heute in der Hölle, morgen im Paradies – eine uns anonym zugespielte Geschichte!

Heute erreichte uns ein anonymer Bericht einer Recheregruppe, welchen, ohne jeglichen weiteren Kommentar, wir Ihnen nicht vorenthalten möchten:

Der unfassbare Sternenhimmel in dieser mondhellen Nacht lässt die Größe der Schöpfung ansatzweise erkennen.
Ein sichelförmiger Mond leuchtet einer kleinen Gruppe von TierrechtsaktivistInnen den Weg, einerseits erleichtert er dadurch das Unterfangen, zum anderen aber birgt gerade diese ungewollte Helligkeit auch gewisse Gefahren in sich – ein ferner Beobachter kann die in schwarz gekleideten Gestalten wohl über eine weite Entfernung hinweg erspähen. Ein Risiko bleibt immer, und so setzten die Vermummten ohne einen Gedanken an die zusätzlich Gefahr zu verlieren unbeirrt ihre Reise fort, mit einem Ziel vor Augen: der Befreiung von Tieren!

Wenig mühsam bahnen sich die tierliebenden Menschen ihren Weg zu der riesigen Halle, welche im fahlen Licht der lauen, späten Stunde noch monströser wirkt – ein fensterloses Gebilde aus Beton und Stahl, kalt und unnahbar, wenig einladend. Ein Hochsicherheitsgefängnis, für zehntausend Insassen – unschuldige Gefangene – ein beklemmendes zu Hause. Die fast unnatürliche Stille unterbrochen nur vom monotonen Summen der Ventilatoren, ohne welche das Leben hinter den tristen Wänden einfach so verwelken würde.
Die AktivistInnen finden schnell und sicher einen Zugang ins Innere, als oberstes Motto solcher Begegnungen ist das Eindringen in das Konzentrationslager ohne jegliche Gewaltanwendung ausgerufen. Ein Unterfangen, welches sich zumeist perfekt umsetzen lässt, denn die starren Mauern geben immer irgendwo, so uneinnehmbar sie auf den ersten Blick auch wirken mögen, dann doch eine Schwachstelle preis. Die Aktion ist zudem eine gut geplante – hit and run – die Aufgabe eine ehrbare: hier sind Lebewesen in ärgster Not, zusammengepfercht, ausgebeutet – und jedes einzelne hätte sich ein Weiterleben ohne Angst, in Ruhe und Frieden, so was von verdient…

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Besagte Lebewesen, Hühner von einer nimmersatten Landwirtschaft zu Legemaschinen degradiert, von der Politik und den Agrarfürsten bis ins Bodenlose verraten und im Stich gelassen, fristen ihr Dasein zum einen in völliger Dunkelheit, zum anderen wird die nach abgestandener Luft, Fäkalien und Hoffnungslosigkeit riechende Düsterheit immer wieder durch künstliches Licht gebrochen; der Ort beherbergte früher eine Legebattiere, Folterkammer des Schreckens, doch neuere Gesetze haben diese Art der Unmenschlichkeit langsam aber sicher, angehalten von mündigen KonsumentInnen, immer mehr ins Out gedrängt. Heute zeigt sich die Halle in mehrere durch Gänge getrennte Räume unterteilt, wo hinter Gitterabsperrungen tausende der Vögel ihr Dasein in großen Gruppen auf Sitzstangen verbringen; ihre Körper trotzdem ausgelaugt, genau wie in vergangenen Zeiten, ungeachtet der Haltungsform; die Zucht verlangt eine fast tägliche Eiablage, ein Umstand, der malträtierte Leiber viel zu oft zum Bersten bringt.

Für ein Nachdenken über all diese Schaurigkeiten haben die TierschützerInnen an diesem Tage keine Zeit: es wurden für einige Hühner zu Hause gefunden, zumindest einige der Tiere werden, so ein gütiger Gott will, doch noch ein artgerechtes Dasein führen können. Und so greifen behandschuhte Hände schnell und sicher zu, noch bevor die Hühner erwachen und in Sekundenschnelle diese Hölle zum Tollhaus machen könnten.

