Rieder Berberaffen – die Unendliche

Dieser heutige Newsletter ist ein trauriges Zeugnis eines Kampfes gegen Windmühlen; er kann stellvertretend sein für all die anderen ähnlich gelagerten Fälle, mit welchen die Tierschutz- und Tierrechtsvereine so oft konfrontiert sind. Schlimme Dinge werden aufgedeckt, eindeutigste Verstöße gegen bestehende Gesetze, Tierquälereien am laufenden Band – aber was hilft das alles, wenn sich die zuständigen Behörden, anstelle auf Zusammenarbeit zu setzen, viel ehe eines Nicht-Handelns ertappt fühlen und dann stereotyp antworten – mit Gegendarstellungen, Verharmlosungen, Attesten gedeckt aus den eigenen Reihen… Eine Problematik, die immer zum selben Ende führt, nämlich zur Unmöglichkeit, das Problem an der Wurzel zu packen, besonders wenn sich die Fronten zwischen Amt und TierschützerInnen zu verhärten beginnen – warum das so ist, muss eigentlich ein Rätsel darstellen, denn die eine Seite sollte in der Realität das Vollzugsorgan der anderen sein – man muss sich nicht unbedingt mögen, was natürlich gut wäre, jedoch keine Voraussetzung in sich birgt, aber gegeneinander arbeite, dass ist bestimmt der völlig falsche Ansatzpunkt. Würden die Behörden die Sorgen und Anliegen der TierschützerInnen öfters ernster nehmen, nicht mit Überheblichkeit darüber hinwegsehen, und könnten TierschützerInnen im Gegenzug auf jegliche Polemik verzichten, was leider auch vorkommt, dann könnte wirklich so manches erreicht werden, was wir im Moment vielleicht gar nicht für möglich halten – und zwar für jene, für die beide Seiten doch nur das Beste wollen, für die Tiere! Und ein angenehmer Nebeneffekt:es müsste doch auch die Behörden mit Stolz erfüllen, nämlich als wichtiger Teil der Tierschutzarbeit zu gelten, als verlässlicher Partner – und nicht als Verhinderer vom Fortschritt hin zum Tierrecht, wie es leider oft der Fall ist! So gesehen müssen wir uns ab und dann wohl alle selbst an der Nase nehmen, wollen wir Änderungen zielführend vorantreiben; möchten wir, was wir ja alle vorgeben, wirkliche Verbesserungen für die Tiere erreichen, dann werden wir versuchen müssen einen gemeinsamen Weg zu gehen – was sich letztendlich nicht nur für die Rechte der Tieren als äußerst fruchtbar erweisen würde, sondern uns allen gut tun könnte! Dinge von der ‚anderen‘ Seite zu betrachten – vielleicht wären die gewonnenen Erkenntnisse sogar sehr lehrreiche und erfüllende!
Affenhaltung Nähe Ried, August 2009


Wir möchten Ihnen dringlichst empfehlen die folgenden Zeilen aufmerksam zu lesen, auch wenn der Bericht erneut ein sehr langer ist, denn das Geschriebene spiegelt nichts weniger als den tatsächlichen Stellenwert des Tierschutzes in unserer Gesellschaft wieder; es ist eine chronologische Auflistung der Begebenheiten auf einem einsamen, verlassen und verfallendem Rieder Bauernhof, wo mehrere Berberaffen ein tristes und leeres Dasein führen – und das aus dreierlei Gründen: 1. aus falsch verstandener Tierliebe einer Tierhalterin – die aber für den Ist-Zustand nicht selbst verantwortlich gemacht werden kann, leidet sie doch unter schweren psychischen Störungen, ist entmündigt, hat längst ein Tierhalteverbot auferlegt bekommen und befindet sich in einem sehr schlechten Gesundheitszustand; 2. wegen dem Amtsgebahren der zuständigen Behördenvertreter, die diese Farce längst hätten abstellen MÜSSEN, wissen sie doch seit 20 Jahren über dies Tragödie Bescheid! Dennoch flüchtet man sich in Ausreden, Duldung, um nur ja nicht anzuecken oder gar in eine Richtung initiativ werden zu müssen, ! Und 3. wegen eines Sachverwalters, der zu Beginn des Jahres einem Umzug nur hätte zustimmen müssen und die Affen hätten ihre letzten Jahre in einem Paradies auf Erden leben können; nein, er entschied sich für die nunmehrige ‚Lösung‘, einen Beibehalt der alten Umstände, mit einem vorgeschobenen Tierhalter, bezahlt aus dem Vermögen der ehemaligen ‚Besitzerin‘ (seine eigenen Worte) – und damit vielleicht auch dem Fortbestand seiner finanziellen Verwaltung (wenn dem nicht so ist, dann bitte wir an dieser Stelle um Verzeihung, dennoch, der Anschein führt sehr zielstrebig in diese Richtung)…

