Futtertiere – es gibt keine Ausreden mehr!

Seit längerer Zeit versuchen wir das Schicksal der so genannten Futtertiere – Heuschrecken, Grillen, Mehlwürmer usw. – zu verbessern und ein tieferes Verständnis für diese Problematik zu schaffen; obwohl die Thematik auf den ersten Blick vielleicht nicht so brisant erscheint, ist sie dennoch sehr präsent – und bei genauerem Hinsehen eine ganz gewaltige, betrifft sie doch eine enorme Anzahl von Lebewesen! Vielleicht erinnern Sie sich noch, die wahrscheinlich größte Zoo- und Heimtierbedarfs-Kette Europas versprach uns über eine Lösung in diesem Bereich nachzudenken; die firmeneigene Tierärztin hat die ethische Komponente erkannt bemüht sich mittlerweile um Möglichkeiten, welche die Geschäftsziele unterstützen und dennoch die Lebensqualität der betroffenen Tiere deutlich erhöhen; wir warten gespannt auf die Ansätze!
werden Bilder wie diese bald der Vergangenheit angehören? Lassen Sie uns an diesem Ziel arbeiten!


Doch mittlerweile ist ein kleines Unternehmen aus Tirol an uns herangetreten und hat uns von dortigen Erfahrungen erzählt. Für ‚Ozzies‚, so heißt das Geschäft, sind jene Haltungsbedingungen wie wir sie für die ‚Futtertiere‘ wünschen, inzwischen längst Realität. Still und leise wagt sich jene Tierhandlung im schönen Zillertal im Alleingang auf neues Terrain und hat all den Großen damit vieles voraus – vor allem Menschlichkeit! Während andere noch dahinsinieren – während Millionen Tiere weiter leiden – hat man dort schon völlig andere Wege beschritten und der eingeschlagene Pfand ist nicht nur für die betroffenen Tiere selbst eine wesentliche Verbesserung ihrer sonst so aussichtslos erscheinenden Lage, sondern birgt auch für die menschliche Seele Labsal…
Aber bitte lesen Sie selbst darüber wie diese Welt mit Willen und Überzeugung zu einem wärmeren Platz gestaltet werden kann; folgende Zeilen stammen von Frau Marion Berft, Besitzerin der Tierhandlung, an RespekTiere gerichtet:

