Festspieldemo Salzburg

Gestern war Groß-Einsatz-Tag für Tierrechte in Salzburg! Bereits am Vormittag, zu den Feierlichkeiten der Eröffnung der Festspiele, enthüllten AktivistInnen von Anti-Rep. ein Transparent und forderten lautstark die sofortige Beendigung des Staatsterrors gegen den Tierschutz. Um 14 Uhr, zur Autogrammstunde der ‚Jedermann‘-Stars, nahmen RespekTiere-AktivistInnen vor dem Zugang zur Veranstaltung Aufstellung. Ein Sensenmann und seine wunderhübsche pelzbehangene Begleiterin entrollten dabei ein Transparent mit der Aufschrift ‚Pelz ist peinlich‘ und hielten Schilder wie ‚Pelz tragen Tötet!‘ einer wohlgesonnenen Menschenansammlung entgegen.
‚Pelz ist Peinlich‘ zur Autogrammstunde und auch sonst überall


Pünktlich um 17 Uhr startete dann unsere große traditionelle Festspieldemo. Vor dem Festspielhaus hatte sich bereits eine riesige Menge von Schaulustigen eingefunden, die der Ankunft prominenter Festspiel-BesucherInnen harrte. Und sie sollte nicht enttäuscht werden – beinahe im Sekundentag trafen Stars und Sternchen ein und ließen sich von einem dankbaren Publikum huldigen. Die TierschützerInnen hatten indessen Aufstellung genommen und Transparente wie ‚Gekocht werden tut weh! Stopp dem Lebendhummer-Verkauf!‘ und ‚So lange es Schlachthöfe gibt wird es auch Schlachtfelder geben‘ wurden an vorderster Front für jedermann/frau gut sichtbar positioniert. Dazu prangten ‚Feudal mit Tierqual‘, ‚Hummer, Gänsestopfleber uns sonstige Gräuel‘, ‚Pelz – Massaker für die Eitelkeit‘, ‚Kultur beginnt auf dem Teller‘ usw. in dicken Lettern an Schildern, hochgehalten von hoch-motivierten AktivistInnen.

Die Polizei hatte alle Hände voll zu tun um den ungebrochenen Auflauf von PassantInnen Herr zu werden. Ein dichtes Gedränge war unvermeidbar und bald sollten die Absperr-Schranken durchbrochen werden und der Menschenauflauf schob sich trotz der verzweifelten Versuche der Exekutive dies zu verhindern mit beängstigender Geschwindigkeit immer weiter nach vorne, entgegen dem Prominieren der Schönen und Reichen.
Einige TierschützerInnen nutzen die Gunst der Stunde und entwichen für Momente dem Auge des Gesetzes. Minuten später, nun ebenfalls in festspielwürdiger Tracht gekleidet, bestiegen sie ein Taxi und ließen sich von der fantastischen Fahrerin ähnlich dem Adel und der ‚Oberen Schicht‘ direkt vor den Haupteingang des Festspielhauses fahren. Dort entstieg das Paar im Blitzlichtgewitter der anwesenden FotographInnen dem Fahrzeug, entrollte sogleich ein Transparent ‚Kultur beginnt am Esstisch!‘ und ließ einen Schwall künstlichen Blutes aus den Mundwinkeln!
Leider waren die Gesetzeshüter prompt zur Stelle und drängten schon nach kurzer Zeit die TierschützerInnen ab. Diese überquerten jedoch nur die Fahrbahn und platzierten sich dann vor den PassantInnen in direktem Blickkontakt zum Haupteingang. Dort hatten sich nun auch schon einige andere AktivistInnen eingefunden und streckten die mitgebrachten Tierqual-Bilder und Transparente dem Publikum entgegen.



zu Ende der Versammlung wechselten die AktivistInnen noch zum Portal des Festspielhauses

Wir möchten uns an dieser Stelle bei all jenen entschuldigen, welche sich durch diese Aktion gestört gefühlt haben; es ist uns bewusst, dass unsere Transparente ein bisschen den Blick auf die oft so sehnsüchtig erwarteten Stars verstellten, doch erachteten wir die Botschaft als dementsprechend wichtig um sie nicht in der Menge untergehen zu lassen. Die Alternative wäre gewesen zum ursprünglichen Demo-Ort zurück zu kehren, doch damit hätten wir bei Weitem nicht das Publikum erreicht, welches sich hier, buchstäblich an vorderster Front, entlang wälzte.
Der Preis, den wir für diese ‚Spitzenplätze‘ zu zahlen hatten, war dann im Gegensatz zum ab und dann leicht eingeschränkten Gesichtsfeld einiger weniger PassantInnen ein auch nicht unbeträchtlicher – manche Menschen aus der Menge fielen völlig aus der Rolle, bespuckten uns von hinten, griffen den Aktivistinnen schamlos auf den Po, vergriffen sich am Transparent und noch mehr in der Wortwahl. Somit war zumindest ein Unentschieden im Ärgernis hergestellt
J
Jedenfalls verlief die Kundgebung spektakulär und eindrucksvoll. Der so beliebte Jedermann-Darsteller Peter Simonischek stellte sich sogar einem kurzen Gespräch zu seinem ehemals unglücklichen Aussagen bezüglich des Stierkampfes, wo seines Ermessens nach aber auch von Seiten der TierschützerInnen etwas ‚unglücklich‘ (er erhielt demzufolge so manch schlimmen Drohbrief) agiert worden war. Vielleicht kommt es in dieser Angelegenheit nochmals an ruhigerem Ort zur Kommunikation, wir jedenfalls würden uns sehr darüber freuen.

Herr Simonischek in kurzer Diskussion mit TierschützerInnen


Was noch erwähnenswert sein muss: die anwesenden PolizistInnen – und das waren dieses Mal ziemlich viele – verhielten sich einmal mehr sehr zuvorkommend und hilfsbereit. Deshalb gilt auch den Staatsdienern in Uniform (und natürlich auch den zahlreich vorhandenen in ziviler Kleidung) ein ganz besonderer Dank – zumindest die Salzburger Exekutive, im Demoverhalten seit jeher sehr umsichtig, setzt auf Menschlichkeit, Dialog und De-Eskaltation – was uns mehr als nur entgegen kommt!

Am Abend folgte dann auch noch ein Infostand mit zahlreich ausgelegtem Tierrechtsmaterial und einer Video-Leinwand wo Tierrechtsfilme aus allen Bereichen gezeigt wurden.
So nahm ein wirklicher Arbeitstag für Tierrechte in der Kultur-Welthauptstadt (ein bisschen Übertreibung muss seinJ) Salzburg erst zu später Nachtstunde sein Ende!

Kultur beginnt am Teller, die stumme Begleitung zum im Hintergrund laufenden Tierrechtsfilm


 
 

 

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