Stadt Salzburg: 33 Leben an einem Tag gerettet+++Ried:respekTIERE IN NOT im Einsatz!

Soooo schön – gemeinsam mit der Arge Tauben konnten wir dieser Tage sage und schreibe 33 Jungtauben am Salzburger Bahnhof retten! Wie das passiert ist?
Machen Sie es sich gemütlich, lehnen Sie sich zurück und lesen Sie eine Geschichte, welche sich in Zeiten wie diesen, wo so viele schlimme Nachrichten auf uns einprasseln, umso bessser anfühlen!
Der Salzburger Hauptbahnhof wird seit Jahren runderneuert, bekommt ein völlig anderes Gesicht. Die massiven Umbauarbeiten gehen zügig voran und so werden Anfang nächster Woche wieder 2 komplette Gleisportale, jeweils mehrere hundert Meter lang und dieses Mal aber endlich die letzten der alten, abgerissen; genau an dieser Stelle greift nun der Tierschutz ins Geschehen ein und mit ihm der Grund warum wir im vorangegangen Satz das Wort ‚endlich‘ verwendeten – denn unter den Balken jener verstaubten und in die Jahre gekommenen Überdachungen fanden sich hunderte Möglichkeiten für die fliegenden ÜberlebenskünstlerInnen um ihre Nester zu bauen. Dankenswerter Weise informiert die ÖBB dann den Tierschutz, in unserem Falle die Arge Stadttauben um Hans Lutsch und Gabriela Arnold, über jeden Taubennester involvierenden Bauschritt rechtzeitig vor dem Arbeitsbeginn. Starten die Maschinen nämlich einmal, gibt es kein Halten mehr: Zeit ist Geld, heißt die Devise wie leider überall, und sobald die Abriss-Birne am Werk ist, gibt es keine Rettung mehr für flugunfähige Jungtiere!

So begannen wir wie schon mehrmals zu Ende des letzten Jahres am frühen Morgen mit einer eiligen Rettungsaktion; Hans Lutsch hatte hierfür eine lange Leiter besorgt, Körbe zum Abtransport der Tierkinder standen bereit und vier bis in die Haarspitzen motivierte TierschützerInnen harrten in den Startlöchern – Leben retten, welch wunderschöneren Auftrag kann es geben, wie besser kann eine Woche starten????

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Nun zu unserer Geschichte: die auf uns wartende Arbeit ist eine aufreibende, harte, eine schwere, eine durch über die Jahre natürlich nie gereinigte Umgebung  besonders schmutzige; Leiter schleppen, Leiter rauf, Leiter runter, Tauben einfangen, in Körbe geben, immer in der Gewissheit, dass das Übersehen von Taubenkindern zu deren unweigerlichen und sicheren Tod führen wird. So kommt zur physischen Belastung auch noch der psychische Faktor hinzu, einer, der wohl wesentlich schwerer als Erstere zu verdauen ist! Doch zeigt sich solcher Einsatz mit derartig wunderschönen Erfolgserlebnissen verbunden, dass man immer weiter fortschreiten möchte und Müdigkeit selbst nach mehreren Stunden unentwegten Kletterns erst gar nicht zulässt.
Allerdings: kaum 90 Minuten am Werk, werden wir auch schon wieder aus der Euphorie gerissen – ein ranghöherer Bahnmitarbeiter – wie so oft passiert – beobachtete kurz, nur um dann einzuschreiten und zu meinen, wir müssten sofort unterbrechen, unseren Rettungseinsatz beenden – es bestünde eine zu hohe Gefahr im Zuge der Arbeit in teils luftiger Höhe in den Stromkreis der Bahn zu geraten! Eiligst wird nun herumtelefoniert, Abbruch und erneuter Versuch am nächsten Tag stehen kurz bevor – jedoch: einmal mehr setzt sich ein der Arge gut bekannter und dem Tierschutz sehr wohl gesonnener ÖBB-Bediensteter durch, gibt kurze Anweisung – und wir dürften tatsächlich fortfahren: nun mit einem fünften Mann im Team, einem Mitarbeiter der Eisenbahn, welcher den Einsatz überwacht, uns vor einem dann immer fatalen Unfall bewahren soll.  Hier müssen und dürfen wir erneut höchstes Lob an die Gesellschaft los werden, denn jener Helfer begnügt sich nicht damit Fahrgäste über unser Tun aufzuklären, uns den Weg freizumachen, vor anbrausenden Zügen oder losen Kabeln zu warnen, nein, es dauert nicht lange, und er legt selbst mit Hand an – großartig!

