Kundgebungszug gegen die Pelzindustrie in Salzburg

Heute abend fand in der Salzburger Innenstadt ein vorweihnachtlicher Umzug gegen die Pelzindustrie statt.

Dies war leider wieder einmal höchst an der Zeit, denn in den letzten Jahren hat die Zahl pelz(und pelzbesatz-)führender Geschäfte wieder stark zugenommen. Welche Grausamkeit hinter den Machenschaften dieses so blutigen ‚Mode’zweiges, hinter dem Handwerk der PelztierzüchterInnen und KürschnerInnen, steckt, braucht wohl nicht mehr extra erwähnt werden – fast alle von uns kennen jene todtraurigen Bilder von halbgehäuteten Tieren, welche sich im Todeskampf noch einmal aufzubäumen versuchen. Pelz als Kleidungsstück, egal in welcher Form, ist IMMER ein reinstes Qualprodukt – die Mär von ‚artgerechter Pelztierhaltung‘ löst heute selbst beim naivsten Fashionopfer nur mehr pure Verlegenheitsargumentationshilfe aus. Die PelztierzüchterInnen versuchen nun mit teils wirren Methoden aus der sich langsam abzeichnenden Sackgasse rauszufinden, was zu fast selbstzerstörerischen Auswüchsen führt – so zum Beispiel wurde von der ‚European Fur Breeder’s Association‘ ein als Werbefilm geplanter Streifen über die ‚modernen‘ Pelzfarmen vorgestellt, der aber bei genauerer Betrachtung dem Himmel sei Dank zu nichts anderem als einem Desastar für die gesamte Branche geraten ist – beurteilen Sie bitte selbst: wenn die im Film gezeigten Zustände – wo ja selbstredend eine so genannte ‚Vorzeigefarm‘ ausgewählt worden war – als ‚Top‘ bewertet werden, können Sie sich vorstellen, wie es dann auf den abertausenden weniger ‚fortschrittlichen‘ Tierqual-Einrichtungen aussieht???? Oder selbst auf dieser Farm, wenn kein Kamerateam seit Wochen angekündigt ist?
Die peinlichen 3:43 Minuten sind im engeren Sinne eigentlich eine definitive Anklage, ein Tierrechtsfilm, denn er entlarvt die grässliche Fratze der Pelzindustrie ohne wenn und aber… Um den Irrsinn dann auch noch abzurunden, gibt es auf der Homepage der Pelztierzüchter auch noch eine eigene Petition, wo die Tierquäler SOS rufen und um Unterstützung für 6 000 Farmer und 120 000 Arbeitsplätze bitten…
Man kann gar nicht so viel Essen wie man Kotzen möchte….
<http://www.efba-eu.com/about_us.html>

Transparente mit Aufschriften wie ‚Pelz ist PEINlich‘, ‚Ehrfurcht vor dem Leben ist Abscheu vor dem Töten‘ und ‚Pelz – Massaker für die Eitelkeit‘ wurden durch die gesamte Altstadt geführt. ‚Wir sind hier und wir sind laut, so lange Salzburg Pelz verkauft‘, schallte es durch die weihnachtlich geschmücktenen Festspielstadt-Gassen mit unüberhörbarer Lautstärke. Mehrere AktivistInnen in Todeskostümen trugen Laternen vor sich her, was der Szenerie einen gespenstischen Touch gab.
Die Polizei begleitete den Demozug, agierte dabei im vollsten demokratischen Verständnis – wofür wir uns allerherzlichst bedanken möchten!

10 TierschützerInnen am Protestmarsch durch die Altstadt Salzburgs


Im Zuge der Kundgebung wurden in der berühmten Getreidegasse mehrere pelzverkaufende Geschäfte von den TierschützerInnen angepeilt und mit minutenlangen Ovationen bedacht, genau wie am Alten Markt, in der Juden- und in der Goldgasse. ‚Furs & Fashin‘, Hämmerle, Steindl, Escada, Salzburger Pelzhaus, Max Mara, sie alle wurden durch unsere Anwesenheit beehrt und gleichzeitig auf deren ethisch-innkorrektes Verhalten hingewiesen.
Zu den fast erwarteten Konflikten mit den BetreiberInnen kam es in der Goldgasse vor dem Salzburger Pelzhaus, und auch bei ‚Furs & Fashion‘ und Escada musste die Polizei aufgebrachte VerkäuferInnen beruhigen.

vor Escada…


Den Abschluss des zweistündigen Marsches bildete eine Kundgebung vor dem Geschäft Kleider Bauer. Eine volle halbe Stunde mit impulsiven Sprechchören, wo auch die unwürdige Posse um §278a nicht ausgeklammert wurde, sollte nun die Konzernführung von der Grausamkeit des Pelzhandels überzeugen und gleichzeitig der Frusttherapie der hoch motivierten AktivistInnen dienen:)

Abschluss vor Kleider Bauer…


Es war eine laute und vor allem sehr energetische Versammlung, welche bei den allermeisten PassantInnen tatsächlich vollste Zustimmung und sogar spontanen Beifall auslöste. Natürlich gab es auch wieder einige unschöne Bekundungen, welchen wir hier allerdings keinen Platz der Wiederholung einräumen möchten

Wir wünschen allen Menschen ein gesegnetes Weihnachtsfest und dass sie nie vergessen mögen, dass wir nicht zu Tyrannen auf diesem Planeten geboren sind, sondern bestenfalls als Gleiche unter Gleichen. Bitte hören Sie die Stimme der Tiere, lassen Sie Tierquälerei nie wieder unbeachtet.
Sie wissen ja – das blosse Schweigen allein zu einer Untat ist wahrscheinlich die allgemeinste Art der Mitschuld!

Bitte denken Sie nur ganz kurz darüber nach – in tierleidfreies Weihnachtsfest, wie wunderschön könnte das sein – und jede/r Einzelne kann dazu beitragen, diese Untopie zur Wirklichkeit zu machen! Nicht nur für die Tiere, auch für unsere eigenen gestressten, gequälten, verwundeten Seelen…

 

 

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