Von der Notwendigkeit des Tierschutz in die Verfassung am Beispiel des betäubungslosen Schlachtens!

Wie Sie sicher wissen, seit vielen Jahren beschäftigen wir uns als eine der ganz wenigen Organisationen mit der Thematik des betäubungslosen Schlachtens. Wie auch in Deutschland ist eine dementsprechende Vorgehensweise in Österreich zuallererst natürlich eklatant gegen das Tierschutzgesetz, allerdings im Rahmen einer freien Religionsausübung – deren Zwängen hoffnungslos unterlegen – wird das eigentlich Unfassbare dennoch gestattet. Die Alpenrepublik hat sich aber wenigstens, im Gegensatz zu allen anderen westlich geprägten Kulturen, zu einem wichtigen Zusatz im Gesetzbuch hinreißen lassen – so hat hier sofort nach dem Schächtschnitt eine Betäubung zu erfolgen, das sogenannte ‚Post Cut Stunning‘. Wir haben aber selbst diese Form der Erleichterung immer auf das Äußerste angeprangert, als Augenauswischerei entlarvt und dementsprechend kritisiert; wäre es nicht so als ob man operiert werden würde, der Arzt den ersten Schnitt setzt, und man aber erst danach die Narkose erhält?

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Foto: auch wenn es so enorm schmerzhaft ist, bitte beachten Sie den Todeskampf im Bild, eine Verkrampfung der Hinterbeine, die so entsetzlich die Mär vom sofortigen Tod beim Schächtschnitt widerlegt…
dieses Foto, übrigens unter abenteuerlichen Umständen entstanden, ist Zeugnis dafür, das betäubungslose Schlachten endlich zu verbieten, ohne Wenn und Aber, ohne Ausnahmeregelungen für wen auch immer!

Österreich hat den Tierschutz noch nicht in der Verfassung festgesetzt; somit ist der Tierschutz gesetzlich als niederer Wert gegenüber des Rechtes der freien Religionsausübung zu betrachten, ein Umstand, der zugleich (im momentanen Status Qo) ein Hemmnis ist, aber auch eine ungeheure Chance in sich birgt. Warum? Würde dem Tierschutz der Verfassungsrang zugestanden, er wäre auf gleicher Ebene wie etwa die Religionsfreiheit, mit ihr auf Augenhöhe, was dann endlich zumindest die Möglichkeit eines Ansatzes für ein generelles Verbot jener Art des Tötens gewährleisten könnte! Kurz: um diesen Missstand zu beheben geht die Kampagne ‚Tierschutz in die Verfassung‘ Hand in Hand mit jener für ein Verbot des betäubungslosen Schlachtens! Eine ganz ähnliche Problematik, es sei kurz erwähnt, stellt dann übrigens auch der Tierversuch dar, welcher dem Wissenschaftsministerium unterstellt ist; auch hier ist die Allmacht der Wissenschaft im Gesetzbuch verankert und somit über den Tierschutz gestellt. Diese beiden Beispiele erklären die Dringlichkeit der Forderung ‚Tierschutz in die Verfassung – Jetzt!!!‘.

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Fotos, erste Reihe: RespekTiere-Kundgebung auf den Stufen des Parlamentes; vor dem Wissenschaftsministerium; Fotos Mitte: RespekTiere-Recherche mit versteckter Kamera in einem Schächtschlachthof; Fotos unten: Kundgebung in London, rechts: Intervenierung der englischen Polizei

Eine aufgeklärte Gesellschaft muss sich wohl irgendwann die Frage stellen: darf, kann sie einen Ritus wie jenen in sich dulden? Oder ist eine solche Duldung gleichzeitig der Todesstoß für ihre eigenen Werte, ganz nach dem Motto: eine Gesellschaft, die alles erlaubt, muss auch erlauben alles zu verbieten? Sie sich in dieser Diskrepanz zunehmend bis zur eigenen Bewegungslosigkeit behindert und immens schwächt, von ihrem Innersten her langsam selbst auffrisst? Eines scheint jedenfalls sicher: Religionsfreiheit darf niemals eine Rechtfertigung für Tierquälerei sein; und um Tierquälerei handelt es sich wohl ganz bestimmt, wenn Mitlebewesen bei vollem Bewusstsein die Kehlen aufgeschnitten wird und man sie langsam verbluten lässt. Nicht zu vergessen ist unser Leitsatz: Tierquälerei ist auch dann noch Tierquälerei, wenn sie im Namen einer Gottheit geschieht!

