Wie Tierversuche Leben verändern.. Teil 3

Viele LeserInnen haben schon sehr darauf gewartet; hier kommt der berührende Teil 3 aus Heike Ingeborg’s Erfahrungen! Wir können Ihnen versprechen: sobald Sie mit dem Lesen beginnen werden sie nicht mehr damit aufhören können!
Tierversuche sind eine Geißel der Menschheit; sie sind ein absoluter Tiefpunkt im so lebensverachtendem ‚menschlichen‘ Streben nach Vollkommenheit, ein Ausflug der Seele in die Gedankenwelt Luzifers.
Man mag dazu stehen wie man möchte, ob ‚Mensch‘ nun der Schöpfung höchster Sprosse ist oder auch nicht, zweifelsfrei aber ist er dann deren tiefster Fall…


Meine persönlichen Erfahrungen als Contergan-Opfer und menschliches „Versuchsobjekt: Heike-Ingeborg ( Tierversuchsgegnerin) aus dem Jahre 2003 – überarbeitete Fassung aus 2009:

"Tierversuche haben unser Leben drastisch verändert.

Tierversuche haben auch mein Leben verändert.

Ohne Tierversuche wäre mein Leben ganz bestimmt anders verlaufen!"..

Im Jahre 1962 kam ich contergangehandicapt zur Welt. Im Gegensatz zu anderen Babys, die mit ihren Müttern kurz nach der Geburt nach Hause kommen, begann für mich und meine Familie ein Alptraum von einer Anreihung von Klinikaufenthalten: Ca. drei Jahre lang wurde ich komplett in Gips gelegt, um meine Extremitäten einigermaßen "gerade zu rücken", was aber erfolglos blieb. Weitere drei Jahre lang musste meine Mutter mit mir täglich zur ambulanten Physiotherapie in eine Klinik in Gelsenkirchen – Ückendorf, damit ich lernte, meine Arme zu gebrauchen. Unterbrochen wurde dies lediglich durch Aufenthalte sowohl in der Universitätsklinik in Münster als auch im Evangelischen – Krankenhaus/ Essen -Werden, auf die ich später noch detaillierter zu sprechen kommen werde.

Meine Arme sind stark verkürzt und an den Oberarmen sitzen sog. Klumphände. An jeder Hand habe ich lediglich vier Finger, welche ebenfalls stark in Mitleidenschaft gezogen sind – die Daumen fehlen gänzlich.

Zudem sind auch meine Beine immens in Mitleidenschaft gezogen, denn das linke Bein war sehr stark verkürzt bis zur Kniescheibe und darunter saß bereits mein Fuß ( Klumpfuß ) – der Unterschenkel fehlte von Geburt an völlig. Damit ich überhaupt laufen lernen konnte, wurde mir eine Orthese angepasst.
Das unorthodoxe Wachstum meines linken Fußes führte jedoch zur notwendigen Amputation ( im Jahre 1970/ 1971 im Evangelischen – Krankenhaus/ Essen – Werden) des Selben im Alter von neun Jahren. Seitdem trage ich linksseitig eine Beinprothese mit künstlichem Kniegelenk.

Mein rechtes Bein, welches in meiner frühen Kindheit meine Arme ersetzte, (ich spielte und aß mit ihm, später malte ich auch mit dem Fuß) ist ebenfalls nicht voll ausgebildet und musste im Alter von 17 Jahren (von Nov. 1979 bis April 1980 lag ich dafür ebenfalls im Evangelischen -Krankenhaus/ Essen – Werden) operativ gerichtet werden, da eine X-Beinstellung mit einer Neigung von 176° festgestellt wurde und die große Gefahr bestand, dass das Bein irreparabel brechen könnte, wenn es nicht umgehend behandelt worden wäre. Nach dieser äußerst schmerzhaften wie langwierigen Operation benötigte ich zwei komplette Jahre um wieder richtig laufen zu können – zwei Jahre meines Lebens in denen ich, wie nichtbehinderte Jugendliche meines Alters völlig selbstverständlich, glücklich und unbeschwert hätte leben können….

