Ein Skandal jagt den anderen…

Während Vater Staat und seine Vasallen weiterhin einen Feldzug gegen TierschützerInnen führen, passieren unter dem Schutz der Gesetzgebung unglaublich schreckliche Dinge die kaum geahndet und von Behördenseite geleugnet, verschwiegen oder einfach übergangen werden… Erinnern Sie sich? Vor noch gar nicht langer Zeit deckten wir einen der größten Skandale seit Gedenken in der landwirtschaftlichen ‚Nutztier’haltung auf; ein angesehener Tierarzt, welcher sogar Vorträge über ‚richtige‘ Schweinehaltung führt und sich dabei als Pionier auf seinem Gebiet feiern lässt, bemerkt scheinbar nicht, dass in seinen Konzentrationslagern tausende Schweine unter katastrophalen Bedingungen vegetieren, schwerst verletzt von ihren ArtgenossInnen angeknabbert werden. Die furchtbaren Bilder aus den Stallungen gingen damals durch die Presse, wir besetzten schließlich das Anwesen und forderten endlich Konsequenzen vom Gesetzgeber. Allein die Mühlen des Gesetzes mahlten langsam… Während die einen Behördenvertreter ihre Hände in Unschuld wuschen, reagierten die anderen behäbig und vorsichtig – vielleicht um einen der Ihren in der Tierärztekammer zu schützen? Es gab jedoch eine ganz sicher wesentlich wirkungsvollere Möglichkeit den Tieren, zumindest künftigen Generationen, zu helfen; wenn schon außer Reichweite vom Arm des Gesetzes, der fast ein protektives Dach über den ‚Landwirten‘ errichtete‚ so würden wirtschaftliche Einbussen wohl eine wesentlich treffendere Handhabe gegen ihn sein – der größte Abnehmer des Qualproduktes Entenfellner-Schweinefleisch sollte nämlich der Rewe-Konzern, dem Billa, Penny und Merkur gehören, sein. Der Irrsinn: Billa, neben Spar die größte Lebensmittel-Handelskette in der Alpenrepublik, pries davor ‚Entenfellner-Fleisch‘ unter dem Gütesiegel ‚Bauernhof-Garantie‘ an… Sofort starteten wir mit Kundgebungen vor den Läden, für das kommende Wochenende kündigten wir sogar einen Aktionstag gegen Billa an – und der Konzern reagierte! Er entließ Entenfellner aus dem Vertrag, versprach künftig kein Fleisch mehr aus dessen Hof zu verkaufen!!! Die Hoffnung war nun eine große, nun, da die Zustände vor Ort bekannt waren, würden die Behörden in Zukunft öfters vorbei schauen und der Bestand würde wohl ohne Geschäftspartner Rewe reduziert werden…

Nun tauchten plötzlich brandaktuelle neue Bilder aus den Stallungen des Tierarztes auf; und wieder, die Aufnahmen wurden RespekTiere und dem Verein gegen Tierfabriken zugespielt, sieht man jene furchtbaren Fotos – ein Deja Vu vergangener Ereignisse – von Schweinen auf Spaltenböden in den eigenen Fäkalien, eine grausame Überbelegung der Buchten (ein Tatbestand der schon beim letzten Mal ein gravierender war, hunderte Schweine waren damals zu viel in den Ställen gewesen…), welche über kaum Licht verfügen (vier kleine Neonröhren für eine Raum mit mehr als 1000 Tieren…), sowie schweren Kannibalismus. Schweine mit blutenden Wunden, abgekauten Schwänzen und Ohren, Geschwüren; Kadavertonnen bis zum Rand gefüllt mit toten Tieren, die aus dem Leben geschieden sind genau wie sie gelebt hatten – still und unsichtbar, ohne Gefühlsregung entsorgt wie Straßenmüll…

Die Buchten selbst befinden sich wie bereits erwähnt unter denkbar schlechten Lichtverhältnissen, die Wasserversorgung ist für so viele Tiere unzureichend. Es wurde Beschäftigungsmaterial montiert, aber nur jeweils ein Stück pro Box, wo dann nach einer Schätzung bis zu 50 Schweine eingepfercht sind. Die Tiere haben kaum Platz zum Hinlegen, die hygienischen Zustände sind eine Katastrophe, kein Einstreu, Spaltenboden; die Eingesperrten leben in den eigenen Exkrementen.