Schon wenige Minuten später findet sich die Gruppe im Freien wieder, eiligen Schritts überquert man die Bundestrasse, den suchenden Lichtkegel der Autoscheinwerfer geschickt ausweichend. Dann geht es blitzschnell: ein Kofferraum wird geöffnet, die kleinen Boxen mit nach dem ersten Schock nun langsam zum Leben erwachenden Hühner werden sanft und vorsichtig abgestellt und los geht die Fahrt in eine neues Leben (Bilder unten: gestern noch in der Hölle, heute im Paradies- welch ein Unterschied)!

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Fazit der Geschichte: die Mär von der Unschuld tierlicher Produkte, für welche kein Tier direkt sterben muss, zersplittert selbst bei sehr naiver Betrachtung einmal mehr wie Glas, ist eine irrwitzige Vorstellung – egal ob Milch oder Ei, lebenslange Anbindehaltung, Tiertransport, Schlachthof, fensterlose Gefängnisse ohne jegliche Möglichkeit natürliche Triebe auszuleben, kein Scharren, kein Picken, kein Sonnenlicht, für die ‚ProduzentInnen’ bedeutet der Vorgang IMMER und OHNE AUSNAHME ein unerträgliches Leben abseits jeder Bauernhofromantik – die gibt es dann zuallermeist wirklich nur in der Werbung.
Und noch eine wichtige Frage tut sich auf: betrachten Sie die Befeiung solcher Tiere eigentlich als Diebstahl? Oder doch als einen Akt der Nächstenliebe? Diebstahl ist ein gar schreckliches Wort wenn es um Lebewesen geht; außerdem entbehrt der Tatbestand der Bereicherungsabsicht, welche bei einem ‚echten Diebstahl‘ als gegeben angenommen werden muss; wir halten es dann leiber gleich nach eigenen Worten: wenn das Gesetz gegen das Leben geht, was ist mehr wert – das Leben oder das Gesetz?…

Übrigens: WUSSTEN SIE DASS FÜR JEDES LEGEHUHN EIN HAHN DURCH DAS SOGENANNTE SEXEN – EINES AUSWAHLVERFARHENS GLEICH NACH DEM SCHLÜPFEN – STERBEN MUSS? WIE DENN DAS? WEIL DER ZUCHTZWEIG ‚LEGEHENNE’ AUF EIERLEGEN GETRIMMT IST, DAS WEITERLEBEN DER MÄNNLCIHEN KÜCKEN SOMIT WIRTSCHAFTLICH NICHT RENTABEL  WÄRE, DA DEREN KÖRPER FÜR DIE ANFORDERNISSE DER HEUTIGEN ZEIT VIEL ZU LANGAM FLEISCH ANLEGEN. ÜBERLEGEN SIE: IN ÖSTERREICH LIEGT DER EIKONSUM BEI ETWA 250 EIERN PRO PERSON UND JAHR; IN ETWA IDENT MIT DER JÄHRLICHEN LEGELEISTUNG EINER  LEGEHENNE (CA. 280 EIER) – WAS BEDEUDET, DASS JEDE/R ÖSTERREICHERIN, UND AUCH DIE EIERESSENDEN VEGETARIERENINNEN, DAS GRAUSAME ABLEBEN – DIE TIERE WERDEN BEI LEBEDNIGEN LEIBE GESCHREDDERT – ZUMINDEST EINES HAHN IM BABYALTER PRO JAHR AUF SICH LADEN!!!!!

Stunden später. Ein erstes vorsichtiges Glühen am Horizont verrät die bald beginnende Morgendämmerung; ein Teil des Einsatzteams ist noch immer unterwegs, es soll noch ein schneller Blick in eine Hühner-Masthalle geworfen werden.

Auch an diesem Ort das selbe Bild: zwei Reihen von endlos langen Gebäuden, die Umrisse einer Festung des Bösen gleichend zeichnen sich schemenhaft in der sich langsam verflüchtigenden Finsternis ab.
 