Zudem weisen meine Hüften starke Fehlstellungen (Hüftdysplasie) auf, d.h. der jeweilige Hüftkopf befindet sich nicht in der Beckenpfanne und kann daher jeder Zeit herausspringen. Auch meine Wirbelsäule, Bandscheibe sowie mein Steißbein, das rechte Knie und der rechte Fuß sind durch Contergan bzw. Thalidomid sehr stark missgebildet. Als Folgeschäden sind mit der Zeit Arthrose sowie Osteoporose hinzugekommen. Aus diesem Grund bin ich seit dem Jahre 2000 auf einen Rollstuhl und immenser Mithilfe (vor allem durch meinen Mann) angewiesen. Daher ist es mir seit dem Jahre 2001 bedauerlicherweise auch nicht mehr möglich, meine berufliche Tätigkeit im Jugendamt, Abteilung Jugendgerichts- und Vollzugshilfe auszuüben. Diese Arbeit beinhaltete nämlich sehr viele Außentermine, die ich nicht mehr bewerkstelligen konnte und somit schied ich 2001 aus meinem Berufsleben aus und befinde mich seither im Ruhestand .

Denn die Folgeschäden sind dermaßen gravierend, dass mir nicht einmal mehr die Chance gegeben ist, ein künstliches Hüftgelenk operativ einsetzen zu lassen, meine Gelenke bzw. mein Knochensystem entsprechen nach Einschätzung der Ärzte und meinem Heilpraktiker inzwischen einem Menschen von sechsundneunzig Jahren.

Diese beträchtlichen gesundheitlichen Schäden haben mir sog. "Experten" der Chemie Grünenthal GmbH mit ihrem sog. "Wunder-Medikament und trotz Tierversuche (!) bewusst und mutwillig aufgezwungen – Contergan!!!
"Das ist wirklich eine sowohl wissenschaftliche als auch politische wie juristische LEISTUNG!!!! – Dafür erhielten bzw. erhalten die Verantwortlichen auch heute noch Ehrenbezeugungen, Titel und vor allem viel GELD."
Ich komme nun detailliert auf meine schmerzlichen Erfahrungen in den o.g. Kliniken Münster und Essen-Werden zu sprechen:
In Münster wurde (Anfang der 60-iger Jahre) eine Klinik (Versehrtenschule) gebaut, um uns Contergan – Opfer dort zu "betreuen." In dieser Klinik lernte ich während meiner Kindheit am eigenen Leib rohe Gewalt von Menschen kennen!

Wir wurden als "Versuchsobjekte" instrumentalisiert, da niemand davon ausging, dass "Contergan – Kinder" je erwachsen werden würden. Die Intention der "Ärzte und Therapeuten" bestand darin, uns mit aller Gewalt den nichtbehinderten Menschen anzugleichen – und das um jeden Preis!

Bei Gleichgewichtsübungen – ich sollte das Abrollen beim Fallen erlernen – trat man mich mit Füßen in den Rücken oder in die Seite, sodass ich umfallen sollte. Jedes mal, wenn ich versuchte aufzustehen, traktierte der "Therapeut" mich auf„s Neue. Beschimpfungen gehörten dabei fast zur Tagesordnung. Dabei waren solche Schikanierungen wie – "Hast Du es immer noch nicht kapiert? Stell Dich beim Fallen gefälligst nicht so blöd an!" – noch die harmloseren. Solch eine Tortur dauerte ca. 45 Minuten lang – und das täglich! Manchmal benutze der "Therapeut" auch die Faust.

Beim Essenlernen durfte nichts von der Gabel fallen. Hier wurde mir unter lautstarken Beschimpfungen – wenn doch etwas von der Gabel fiel – das Essen weggenommen und ich musste 45 Minuten lang mit dem Gesicht zur Wand "in der Ecke" stehen. Anschließend bekam ich das kalte Essen wieder vorgesetzt. Diese Schikane wiederholte sich, bis ich "es begriffen hatte", dass gefälligst nichts von der Gabel zu fallen hat.

Es war einfach grauenhaft! Doch es kam noch viel schlimmer!