Wir wollen nun gar keinen Angriff starten, es liegt wahrscheinlich in der Natur des Menschen genau so zu reagieren wie es Sachverwalterschaft und Behörde hier so schmerzlich vorgezeigt haben; zumindest in der Natur des- oder derjenigen, denen es nicht vorrangig um die Rechte von Tieren geht, sondern die eigene oder andere Interessen zu schützen versuchen…
Dennoch verdient der Fall eine Veröffentlichung, schreit gerade zu nach deren Aufmerksamkeit – sie werden uns bestimmt zustimmen!

Bringen wir die Sache auf den Punkt: Sie erinnern sich, wir hatten im letzen Jahr von einem verlassenen Bauernhof in der Nähe von Ried berichtet wo eine psychisch kranke Frau, entmündigt, mehrere Berberaffen hält; die Primaten verfügen dort zwar über ein relativ großzügiges Gehege, jedoch fehlte es bei unseren ersten Besuchen an allen Ecken und Enden an einer standesgemäßen Betreuung der Tiere. Es gab nur einen wind- und wettergeschützten Zufluchtsraum, doch dieser, ein Zugang zu einem Raum im Inneren des verfallenden Bauernhofes, war kalt und leer, ohne jeglichen Anreiz, ohne Einstreu; im Sommer brütend heiß, im Winter ein Gefrierschrank..
Berge von Obst und Gemüse lagen im Gehege, gut gemeint von einer kranken Tierhalterin; jedoch verwesten diese Berge vor sich hin, ein übler Geruch von verfaulendem Grünzeug lagt über der gesamten Anlage.
Überall Wasserpfützen, kargste ‚Einrichtung‘, lediglich ein Holzstamm, ein kaputter Baum, ein paar Seile…

Zustände 5. November 2009


Sofort informierten wir die Behörden; der zuständige Atmstierarzt, Dr. Heinrich Breuer, antwortete auch prompt:
„Diese Haltung ist seit ca. 20 Jahren amtsbekannt. Schon lange vor "meiner sachverständigen Zuständigkeitszeit".

Es ist sicher nicht so, dass sich die jetzige Besitzerin nicht um die Berberaffen kümmern würde. Sie kümmert sich täglich aufopfernd um ihre Tiere und bringt ihnen großzügigst Wasser und Futter. Die Tierbesitzerin ist nach ihrer eigenen Meinung eine "Tierschützerin", nur mangelt es ihr an der Einsicht, andere Menschen an ihre Tiere heranzulassen. Auch nicht für das Entmisten oder Reinigen und das wird zunehmend zum Problem. Gut ist in diesem Zusammenhang, dass diese Haltung so groß dimensioniert wurde.
 
Auch für die Behörde ist es nur mit List oder Gewalt möglich, sich Zutritt zu dieser Tierhaltung zu verschaffen.
 
Derzeit ist ein "Runder Tisch" eingerichtet und die zuständige Behörde kümmert sich um diesen besonderen Fall.
 
..
Von meiner Seite wurde schon mit dem Amt der oö. Landesregierung, mit Herrn Prof. Walzer von der VetMedUni Wien, und mit allen Tiergärten Österreichs Kontakt aufgenommen, mich in dieser Angelegenheit zu unterstützen und ob sie die Möglichkeit haben und auch willens sind, diese Berberaffen zu übernehmen.
 
Vom Amt der oö Landesregierung und von Prof. Walzer habe ich Unterstützung zugesagt bekommen, nur alle Zoos und Tiergärten haben bis dato zurückgemeldet, dass sie keine Möglichkeit sehen, diese Berberaffen zu übernehmen.
 
