Zirkusdemo Alberti

Am 10.07.2010 fand im bayrischen Freilassing eine erste Kundgebung gegen den Zirkus Alberti statt. Alberti führt eine Reihe von Tieren mit sich,darunter einen Grizzlybären und mehrere Affen hinter Gittern. Es hatte schon ein erstes unschönes Zusammentreffen mit den Zirkusverantwortlichen gegeben, als TierschützerInnen den Käfig des Bären von außerhalb des Geländes begutachten wollten. In solchen Situationen ist von der sonst so gut geminten Gemütlichkeit und Freundlichkeit des fahrenden Volkes plötzlich nichts mehr zu spüren, blitzschnell wandelt sich vorgespielte Lebensfreude oft in ansatzlose Aggressivität.
RespekTiere-AktivistInnen hatten sich am gestrigen Samstag eineinhalb Stunden vor Beginn der Vorstellung eingefunden um die PassantInnen über das Leid der Tiere in der Manage aufzuklären.
Die Polizei hielt sich vorbildlicherweise die ganze Zeit der Kundgebung über nahe des Versammlungsortes auf und die Beamten reagierten sehr verständnisvoll auf unser Anliegen.


Wie selbstverständlich hatte sich Alberti ob unseres Recherchebesuches bei den Uniformierten natürlich schon ausgelassen und mit seinem Anwalt gedroht. TierschützerInnen hätten ihm bereits großen Schaden zugefügt, deshalb wäre er sehr ‚dünnhäutig‘.
Dafür haben wir Verständnis, aber andererseits – wenn man sich schon von anderen ungerecht behandelt fühlt, dann sollte man sein eigenes Handeln
vielleicht umso mehr überdenken – und nicht wehrlose Lebewesen der lebenslangen Tortur des Zirkusbetriebes aussetzen. Denn selbst der naivsten Beobachter aller Zeiten kann wohl nicht ernsthaft behaupten, es ginge einem Bären in einem Gitterkäfig gut, könnte hier von ‚artgerechter‘ Haltung sprechen. Artgerechte Haltung für Wildtiere gibt es nicht, schon überhaupt gar nicht im Zirkus, wer anderes behauptet, der/die ist entweder grenzenlos leichtgläubig, geistig leicht beeinflussbar oder aber schlichtweg nicht mit auch nur einem Ansatz von Mitgefühl gesegnet.
Zirkustiere leiden, unumstößlich, auch wenn das Gestez in Deutschland deren Ausstellen in eisernen Gefängnissen weiterhin erlaubt und so wohl meilenweit entfernt von einer, wie sie sich selbst gerne preist, humanen Gesetzgebung stagniert.

Kein Applaus für Tierquälerei, heißt die Devise, und wer mit uns einstimmt in diesen Tenor, der/die ist herzlichst willkommen bei der nächsten Kundgebung (wir werden rechtzeitig berichten, wahrscheinlicher Termin nächster Freitag, 16.30 Uhr!) vor dem Zirkuszelt dabei zu sein!

Wir wünschen dem Zirkus Alberti noch hunderte Jahre randvolle Zelte und begeistertes Publikum – welches sich angetan der hervorragenden
Leistungen seiner menschlichen ArtistInnen in endlosen Beifallsorgien wiederfindet – vom Herzen wünschen wir das, wenn, ja wenn sich die Verantwortlichen endlich von der so angestaubten und unmenschlichen Vorstellung verabschieden, dass womögliche Tradition Tierquälerei zu rechtfertigen imstande ist…



Was sagt die Stadt Freilassing eigentlich zum Schauspiel innerhalb seiner Grenzen?

Der Bürgermeister von Freilassing antwortete auf Anfragen von TierschützerInnen übrigens folgendermaßen:
‚Ihre Befürchtungen in Bezug auf den Zirkus Alberti verstehen wir natürlich. Dennoch ist ein Zirkus nur dazu verpflichtet, dass er sein Gastspiel bei der jeweiligen Gemeinde anzeigt. Eine Genehmigung der Stadt Freilassing wird dabei nicht benötigt. Zudem handelt es sich um ein Privatgrundstück und keine Fläche der Stadt Freilassing, wodurch es uns nicht möglich ist, die Nutzung des Platzes zu verbieten. Auch wenn ihre Befürchtungen aufgrund ihrer Recherchen im Internet vielleicht zutreffen könnten, ist es uns leider nicht möglich, dieses Gastspiel aufgrund von Vermutungen oder aufgrund eines Verdachtes bereits im Vorfeld zu untersagen.‘

von Macht und Ohnmacht…

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