Eines Morgens kam eine Krankenschwester ins Zimmer und teilte mir mit, ich solle mich waschen, aber nicht anziehen. Dann brachte man mich in die neben der Technischen Orthopädie (damals Versehrtenschule Münster) liegende Hyfferstiftung, in der sich der Operationssaal befand Eine Ärztin fragte mich zynisch ob ich Parfümduft mag, was ich bejahte. Daraufhin drückten mir vier Personen gewaltsam Arme und Beine auf den OP -Tisch und mir wurde radikal eine Maske auf das Gesicht gepresst, um mich in Narkose zu legen (später stellte sich heraus, dass man eine Hüftspiegelung vorgenommen hatte).

Ich kämpfte im Alter von lediglich fünf Jahren (!) um mein Leben – und erlebte zum ersten Mal die reine Todesangst! Ich wehrte mich mit allen Mitteln, die ich als fünfjähriges Mädchen aufbringen konnte. Meine Eltern wussten nichts davon, man hatte sie weder informiert, geschweige denn um Erlaubnis gefragt. In den zehn Monaten, die ich (im Alter von 5 bzw. 6 Jahren) in Münster verbringen musste, sah ich meine Mutter nur Sonntags für ca. drei Stunden.

Das brutale System bestand darin, die Eltern von den Kindern zu trennen und ihnen jegliches Mitspracherecht vorzuenthalten. Es war eine sehr grausame und einsame Zeit für mich, die ich nie wieder erleben möchte!

Viele "Contergan – Kinder" wurden ohne Arme und Beine geboren, sowie mit erheblichen Organschäden und starben bald darauf. Die Methoden der sog. "Therapeuten" waren äußerst brutal. Ich leide heute noch unter starken Verlustängsten. Viele Jahre litt ich unter Alpträumen und Schlafstörungen, einhergehend mit Schweißausbrüchen, Fieberschübe, Magenschmerzen und starkem Durchfall.

Für die sogenannten "Experten" waren wir, Contergan-Opfer reine "Versuchstiere": Dutzende Nacktaufnahmen wurden (nicht nur) von mir gemacht – ich habe mich sehr geschämt. Niemand nahm Rücksicht auf mich und meine Gefühle! Jeder manipulierte an uns herum. Das führte zu immensen seelischen Konflikten. Wir durften einfach nicht "wir selbst sein".

All diese unglaublichen Dinge spielten sich im Zeitraum 1967 / 1968 in Münster ab – Sie können sich jetzt sicher vorstellen, welche Verknüpfungen man mit der Zeit sowohl zu dieser Stadt als auch insgesamt zu den sog "Experten" herstellt…
..aber auch in der Familie waren die Sorgen und Nöte unerträglich groß:
In dieser Zeit kamen viele Gerüchte auf. Z. B. glaubten die Nachbarn an den Versuch einer Abtreibung, die meine Schädigungen angeblich zur Folge gehabt haben sollten. Diese Gerüchte machten sich die Verantwortlichen der Chemie – Grünenthal skrupellos zu eigen. So stellten sie die zynische Behauptung auf, dass die Mütter Schuld an unserer Behinderung trügen, da diese wohl angeblich nicht wussten, was sie während der Schwangerschaft eigentlich wirklich (ca. 3. Monat) eingenommen hätten.

In den Kinderjahren begegneten mir die Menschen daher auf ganz unterschiedliche Weise:
 
Einige drückten mir mitleidig Geld in meine Fingerchen, andere beschimpften mich: " Zu Hitlers Zeit hätte man dich vergast!", oder "Auch Missgeburten brauchen Liebe!"

Eine Nachbarin nannte mich immer "Hinkebein", aber wohlweislich nur hinter dem Rücken meiner Eltern und mir. Meine älteste Schwester wollte mich als Baby nicht mal mehr mit dem Kinderwagen ausfahren, weil die Leute absolut respektlos meine Decke wegrissen, um mich schonungslos anzustarren. Meine ganze Familie musste viel Leid erdulden, dennoch schenkte sie mir viel Liebe und Geborgenheit. Eines Tages brachte meine Mutter mich auf den Hof hinter unserem Haus, damit mich alle Leute sehen konnten. Sie wollte damit erreichen, dass die Menschen endlich erfuhren, was wirklich geschehen war.

