Heute grosses Tierschutzfest!!! Rumänien 2

Achtung, Achtung, Achtung! Am Samstag, 27.04., findet unser großes Tierschutzfest im Kleingmainersaal in Salzburg statt! Es gibt einen riesigen Flohmarkt, dazu ein herrliches Buffet, vegane Kostproben aller Art, Kaffee, Kuchen, Kunsthandwerk, etc. und natürlich Infos vieler Tierschutzorganisationen, dazu eine große Eselfoto-Ausstellung! Sei dabei, 10 – 17 Uhr!!!

Bitte entschuldigen Sie, auf Grund der Fülle des Programms der letzten Wochen konnten wir den 2. Teil des Berichtes der Rumänienhilfsreise erst jetzt senden!

Fortsetzung Teil 1!

Die folgenden Tage sind gefüllt mit striktem Programm; selbst den Zoo in der Stadt besuchen wir um dort eventuelle Missstände zu dokumentieren. Es sei schnell erzählt, auch diese Einrichtung ist nichts mehr als ein Gefängnis, aber wenigstens gibt es kaum exotische Tiere, zumindest keine Elefanten, Tiger oder Löwen. Die Anlage ist eine veralterte, und besonders ein Pekari leidet ganz offensichtlich in einem kleinen Gefängnis, hinter Glasscheiben, die so schmutzig sind dass man kaum ein Foto dadurch machen kann (was bedeutet, das arme Tier sieht von der umgekehrten Seite auch kaum was außerhalb seiner Zelle passiert, prolongiert die totale Einsamkeit); grauer Beton bildet eine ganze Welt, allerdings eine der verlorenen Hoffnung; der Freigang ist zumindest an diesem Tag gestrichen, die schwere Eisentür geschlossen. Wenige Quadratmeter für ein derart großes Tier, keine Beschäftigungsmöglichkeit, Glas und Gitter, düstere Wände und das Gestarre von Dutzenden Menschen bilden eine wohl mehr als unzureichende Lebensgrundlage.

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Foto: die absolute Traurigkeit in einer Welt beherrscht aus Stahl und Beton…

Auch fünf Bären in einer allerdings relativ großen Anlage repräsentieren das Faktum ‚warum Zoos geschlossen werden müssen’. Eine künstliche Welt, beengt durch einen Wassergraben mit tiefschmutzigem Wasser, von nach oben hin spitzen Eisenstäben und Natodraht bewacht. Aber auch in diesem Falle zeigt sich vielleicht der Beginn einer neuen Zeit, eine tieferes Eindringen in die Materie, ein besseres Verständnis für die Rechte der Tiere bahnt sich an – Carmen erzählt davon, dass es viele Berichte in den lokalen Zeitungen gab, wo sich Menschen über die Wasserqualität im Graben bitterlich beschwerten, sogar dem Fernsehen war die Tatsache einen Bericht wert – wer wohl hätte sich unter dem Druck ehemaliger Diktatoren um solche Dinge gekümmert???  Wie wir nicht müde werden dürfen zu betonen, auch bei uns waren die Kinderschuhe der Tierrechtsbelange in solcher Richtung, und wohl erst der beginnende Fortschritt hat die Sache der Tiere in den Vordergrund treten lassen; überall im Osten, trotz der allgegenwärtigen Not, wird es dann auch so passieren, zuerst die Menschenrechte gefestigt und dann ist die vegetarisch/vegane Revolution nicht mehr aufzuhalten, wird wie eine Lawine jene Teile Europas, die letzten Festungen im Übermachtsglaube Mensch, überrollen – so zumindest die Theorie 🙂

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Fotos: warum dieser Hirsch trotz der riesigen Freiflächen in so einem Gefängnis leben muss, bleibt unklar; bei den Kaninchen stellt sich wohl die selbe Frage.

