Kleider Bauer, die wievielte ?

Kleider Bauer ist ein Synonym für modische Bekleidung. Darauf kann die Geschäftsleitung wohl zurecht stolz sein. Im gleichen Zuge aber,
unterhält man sich mit PassantInnen, wird der Konzern in zunehmenden Maße jedoch auch in einem anderen Bereich genannt, steigt dessen
nationale und internationale Bekanntheit in einem für Textilketten ansonst eher unüblichen Metier – in Tierschutzangelegenheiten!
Und in jener Sparte ist sein Ruf dann plötzlich ein weitaus negativ belasteterer – warum wohl?


Tatsächlich setzt sich die österreichische Tierrechtsbewegung nun schon seit einigen Jahren mit allen in einer Demokratie zur Verfügung
stehenden Mitteln dahingehend ein, dass Kleider Bauer jene blutbefleckten Kleidungstücke welchen so offensichtlich massives Tierleid zu Grunde liegt (und da helfen auch diverse ‚Gütesiegel‘ wie aus ‚artgerechter Pelztierhaltung‘ – hat jemand schon jemals einen noch größeren Schwachsinn gehört???? nichts), aus dem Programm nimmt – eigentlich eine Frage der Moral, der Ehre…

Doch die Geschäftsleitung steht den Wünschen so vieler TierfreudInnen des Landes stets ablehnend gegenüber, heute scheinbar unverrückbarer
denn je. Wie anders kann es nämlich sein, dass die Textilkette wie zur Provokation eine neue Werbelinie schaltet, wo sich ein Model just mit
pelzbesetzter Jacke – nun im Angesicht von 13 TierschützerInnen auf der Anklagebank einer entarteten Justiz – räkelt! Eine Werbebotschaft,
welche einen Schlag ins Gesicht der Ethik bedeutet, eine offenen Affront an alle tierliebenden Menschen bedeutet!
Noch dazu wird zu Modeschauen geladen, zum Beispiel am gestrigen Tage in Salzburg. Natürlich durfte RespekTiere dabei nicht fehlen!

So fanden sich bis zu 10 TierschützerInnen schon am frühen Nachmittag vor der hiesigen Filiale ein um gegen das Tierleid hinter der blutigen
Mode zu protestieren. Wer die Gegebenheiten vor Ort kennt, weiß, dass dort nicht allzu viel Platz für eine in einem Rechtsstaat jederzeit möglich
sein müssende freie Meinungsäußerung bleibt – doch selbst dieser wenige Platz sollte an jenem Nachmittag beschnitten werden, der für die
Modeschauen abgestellte LKW war breit geparkt, mittig, um an beiden Seiten nur sehr wenig Spielraum für unseren Protest zu bieten; ein Schelm, wer Absicht vermutet!!!

Dennoch, es konnten jede Menge an Informationsbroschüren an die sehr interessierten PassantInnen verteilt werden. Gevatter Tod hatte Aufstellung genommen und war binnen kurzem zum Blickfang für die vorbeiziehende Masse mutiert, begrüßte die BesucherInnen der Modeschauen. Ohne jeden Anflug von Müdigkeit trotzten die TierschützerInen dann der heißen Spätsommer-Sonne, der gleichzeitigen frühherbstlichen Kälte im Schatten, der Nässe der eingeschalteten Brunnenanlage und gestalteten dem Publikum einen kurzweiligen Nachmittag. Erst in den Abendstunden verließen die AktivistInnen den Platz des Geschehens, zufrieden damit, dass sie wohl einige hundert Menschen an diesem Tag die Möglichkeit geboten hatten,
einen Blick hinter die manchmal so abscheulichen Facetten des Wirtschaftslebens nehmen zu können. Pelzbekleidung setzt immer schrecklichste Bedingungen für die dafür gequälten Tiere und ein späteres grausamstes Massaker an diesen voraus – und wofür? Für die Eitelkeit einiger weniger Ewiggestriger, einiger weniger, die sich in fremder Haut und fremden Haar wohl fühlen, Zwerge im Selbstbewußtsein, in gelebter Ethik, gefühlsamputiert und mit längst erkaltetem Herzen, aber Riesen im verursachen von entsetzlichem Leid…

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