Meine Eltern gaben mir immer das Gefühl, dass ich sehr wertvoll bin und ein Recht auf Würde und Liebe habe. Allein ihrem ungebrochenem Engagement ist es zu verdanken, dass ich heute eine sehr starke, lebenslustige, sowie auch lebenshungrige, selbstbewusste Frau bin, die sich mit aller Entschiedenheit für die Unversehrtheit jedes Lebens einsetzt!

Nun komme ich auf meine schmerzlichen Erfahrungen im Evangelischen-Krankenhaus/ Essen Werden im Jahre 1970/1971 zu sprechen:

Lediglich zwei Tage, nachdem ich – im Alter von neun Jahren – amputiert worden war, kamen eine Reihe Handchirugen zu mir ans Bett. Sie drehten meine Hände und besprachen unter sich – ohne mich in dieses Gespräch einzubinden, wie sie beabsichtigten, meine "Klumphände" gerade zu setzen. Ich schrie verzweifelt: "Haut ab, ich bin nicht Euer "Versuchskaninchen!!" – Dieser unglaubliche Vorfall ereignete sich im Jahre 1970/ 1971 im Evangelischen -Krankenhaus/ Essen – Werden.

Ja, diese Zeit war ebenso grausam für mich, wie heute die Zeit für die Tiere bei Covance in Münster bzw. in den USA, Israel, Russland oder in anderen Tierversuchslaboren bzw. Universitäten wie beispielsweise in Tübingen, Bochum, Essen, Bremen, Mainz, Ingelheim, Mannheim etc.

Sogenannte "Experten" versuchten sogar in Münster statistisch herauszufinden, ob unser Sexualleben evtl. gestört sei – zu diesem Zeitpunkt war ich gerade einmal 13 Jahre jung. Meine Eltern und ich erhielten einen Fragebogen aus Münster.

Hier lediglich ein kleiner Vorgeschmack aus dem skandalösen Fragenkatalog:

Wie oft habt ihr Geschlechtsverkehr?

Wie viele Partner gab es bereits?

Was empfindet ihr bei der Ausübung von Selbstbefriedigung? (Um nur einige dreiste wie unverschämte Fragen zu nennen!)

Meine Eltern waren außer sich vor Zorn und Empörung, da ich doch noch ein Kind war und solch intime Fragen fremden Menschen beantworten sollte – die sich überhaupt keine Gedanken um mich als Person machten. Ich fühlte mich in dieser Zeit wie ein ausgeliefertes, schutzloses "Versuchstier!"

Jetzt, nachdem ich Ihnen einen jkleinen Auszug aus meiner Kinderzeit und Jugend doch recht detailliert beschrieben habe, können Sie sich sicherlich vorstellen, warum es mir heute so sehr am Herzen liegt, dass möglichst schnell sowohl der Tierquälerei insgesamt (aber vor allem der in Versuchslaboren und Universitäten) als auch der skandalösen Ungerechtigkeit gegenüber Contergan – Opfern – bewusst und mutwillig verursacht durch die Chemie Grünenthal, der Politik und Justiz – für immer ein Ende gesetzt wird . Als „Contergan damals entwickelt wurde, hat die Firma Chemie Grünenthal – und das ist heute erwiesen – mit aggressivster Vermarktungsstrategie alles daran
gesetzt, um dieses sog. "Wunder-Präparat" zu verkaufen, wobei man jedoch bereits genau wusste, dass es sich um eine äußerst gefährliche sogenannte "Spiegelform" handelte: Zum einen wirkte es einschläfernd, zum anderen beinhaltete es ein massives Zellteilungsgift (!), welches die schweren
Missbildungen während der Schwangerschaften hervorrief, und mit welchem heute – ich kann es nicht fassen – wieder experimentiert wird (Hilft es gegen Aids, Lepra, Krebs etc.???).