Wir fahren nach Bakova, dort wo Pater Bernos Ordensbrüder und -schwestern, die Salvatorianer, eine gänzlich wunderbare Stätte erreichtet haben; aus dem Nachlager in Temesuara, wo bis zu 120 obdachlose Menschen Nacht für Nacht einen Platz zum Schlafen finden und ebenfalls von Pater Berno – schon zu Lebzeiten eine Legende der Menschlichkeit – gegründet, werden solchige Personen gefiltert, welche ihr Leben zu ändern bereit wären; hier erhalten sie dazu eine neue – wahrscheinlich letzte – Chance, aber was für eine! Im von Temesuara 30 Kilometer entfernten Bakova entstand hierfür die sogenannte ‚Jugendfarm Pater Paulus’, als Resozialisierungszentrum für Jugendliche und Obdachlose gedacht. Die inzwischen von der Caritas geführte Anlage beinhaltet ein kleines Sägewerk, eine Tischlerei, eine Schlosserei, eine Mühle, besitzt mehrere Traktoren, mit welchen gut 230 Hektar Land bestellt werden; dazu gibt es einen Schweinestall, wo 100 Schweine für den Eigenbedarf der Caritas-Initiativen ihr Leben fristen; obwohl diese unter relativ guten – für Rumänien und beschämenswerter Weise oft auch für Österreich sogar unter ökologisch einwandfreien – Bedingungen gehalten werden, ist uns jene eine Einrichtung natürlich mehr als ein Dorn im Auge; dennoch, im Großen und Ganzen steht er Sinn der Jugendfarm wohl außer Frage – nicht nur deren wirtschaftliche Teilbereiche, sondern vor allem die psychischen Elemente; der Versuch einen Kreislauf zu durchbrechen, aus welchem es im Normalen kaum ein Entrinnen git. So sind auch kleine Holzhäuser für die notleidenden Beschäftigten errichtet worden, wunderschön, großteils mit Solarenergie versorgt, mit Gemeinschaftsräumen versehen, mit Tischtennistischen und anderen Beschäftigungsmöglichkeiten ausgestattet; rund 100 Menschen wurden so seit Bestehen der Anlage mit Arbeit und Unterkunft und Essen  – und vor allem mit Perspektiven – versorgt; allerdings, die Eingliederung in die Gesellschaft stellt sich letztendlich doch weit schwieriger dar als angenommen, wir erfahren vom Leiter von ‚Pater Paulus’ dass nur die Wenigsten auch noch nach einigen Monaten des Beginnes des neuen Lebens immer noch dieser Richtung folgen. Gewohnt ein doch freies Leben, wenn auch auf der Straße, zu führen, ist die Abneigung gegenüber der Regelmäßigkeit von Aufstehen und Schlafengehen, der fixen Arbeitszeiten, dann oft zu stark, und der Drang nach Alkohol ist ebenfalls ein nicht zu unterschätzender Gegner eines angeschlagenen Ichs…

Theoretisch haben die BewohnerInnen von Bakova allerdings die Möglichkeit hier Jahre und noch mehr zu verbringen, befreit von jeglichem Druck in bestimmter Zeit die Anlage verlassen zu müssen.

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Fotos: in diesen wunderschönen Holzhäusern leben die ehemaligen Obdachlosen, inkl. Solarenergie! rechts: die Mühle; Fotos unten: selbst das Kalb ist an der Kette – warum? Die Schweine verfügen dann anders als die Kühe über Zugang ins Freie.

Wir besuchen ein Krankenhaus, ebenfalls von der Caritas geleitet; es bietet Platz für rund 10 PatientInnen – und fast westlichen Standard! Liebevolle, helle Zimmer, gute Ausrüstung und herzliche ÄrztInnen stellen das Wohl der Kranken sicher; die Einrichtung deckt aber gleichzeitig auch noch andere soziale Aspekte ab; so zum Beispiel gibt es dort ein altes Ehepaar, Mann und Frau über 90 Jahre alt, welche sehr krank und schwach sind; das soziale Netz in Rumänien ist gerissen, und so fand sich kein Platz mehr für das so liebenswerte Duo außerhalb von Krankenhausmauern und nun erfüllt das kleine Krankenzimmer die Ansprüche sowohl eines Spitals, als auch die eines betreuten Wohnens und letztendlich ebenso die eines Hospiz. Die alte Frau spricht zu unserer Überraschung gutes Deutsch, und immer wieder betont sie, sie sei schon um die 50 Jahre alt… so etwas zu sehen ist gleichzeitig unfassbar niederschmetternd, aber auch herzergreifend im höchsten Maße; Menschlichkeit ist das Zauberwort, und die Cartias – ich muss zugeben ich war nicht immer dieser Meinung, aber zumindest hier in Temesuara kann ich es nach all den gesammelten Eindrücken mit Bestimmtheit behaupten – repräsentiert sie im höchsten Maße (angewandt auf Tiere müssen aber leider doch schmerzhafte Abstriche gemacht werden; so zum Beispiel gibt es in Bakova gut 10 Hunde, allesamt ehemalige Straßentiere, welche den Verantwortlichen ein Dorn im Auge zu sein scheinen; sie sollen dem Vernehmen nach nun verschwinden, wie auch immer das zu passieren hat. Natürlich vermehren sie sich auch, denn für Kastrationen, und seien es selbst nur eine Handvoll für die wenigen betroffenen Hunde, dafür dürften die Einnahmen – oder im noch schlimmeren Falle das Verständnis – der Organisationen dann leider nicht reichen. Es gibt in Bakova nebenbei auch 8 Milchkühe, welche – trotz 230 Hektar Land – ihr Leben in Anbindehaltung verbringen, ein Faktum, wo ein Gespräch längst überfällig ist …