Auch hier findet sich ein Weg hinein in den Wahnsinn. Einige Tausend Küken pro Halle, kein Lichtstrahl von außen dringt ein, aber die künstliche Beleuchtung wird hier nie verglimmen – sie soll die Tierkinder zum ständigen Essen animieren, ein Umstand, der in der Tiermast ein absolutes Muss ist. Schließlich sollen die kleinen Kerlchen schon im Babyalter mehr Gewicht aufweisen als es Hühner unter normalen Verhältnissen im ganzen Leben erreichen würden. Zeit ist Geld, und während ein Hühnerleben unter artgerechten Bedingungen ca. 15 Jahre dauern würden, werden all diese kleinen Lebewesen schon im zartesten Alter, weit vor der Geschlechtsreife,  von nur 6 Wochen all den Horror welchen eine Ausstallung, ein Transport und ein Schlachthaus verspricht über sich ergehen lassen müssen.

Bis dahin vegetieren sie im perfekten Chaos; Essmaschinen, durch den Stress des immerwährenden Lichtes zur dauernden Nahrungsaufnahme angehalten, natürlich mit Mastfutter genährt; ohne Mutter, niemand, der Wärme oder Liebe spendet, außer den Heizkanonen; wozu auch? Ihr Leben endet schneller als es begann. Kindliche Seelen, in eine Welt geboren, die sie bloß als lebenden Nahrungsmittelvorrat betrachtet.

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Die AktivistInnen setzten erste vorsichtige Schritte, noch ist der Boden zu den Füßen eine weiche Materie aus duftenden Stroh; dies wird sich schnell ändern, denn ausgemistet kann so eine Halle in Vollbelegung natürlich nicht mehr werden; was bedeutet: das Stroh wird sich schon sehr bald zu einer Mischung aus verfaulenden Teilen, vergammelten Nahrungsresten, Fäkalien und den Körper jener Tiere, welche die Tortur nicht überleben werden, verwandeln.

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Es ist unfassbar: obwohl die Tierkinder noch so klein sind, höchstens eine Woche alt, liegen schon überall verstreut sterbende und tote Leiber der ihren. Unbeachtet, unbemerkt. Der Bauer wird sie bestenfalls in den nächsten Tagen einsammeln, wo sich der Verwesungsprozess dann in einer Mülltonne fortsetzt, oder aber die Verstorbenen werden eins werden mit dem Matsch zu ihren Füssen…
Können sie sich vorstellen wie eng es in solchen Hallen wird, in der vierten, fünften, sechsten Mastwoche? Wenn die Vögel doppelt, dreifach so groß sind wie nun????

Das Lebewesen Tier – hier nicht mehr als Ware, herzzerreißendes Opfer einer gnadenlosen Gewinnspannenberechnung…

Wer Schuld an der Misere ist, ist müßig zu diskutieren: der/die Landwirtin, der/die Zwischenhändler, der Lebensmittelhandel, der/die KonsumentIn. Die Antwort ist eine einfache: jede/r, der/die sich von den Körpern dieser rechtlosen Wesen nährt oder an diesem Verbrechen verdient…

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Stellen Sie sich das vor: 35 bis 42 Tage dauert das Leben all dieser Hühner hier, zu Hundertausenden werden sie jeden Tag in solchen Konzentrationslagern eingepfercht, sie, die gar nicht wissen – niemals erfahren werden – was es bedeutet ein Huhn zu sein; gemästet bis das der Tod eintritt, so oder so; viele werden die Mast nicht überleben, ihre Körper, ihre Knochen, werden dem rasenden Wachstum nicht standhalten, zerbrechen wie Glas, zerrieben wie Sand. Hunderte bei jedem Mastgang, ‚Ausfall‘ vorprogrammiert (im Bild oben ein schwer verletztes Küken; wir konnten es nicht seinem Schicksal überlassen, es kam natürlich auch mit uns mit; Bild links: Todesfalle Futtertrog; wie oft haben wir auf diese Tatsache schon aufmerksam gemacht?).

Mehr als 60 Millionen Hühner sterben dann jedes Jahr nach einem schrecklichen Leben einen noch schrecklichen Tod in einem Schlachthaus allein in Österreich, kopfüber auf den Füßen aufgehängt, durch ein elektrisches Wasserbad gezogen, geköpft.

Das Brathendl, eine Lieblingsspeise der ÖsterreicherInnen, entstammt in Wahrheit einem furchtbaren, immerwährenden Gemetzel, ist getränkt in einem Meer aus Blut. So ‚Bio‘ kann ein Huhn dann gar nicht sein, dass diese Beschreibung nicht zutreffen würde….

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