Anstatt sich der Verantwortung zu stellen, wurde der Prozess unter Mithilfe namhafter Politiker und Justizangestellter sowie Konzerninhabern ganz bewusst und mutwillig verschleppt (siehe dazu bitte auch die HP Bund Contergangeschädigter und Grünentalopfer e.V. :

Die Hintergründe Contergan:

Kurzdarstellung des Contergan-Skandals:

Historie von 1955 – 1979:

Vorgeschichte:

Conterganprozess:

Vergleich:

Stiftungsverhandlungen:

Die Rolle des Bundesverbandes:

Grünenthals Garantieerklärung:

Grünenthals Klage auf Auszahlung der Vergleichsmillionen:

Schlusserklärung:

Bundesverband Skandale:

Verfahren Dalli u.a. ./. BCG und Andreas Meyer:

Entschädigung im Ausland:

Forderungskatalog:

 
Diese Fakten zeigen deutlich und fundiert auf, wie es um die gesamte Industrie, Politik und Justiz und deren Absichten auf diesem Sektor wirklich bestellt ist und immer war. Es kann wohl kaum deutlicher aufgezeigt werden, auf welch lebensverachtende Art und Weise Pharmaindustrie, Justiz und Politik uns, die Contergan-Opfer (Tiere und Menschen) im wahrsten Sinne des Wortes verkauft haben!

Durch Presse und Medien sind Sie sicherlich inzwischen auch über die skandalösen Zustände im Auftragslabor der Firma Covance Industries Münster informiert. Dort werden, wie auch in anderen Laboratorien von Pharma- und Chemiekonzernen wie z.B. Bayer, BASF, Hoechst, Novartis, La Roche, etc. Tiere auf grausamste Weise gequält und getötet – wie es heißt "zum Wohl des Menschen". In fünfmonatiger Arbeit recherchierte der Journalist Markus "undercover" im Labor der Firma Covance und brachte Grausamkeiten ans Tageslicht, die abschreckender nicht sein können. Nicht nur "ZDF – Frontal 21" hat darüber bereits im Jahre 2003 zwei Mal berichtet. Es wird hier absolut deutlich, dass Mensch und Tier der Pharma – bzw. Chemieindustrie völlig egal sind, ebenso der Politik und Justiz:
Es geht ausschließlich ums Geld. ( Undercover – Film-Aufnahmen von einer PETA -Mitarbeiterin , in dem Zeitraum 2004 bis 2005, beweisen diese Tatsache ebenfalls.
Unter folgendem Link:

– können Sie sich persönlich davon überzeugen, was den Tieren an Grausamkeiten angetan wird. Nun mögen Sie für sich entscheiden, ob Sie diese Perversion weiterhin mittragen und mitverantworten können bzw. wollen. So wie im oben gezeigten Film ergeht es nämlich allen sog. "Versuchs"-Tieren in den Hochschulen, Universitäten und Versuchslaboren – weltweit!

Anhand dieser Fakten bin ich fassungslos und schockiert darüber, dass die Führung der Firma Covance Münster sogar so weit gegangen ist, in einem ihrer internen Broschüren zu behaupten, sie wäre mit ihren Methoden und Versuchen in der Lage gewesen, die "Contergan-Katastrophe" zu verhindern und auf diese Weise noch massiv Werbung für Tierversuche betreibt. Herr Dr. Vogel/ Geschäftsführer sowie Herr Dr. Müller, stellvertretender Geschäftsführer und Biologe in der toxikologischen Abteilung von Covance Münster, teilten mir im Jahre 2003 telefonisch mit, dass man erneut einen Tierversuch mit dem Zellteilungsgift des Thalidomids (an einer trächtigen Äffin) durchgeführt habe, mit dem Ergebnis, dass diese ein missgebildetes Junges zur Welt gebracht hat.

Doch bereits vor dem 46. Verhandlungstag des Conterganprozesses am 24.09.1969 hat ein von der Verteidigung der Firma Grünenthal beauftragter Gutachter bestritten, dass Thalidomid zu Missbildungen führen kann, weil man vom Affen nicht auf den Menschen schließen könne. Dass ein Ehepaar aus Frankfurt im gleichen Jahr sich für einen "Selbstversuch mit Thalidomid" der Chemie Grünenthal zur Verfügung stellen wollte, ist der Gipfel in dieser absoluten Schmierenkomödie!

Zum besseren Verständnis und zur erweiterten Information:
 
Am 55. Verhandlungstag des Conterganprozesses am 22.10.1969 berichtet der amerikanische Professor James G. Wilson von seinen Tierversuchen:
 
Bis zum 23. Tag der Schwangerschaft sei die Entwicklung von Affen und Menschen gleich.
Am 25. Tag (!) entwickeln sich beim Affen, ab dem 26. (!) Tag beim Menschen die Extremitäten.
Die Beine am 26. (!) Tag beim Affen und am 28. oder 29. (!) Tag beim Menschen.

