von Hubertusmessen und großartigen Tierschutzveranstaltungen…

Was für ein wunderbares Tierrechtswochenende liegt hinter uns!
Mit großer Freude können wir Ihnen zu Wochenbeginn von drei ganz fantastischen Veranstaltungen mit unserer Beteiligung des vergangenen Samstags und Sonntags berichten.

Beginnen wir gleich mit dem Tag des Herren; genau an diesem fand in Salzburg/Aigen die traditionelle Hubertusmesse der Salzburger Jägerschaft statt. Eigentlich völlig unpassend, denn verkündet jener Herr nicht ‚Du sollst nicht töten‘ als eine seiner wichtigsten Botschaften überhaupt? Und genau gegen dieses unabdingbare Gesetz verstoßend und noch dazu das Opfer solcher Machenschaft der selben Gottheit zum Altar legend und um Segen für die eigenen Reihen bittend, das zeugt entweder von unfassbarer Überheblichkeit oder aber auch von mangelnder Fähigkeit Wortzusammenhänge richtig zu begreifen…

Wie dem auch sei, von einer riesigen Musikkapelle angeführt bahnte sich der Zug der grün bekleideten Waidmänner und –frauen gegen 10 Uhr vormittags durch strömenden Regen den Weg vom ehrwürdigem Schloss Aigen durch das kleine Wäldchen hinauf in Richtung Kapelle, dem Tatort der verkannten Feierlichkeit. ‚Erntedank’, nennen es jene nämlich, die sich so gerne als Heger bezeichnen, in Wahrheit aber doch immer nur den Tod bringen. ‚Erntedank’, überlegen wir, ist es nicht ein Hohn in sich, eine Geißelung des Lebens, allein ein derartiger Wortgebrauch im Zusammenhang mit einer völlig unnötigen Auslöschung prächtigen Lebens.

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Fotos oben: der tote Hirsch passiert die Erhabenheit des Buddhismus-Gelehrten; der Tod begleitet die Messe; Fotos unten: Ehrfurcht vor dem Leben ist Abscheu vor dem Töten, eine Weisheit, welche an manchen ZeitgenossInnen spurlos vorübergegangen ist…

Mit leeren Augen, aufgebahrt auf einer Holztrage, von seinen Häschern mit unpassendem Lächeln getragen, starrt der Ermordete in den wolkenverhangenen Himmel; Regen tropft von seinem glanzlosen Fell, ein Zweig in seinem Mund geschoben verrät den heidnischen Ursprung des grauenhaften Aktes, die Gefangenschaft in starren Riten und längst vergessener Zeit des Barbaren, der sich heute viel lieber ‚Jäger‘ schimpft…

Tatsächlich, schwerbewaffnet, oft mit High-Tec ausgerüstet, wollen sie uns im lächerlichen Versuch Glaubens machen, nehmen sie den ultragefährlichen Kampf gegen Fasan und Feldhase in immer lebensbedrohlicher Mission auf herbstlichen Felder für uns auf, als Zeichen der höchsten Männlichkeit (selbst auf die deren Frauen trifft dies zu, vom Virus Gewalt und Mordlust im selben Maße infiziert)  Auge in Auge gegenüber den gefürchteten Bestien unserer Kulturlandschaft. Nicht auszudenken hätten wir sie nicht als BeschützerInnen der Gesellschaft, stellen Sie sich vor, all diese Tiere, sie würden über uns herfallen und letztendlich die Weltherrschaft übernehmen…

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Der Zug nähert sich der Kapelle; plötzlich bricht Gevatter Tod aus dem Wäldchen, wenige Schritte vor der selbsternannten Retterschaft aus verkannten Natur- und TierschützerInnen, führt die Menge an, was lautstarke Proteste von Seiten der JägerInnen nach sich zieht. Dann geht es durch die letzte Anhöhe vor dem Gotteshäuschen – und hier die letzten Meter im Spießrutenlauf durch die Versammlung von TierschützerInnen, ‚die das alles nicht verstehen’; ‚Ewiggestrige‘, werden sie genannt, von solchen, die Gamsbärte und Tannenzweige auf die Hüte gesteckt haben…