Im Kloster wird täglich für obdachlose und bedürftige Menschen gekocht; schon um 7 Uhr morgens wird Frühstück verteilt, zu Mittag gibt es heiße Suppe und Brot und am frühen Abend nochmals eine Versorgung. Der Wert der Einrichtung ist ein unschätzbarer; was würden all diese Mesnchen tun, würde es jene Unterstützung nicht geben? Bis zu 80 Männer, Frauen und leider auch immer wieder Kinder nehmen diese Möglichkeit war, es ist für sie nur allzu oft die einzige Hilfe, die sie bekommen können!

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Obdachlosenverköstigungsstelle im Kloster; für ein paar Dutzend Menschen der einzige Hoffnungsschimmer des ganzen Tages! Viele der Bedürftigen schlingen im Stehen ihre Suppe runter und gehen schnell wieder, wohl aus Scham, in diese Lage geraten zu sein; die einzigen, die sich schämen müssten, sind aber die PolitikerInnen, welche für derartige Szenarien verantwortlich zeichnen…

Auch ein Besuch des Hospiz der Gemeinschaft steht auf dem Programm; gleitet wird der so wunderbare Ort von den Schwestern des Franziskanerordens; das dem Himmel sei Dank lange in die Geschichte eingereihte Regime hatte die ehrwürdigen Gemäuer einst konfisziert und für eigene Zwecke ge(miss-)braucht, aber mit der Wende im Land wurde die Liegenschaft an die eigentlichen BesitzerInnen rück-überschrieben; eine unfassbar gute Entwicklung, denn was hier geleistet wird, ist mit Worten nicht zu beschreiben. Diana, aus Deutschland stammend, arbeitet als psychologische Betreuerin, und sie erzählt davon, wie enorm wichtig Institutionen wie diese sind – PatientInnen im Kindesalter bis hin zum 107-jährigen Methusalem hatten bereits Aufnahme gefunden und  fanden sich in Liebe und Geborgenheit wieder, auf einer Abschiedsreise, welche wohl nicht würdiger und menschlicher gestaltet werden kann.

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Fotos: im Kloster; anstellen für einen Teller Suppe – so weit haben wir es gebracht, im reichsten Wirtschaftsraum der Welt…

Gitti und Gerald – wir bedanken uns an dieser Stelle bei den SpenderInnen, in erster Linie Altenheime des Salzburger Landes, vom ganzen Herzen, und ebenfalls bei der Firma Lohmann & Rauscher (www.lohmann-rauscher.com), welche uns regelmäßig durch Herren Huthmacher aus Deutschland mit dergleichen versorgt – schafften es Dutzende Packungen Windeln, medizinisches Bedarfsmaterial, Kanülen, Spritzen, Verbände und vieles, vieles mehr für das Hospiz zu organisieren und die Hilfslieferung wurde mit großer Freude entgegen genommen – punktgenaueres Spenden ist wohl kaum möglich!

Überall in Rumänien finden sich Tiermärkte. Vielleicht erinnert Ihr Euch noch, wir hatten in den letzten Jahren öfters von diesen furchtbaren Plätzen berichtet, wo ‚Nutz’tiere gehandelt werden, Schweine, Kühe, Hühner, Truthähne, usw; hier in Temesuara gibt es einen kleinen Markt, gleich gegenüber des Klosters, und dort werden neben Obst und Gemüse auch Kleinnager (Kaninchen und Meerschweinchen), Fische und vor allem Hühner und Enten angeboten. Die Tiere werden hierfür in winzige Käfige gesperrt, zusammengepfercht, und der Preis für ein Leben ist ein unfassbar niedriger; weniger als 1 Euro gilt es zu bezahlen, um beispielsweise ein Kücken zu kaufen…

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das Foto rechts unten zeigt, man erkennt es wegen der Größe des Bildes schwer, Schildkröten…


Wir besuchen ein Tierheim der Stadt, rund 250 ehemalige Straßenhunde sind hier untergekommen. Im Vorfeld hatten wir gar schreckliche Dinge über den Ort gehört, von höchst unzureichenden hygienischen Bedingungen war die Rede, bis hin zum vorsätzlich geplanten Massenmord an den Tieren. Verstrickt in zwielichtigen Geschäften, so wird gemutmaßt, versucht die Leitung des Asyls mit dem Tierleid das große Geschäft zu machen – und tatsächlich, die Stadt soll große Summe für den Unterhalt beisteuern.