Wir haben Anzeige erstattet und hoffen auf mediale Verbreitung, weil dadurch der Druck auf die Behörden – welchen wir einmal mehr vorwerfen 1. nicht ausreichend eingegriffen zu haben und 2. obwohl amtsbekannt keine ständigen Kontrollen durchgeführt haben – und den Herrn Entenfellner wesentlich erhöht werden würde. Nur durch Druck wird es aber wohl möglich sein, die Zustände vor Ort zu verbessern und den Tieren ein artgerechteres Leben zu ermöglichen!

Wo bleiben die Ämter? Wie kann so etwas passieren, ein Wiederholungstäter, ein amtsbekannter, warum wurde dort nicht ständig kontrolliert? Ein völliges Versagen der Kontrollorgane, und es stellt sich die Frage, ob diese überhaupt je ihrer Aufgabe nachgekommen sind?!
Nun, im erneuten Schein der Öffentlichkeit, erwarten wir uns dieses Mal aber auch eine Stellungnahme der Schwester, der Krone-Tierschützerin der Nation; wir erwarten nicht, dass sie den Bruder angreift oder dessen Taten bewertet, aber wir erhoffen sehr wohl eine Thematisierung der vielleicht am schlechtesten behandelten ‚Nutz’tiere in unseren Ställen.
Bitte, Frau Entenfellner, helfen Sie uns der Öffentlichkeit zu zeigen, was sich da wirklich hinter geschlossenen Stalltüren abspielt; entlarven Sie gemeinsam mit uns das Märchen von glücklichen Bauernhoftieren, denn die Realität wird uns einmal mehr beim Betrachten der Aufnahmen aus dem Stall des eigenen Bruders nur zu bewusst!

Und es gibt noch einen weiteren beinahe unfassbaren Fall: wieder ist davon ein Bauer betroffen, der sein Fleisch bei Billa unter dem Pseudo-Gütesiegel ‚Bauernhofgarantie‘ verkauft. Auch der Betrieb befindet sich in der St. Pöltener Umgebung und die Aufnahmen zeigen ein totes Schwein in der Bucht, seine ArtgenossInnen begutachten den Kadaver immer wieder, verbeißen sich im verwesenden Fleisch. Es gibt eine Unzahl von verletzten Schweinen, abgebissene Schwänze, Ohren, blutige Wunden an den Flanken – allesamt Auswüchse einer tödlichen Langeweile, eines gebrochenen Schweinegeistes… Wie zum Hohn gibt es in jeder Box wie bei Entenfellner lediglich ein ‚Spielzeug‘, einen an einem kurzen Strick festgebundenen Stern – für Dutzende Schweine!
Der Leichnam muss dort schon lange gelegen haben, jedenfalls befand er sich in einem Zustand der fortgeschrittenen Fäulnis.



Dass Fleisch aus solchen Haltungen den Menschen verkauft wird, ist ein Skandal in sich; wenn dann allerdings den KundInnen auch noch ein Gütesiegel wie ‚Bauernhofgarantie‘ vorgesetzt wird, welches sie in gutem Glauben gesunde Produkte zu kaufen von artgerechter Haltung überzeugen soll, ist nahezu unvorstellbar, ein schwerer gewerbsmässiger Betrug in sich.

Die Bauernhof-Garantie – erneut der absoluten Aussagelosigkeit überführt! Nun ist Rewe gefordert zu reagieren, will der Konzern nicht sein diesbezügliches Programm endgültig der Lächerlichkeit preisgeben!
Möchten Sie Ihre Meinung kundtun? Bitte wenden sie sich an
office@rewe-group.at

Wir wollen heute gar nicht so viele Worte wie üblich verlieren, viel mehr möchten wir Sie bitten die Bilder eingehend zu betrachten und sich dann die Frage stellen: was läuft schief in diesem unseren System? Wann haben wir endlich genug von all den Skandalen um Gammelfleisch, BSE, Tierqual? Wann endlich hören wir auf uns von listigen AusbeuterInnen, gefühlskalten Agrar-Ingenieuren, auf der Nase herum tanzen zu lassen, die sich in der Werbung als rührige, warmherzige ‚Bei meiner Ehre-Bauern‘ deklarieren?
Wann hören wir auf für den kurzen Gaumenkitzel eines Mittagsessens anderen Geschöpfen so etwas zuzumuten, sie derart im Stich lassen, ihnen jegliche Rechte absprechen, ihnen minimalsten Schutz verweigern?