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Fotos: der Tod, ein treuer Begleiter der Jägerschaft…

Ein Fahnenmeer begrüßt die Grünröcke, ‚Für Blattschuss und Trophäenruhm bringen wir uns manchmal auch gegenseitig um’ ist noch das sanfteste Spruchband, welches da der verlegene lächelnden Sippschaft entgegenflattert; bis hin zu ‚Schande, Schande, Mörderbande’ reicht das Repertoire; auf einem Felsen sitzt eine weitere Todesgestalt in mahnender Pose, ein Sensenmann entlang des Weges verneigt sich vor jenen, deren ständiger Begleiter er ist.

Es sind 15 bis 20 AktivistInnen, allesamt sind sie gekommen um ihr Recht auf freie Meinungsäußerung einzufordern, um die JägerInnen ihrer Sünden zu erinnern! Ein buddhistischer Altar, aufgebaut von Buddha-Club Salzburg, unsere jahrelangen WeggefährtInnen, verbreitet zudem wohlige Geborgenheit in einem Moment, wo Moder aus abgestandener Jagdkleidung und der Hauch des Todes die Herbstluft erfüllt.

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Fotos: Buddha-Tempel für das Herz; der Tod, im Hintergrund nähert sich der Zug jener, denen so oft die Lust am Morden von Tieren vorgeworfen wird…
Fotos unten: Aktivistin im (kurzen) Gespräch mit dem Vertreter der Kirche; Selbstmord-Jäger verabschiedet seine KollegInnen, im Beisein Gevatter Todes…

Ein Geistlicher der Heiligen katholischen Kirche segnet tatsächlich die anwesenden und den Toten, die eigene Lehre missachtend; später, nach Beendigung des Gottesdienstes, erwartet ihn eine Tierschützerin, um in freundlicher Absicht die Beweggründe derartigem Verhaltens zu erfahren – der Priester jedoch gibt knappe Antworten, ihrer drei, dann setzt er seinen Weg fort, das laufende Gespräch missachtend – ist dies der Grund dafür, dass der Kirche die Schäfchen zusehends abhanden kommen? Sollte die Dialogbereitschaft, der ständige Austausch, nicht die wahre Stärke einer Weltreligion sein, und nicht Arroganz und Geringschätzung? An diesem Tag, der Herr Pfarrer mögen verzeihen, ging von der in typisch farbenfroher Kleidung gewandeten buddhistischen Gemeinschaft ganz sicher wesentlich mehr Energie, Ehrfurcht und offene Herzlichkeit aus als von pädagogisch geschulten Kirchenmann in strammer schwarzer Kleidung, nicht unähnlich der der Sensenmänner…

 

DSC 6023  Ein Kollege der Jägerschaft verabschiedete die jedes Jahr kleiner werdenden Menge der MessebesucherInnen (werden die JägerInnen immer weniger? Leider nicht, der Grund wird also ein viel trivialerer sein –  vielleicht haben wir in Österreich nämlich nur ‚SchönwetterjägerInnen’, jedenfalls, heute wo es aus Kübeln schüttete, besuchten auffällig wenige die Versammlung, welche ja ganz nebenbei DIE Hubertusmesse der Salzburger Grünröcke darstellt; trauriger Nachsatz: wahrscheinlich aber würde kein Regen der Welt die Grünröcke von einem freudig erwarteten Massaker einer Treibjagd abhalten…); allerdings in liegender Stellung, aus seinem Mund tropft dickes Blut, ein Gewehrschuss hat sein Leben beendet – warum? ‚Ich konnte die Schande nicht mehr ertragen ein Lustmörder zu sein!’, verrät ein Schild zu seinen Füssen…


Am Samstag durften wir eine große Bilderausstellung zu verschiedenen Tierrechtsthemen am Gnadenhof der Pfotenhilfe im oberösterreichischen Lochen errichten. Bei strahlendem Sonnenschein, extremes Kontrastwetter zur Jägerveranstaltung am nächsten Tag (ein Zeichen des Himmels?), waren hunderte BesucherInnen gekommen, um dem Hof ihre Ehrerbietung zu erbringen; völlig zu recht, denn was die neue Führung der Pfotenhilfe in relativ kurzer Zeit an diesem Ort erreicht hat, spottet jeder Beschreibung und lässt den/die Betrachterin vor Staunen mit offenem Mund zurück.