Nun will ich die Gelegenheit beim Schopf nehmen und auch SIE fragen, ob sie eine Möglichkeit sehen, diese Berberaffen zu übernehmen. Und wenn ja, wo würden sie sie unterbringen können. Das müsste ich vorher mit einem dort zuständigen Amtskollegen/in absprechen.
 
Vielen Dank für ihre Mitteilung mit der Bitte um Rückmeldung, ob sie eine Möglichkeit der Unterbringung haben.
 
24.August 2009

Am nächsten Tag setzte Dr. Breuer ein aus heutiger Sicht weiteres sehr interessantes Antwortschreiben nach:

…. unser Bemühen ist es – und da hilft uns eventuell § 12 Tierschutzgesetz (Anforderungen an den Halter) – ihr die Tiere wegzunehmen, ohne dass die Besitzerin dabei einen allzu großen psychischen Schaden erleidet….
Aber wir sind schon ganz nah an einer Lösung.
Gestern hat mich auch die Tierschutzombudsfrau zurückgerufen, die ich schon vor einem halben Jahr gebeten habe, mich bei der Suche nach einer Übernahmestelle für diese Berberaffen zu unterstützen. Und zufällig gestern hat sie sich mit einem Tipp gemeldet, dem sie in den nächsten Tagen noch nachgehen wird. Ich hoffe, dass sie fündig wird.
 Aber ich lade auch sie gerne ein mit mir und unserer Tierschutzombudsfrau eine Möglichkeit zu finden, die für diese Tiere akzeptabel ist.
 
Mit freundlichen Grüßen
25.August 2009

Antworten welche die Ohnmacht einer Behörde gerade zu in Stein meisseln; wie kann es sein, dass man seit ‚mindestens 20 Jahren‘ von einer derart desolaten Tierhaltung weiß, runde Tische macht, usw. und dann doch nichts gegen eine amtsbekannte, psychisch kranke Frau unternehmen kann? Solchen Vorgängen gerade zu ohnmächtig gegenübersteht? Die Tiere in deren ‚Obhut‘ nicht schützen kann? Lässt uns dieses Faktum nicht am System selbst zweifeln? Oder zumindest an der Kompetenz oder am Willen ausführender Organe? Wahrscheinlich ist es nicht so, sind auch diesen auf irgend eine Art und Weise die Hände gebunden – wir würden es uns fast wünschen, denn wäre dem so, so könnte man diese hinderlichen Gesetzesstellen anvisieren und abzuändern versuchen; allein, liegt es am ausführenden Menschen, dann gestaltet sich die Sache allerdings wesentlich schwieriger, denn gekränkte Eitelkeit oder andere persönliche Beweggründe, die wir uns ersparen hier aufzuführen, gepaart mit gewisser Machtbefugnis ergibt eine gar giftigen Mischung, gegen die jegliche Objektivität von vornherein auf verlorenem Posten steht…

Zwei Monate später, Oktober, eine neuerliche Recherche; Zustände unverändert, aber dieses mal gibt es ein Todesopfer: in einer Ecke ein lebloser Affe, teilweise skelettiert…
Wie sich später heraus stellen sollte, liegt auch im Rückzugsraum ein totes Tier, und dieses schon seit langer Zeit, denn nur mehr Knochen bezeugen die Vergänglichkeit des Lebens.

Weil die Bemühungen, Verbesserungen über die Behörde zu erreichen, offensichtlich nicht fruchten, besetzen wir im November 2009 in den frühen Morgenstunden den Hof, mit der Hoffnung, damit das öffentliche Interesse zu wecken. Medienleute erscheinen, natürlich die Polizei, die alte, kranke Frau, deren BegleiterInnen, der Amtstierarzt…
Ein wahrer Auflauf, turbulente Szenen, Schimpftiraden von Seiten der Tierhalterin…

Besetzung November 2009


Am späteren Nachmittag gibt es endlich Entspannung – wir brechen nach zähen Verhandlungen und dem Erhalt folgenden Mails des Sachverwalters die Besetzung ab, wähnten einen großen Erfolg für die betroffenen Tiere:

Wie soeben telefonisch besprochen, sichere ich verbindlich zu, daß binner 14 Tagen das gesamte Gehege gesäubert wird = der Mist entfernt wird und daß ausreichend Stroh ausgelegt wird. Weiters wird zugesichert, daß das Gehege laufend gereinigt wird und die Tiere bis Jahresende an einem entsprechend Tiergerechten Platz überstellt werden. Der im Gehege befindliche tote Affe wird umgehend entfernt …
 
6.11.2009

Der Amtstierarzt, während der Besetzung mit der Wahrung des Gesichtes und der Untermauerung seiner Aussage, es gäbe in ganz Europa keine Interessenten für die Affen, beschäftigt, meint genau aus diesem Grunde, nämlich den absoluten Mangel an Unterbringungsmöglichkeiten für die armen Tiere, wäre unser Vorgehen selbstredend zwecklos; wir hören höflich zu, rufen dann im Beisein der Polizei die so großartige Frau Petrovic von den Grünen, ihrerseits auch die Leiterin des Wiener Tierschutzhauses, übergeben dem Tierarzt den Hörer; spontan bestätigt Frau Petrovic die Tiere dürften jederzeit ins Tierschutzhaus übersiedeln…

Dr. Breuer schrieb später zu den Auswirkungen der Besetzung:
‚…Fix ist, dass der zuständige Jurist den Bescheid auf Tierhalteverbot ausgestellt hat und dieser schon zugestellt ist. Der Herr Sachwalter hat dies bestätigt.
Jetzt hat der Herr Sachwalter die gesetzlich vorgegebenen 14 Tage Zeit, entweder die Tierhaltung auf eine andere Person zu übertragen (die dann die Anforderungen des Tierschutzgesetzes und der dazugehörigen Verordnungen sofort umzusetzen hat), oder die Tiere zu veräußern.
Schafft der Herr Sachwalter weder das eine noch das andere, so wird die Behörde alle Tiere abnehmen müssen.
Es geschehen auch Wunder:
Dem Sachwalter ist es gelungen, von den gesperrten Schlüsseln des Hofes, auf dem die Berberaffen in einem äußerst großzügigen Käfig gehalten werden, nachmachen zu lassen. Es konnte daher der Käfig am Samstag, 14.11.2009, komplett geräumt werden. Auch Stroh wurde eingestreut.
Mit freundlichen Grüßen

ROVR Dr. Heinrich Breuer
24.11.2009′


Wir arbeiteten nun mit Hochdruck; Herr Dr. Breuer hatte doch gemeint, es gäbe trotz monatelanger dahingehender Bemühungen keinen Platz in ganz Europa für die Affen – innerhalb von wenigen Tagen konnten wir neben dem Tierschutzhaus noch weitere 2 neue zu Hause anbieten, jeder einzelne Platz mehr als eine Überlegung wert!
Letztendlich entschieden wir uns für eine bestimmte Organisation (in Anbetracht der Tatsache, dass die Unterhaltung von vier großen Affen Unsummen Geld kostet und das großartige Wiener Tierschutzhaus sowieso chronisch überfüllt ist!),und zwar für die PrimatenexpertInnen schlechthin – AAP, ansässig in Holland www.aap.nl), betreibt eine riesige Affenauffangstationen, beherbergt dort rund 300 dieser Tiere!
Die vier OberösterreicherInnen wären in ein 7 Hektar großes Schutzgebiet gekommen, mit persönlicher Betreuung und allem drum herum – sogar die Fahrtkosten wären von AAP übernommen worden, einzig ein Arzt für die Betäubung der Tiere vor dem Transport wäre zu organisieren gewesen!