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Allerdings, so betonten unsere InformatInnen, MitarbeiterInnen am Markt, kann es durchaus sein, dass – nach eindeutigen Berichten in den Medien – inzwischen weit bessere Zustände herrschen.

Wir wollen uns davon überzeugen, so betreten wir an einem windigen, kühlen Nachmittag die Einrichtung. Empfangen wird unsere kleine Gruppe von einem jungen Mann in westlicher Kleidung, bodybuilding-gestählter Körper, solarium-verbrannt, behangen mit dicken goldenen Ketten. Dennoch präsentiert sich der junge Mann, entgegen allfälligen Vorurteilen, dann durchaus freundlich, und er erlaubt uns das Heim zu betreten – was angeblich nicht immer selbstverständlich war. Unser Kommen ist übrigens angekündigt gewesen, doch nur 10 Minuten zuvor – zu wenig Zeit, um grobe Missstände zu beseitigen.

Der heimeigene Tierarzt begrüßt uns, auch hier ist der erste voreingenommene Eindruck einer, den wir später revidieren…

Jedenfalls verheißt der Anblick der ersten Räumlichkeit nichts allzu gutes; darin, in winzigen Zwingern, sind Dutzende Hunde untergebracht; allesamt zeigen sich die dann auch noch äußerst ängstlich, misstrauisch und todtraurig. Wir erfahren, alle jene Insassen sind Neuzugänge, gewissermaßen befinden wir uns hier also in einer Quarantäne-Station; der Raum wurde errichtet, um gerade erst eingefangene Straßenhunde einige Tage zu beobachten, sie zu behandeln, sicherzustellen, dass sie keine Krankheiten ins Heim bringen.

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Die nächsten Verschläge sehen schon besser aus, größer, und vor allem sind sie sauber, die Hunde mit Trinkwasser versorgt.

Wir gelangen durch einen Gang in den Außenbereich; dort sind viele neue Zwinger, allesamt mit Freilaufflächen versehen, zudem relativ groß und teil-überdacht; den Hunden scheint es recht gut zu gehen, bis auf ganz wenige Ausnahmen sind sie gut genährt, alle haben sie Wasser, wenn auch nicht immer ganz sauberes, und sie wirken nicht ungepflegt.

An der gegenüberliegenden Seite werden gerade neue Anlagen errichtet, nach dem selben Muster, mit dem Ziel bei Fertigstellung alle Hunde im Heim, bis auf jene in der erstgenannten Station, hier ins Freie verfrachten zu können – was ganz gewiss ein entscheidender Fortschritt wäre.

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Alles in allem konnten wir die bösen Gerüchte dem Himmel sein Dank dann nicht bestätigen, im Gegenteil, wurden diese sogar entkräftigt – letztendlich stellt die Auffangstation bestimmt eine der besseren dar, welche wir in Rumänien je gesehen haben!

Zu guter Letzt nehmen wir daraus dann auch noch eine allerliebste Hundedame mit uns mit, Gitte konnte nach einem schnellen Telefongespräch ein neues zu Hause für sie finden!

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Foto: sie hat Glück gehabt – in Österreich wird sie bereits freudig erwartet!

So klein ist die Welt im Tierschutz – eine junge Frau namens Adriana Tudor hatte uns durch das Heim geführt; sie ist eine alte Bekannte, tatsächlich – eingefleischte Newsletter-LeserInnen werden sich vielleicht noch erinnern – hatten wir sie bei einem Besuch vor einem Jahr bereits getroffen; sie versuchte damals mithilfe einer öffentlichkeitswirksamen, von den Medien beigewohnte Aktion in einem Stadtpark das Interesse auf das Schicksal der Straßenhunde zu lenken. Adriana freute sich sehr uns wieder zu sehen (was natürlich auf Gegenseitigkeit beruhte), und wir blicken mit Freuden in die Zukunft, wo sich vielleicht die eine oder andere Zusammenarbeit ergeben könnte!

