aus Amtstierarzt-Kreisen die Schaffung, die Möglichkeit, dem Schwein ein Rückzugsgebiet in den angrenzenden, von halb gefrorener Gülle getränkten, Stall zu bieten; dort gibt es eine Art Tenne, welche sich in einem vom Amt angeblich angeordneten Zustand der Einstreuung für einen derartigen Unterstand sehr eigenen würde. Einzige Anweisung: ein bisschen Stroh als Unterlage. Warum das arme Tier den Platz aber doch nicht aufsucht? Die Antwort gibt folgendes Bild:



Im Stall selbst, dem Ort, der so offensichtlich seit vielen, vielen Monaten keine Mistgabel gesehen hat, befindet sich eine einsame Kuh. An einem kurzen Strick angebunden vegetiert sie in dem Meer aus Fäkalien. Warum sie dort ist, wird bestimmt einen triftigen Grund haben – den wir alle aber leider wieder einmal nicht verstehen werden….




Bericht und sämtliche Bilder wurden uns anonym zugesandt!


 

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