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Fotoserie: entsetzliche Bilder, welche wir in einem muslimischen Land gemacht haben; obwohl diese Aufnahmen nicht in Österreich entstanden sind, erachten wir eine Veröffentlichung an dieser Stelle dennoch für legitim, denn Schächten passiert überall gleich; egal wo, es gibt hier keinen Unterschied, etwa in technischem Fortschritt …

Kundgebungen gegen das betäubungslose Schlachten sind eine heikle Angelegenheit (weshalb sich dann auch so wenige Tierschutz- und Tierrechtsvereine an das Thema heranwagen); einerseits ist der Tatbestand der Tierquälerei wohl so eindeutig wie kaum sonst wo gegeben, andererseits aber ist die Religionsfreiheit, und damit auch die Ausführung der jeweiligen Religion konformer Riten, in der Verfassung jedes modernen Rechtsstaates festgehalten. Es geht bei Schächtdemos aber keinesfalls gegen AusländerInnen, schon gar nicht gegen Muslime oder Juden/Jüdinnen, sondern einzig und allein gegen die Schlachtungsart selbst – egal von wem dann auch immer durchgeführt! Wir distanzieren uns im Zuge solcher Kundgebungen selbstverständlich allerschärfstens von jeglichem rassistischem Hintergrund und etwaiger Fremdenfeindlichkeit. Es geht dabei einzig und allein um das Wohle der Tiere! (ja, sie mögen nun vielleicht einwenden, auch in ‚unseren‘ Schlachthöfen passieren schlimme Dinge – und das tun sie jede Sekunde, bei jeder noch so ‚humanen‘ Tötung, wobei das Wort ‚human‘ in diesem Zusammenhang schon eine Zumutung sondergleichen ist – und auch hier wachen Tiere regelmässig aus der Betäubung auf; das stimmt, und überzeugen Sie sich auf unserer Homepage, wir werden nicht müde vor ‚heimischen‘ Tötungsanstalten zu protestieren; nicht umsonst haben wir die spektakulären ‚Anti-Schlachthoftage‘ alljährlich Ende Jänner ins Leben gerufen – aber in diesem Falle hat man bei Bekanntwerden wenigstens die Möglichkeit rechtlich gegen die Grausamkeit vorzugehen, während die Schächtung Recht an sich ist; allerdings, wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht! P.S.: es gibt nur einen echten, wahren und 100% wirksamen Ausweg aus dem Dilemma: werden Sie, wenn Sie es nicht schon sind, noch heute zum/zur VegetarierIn!!!)

RespekTiere weist mit spektakulären Kundgebungen immer wieder auf das dringliche Thema hin; selbst im Ausland werden wir nicht müde das betäubungslose Schlachten anzuprangern – so zum Beispiel haben wir bereits im Bosnien und Montenegro protestiert, in London wurden wir im Zuge einer diesbezüglichen Kundgebung einst beinahe verhaftet. Auch vor der türkischen Botschaft wurden wir vorstellig und ein Protest vor den Toren der Israelitischen Kultusgemeinde in Salzburg brachte uns eine Anzeige beim Staatsschutz ein.

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Fotoserie, erste Reihe: Kundgebung am Salzburger Alten Markt; rechts: vor dem Landtag in Niederösterreich; Reihe Mitte: vor der Kultusgemeinde in Salzburg, was den Staatsschutz auf den Plan rief; Fotos unten: Kundgebung in Krems, Niederösterreich; rechts: vor der türkischen Botschaft in Salzburg

Mehrere Male standen wir bereits auf den Stiegen des Parlamentes, also am direkten Zugang zur Gesetzgebung, um unsere diesbezügliche Meinung kundzutun. Selbst die Salzburger Festspiele sind uns nicht heilig, gut betuchte und elegant gekleidete Gäste können dort regelmäßig Schlächter und nur mit Lendenschurz und Schafmaske bekleidete AktivistInnen sehen, welche sehr realitätsnah im (Kunst-)Blut ertrinken.