 

Auch hatten wir die Ehre einem großen Treffen der so wunderbaren Act-AktivistInnen um deren so beherzte Obfrau Carmen Stanescu beizuwohnen; so schön zu sehen wenn sich ein gutes Dutzend junger Menschen trifft um gemeinsam an einer bessern Zukunft für die Tiere zu arbeiten. Mit diesem Interesse an der Thematik dürfen wir aus Temesuara in Zukunft viel Gutes erhoffen! Es war uns dann eine Ehre, dem jungen Verein die mitgebrachten Futterspenden (wir bedanken uns vom ganzen Herzen bei den UnterstützerInnen, Fressnapf Salzburg (www.fressnapf.at), dem Futterhaus Wals (www.dasfutterhaus.at), wo uns Filialleiter Ante Kovacievic spontan eine Kofferraumladung voller Tierfutter bzw. Zubehör auf die Reise mitgab und all den vielen privaten SpenderInnen, die damit solche Fahrten überhaupt erst möglich machen!!!) zu übergeben – Hunde- und Katzennahrung, sowie Leinen, Bürsten, Halsbänder und dergleichen, Material, welches das Budget der Organisation entlasten wird!

 

Den Abschluss unseres Schaffens in der 312 000 EinwohnerInnen-Metropole bildete dann eine Kundgebung gegen das allgegenwärtige, wenn auch verbotene, Töten von Straßenhunden – nicht nur hier in Rumänien, sehr viele EU-Staaten konnten diese Schande der Menschheit bisher noch immer nicht ausmerzen. Selbst sehr ‚fortschrittliche’ Mitgliedsstaaten des Bundes bilden da keine Ausnahme, wie wir zum Beispiel aus England oder aus Frankreich wissen.

Ein passender Ort für das Geschehen war schnell gefunden – der wunderschöne Stadtplatz, von ehrwürdigen Gebäuden eingerahmt, mit Denkmälern und Kirchen versehen, lichtdurchtränkt vom Schein gelblicher Straßenlaternen und von vielen, vielen Menschen frequentiert.

Bald konnte man so Gevatter Tod sehen, sensenbewaffnet, um die Schultern eine zerrissene EU-Fahne, im Hintergrund ein Transparent, welches ‚Death Penalty for Innocents? Stop Killing Stray-Dogs in the European Union!’ verkündete. Und sehr schnell stand die Szenerie im Mittelpunkt des PassantInnen-Interesses. Dutzende Fotoapparate wurden gezückt, vor allem Jugendliche ließen sich auch selbst mit dem Sensenmann fotografieren – natürlich nicht immer aus Tierliebe, aber der Hintergedanke ist ein heherer: all diese Menschen werden die Bilder wohl weiter reichen, FreundInnen und Bekannten zeigen, und einigen davon wird das Gezeigte in Erinnerung bleiben;  der/die eine oder andere wird dann, so hoffen wir, zum Nachdenken angeregt, manche vielleicht sogar zur Nachahmung…

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Fotos: vielbeachtete Kundgebung; im Bild rechts unten: Zwiegespräch mit dem Clow, der sich dafür entschuldigte, Spässe über ein so ernstes Thema gemacht zu haben!

Das wohl berührendste Ereignis: zwei als Clowns verkleidete Männer versuchten durch Grimassen und Spielereien die vorbeibrausende Menge zum Lachen zu bewegen, zumindest ein kleines Schmunzeln den versteinerten Gesichtern zu entlocken; ‚bewaffnet’ mit einem Luftballon in Schwertform fochten sie mit Kindern, und einer der Männer wollte auch den Knochenmann zum Duell bewegen. Dann aber bemerkte er den Schriftzug im Rücken, las die Zeilen – und kam auf den Aktivisten zu, reichte seine Hand und meinte: ‚Bitte entschuldige, ich hab das Transparent nicht gleich gesehen. Hätte ich vorher gewusst, dass so eine gute, ernste, Sache dahinter steckt, ich hätte keinen Spaß daraus zu machen versucht!’

 Wenn eine solche Einstellung kein Versprechen an die Zukunft darstellt!!!!!

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Foto: lasst uns gemeinsam daran arbeiten dass solche Zustände in Rumänien bald der Vergangenheit angehören!

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Fotos: Carmen Stanescu, Präsidentin von ACT Timisuara, mit der wunderbaren Adiana Tudor und ‚unserer‘ Hündin; rechts: Hundefuttersachspenden!