Um so entsetzter waren wir, als sich die Pläne der Sachverwaltschaft immer deutlicher abzeichneten; zuerst hörten wir wochenlange Ausflüchte, man müsse die besten Möglichkeiten abwägen, das ginge nicht so schnell, es dürften für Frau xxx keine hohen Kosten entstehen, dass könnte sich die Dame nicht leisten (aber auch am Hof sind bestimmt nicht unbeträchtliche Unterhaltskosten zu begleiche, z. B. ist das zerfallende Anwesen extra hierfür angemietet, dieser Umstand schien in Vergessenheit geraten zu sein! Außerdem verlor die Ansage jegliche Bedeutung mit dem AAP-Angebot, welche ja eine für Frau xxx eine völlig kostenfreie Lösung geschaffen hätte!) usw., bis der Herr Sachverwalter dann endlich mit der bitteren Wahrheit herausrückte – die Affen sollten bleiben wo sie sind! Man schob nun schnell einen neuen Tierhalter vor, um nach dem Tierhalteverbot für Frau xxx die gesetzliche Grundbedingung zu erfüllen, und alles sollte beim Alten bleiben! Sachveralter yyy bestätigte telefonisch, dass der nunmehrige Tierhalter für seine offizielle Position (inoffiziell sollte alles so bleiben wie es war, nämlich dass seine Klienten die Tiere weiter ‚betreuen‘ würde…)Geld bekam, von ihm – aus der Sachverwalterschaft – bezahlt werden würde!!!!
Auch gab Herr yyy zu, dass Holland aus Sicht der Berberaffen die ‚sicher beste Lösung‘ gewesen wäre, allerdings hätte er eine Klientin (eigentlich Kundin, denn der Sachverwalter bezahlt Ausgaben selbstverständlich aus den finanziellen Mitteln seiner Schützlinge…) und würde in erster Linie deren Wünsche zufrieden stellen müssen!

Wir intervenierten sofort; ein Schreiben an die Behörde wurde folgendermaßen beantwortet, nämlich dass die Frau xxx die Berber nun doch gerne behalten würde und dass es für sie sehr schlimm wäre ihr die Tiere endgültig wegzunehmen. Hier ist der Auszug unserer Antwort in einem verzweifelten Versuch das Traurige doch noch abzuwenden:

Bitte verzeihen Sie die Ausdrucksweise – aber es ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr relevant, wie die Frau xxx darüber denkt, ob sie die Vier behalten möchte oder nicht – diese Überlegung stellt sich ob ihres Gesundheitszustandes und der offensichtlichen Nicht-Fähigkeit, Tieren wie diesen entsprechende Bedingungen zu bieten, überhaupt nicht mehr. Fast zwei Jahrzehnte haben die Berber nun unter falsch verstandener Tierliebe und der Nicht-Berücksichtigung gesetzlicher Vorschriften gelitten; jetzt, wo es die Möglichkeit gibt, wenigstens deren Lebensabend noch ansprechend zu gestalten, sollen sie einmal mehr im Stich gelassen werden?
 
Ihre Behörde ist nun gefordert! Sie selbst haben unter mehreren Augen- und OhrenzeugInnen gesagt eine Umsiedlung scheitert nur an der Möglichkeit einen entsprechenden Platz zu finden – dieser Umstand ist jetzt abgeschlossen, das neue zu Hause ist da, und dort werden die Tiere auch noch völlig KOSTENLOS aufgenommen, weder der Behörde noch der Frau xxx entstehen dabei Kosten! Jede andere Antwort als ’sofortige Erledigung‘ muss nun als Ausrede angesehen werden, denken Sie nicht?
 
Wir bitten Ihre Behörde die entsprechenden Schritte und uns über Ihr weiteres Vorgehen in Kenntnis zu setzen.
 
mit herzlichsten Grüßen
4.März 2010

Änderungen? Affenhaltung Februar 2010


Der Versuch sollte ein vergeblicher sein; selbst die Intervenierung von AAP beim Sachverwalter und beim Amtstierarzt bleibt erfolglos.
Nun hatten wir uns mit folgende Ausgangslage abzufinden: Frau ist entmündigt, erhält Tierhalteverbot, bezahlt Sachverwalter, dieser stellt einen vorgeschobenen Tierhalter an, entmündigte Frau fährt in ihrer Tierhaltung fort wie bisher, Amt zufrieden, Sachverwalter zufrieden, Frau zufrieden – Tier bleibt auf der Strecke…