Einer Äffin gab der Professor an den sensitiven Tagen, dem 24., 25 und 26. Tag der Schwangerschaft, jeweils eine kleine Dosis Thalidomid Das erste Affenbaby, das geboren wurde, war missgebildet. Es zeigte das "Thalidomid – Syndrom". (Quelle: "Der dreifache Skandal/ 30 Jahre nach Contergan"). Eine Dokumentation von Gero Gemballa).

-Pers. Anmerkung von Heike-Ingeborg: „Hätte sich die Firma Covance Münster über diesen Versuch und dessen Ergebnis fundiert informiert, hätte er bei Covance gar nicht mehr erneut durchgeführt werden müssen/ dürfen und zwei völlig unschuldigen Lebewesen hätte viel Leid erspart werden können!

Ich fühle mich als Contergan-Opfer von der Firma Covance missbraucht und noch einmal vorgeführt. Firmen dieser Art ist nichts heilig! Herr Dr. Vogel stützte sich im Prozess vor dem OLG Hamm am 21.072004 (verhandelt wurde die einstweilige Verfügung gegen die Sendung von Film- und Fotomaterial aus dem Hause Covance Münster, welches von dem Journalisten Markus gedreht worden war) wieder einmal auf das Beispiel von Versuchen an trächtigen Affen mit Medikamenten, aus denen Missbildungen (Contergan) hervorgehen. Ich war während der Verhandlung vor Ort und stellte Herrn Dr. Vogel zur Rede – seine Unsicherheit, die durch meine Anwesenheit als Contergan-Geschädigte hervorgerufen wurde, blieb wohl niemandem im Gerichtssaal verborgen.

Covance schlägt mit seiner Argumentation und Agitation, Tierversuche mit allen Mitteln zu begründen, Contergan- Opfern mitten ins Gesicht! Wie weit will man seitens der Politik, Pharma- und Chemieindustrie hinsichtlich teilweise perverser Tierversuche denn noch gehen?!
 
Covance z. B. verfügt nicht einmal über einen "Intensiv-Pflegebereich" für die Tiere, die nach ihren Torturen unter schwersten Vergiftungen oder Verletzungen leiden und einfach wieder in ihre ca. 80cm x 60cm x 60cm kleinen Gitterkäfige geworfen werden – ohne jede Art von medizinischer Betreuung! Zudem ist das Personal bei Covance mehr als nur unzureichend ausgebildet (über 80% der Angestellten sind "Angelernte Kräfte", die durch "Learning by Doing" in den so genannten "Alltag in einem Tierversuchslabor" eingeführt werden).
 
Die Grenzen sind längst überschritten, zumal es sehr sinnvolle und hervorragende tierversuchsfreie Test- Methoden gibt, die viel günstiger sind (vor allem für den Steuerzahler !) und zudem bei weitem genauere Ergebnisse erzielen (aber vielleicht sind der Industrie ja manche Ergebnisse zu genau!!!).

Nähere Informationen erhalten Sie unter www.satis-tierrechte.de oder von der internationalen studentischen Organisation InterNICHE.
(Seit 1986 (!) existiert eine Datenbank mit Ergebnissen von einer großen Anzahl an Tierversuchen => diese Versuche müssen und dürfen auf gar keinen Fall wiederholt werden!) Auch REACH ist eine ungeheuerliche wissenschaftliche sowie politische "Mogelpackung!" – denn auch durch REACH verlieren, ab dem Jahre 2006, 25 – 45 Millionen Tiere (!) völlig unnötig und qualvoll ihr Leben, denn Tierversuche wurden bis zum heutigen Tag nicht validiert – wie denn auch!