Die Heimfahrt sollte im Gesamten fast 12 Stunden dauern; es war dennoch eine Kurzweilige, in Gesellschaft so großartiger FreundInnen wie meinen beiden BegleiterInnen und der mitgebrachten Hündin.

Das Resümee ist ein äußerst erfreuliches: die wunderbare Reise, mit so vielen Eindrücke gesegnet, hat uns zumindest zwei Dinge gelehrt: zum einen – jede Hilfe wird gebraucht; und zum anderen – jede/r kann helfen, Ihr seht es am Beispiel von Gitti und Gerald, wie viel Gutes einzelne Menschen schaffen können! In diesem Sinne war der respekTIERE IN NOT-Einsatz ein gesegneter, höchst erfolgreicher – und zugleich ein herzerwärmend wunderbarer. Ich für mich bedankte mich spät Nachts beim Heimkommen, einfach dafür am Leben zu sein, solche Menschen wie Gitti und Gerald als meine FreundInnen bezeichnen zu können, mit Ihnen in Kontakt stehen zu dürfen – und auch dafür, dass ich für mich DIESEN, wen auch oft so schweren und traurigen, Weg gewählt haben zu dürfen!

Wie wichtig derartige Hilfsfahrten sind, wir können es nicht oft genug erwähnen! Nicht allein die Dinge, die man bringt – so unverzichtbar diese auch sein mögen – sind dabei ausschlaggebend, sondern viel mehr auch die persönliche Präsenz, das Wissen für die Menschen in jenen Ländern, es gibt da jemanden, der/die ihre Probleme versteht, mit ihnen zusammen an einer Lösung der akuten Sorgen arbeitet. Zu zeigen, wir haben sie nicht vergessen – und auch nicht auf die Tiere! Vorzuleben – deshalb ist es so enorm wichtig, ja ein primäres MUSS, dass wir selbst alle tierleidfrei essen – welchen Stellenwert in einer modernen Gesellschaft den Tieren gebührt, wie nachahmenswert der Einsatz für sie ist; wie Kundgebgungen funktionieren, welche Aufmerksamkeit damit auf die Sache selbst gelenkt werden kann; wie verzichtbar Einrichtungen wie Zoos sind, welche Schande der Menschheit Tierfabriken darstellen.
Überall wo wir bisher gewesen sind waren fast alle Menschen FleischesserInnen, in Fakt konnten sich selbst die ortsansässigen TierschützerInnen die vegetarische oder gar vegane Lebensweise meist kaum vorstellen; innerhalb kürzester Zeit ist es aber dann passiert, dass jeder erneute Besuch, natürlich ohne jeglichen mahnenden Ziegefinger, dazu beitrug, die Einstellung zu überdenken und schließlich abzuändern! Was wir damit sagen möchten, ist der Fakt, dass respekTIERE IN NOT in allen Einsatzgebieten dazu beiträgt den Vegetarismus zu etablieren und auszubreiten 🙂

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Foto: riesige Schweinefarm in Rumänien; auch diesen gilt es den Kampf anzusagen!

Bitte helfen sie uns zu helfen; Einsätze wie diese sind immer auch mit hohen Kosten verbunden, obwohl wir – und das sollte auch gesagt sein – niemals für Übernachtungen aufkommen müssen; immer finden sich Menschen bei welchen wir ein paar Tage bleiben dürfen. Selbstverständlich zahlen wir dann auch eventuelle Strafen – in Ostländern leider keine Seltenheit, allein das österreichische oder deutsche Nummernschild ermutigt die PolizistInnen bei jedem Anlass zur Verkehrskontrolle – und auch jegliche Verpflegung aus privater Tasche. Dennoch, Benzin ist ein hoher Kostenfaktor, Mautgebühren müssen beglichen werden und auch direkte Hilfe, zum Beispiel der Kauf von Stroh für Hundehütten, ist oft ein Muss.

Dem gegenüber steht aber: noch nie zuvor in der Geschichte waren wir Menschen so knapp davor den Tieren endlich flächendeckende Rechte zuzugestehen! Wir dürfen jetzt nicht nachlassen, und jede Hilfsfahrt bringt zudem so viel Menschlichkeit und Wärme, eine unentbehrliche Tatsache. Doch: ohne Ihre Hilfe sind uns die Hände gebunden, sie wir hilflos. Mit Ihrer Unterstützung aber, da ist alles möglich!

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