Aber noch wollten wir nicht vom ‚Worst Case‘ ausgehen; immerhin hatten wir bis hierher viel erreicht, die Öffentlichkeit wurde aufmerksam, Zugeständnisse wurde gemacht, der Rückzugsraum der Affen wurde mit Stroh verfeinert, das Gehege komplett gereinigt, usw. – kurzum, wir hatten den Anforderungen welche auf einen Tierrechtsverein in solchem Falle zukommen, mehr als gerecht werden können – nun sollten wir der neuen Ausgangslage zumindest eine Chance geben, vielleicht würden sich die Dinge ja wirklich zum Guten wenden…
Im April versprach uns der Sachverwalter nach einer diesbezüglichen Anfrage eine Besichtigungstour der Anlage, dann hoffentlich mit all den versprochenen Neuerungen ausgestattet – mit Spielsachen, gereinigt, mit Heu ausgelegt, mit Streu-Material am Boden damit bei Regen nicht so ein Morast entsteht, artgerechter Betreuung, usw.; in vier Wochen würde er sich melden, jetzt hätte er zwei Wochen sehr viel Arbeit und dann Urlaub; aber sobald er aus dem Urlaub zurück wäre würden wir das Treffen vereinbaren; wir fragten ob er sich nicht davor, also in den nächsten zwei Wochen, eine halbe Stunde Zeit nehmen könne, mehr würden wir gar nicht benötigen um uns von der Verbesserung zu überzeugen – keine Antwort, bis heute nicht..

Gestern, August 2010, erhielten wir anonymes Fotomaterial vom Hof zugespielt; darauf erkennbar: drei Affen, ob der vierte noch am Leben oder inzwischen ebenfalls verstorben ist, wissen wir im Moment noch nicht. Es wurden zwar zwei, drei Autoreifen im Gehege montiert, aber stellt diese ‚Errungenschaft‘ wirklich die großartig angekündigte Neugestaltung des Geheges, zugeschnitten auf die Bedürfnisse der Primaten dar? Soll das etwa die ‚wesentliche‘ Verbesserung sein?
Der Boden ist auf den Fotos erkennbar völlig aufgeweicht, Pfützen aus schmutzigem Wasser haben sich gebildet; Trinkwasser für die Tiere kommt offensichtlich aus altem Plastikgeschirr, aufgefüllt vom Regen; Berge von Obst und Gemüse verwesen wie eh und je, auf dem Futterberg befinden sich ganze Schwärme von Bienen oder Wespen, trotzdem überqueren die Berberaffen in monotonen Bewegungsabläufen, immer wieder nach festem Muster, ohne Abweichung, diese unglaublichen Ansammlungen von Grünzeug – bestimmt nicht ohne von den Insekten dutzende Male gestochen zu werden; das Einstreu gibt es nur mehr im uneinsichtigen Raum, aber auch dieses sieht uralt aus, so als ob es seit Gezeiten nicht mehr gewechselt worden war! Am übrigen Boden kann man die Reste von Einstreu, wahrscheinlich Rindenmulch, noch in kleinsten Mengen erkennen, allerdings ist der Großteil davon längst Opfer der Elemente geworden. Die Vermutung liegt nahe, dass man zu Anfang, etwa im April wo man uns eine Besichtung angeboten hätte, gut gemeinte Konzept tatsächlich umzusetzen gedachte, sich diese Versuche jedoch genau wie die Euphorie des Neuanfangs schnell verflüchtigten…
Wo ist das Pflegepersonal, wo der Amtstierarzt, der ja jetzt nach eigenen Angaben einen Schlüssel des Anwesens besitzt und jederzeit nach den Rechten sehen könnte? Hat er es nicht als Grund für sein zögerliches Eintreten in vergangenen Tagen genannt, ‚früher‘ auf dem Areal nicht geduldet gewesen zu sein und sich deshalb nur ‚mit Gewalt‘ Zutritt verschaffen hätte gekonnt? Hatte er nicht deswegen nichts wissen können von den schlechten Umständen, vom Tod des Affen, der damals offensichtlich schon wochenlang im Gehege gelegen ist? Nun aber gibt es diese Ausreden nicht mehr, er schrieb selbst er hätte jederzeit Zugang – warum sind dann die Zustände so derart trist, ohne jeglicher Verbesserung? Er muss längst Bescheid wissen, warum hat er nicht gehandelt??????
Die Behördenvertreter sind beim letzten Mal noch sehr gut aus der Geschichte weggekommen, hatten sogar eine neuerliche Chance bekommen sich zu bestätigen, alte Versäumnisse endgültig in die Vergessenheit zu befördern – urteilen Sie selbst, was wurde aus der Vergangenheit gelernt?…
Verlangen wir wirklich Unmögliches von Amtstierärzten und Co, oder doch nur, dass sie ihrer Arbeit nachkommen?
Es ist neuerlich ein Skandal, mehr gibt es dazu nicht zu sagen…