Letzten Endes müssen wir dann sogar eben geschlüpfte Jungtauben bergen, manche noch mit an der Haut festklebten Eierschalen (also Taubenbabys, die erst vor wenigen Stunden oder gar Minuten das Licht der Welt erblickten) – welche nun ExpertInnen Hans Lutsch und seine Gabriela in mühevoller Arbeit großziehen werden; auch bebrütete Eier müssen wir entfernen; wir wärmen sie so lange am Körper, bis sie schließlich in die Obhut von in Sicherheit brütenden Tauben übergeben werden können. Würden wir sie am jetzigen Standtort lassen, würden sie in den nächsten Tagen zerstört werden und dabei wohl auch die Brutvögel selbst, todesmutig wie Tauben nur zu oft sind, in eine gefährliche Lage bringen.
Manche unserer ‚Schützlinge‘ wollen dann aber auch gar nicht gerettet werden – natürlich wissen sie nichts von der bevorstehenden Gefahr und im Augenblick der Konfrontation mit uns müssen wohl wir die ultimativen Bösen in ihren Augen sein. Nur mit viel Geschick und in mühsamen Lektion erlernten Techniken können wir sie letztendlich mithilfe von Netzen erwischen – was in gut drei Metern Höhe auf Leitern balanzierend dann gar nicht so einfach ist wie es sich vielleicht anhört.

Jedenfalls: am frühen Abend, die letzten Strahlen der Sonne genießend, sitzen wir zu Hause am Balkon; der Tag war ein ausgefüllter gewesen; der Rückblick macht uns stolz – müde aber glücklich hatten wir die Aktion gegen halb 4 Uhr nachmittags beendet, im Wissen, dass unsere Existenz an diesem Tag für 33 Tierkinder das Überleben bedeutet hat!
 

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Bilder: links: so brutal und so sinnlos kann ‚Taubenabwehr‘ sein – Sie erkennen die Nester HINTER der Absperrung!  rechts: im letzten Moment, wir waren schon am Beenden, entdeckten wir noch diese beiden Winzlinge hinter einem Dachvorsprung; sie hätten die in wenigen Tagen beginnenden Abrissarbeiten niemals überlebt!

Wollen auch sie mithelfen? Die Arge Stadttauben betreut seit vielen Jahren Salzburgs Bahnhofstauben – und Hilfe wird ständig benötigt. Jeden Tag muss der Taubenkobel ausgemistet und gereinigt, geborgene Jungtiere gefüttert, zum Tierarzt gefahren werden. Und das sind nur ein paar wenige der täglichen Aufgaben! Wenn sie ein bisschen Zeit oder auch eine finanzielle Unterstützung erübrigen können und im Umfeld von Salzburg wohnen, bitte melden Sie sich direkt bei Hans Lutsch und Gabriela Arnold unter hans.lutsch88@hotmail.com! Sie werden sehen wie gut es sich anfühlt für andere Lebewesen einen Unterschied zu machen! 🙂

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Fotos: erste Reihe von links nach rechts: 1. im Einsatz! 2. Gerettet! 3. es tut vom Herzen weh, diese kleinen Leben den Eltern zu entreissen – aber ohne unserer Hilfe würden sie die Abrissarbeiten unmöglich überleben!
untere Reihe: Sterben passiert so oft unbemerkt – viele tote Tauben in den unzähligen Versteckmöglichkeiten; ganz rechts: RespekTiere-Aktivistin Michaela Bendner, der so freundliche und zuvorkommende ÖBB-Mitarbeiter, Hans Lutsch von Arge Stadttauben.

respekTIERE IN NOT im Einsatz! Wieder einmal statteten wir der Rieder Katzenfrau Franziska Myhre einen Besuch ab und brachte jede Menge Katzenfutter für ihre vielen, vielen Schützlinge! Frau Myhre kämpft wie alle TierschützerInnen an vorderster Front immer mit dem Notwendigsten, vor allem die Tierarztkosten setzen ihr immens zu. Nun kann man Kunst mit Tierschutz verbinden – die Katzenmutter malt nämlich auch! Der Preis für ihre Kunstwerke ist dabei nebensächlich, verhandelbar, meint sie. Denn natürlich, wollen Sie eines ihrer Werke erstehen, kommt der Erlös rein den Katzen zu Gute. Die Bilder entstehen immer dann, wenn sie mit Tierquälerei konfrontiert war, erzählt die herzensgute Frau; denn dann beruhigt sie nichts mehr als die Malerei. Was dabei heraus kommt, weiss sie im Vorfeld nie – so muss sich dann auch der/die KäuferIn überraschen lassen (im Bild rechts sehen Sie eines ihrer wunderbaren Bilder)!

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Wir bitten Sie vom Herzen, unterstützen Sie unsere Hilfseinsätze! Sie sehen anhand solcher Beispiele wie wichtig es ist, immer mobil zu sein und bereit, Tieren in Not zu helfen – ein weiterer Beweis des inzwischen wirklich enormen Tätigkeitsbereiches von respekTIER EIN NOT werden wir Ihnen schon in wenigen Tagen zu Herzen führen – eine endlose Geschichte findet dann ihre Fortsetzung!
Bitte helfen Sie uns helfen – ohne Ihrer Hilfe sind uns die Hände gebunden!

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