‚Wenn ich Heuschrecken beim Grosshändler bestelle, erhalte ich wie alle anderen Händler, Tiere in Kunststoff-Schachteln zu (z.b. bei adulten Heuschrecken) 9-10 Stk. Meist sind davon 1-2
Tiere bereits verendet. Der Inhalt der Schachtel "stinkt". Ebenso kann ich aber auch 100 Tiere im Karton bestellen, unsere Erfahrungen sind aber, dass bis zu 50% der Tiere bereits tot ankommen. Sobald die Lieferung bei uns eintrifft, werden die Tiere umgehend aus den Schachteln befreit und in ein Terrarium mit Sandboden, Wärmelampe und selbst gezogenem Weizen gesetzt. Ungefähr 2-3 Tage fressen die ausgehungerten Tiere Mengen an Weizen und frischem Gras – dann läßt der "Heißhunger" nach und die Tiere sind angefüttert.
Selbstverständlich sterben auch unter günstigen Bedingungen bei uns weiterhin Tiere, jedoch sind das in der Regel noch die Folgen des Tranports. Erst beim direkten Verkauf an den Kunden werden die Heuschrecken herausgefangen und wieder in die Schachteln zurückgesetzt. Unsere Kunden kommen häufig mit eigenen Faunaboxen zu Einkauf. Dann geben wir frische Einstreu, Eierkartonstücke und zumindest ein Stück Karotte mit auf den Weg. Auch bieten wir zum Beispiel Mini-Terrarien bestückt mit Einstreu, Eierkartons und einem Becher von unserer Weizensaat zusammen mit 10 Heu-schrecken an. Wir empfehlen dann, das kleine Terrarium zuhause auf dem großen Terrarium zu deponieren, da dann die Heuschrecken noch etwa Wärme abbekommen. Außerdem sieht es optisch netter aus, als eine "stinkende Plastikschachtel" im Wohnzimmer. Diese Möglichkeit bieten wir (Terrarium eingerichtet incl. 10 Heuschrecken) für 19,90 Euro an. Dabei haben wir nicht wirklich etwas verdient, aber die Tiere überleben länger. Das freut auch den Kunden – nicht nur die Heuschrecken.
Die Haltung der Tiere im Laden wird von unseren Kunden mit Freude zur Kenntins genommen und verschafft uns auch viele Vorteile gegenüber anderen Läden. Wir züchten auch selbst Heuschrecken bei uns vor Ort, jedoch können wir dadurch alleine den Bedarf noch nicht decken. Die "Zuchttiere" werden unter optimalen Bedingungen gehalten und danken uns das mit viel Eiablage. Aber auch andere Futtertiere wie z.B. Heimchen und Grillen werden nach den Möglichkeiten gut versorgt. Allerdings können wir die Heimchen nicht freilassen, denn die bekommen wir nicht wieder eingefangen. :o) Jedoch werden sie regelmäßig gefüttert und bei Bedarf die Eierkartons und Schachteln durch frische ersetzt. Mehlwürmer und Zophobas werden ebenso sofort aus den Schachteln genommen und in großen Aufbewahrungs- behältern gehalten. Auch werden diese regelmäßig gefüttert. Argentinische Schaben werden in ein Terrarium mit Bodengrund zum "Einwühlen", mit Eierkartons und kleinen Ästen, Rinde u.s.w. gesetzt. Fütterung ebenso selbstverständlich. Futtermäuse halten wir in Terrarien, welche nach "Gruppen" sortiert sind. Wir haben: "Mutter-Kind-Stationen" – für trächtige Weibchen und stillende Mütter. Diese erhalten auch Extrarationen an Futter, Joghurt, Obst, Gemüse und Mehlwürmern. "Mäusekindergärten" – für alle von der Mutter entwöhnten mittelgroßen Mäuse, diese erhalten in den Terrarien besonders viele Kletter- und Spielmöglichkeiten. "Hotels-zur-roten-Laterne" – Dort werden 1 Männchen mit 5 Weibchen gehalten für die Nachzucht. dann noch "Gemischte WG´s" – "Männerwohnheime" – "Frauenhäuser" Die Schilder dazu sind nett gestaltet und erfreuen die Kunden immer wieder. Für uns ist es hilfreich, dass wir nicht z.B. eine trächtige Mäusefrau verkaufen.
Übrigens: Die Mäuse werden in der großen Gruppe (20-30 Tiere) in einem Aquarium von 150cm x 60cm gehalten. Die Minigruppen z.B. 2-3 trächtige Weibchen in 60cm AquarienTerrarien einquartiert.
Das Säubern von Fress- und Trinknäpfen sowie das Sauberhalten von Holzhäuschen und Einrichtung ist schon mit Aufwand verbunden. Jedoch macht es auch Freude die Entwicklung gesunder Tiere zu beobachten. Dann stellt noch das gesunde und gut ernährte Futtertier (ob Maus, Ratte oder Insekt) eine bessere Nahrungsquelle als ein ausgehungertes halbtotes Tier dar.
Ich verdiene mein Geld mit Tieren, also habe ich diesen Lebewesen Respekt entgegen zu bringen. Tiere – egal ob zuhause oder im Laden – sind von uns abhängig und deren Haltung muß ich mit meinem Gewissen vereinbaren können. Ich könnte es nicht anders!‘

Bitte überzeugen Sie sich selbst auf der Homepage des Geschäftes www.ozzies.at


Sie können Frau Berft und ihr Team idell unterstützen, indem sie Sie ihr ein paar nette Zeilen schreiben, das wäre schön! Frau Berft wird sich sehr darüber freuen zu lesen, dass ihren Mühen die verdiente Anerkennung gewiss ist!!! berft@ozzies.at