Wunderschön verziert zeigten sich am ‚Tag der offenen Tür‘ dann auch sämtliche Ecken und Winkel des Gutes – Strohballen, Kürbisse, Maiskolben und allerlei herbstlich stimmende Accessoires rundeten das wunderschöne Gesamtbild ab – was aber gar nicht nötig gewesen wäre, denn die HauptdarstellerInnen, die Tiere, sprachen ohnehin eine klare Sprache – und die verkündete: wir fühlen uns wohl und nirgends in der Welt könnte es uns besser gehen! Welch schönere Botschaft würde es zu vermelden geben können?

Jedes Wort ist ohnehin überflüssig – machen Sie sich bitte selbst ein Bild! Wenn sie Zeit finden, am besten so bald als möglich, packen Sie Ihre Lieben zusammen und lassen Sie an diesem Ort Ihre Seele baumeln, mit Wohlfühlgarantie!!!

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Fotos: Festtagsstimmung am wunderschönen Gnadenhof der Pfotenhilfe; Fotos unten: der so fantastische Künstler Chris Moser beim Bemalen einer Stallwand; daneben eine RespekTiere-Botschaft für die Gäste

So viele BesucherInnen, alle in bester Stimmung, und selbst die Tiere des Hofes passten sich dem Ereignis perfekt an; so als ob zuvor jemanden zu ihnen gesagt hätte, ‚passts auf ihr Lieben, bitte machts heute einen guten Eindruck, seids nett zu den Leuten, zeigts Euch, es ist eh nur für ein paar Stunden und dann habts ihr wieder eure heilige Ruhe‘ – egal ob Pferd, Esel, Kuh oder sonst jemand, ob geflügelt oder auf vier Beinen, alle bewegten sie sich in unmittelbarer Nähe zur Versammlung, die Pferde an den Gattern, wartend auf die bereit gelegten Karotten, die Katzen inmitten der aufgestellten Heurigentische, auf der Suche nach einem köstlichen Happen und noch mehr Streicheleinheiten, die Hühner neben den Wegen im Sand die Sonne genießend – kurzum, eine Botschaft der Liebe verbreitete sich in rasantem Tempo!

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Ach ja, fast geht unser Beitrag zum Fest unter bei so vielen Superlativen: aber, die Ausstellung konnte sich dennoch behaupten und wurde von den HofbesucherInnen mit riesigem Interesse belohnt – wir freuen uns riesig und bedanken uns bei der Pfotenhilfe vom Herzen dafür dass wir nun schon zum wiederholten Male unsere Arbeit am wichtigsten Tag des Jahres für den Gnadenhof, zu Ehren des Welttierschutztages, zeigen durften!!!

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Fotos unten: Backgenie und weltberühmt in Österreich: Christian Geiser, Weltrekordhalter im Backen verschiedenster Großartigkeiten, fertigte eine wunderschöne Nachbildung des Hofes an – als 100% essbarer veganer Kuchen!

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Fotos: Menschenmenge zur Führung durch den Hof; Kinderschminken; unten: Hüpfburg als Kindermagnet; veganer Imbisstand am Hof