9 Monate nach der Besetzng – wo sind die Fortschritte? August 2010…





 
Wir wollen hier niemanden anklagen, es liegt uns fern, nicht zuletzt darum weil es keinen Unterschied macht, aber jene, die für den Deal in jetziger Form in Ried verantwortlich zeichnen, möchten wir bitten sich die Fotos der Tiere anzusehen! Seit 20 Jahren erdulden diese derartige Bedingungen, hätten die einmalige Chance gehabt ihre letzten Jahre artgerecht leben zu können, doch diese wurde ihnen aus verschiedenen Interessen heraus verwehrt…

Bitte sagen Sie uns wie man als Tierrechtsorganisation an diesem Sumpf aus Schacherei und offensichtlich völlig anderen Auffassung von Tierschutzmaßnahmen von Seiten der Behörden nicht verzweifeln sollte – oder sind es tatsächlich wir, die wir einfach zu tief in usnere Anliegen verstrickt sind udn deshalb bei Dingen überreagieren, welche der Großteil der Menschheit einfach als ’normal‘ abtut? Aber andererseits – es handelt sich hier um Tiere, lebende, fühlende Wesen, für deren Schutz wir alle verantwortlich sind, nicht um Eigentumsverletzungen, um Nachbarschaftstreitereien, um Sachbeschädigungen, um Ehrverletzungen! Während wir einen gemütlichen Feierabend verbringen, fernsehen, baden, schlafen, lieben, essen, müssen diese solche Bedingungen ertragen, immerzu, jede Stunde, völlig schuldlos, völlig ausgeliefert! Wir bitten zuständige Amtstierärzte nochmals aus vollem Herzen – überlegt dieses Faktum, es liegt so oft in Eurer Macht den Tieren ein besseres Leben zu verschaffen, nutzt diese Möglichkeiten! Tut Ihr das, und Ihr werdet in uns die besten FreudInnen und loyalsten MitstreiterInnen haben….





Es ist immer das selbe Spiel – letztendlich, und wir geben Ihnen unser Wort darauf (und würden usn sehr freuen hier ein einziges Mal falsch zu liegen:) ) wird die Behörde wieder UNS angreifen, uns als diejenigen hinstellen, die Dinge verdrehen, die überreagieren, mit unwahren Behauptungen um sich schmeißen, usw.
Wird versuchen – ganz wie in der Sache unlängst um den ‚Hundebauern‘ – den Tierbesitzern, egal wie eindeutige Vergehen gegen das Gesetz diese auch immer machten und machen, zu decken um damit das eigene Nicht-Eingreifen zu kaschieren, diese sogar zu veranlassen gegen uns gerichtlich vorzugehen…
Man könnte platzen vor Wut! Nicht wegen der Ungerechtigkeiten, die wir hinnehmen müssen, nein, weil mit diesem Vorgehen den Tieren ihre Stimme versagt wird! Weil unser Enthusiasmus in Gefahr gerät gebremst zu werden, weil wir zur Einsicht gelangen müssen, dass es bis zur Verwirklichung auch nur geringster Tierrechte ein noch immens langer Weg werden wird…

Sie werden sehen, die Sachverwaltschaft und die Behörde wird uns wegen der veröffentlichten Bilder einer Besitzstörung verdächtigen, uns anzuschwärzen versuchen, wird die Tierhaltung als gut hinstellen, selbst in Anbetracht der so eindeutigen Beweismittel von Fälschungen sprechen…

