respekTIERE IN NOT im Einsatz Pferdemarkt, die Eskalation!!!

Heute gilt es von wunderschönen, aber leider auch von tieftraurigen Ereignissen zu berichten!
 
DSC 0070(1)Beginnen wir mit dem Schönen: gestern fand ja wieder einmal  unser Gratis-Flohmarkt samt Tiertafel  für Obdachlose und Bedürftige in der Stadt Salzburg statt. In diesem Zusammenhang möchten wir aus tiefsten Herzen der Frau Petra Happacher aus Innsbruck Dank sagen, welche uns über 200 kg an Kleiderspenden zukommen ließ – und nicht nur das, Frau Happacher brachte die gesamte Ladung, 14 große Kartons, zuvor auch noch in die Reinigung!!!!
Auch der Spedition Schenker (www.schenker.at), wie schon so oft, gebührt hier unsere größte Hochachtung, brachten deren LKW die Fracht, genau wie 2 Pal. Hunde- und Katzennahrung von der Tierhoffnung International (www.tierhoffnung-international.at) aus Vorarlberg (feste Umarmung, die Hunde in Rumänien werden sich sehr darüber freuen!), völlig kostenlos zum Sammellager nach Bergheim in unsere Nähe!
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Über 25 Personen warteten dann vor der Obdachlosen-Verköstigungsstelle in der Mozartstadt schon sehnsüchtig auf den Flohmarkt, den wir Petra zu Ehren dieses Mal als Petra-Happacher-respekTIERE IN NOT-Tafel bezeichnet wissen möchten! So waren an diesem Tag alle bestens versorgt – die Menschen mit Kleidung und Dingen des täglichen Bedarfes und deren Tiere durch unsere Tiertafel! Es tut uns nur schrecklich leid, dass Sie die Dankbarkeit in den Augen der versammelten Masse nicht sehen konnten, wir sagen Ihnen: es war herzerwärmend und wunderschön!
 
Nun aber zu weniger Erfreulichem: heute fand der  traditionelle Pferdemarkt in Abtenau im Salzburger Land statt. Schon in den frühen Morgenstunden kamen wir aus diesem Anlass angereist, frohen Mutes, denn eine Tendenz war in den letzten Jahren klar zu erkennen – die  einst gefürchteten Pferdemärkte sind in ihren Umständen besser geworden, ein Aspekt, wo die so lange Tierschutzarbeit – auch gemeinsam mit dem Pferdezuchtverband – wirklich Früchte getragen hat!
So startete der Tag auch perfekt: die Polizei war mit einigen BeamtInnen bereits vor Ort, sehr, sehr freundlich, und wies uns einen wirklich guten Standplatz – gleich am Beginn des Pferdemarktes – zu, also einen Ort, welchen (Sackgasse!) jede/r BesucherIn durchschreiten musste! Auch BehördenvertreterInnen erschienen, und es folgten durchaus aufbauende Gespräche, welche auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit in der Zukunft hoffen lassen.
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So weit, so gut; alles schien tatsächlich in geordneten Bahnen zu verlaufen, noch dazu nach wir auch keine auf den ersten Blick verletzte Tiere entdecken konnten. Natürlich gab es im Zuge der Aufklärungsarbeit hi und da Ansätze von Streitgesprächen, doch dies gehört wohl einfach zur Kultur eines guten Protestes, der nie stressfrei verlaufen wird (tut er dies doch, dann wäre er ja gar nicht notwendig!), dazu.
So konnte dann sogar ein blutüberströmter Metzger, in der einen Hand eine Axt, in der anderen einen Strick, wo er eine als Pferd verkleidete Aktivistin hinter sich herzog, inmitten der Reihen der Pferdehändler gesehen werden, alles in allem problemlos. Dennoch, die Latte der Aggression, die lag heute ganz niedrig, jedenfalls viel niedriger als die letzten Jahr, die Luft buchstäblich zum Schneiden…
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DSC 0171Und dann begann die Verladung der Pferde; und damit starteten die Schwierigkeiten! Ein weithin bekannter Tierhändler hatte seinen LKW direkt vor dem Auktionsgelände geparkt und schon warteten viele Fohlen – wirklich viele – auf die Unterbringung in den Anhänger. Nervosität lag in der Luft, die Tierkinder begannen sich zu wehren – und prompt setzte es Prügel für eines deren, ein erboster Landwirt begann mit den Lederzügen auf den Armen mehrmals einzuschlagen. Woraufhin ihn eine noch erbostere Aktivistin ermahnte, ob es ihm denn gefallen würde, derart behandelt zu werden… und die Dämme brachen, angestaute Gefühle fanden keinen Halt mehr  und überfluteten die Szenerie.
Wortgefechte, Schreiduelle folgten, die Polizei als Freund und Helfer im Zentrum des Geschehens. Dann wieder Beruhigung, bis zur nächsten Eskalation. In Wellen forderten die Gefühle freien Lauf, und spätestens nachdem der Anhänger berstend voll beladen war, verlor sich jegliche Kontrolle – die Pferdekinder traten nun mit voller Wucht gegen ihr Gefängnis, manche versuchten auszubrechen, bäumten sich auf, schrien aus voller Kehle nach ihren Müttern. Immer wieder wussten sich die Seelenfänger, als Gefangene ihrer Emotionen, nicht anders zu helfen als die flachen Hände einzusetzen, was die TierschützerInnen natürlich noch wütender machte.
Erst als der LKW seine Fahrt begann, eine Fahrt, welche für viele der Fohlen wohl die letzte sein wird, kehre vorübergehende Beruhigung ein, doch schon Minuten später entflammte der Konfliktherd erneut, dann direkt vor dem Tierschutzstand. Tränen flossen, kein Wunder,  denn die Schreie der Fohlen gingen wirklich sehr ans Herz, die Angst dieser Geschöpfe, die besonders an diesem Tag feinfühlenden Menschen wirklich spürbar wurde, drohte Kehlen zuzuschnüren. Und nicht nur wir fühlet so, so viel sei gesagt, zum ersten Mal erklärte sich nämlich eine breite Front von BesucherInnen solidarisch und bekundete dem ungezügelten Tun Barbarentum.
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Natürlich, wir waschen unsere Hände nicht in Unschuld, zur Entgleisung einer Situation gehören wohl immer zwei (Parteien), und auch von unserer Seite wurden bestimmt Dinge gesagt, welche dann zu sehr verallgemeinern, aber Tatsache ist, wo und wie der Konflikt begann – und vor allem: warum er überhaupt stattfinden muss, denn in einer aufgeklärten Zeit wie der unseren mittelalterlich anmutende Märkte abzuhalten, wo Lebewesen wie Waren verscherbelt und behandelt werden, ist nun mal nicht jedermanns/frau Sache…
Mehr gibt es dazu nicht zu sagen; oder doch: nächstes Jahr auf ein Neues, so lange bis Tieren ihr Recht auf Leben gewährt wird….
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