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Wir versprechen vom ganzen Herzen nicht müde zu werden solche Proteste durchzuführen, so lange, bis eine derart augenscheinliche Tierquälerei endlich dorthin gereiht wird, wo sie hingehört – in die Vergangenheit!

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Fotos: versteckte Aufnahmen in einem Schächtschlachthof, welche uns nur durch das Eingehens eines grossen Risikos gelungen sind…

Übrigens: die Heftigkeit des Ist-Zustandes ist wahrscheinlich für jene Menschen, welche nie eine Schächtung gesehen haben (und hoffentlich nie sehen werden…), kaum begreifbar. Für andere aber, jene, die den Vorgang miterlebt haben (erleben mussten, um beispielsweise Zeugnis ablegen und gegebenenfalls Vorurteile ausräumen zu können), stellt sich die Frage nach einem Verbot gar nicht mehr – dieses müsste ganz einfach eine Selbstverständlichkeit sein! Glauben Sie uns, der Todeskampf der Tiere, das oft minutenlange Ringen nach Luft, das Röcheln aus offener Kehle, der Laut der entsteht, wenn eine durchtrennte Luftröhre verzweifelt nach Sauerstoff schnappt – das menschliche Gehirn kann solche Eindrücke nicht verarbeiten, geschweige denn je vergessen. Es bleiben zwei Möglichkeiten: sich danach  für immer in sich selbst zurückzuziehen, gebranntmarkt, oder aber zum Anwalt zu werden und das Ungeheuerliche fortan anzuprangern – egal warum, und wenn auch um sich selbst damit Erleichterung zu verschaffen!
GegnerInnen des Schächtens Ausländerfeindlichkeit vorzuwerfen ist, verzeihen Sie uns die klaren Worte, pure Feigheit; Tierrecht, welches dieses Thema ausspart ist der Unvollständigkeit zu bezichtigen. Tierrechtsvereine, welche ihre Stimme nicht oder nur sehr vorsichtig gegen diese Grausamkeit erheben, tun dies sehr oft um nicht in jene Zwickmühle zwischen BefürworterInnen und GegnerInnen zu gelangen, ein Spalt, der sich ob der bohrenden Problematik wie selbstverständlich auftut und nur zu oft viele Unannehmlichkeiten in sich birgt. Aber bloss abzuwarten und aus der Entfernung zuzusehen verhindern eine sachliche Diskussion, entbindet jene, die ihr Wort erheben, einer immens wichtigen Stimme! Am Beispiel RespekTiere: wir waren IMMER und stehen nach wie vor für den Weg der Diskussion, des Dialoges; nicht umsonst hatten wir – was zu der Zeit noch niemand vor uns bewerkstelligen konnte – ein bis heute beispielhaftes Symbosium ins Leben gerufen, ‚Tierschutz im Islam‘ genannt, welche viele Einsichten und ein Gefühl von Miteinander brachte.

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Fotos: Kundgebung Salzburg; rechts: vor dem Landtag in Innsbruck, Tirol

Überlegen Sie: wir dürfen gegen das Robbenschlachten sein, ohne des Hasses gegen KanadierInnen verdächtigt zu werden; wir dürfen gegen den Singvogelfang sein, ohne uns dem Vorwurf des Rassismus gegen ItalienerInnen stellen zu müssen; gleich verhält es sich mit dem Stierkampf, wo wir als fühlende Wesen eine gemeinsame Stimme für die Tiere darstellen, ohne gleichzeitig dem Schwachsinn ausgesetzt zu werden angeklagt zu sein SpanierInnen nicht zu mögen. Warum aber werden dann Anti-Schächtkampagnen mit Antisemitismus verglichen, mit Feindlichkeit gegenüber des Islams? Sind wir als Gesellschaft wirklich schon so verarmt, dass wir keine Stimme mehr haben dürfen, wenn es um die allernotwendigsten Regeln im Umgang mit Tieren nach jahrtausendelang gewachsenen westlichen Werten geht? Ist es so, dann können wir uns gleich zurücklehnen und unsere Hände in Unschuld verschränken; ist es so, dann haben wir aus der Geschichte nichts gelernt und den Kampf für die Rechte der Tiere endgültig verloren, oder noch schlimmer, der Gleichgültigkeit ausverkauft…

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