Es ist ihr gutes Recht, aber letztendlich, und daran glauben wir fest, letztendlich wird doch immer die Gerechtigkeit siegen und auch kurzfristige Erfolge für TierausbeuterInnen, seien dies nun aus Habgier, aus Ignoranz, als Kleinbürgerlichkeit, aus Immagewahrung, aus versuchter Verdeckung eigener Unzulänglichkeit oder aus was auch immer entstanden, werden eben nur kurzfristige bleiben…

Wir haben noch längst nicht die moralischen Anlagen erreicht, um auch nur die geringsten Rechte der Tiere ohne die Kontrolle von Tierschutz- oder Tierrechtsorganisationen gewährleisten zu können. Dieses Beispiel zeigt einmal mehr wie wichtig die ständige Aufdeckarbeit in diesem Bereich ist, wie unzulänglich die Behördenschritte ohne Druck durch die Tierschutzorganisationen wären. Die Einsicht schmerzt, aber sie ist die traurige Wahrheit!
 
Dennoch, man sollte die Hoffnung nicht aufgeben; denn ohne Frage hat sich die allgemeine Situation für sehr viele Tiere die letzen 10 Jahre doch erheblich verbessert und der Fortschritt schreitet zügig voran. Auch wenn wir diesen nicht immer gleich erkennen mögen, uns alles viel zu langsam geht, sieht man mit Abstand auf das Erreichte zurück, bemerkt man oft erst die Dimension der Umwälzung! Denken Sie doch bitte was z. b. vor 30 Jahren noch ‚ganz normal‘ war, Tierquälereien die heute völlig undenkbar sind, gesellschaftlich geächtet im höchstem Maße, und dann überlegen Sie was in weiteren 30 Jahren sein wird – die Befreiung der Tiere vom Joch der Tierausbeutungsindustrie ist nur eine Frage der Zeit, sie wird gelingen, so sicher wie das Amen im Gebet! Und wenn es uns gelingen würde zusaammen zu halten, Behörde, Tierschutz, TierfreundInnen, Menschen mit ethischen Empfinden, mit Gerechtigkeitssinn, mit moralischen Gefühlsleben, wenn wir eines Tages wirklich zusammenhalten, dann umso schneller, umfangreicher und perfekter!!!

Zum Abschluss möchten wir Ihnen noch einen Brief des Amtstierarztes zu lesen geben, ein Brief, der mit heutigem Wissen fast zynisch erscheint, wohl nur gute Mine zum bösen Spiel machen sollte:
„Der Sachwalter Herr yyy hat gute Arbeit geleistet. Die Haltung wurde ja seinerzeit sofort verbessert und viele ihrer und auch meiner Wünsche wurden von Herrn yyy erfüllt.
Da kann ich auch ihnen dafür danken, dass sie ebenfalls Herrn yyy beratend zur Seite gestanden sind.
An Platz und Futter hat es ja den Berberaffen nie gemangelt. Nur die Besitzerin war für nichts und niemanden zugängig.
Die zuständige Bezirkshauptmannschaft hat schon seinerzeit mittels Bescheid das Tierhalteverbot für besagte Frau ausgesprochen und umgesetzt.
Auf Grund des Tierhalteverbotes hat sich die vorige Besitzerin von den Berberaffen getrennt.
Dem fleißigen Sachwalter ist es gelungen, den Berberaffen den Stress einer Umsiedelung zu ersparen und weit herumgereicht zu werden. Er hat einen neuen Tierbesitzer gefunden.
Mit dem neuen Tierbesitzer ist eine kontinuierliche und deutliche Verbesserung in Haltung und Betreuung zu erwarten. Auch eine bessere Kooperation mit der Behörde ist gesichert.
Es sollte den Tieren in Zukunft besser gehen als in so manchen "Unterbringungsstätten", die ja meist sowieso überfrachtet sind (siehe Telefonate mit den verschiedenen angebotenen Tierschutzhäusern, die mir gegenüber dies ja auch zugegeben haben).
Eine regelmäßige fachtierärztliche Betreuung ist ebenfalls angelaufen.‘

Ach ja und noch was schrieb Herr Dr. Breuer im März dieses Jahres:
Eine tierärztliche Betreuung durch einen Fachtierarzt ist gesichert.
Die amtstierärztliche Überwachung ist seit November 2009 auch wieder klaglos möglich.
….

Wir werden natürlich erneut Anzeige erstatten


 

 

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