Und wenn wir schon von Superlativen sprechen – auch die zweite Veranstaltung vom Samstag wo wir mitwirken durften, die herzerfreuende Tiersegnung im so unfassbar wunderschönen Mariengarten der Kirche Grossgmain im Salzburgerischen an der Grenze zu Bayern verdient dieselbe Wortwahl in allen Aspekten!
Der Grossgmainer Pfarrer, Herr Schmatzberger, ein Gottesmann, der, jede/r der/die ihn kennt wird es bestätigen, wohl ganz allein die fortlaufende Krise der katholischen Kirche zu bewältigen imstande wäre, rückte die mittlerweile längst traditionelle Messe zum Welttierschutztag zum wiederholten Male ins Zeichen der Esel von Mauretanien, und so durften wir auch an diesem ehrwürdigen Ort eine große Fotoausstellung passend zur Thematik präsentieren! Zugegeben, zwei solche Galerien  an einem Tag sind eine enorme logistische und kraftzerrende Herausforderung, aber die Mühen lohnten sich, und mehr als nur das. Allein die Präsenz des Herr Pfarrer Schmatzberger ist eine herzerwärmende, aber dann auch noch in einer katholischen Messe zum Gedenken an die leidenden Esel in Nouakchott aufgerufen zu werden und die Aussicht zu hören, dass Tiere selbstverständlich ins Paradies gelangen werden, lässt das eigene Ich im Inneren erbeben und vor Freude hüpfen!

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Fotos: Idylle bei der Tiersegnung in Großgmain; ein derart wunderbares Ereignis, welchem jede/r Tierfreund zumindest irgendwann einmal beiwohnen muss!
Fotos unten: Pfarrer Schmatzberger segnet einen Esel, dann besucht er die Eselbilder-Ausstellung!

Ein Blick in die Runde ist so ergreifend, dass man nur mit großer Mühe Tränen des Glückes zurückhalten kann – alle sind sie gekommen, mit Pferden, Dutzenden Hunden, mit Katzen, mit Eseln; und nachdem der Herr Pfarrer den Leib Christi verteilt hat, geht er durch die Reihen und segnet die anwesenden Tiere höchstpersönlich und einzeln…wahrlich, die Kirche würde ihrer Krise im Handumdrehen davoneilen, würden mehr Männer wie er im Namen des Herrn eine Menschen- und Tierschar beglücken dürfen…

Was besonders auffällt – und jede/r, der/die jemals eine dieser inzwischen weit über die Grenzen hinaus bekannten Messen besucht hat, wird kopfnickend zustimmen – während der gesamten Zeremonie gab keiner der anwesenden rund 50 Hunde auch nur einen Laut von sich, alle lagen bei ihren Familien und schienen den Worten des Pfarrers zu lauschen. Kaum jedoch war die Messe zu Ende, machten sich vereinzelte Gruppen auf den Nachhauseweg, entsannen sich selbige ihrer Stärken und schon begannen einige – immer harmlose – Streits zwischen den Vierbeinern…

Zu Ende der Messe ruft Pfarrer Schmatzberger die Menge nochmals auf die Ausstellung im Pfarrsaal – wir hatten sie inzwischen als Tribut an das herrliche Wetter großteils ins Freie verfrachtet – möglichst zahlreich zu besuchen, die Bilder zu betrachten – und die Spendengelder im Kirchenbeutel, die werden dem Projekt ‚Esel in Mauretanien’ zur Verfügung gestellt! Mit einem Kloß im Hals bedanken wir uns nach der Veranstaltung und zurück bleibt das Gefühl der großen Dankbarkeit – sooo schön, mit solchen ZeitgenosseInnen, echten Vermittler zwischen den Arten und Denkweisen, zusammentreffen zu dürfen!!!!

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Der Arbeitstag endet gegen halb 10 Uhr Abends – aber eine Erkenntnis bleibt: jede Sekunde davon war die Mühe hundertfach wert…

Achtung, Achtung: am kommenden Montag, 15. Oktober, veranstalten wir eine kleine aber spektakuläre Kundgebung vor dem Parlament in Wien; wer dabei sein möchte, für genaue Daten meldet Euch bitte unter info@respektiere.at!
Und dann noch eine Vorankündigung: am Dienstag, dem 30. Oktober, sind wir wieder bei der alljährlichen Pferdeversteigerung in Maishofen vertreten! Abfahrt aus Salzburg ca. 7.45 Uhr; wer dabei sein möchte, bitte sagts Bescheid!!!

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