Diese Tatsache ist unglaublich skandalös und schlichtweg lebensverachtend! Denn es gibt keine einzige Chemikalie, die noch nie getestet wurde oder gar durch den unsäglichen Tierversuch lief! Was die EU sich jetzt "erlaubt", ist m. E. eine einzige Alibi-Funktion, da sie wohl ganz offensichtlich geschlampt hat und bisher nicht in der Lage gewesen ist, eben diese wichtigen Daten – welche dazu beitragen müssen, das Leben von Millionen Tiere zu retten, zu schützen und zu bewahren – human und ethisch anzulegen. Es ist ein absoluter Hohn, dass der Gesetzgeber, einschließlich der EU Tierversuche vorschreibt und sogar mit unseren Steuergeldern(!) subventioniert, wobei doch hier wohl der deutlichste Tatbestand vorliegt, dass Tierversuche völlig unsinnig und vor allem gefährlich für Mensch und die Tier sind. Ich bezeichne Tierversuche als Mord, da ohne Sinn und Verstand unschuldiges Leben ganz bewusst, mutwillig zerstört wird. Denn das LEBEN an sich ist kostbar und wertvoll und gilt unbedingt geschützt sowie bewahrt zu werden – ohne Ausnahme!

Die "Gesundheitsreform" steuert ihr Übriges immens dazu auch noch bei, um die Verantwortung für die Wirkung – oder sollte ich besser sagen Auswirkung – von gefährlichen Medikamenten, die eigentlich unter kontrollierte Abgabe gestellt werden müssten, jedoch mittlerweile sehr häufig frei verkauft werden, ganz in die Hände des Patienten zu legen (ich denke hier an Schlafmedikamente wie z. B. Hoggan N, mit dem schon sehr viele Selbstmordversuche begangen worden sind) Sollte, und ich bin mir ziemlich sicher, dass es wieder geschehen wird, noch einmal zu einer derartigen Katastrophe wie im Contergan-Fall kommen, werden sich – nach dem heutigen Stand der Dinge – Pharma – und Chemieindustrie, Justiz und Politik genauso aus der Verantwortung ziehen, wie es damals im Contergan – Prozess (-Rechtsbeugung!) der Fall war. Tierversuche dürfen auf gar keinen Fall durch den Staat (Steuergelder !) subventioniert werden! Zumal an die Subventionen für Tierversuche keinerlei Bedingungen geknüpft wurden und werden!

Es ist ein absoluter Skandal, dass Tierversuche immer und immer wieder auf„s Neue wiederholt werden, "nur", weil die Industrie und Universitäten ihre Ergebnisse nicht untereinander offen legen müssen. Für mich ist es absolut nicht nachzuvollziehen, dass der Staat und die EU sich bisher vermeintlich außer Stande sahen und sehen, eine staatliche Datenbank einzuführen, unter der Prämisse: Subventionen erhalten ausschließlich die Firmen, die sich ganz entschieden für tierversuchsfreie Methoden einsetzen und vor allem die sich verbindlich dazu bereit erklären Ihre Ergebnisse der staatlichen Datenbank zur Verfügung zu stellen, damit diese dort gesammelt und für alle anderen Labors und Universitäten zugänglich sind. Auf diese Weise ist es durchaus möglich unzählige, wiederholte Versuche kategorisch zu verhindern.
Die Firmen, die sich nicht dazu bereit erklären ihre Ergebnisse offen zu legen, dürfen absolut keine staatlichen Subventionen erhalten!
Ich bezeichne es als nahezu verbrecherisch, dass es beispielsweise die positiven Risiko-Nutzen-Analysen, die angeblich für jede Impfung gemacht werden, überhaupt nicht gibt. Es gibt lediglich Risiko-Kosten-Analysen, die aber der Geheimhaltung (!) der Impfstoffhersteller unterliegen. Auch diese Tatsache ist als absolut fatal bzw. kriminell zu bezeichnen und muss unverzüglich juristisch und politisch korrigiert werden!
Dafür tragen insbesondere alle kontrollierenden Mitarbeiter der zuständigen Behörden/ Gremien, Ministerien, die OECD Kommissionen, Bundestag, Bundesrat und die EU etc. vollumfänglich Verantwortung und Verpflichtung.
Herzlichst und mit großem Dank für Ihr/Euer geschätztes Interesse verbleibe ich bis in vierzehn Tagen mit Teil 4: Meine persönlichen Erfahrungen als Contergan-Opfer und menschliches „Versuchstier

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