Es wäre wenigstens einigermaßen tröstend würde es sich bei genannten Betrieben um Einzelfälle handeln; wir alle aber wissen, selbst wenn wir das gerne bestreiten, dass diese Anklagen nicht die vielbemühte Ausnahme sondern vielmehr die brutale Regel sind; wo ‚Mensch‘ Kapital erhofft, wird jedes Leben zum Nullfaktor degradiert, Gewissen unterdrückt und das Herz ausgeschaltet, Ausgaben minimiert – immer auf Kosten jener, die keine Stimme haben. Nun sind wir gefragt – leihen wir diesen
Ausgelieferten unsre Stimme, lassen wir den Wahnsinn nicht länger System sein, kämpfen wir für diese schattenlosen Wesen, unbeweinten Seelen. Um jeden Preis, den sie haben nur uns. Um jeden Preis, selbst dann, wenn uns brutale Geschäftemacher und Staatsbürokraten hierfür in die Illegalität drängen, uns Mitgliedschaften in kriminellen Vereinigungen unterstellen, uns Radikalität vorwerfen – völlig gegenstandslos. Die einzigen kriminellen Verbindungen in diesem Zusammenhang bilden die Ankläger selbst, und mit ihnen als treue Speichellecker die ausführenden Amtsorgane und jene, die an unserem Ausscheiden aus diesen Prozessen profitieren – die TierausbeuterInnen!!!! Ist es ‚radikal‘ Tieren in Bedrängnis zu helfen, Bilder von deren Martyrium zu veröffentlichen, hin und wieder hierfür einen Eintritt in unverschlossene Konzentrationslagern zu riskieren? Und was wäre dann das richtige Wort für die Handlungsweise jener, die diese Tiere sprichwörtlich bis aufs Blut ausbeuten, sie quälen, treten, zusammenpferchen, auf engstem Raum einsperren, anketten und ohne mit der Wimper zu zucken der Hölle des Tiertransportes und des Schlachthauses ausliefern?
Dieses Problem ist, so viel möchten hier noch festhalten, ganz sicher kein Österreichisches. Bitte, liebe TierfreundInnen aus dem Ausland, denken Sie jetzt nicht ‚Schon wieder Österreich…‘, denn in unserer Republik gibt es auch wirkliche Vorbild-Betriebe, soweit dies in der Intensiv-Tierhaltung überhaupt möglich ist (wie die aktuellen Beispiele aber zeigen, ist eine artgerechte Haltung von Tieren in der Massentierhaltung nicht zu bewerkstelligen; für Menschen, die sich nicht mehr an diesem System beteiligen möchten, zur Mittäterschaft gezwungen werden, gibt es daher nur eine einzige wirkliche Alternative: den Vegetarismus oder, als letzte Konsequenz noch viel besser, den Veganismus…) Dass bei uns so viele derartige Verbrechen an Tieren aufgedeckt werden, liegt einzig und allein an der unaufhörlichen und kompromisslosen Tierschutzarbeit, ohne nachzulassen.
 
Ist es eigentlich nicht auch äußerst ‚radikal‘, wenn man dazu bestimmt ist auf Gesetzeseinhaltung zu schauen und dafür vom Volk bezahlt wird, aber anstelle seine Arbeit zu tun Augen und Ohren verschließt und statt dessen jene, die unbezahlt diese Aufgabe übernehmen, Gesundheit und womöglich ihre Freiheit riskieren, dann auch noch kriminalisiert? Wir leben in einer verkehrten Welt…

Bitte sagen Sie den Behörden Ihre Meinung, ohne Polemik oder im Gebrauch wütender Worte – wenn wir bestimmt auftreten, auf unsere Anliegen beharrend, auf Missstände hinweisend, dann ist das der richtige Weg – bitte helfen Sie mit, den Tieren beizustehen; sie haben nur uns und jede Meinungsbekundung kann dazu führen, dass endlich auch der Gesetzgeber und dessen Kontroll-Organe künftig einen neuen Weg in der Betrachtung unserer Mitgeschöpfe einschlagen!!!!!
BH St Pölten, Bezirkshauptmann Mag. Kronister: post.bhpl@noel.gv.at
Magistrat St. Pölten, Bürgerservice: buergerservice@st-poelten.gv.at

Verein RespekTiere
Gitzenweg 3
A-5101 Bergheim

www.respektiereat
info@respektiere.at
 

 

 

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