Es bleibt die Frage: warum kann das bei Ozzies funktionieren, die Großhändler und Baumärkte sagen uns andererseits aber ständig, dass eine andere Art des Verkaufes wegen technischer und finanzieller Aspekten nicht möglich ist? Natürlich, auch die EndabnehmerInnen tragen ihre Mitschuld am Dilemma; so erzählte uns ein Verkäufer aus einem Hornbach-Markt in Niederösterreich – diese Filiale hatte nach den Anzeigen wegen Tierquälerei zumindest bei den großen Heuschrecken von den so grausamen, winzigen PVC-Boxen auf Glasterrarien umgestellt, herzlichsten Dank dafür nochmals!!! – dass die KundInnen gar nicht begeistert wären, weil durch den Mehraufwand an Arbeit – man muss die Tiere nun einzeln fangen – der Verkaufspreis für diese gestiegen sei…
Die Antwort auf eingangs erwähnte Frage ist eine fürchterlich traurige, aber dennoch einfache: weil Geld der treibende Faktor unserer Intentionen ist; weil wir uns verkauft haben an Papierscheine, diesen mehr Respekt und ‚Fürsorge‘ entgegenbringen als fühlenden und leidenden Wesen!
Lassen Sie uns umdenken, und genau heute ist ein guter Tag hierfür!!!!

lebendig begraben…


Wir werden Frau Berft’s Bericht an alle Züchter, Großhändler, Tierhandlungen, Baumärkte und Stellen, welche in den Verkauf von ‚Futtertieren‘ involviert sind, weiter leiten und hoffen, dass das so zukunftsversprechende Zillertaler Beispiel Schule macht! Sie werden sehen – in einem Jahrzehnt wird sich niemand mehr heutige ‚Standarads‘ in der ‚Futtertier‘-Haltung vorstellen können, diese als grausam und rückständig abtun; dass dem so ist, dafür müssen wir alle Kraft aufwenden und nicht aufhören zu Träumen; denn wie sagte einst Che Guevara so richtig? ‚Wer keinen Mut zum Träumen hat, der hat auch keine Kraft zum Kämpfen!‘ Neue Ideologien sind wie die Schneeflocke, die unschuldig vom Himmel tanzt, sich schließlich an steilen Hängen festzuhalten versucht – hunderte davon schmelzen noch bevor sie je Halt gefunden haben – mehr und mehr gelingt es schließlich auch, aber nur für kurze Zeit; dann vereinen sie sich mit tausenden der ihren, formen sich zu einem Ball, rollen den Abhang hinunter, reißen tausende, abertausende, der ihren mit sich fort und donnern schließlich als Lawine ins Tal, die alles Alte unter sich begräbt. Zu einer solchen Lawine müssen die Tierrechte werden, sich unaufhaltsam ihren Weg bahnend in die Köpfe der Menschheit, aufwühlend, schmerzend, und sich schließlich fest setzend als unabdingbare Wahrheit, gemeißelt in Stein wie einst die 10 Gebote – wir können dieses Ziel schaffen, aber nur gemeinsam!

Sie können Entscheidendes bewirken: wann immer Sie so geannnte ‚Futtertiere‘ in derartigen PVC-Boxen sehen, bitte sprechen Sie die VerkäuferInnen auf diese Untat an! Steter Tropfen höhlt den Stein!


Frau Berft gibt sich mit dem Status eine der tierschutz-fortschrittlichsten Zoohandlungen – vielleicht die fortschrittlichste weit über die Landesgrenzen hinaus überhaupt – zu sein aber noch lange nicht zufrieden; sie arbeitet ständig an neuen Möglichkeiten um in Zukunft noch mehr Tierschutz in ihre Arbeit einfließen zu lassen. Mit großer Hoffnung und Vorfreude erwarten wir ihre neuen Pläne und werden Sie selbstverständlich am Laufenden halten!

 

 

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