Lebendhummerverkaufsverbot JETZT!

Wien, Parlament. Der Ort der Weisheit, hier werden Gesetze beschlossen
und neue Vorgaben diskutiert.
Genau der richtige Platz also um für ein landesweites Verkaufsverbot
lebender Hummer einzutreten! Die Gunst der Stunde gilt es zu nützen –
durch unsere immerwährenden Proteste, nun schon seit mehr als einem
halben Jahrzehnt mit Vehemenz forciert, ist die Bevölkerung sensibel auf
die Thematik geworden. Der gläserne Vorhang, welcher sich so lange
schützende über die Tierquälerei hinter der Gourmet-Fassade gelegt
hatte, ist endgültig in einem Scherbenmeer zerbrochen, konnte der
bohrenden Wahrheit dieser Grausamkeit nicht länger trotzen!

Wie, so fragen wir uns, kann es sein, dass in einer aufgeklärten Zeit
wie der unseren Tiere lebend in kochendes Wasser getaucht werden, und
zwar so lange bis ein unbestreitbar langsamer und schmerzvoller Tod
eintritt? Dass dem so ist, ist inzwischen hundertfach bezeugt selbst von
der Wissenschaft: Hummer sind wunderbare Wesen, die Schmerzen fühlen
genau wie Säugetiere (inkl. natürlich uns Menschen), deren
Leidensfähigkeit der der Wirbeltiere in nichts nachsteht.

Und obwohl inzwischen selbst der Unabhängige Verwaltungssenat Wien die
Hälterung der Tiere als ‚tierquälerisch‘ erkannt hat, einfach weil dabei
deren natürliche Verhaltensweisen ignoriert, ihnen die Nahrungsaufnahme
durch das Zusammenbinden der Scheren (ein MUSS in der Hummerhälterung,
weil die Krebse solitär lebend Tiere sind, die sich anderenfallls
gegenseitig angreifen würden) über Monate hinweg unmöglich gemacht wird,
sie in engsten Becken gehalten werden, welche den scheuen und
einzelgängerischen Tieren keinerlei Versteck- oder Ausweichmöglichkeiten
bieten….

Dutzende Anzeigen gegen hummerverkaufende Konzerne wie Metro oder
CCPfeiffer zeigen nun Wirkung (und dass obwohl man dieser Entwicklung
mit einer Kriminalisierung unserer Bemühungen entgegenzuwirken
versuchte, indem man sie als ‚Teil der Kampagnen einer terroristischen
Organisation verungimpflichte…) ; mehr und mehr der unsäglichen
Wasserbecken verschwinden aus den Geschäften, die Firmenbosse beginnen
den Zeichen der Zeit Tribut zu zollen; und sie tun gut daran: die
Öffentlichkeit ist aufgewacht und die Menschen tolerieren dieses
Geschäftsstreben auf Kosten unschuldiger Wesen nicht länger!

Um die Qual aber endgültig zu beenden, hierfür muss der Gesetzgeber
sorgen; der Tierschutzrat in seiner beratenden Funktion dem
Gesundheitsminister gegenüber hat einen diesbezüglichen Antrag
unsererseits inzwischen bearbeitet und mit überwältigender Mehrheit für
eine Gesetzesänderung gestimmt; unsere MitstreiterInnen von For Animals
aus Graz haben über Freunde die Angelegenheit bis in den Nationalrat
getragen.
Unsere Arbeit für die Hummer beginnt Früchte zu tragen!

Heute am späten Vormittag traten RespekTiere-AktivistInnen auf den
Stiegen direkt vor der Palas Athene in Aktion – Ziel sollte sein, die
zuständigen Personen auf die Notwendigkeit des Lebendverkaufsverbotes
hinzuweisen. Ein Tierschützer sollte sich in roter Kunstblutfarbe
getaucht, hautverbrüht, präsentieren, eine Aktivistin im Kochgewand. Die
Beiden entrollten ein großes Transparent wo zu lesen war: ‚Gekocht
werden tut weh! Stopp dem Lebendhummerverkauf!!!‘ Eine mitgebrachte
Fototafel zeigte dem sehr interessierten Publikum alle Stationen des
Hummerelends, von der Fischerei bis hin in die Geschäfte.



Der Protest erregte sehr schnell große Aufmerksamkeit und erntete
bejahende Reaktionen. So schön hätte alles sein können, eine ruhige
Protestkundgebung in den ersten wärmenden Frühjahrsstrahlen der Sonnen,
wenn, ja wenn nicht übereifrige Kripo-Beamte ausgezogen wären um die
positive Energie zu zerstören. Die Aktion wurde durch das Eingreifen der
Zivil-Polizei unterbrochen und ausgesetzt. Denn Beamten genügte hierfür
aber dann auch nicht ein einfacher Platzverweis – obwohl die
TierschützerInnen gegen keinerlei gesetzlicher Vorgaben verstießen,
mussten sie eine Verfrachtung in ein Polizeizimmer über sich ergehen
lassen, wo deren Daten notiert wurden – Anzeige wegen Verstoßes gegen
das Versammlungsgesetz! Das dem nicht so war, beweisen die von einem
zufälligen Passanten zur Verfügung gestellten Fotos – ein
Zusammentreffen gilt erst ab drei beteiligter Personen als Versammlung
im gesetzlichen Sinne, keinerlei Gegenstände wurde am Boden platziert,
niemand behindert, niemand bedrängt; alle Kundgebungsmittel waren mobil.
Es täte den Beamten oftmals besser sich über die gesetzlichen
Vorschriften zu informieren, als selbstherrlich völlig legale
Meinungsäußerungen zu unterbinden, noch dazu so oft in typisch
arrogantem Tonfall – die Polizei, Dein Freund und Helfer? Am heutigen
Tag straften die Beamten diese Losung Lügen!
Wir sehen den neuerlichen Anzeigen sehr gelassen entgegen und werden
unsererseits die geeigneten rechtliche Schritte ergreifen!

Aber zurück zum eigentlichen Thema – noch nie waren wir so nahe dem
Traum einer gesetzlichen Verankerung eines Lebendhummerverkaufsverbotes;
egal welche Steine uns nun auch noch in den Weg gelegt werden, wir
werden nicht aufhören für die Verwirklichung zu kämpfen und bitten Sie
alle um Mithilfe: bitte schreiben Sie den zuständigen Stellen, zeigen
Sie Restaurants und Geschäfte, welche nach wie vor Hummer verkaufen,
wegen Tierquälerei an (oder informieren Sie uns und wir machen gerne die
Anzeige!), informieren Sie Ämter und Behörden. Sie werden sehen,
zusammen schaffen wir das Verkaufsverbot. Einzig und allein, wir dürfen
nicht nachlassen – jetzt erst recht nicht und genau heute ist der
richtige Tag um Partei für die Hummer zu ergreifen!!!!

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