von Erfolgen, Kampagnen und der unerträglichen Anbindehaltung von Kühen!

Wir möchten heute aus tiefem Herzen ‚Danke‘ sagen, zu Ihnen, für Ihre so unverzichtbare Mithilfe bei der Nennung beanstandenswerter Tierhaltebetriebe, und zu den Behörden für deren durchwegs rasches Eingreifen in all den von uns gemeldeten Fällen der letzten Wochen, wo nun so viel gegenwärtiges und zukünftiges Tierleid beendet und verhindert werden konnte! So zum Beispiel ist eine langjährige Anbindehaltung von Pferden im Salzburger Land zu guter Letzt in die Vergangenheit gereiht, Ziegen wurden nach einem tristen Dasein im Stall endlich ins Freie gelassen, und in Bayern konnte Schafen, Rindern und an Ketten gehaltenen Hunden geholfen werden! Foto: im Bild sehen Sie ein Schaf, welches mit einem Dutzend ArtgenossInnen während der furchtbaren Niederschläge der letzten Wochen durchgehend auf einer Wiese gehalten wurde – ohne jeglicher Möglichkeit eines Zurückziehens in einen wind- und wettergeschützen Unterstand! Solche Fälle wandeln nicht nur an der Grenze zur Tierquälerei, sie überschreiten diese! Wenn Sie derartige Haltungen sehen, bitte machen sie die Verantwortlichen auf jene Tatsache aufmerksam (oder schreiben Sie uns und wir kümmern uns darum), oft hilft ein freundliches Wort mehr als jeglicher Behördendruck – besonders, weil die TierhalterInnen laut Gesetz oft sogar im Recht sind, ihre Tiere über Hintertüren den Elementen gnadenlos aussetzen dürfen! K640 DSC 9969

Tatsächlich, auch wenn wir TierschützerInnen immer unzufrieden sind, sein müssen, so ist es doch fast augenscheinlich, eine neue Epoche ist im Anmarsch – schlagen Sie doch nur Ihre Tageszeitung auf, nie zuvor ist so viel über unsere Mitgeschöpfe und deren Schicksal berichtet worden als in den letzten Monaten! Diese angebrochene Ära ist zunehmend geprägt vom Zusammenwirken verschiedener Einheiten hin zum Ziel einer Verbesserung des Daseins der Tiere – und genau deswegen kein vergänglicher ‚Trend‘, sondern sie wird eine nachhaltige Veränderung mit sich bringen! Dass wir Teil dieses Prozesses sein dürfen macht uns unfassbar stolz!!!

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Foto: noch vor gar nicht allzu langer Zeit konnten solche Bilder kaum Mitleid erregen – dem Himmel sei Dank hat sich eine solche Einstellung endlich und endgültig abgenutzt und ‚Mensch‘ ist im besten Sinne des Wortes menschlicher geworden – heute nimmt es der überwiegende Teil der Bevölkerung längst nicht als gegeben hin, wenn Tiere schlechten Bedingungen ausgesetzt werden!
Ganz bestimmt hätte sich dieses Kalb nach tagelangem Regen einen Unterstand herbei gesehnt – und unterstreicht damit unsere Forderung nach verpflichtenden trockenen Rückzugsbereichen für alle Tiere in Freilandhaltung!!!

Aaaber: Innehalten oder gar Zurücklehen gibt es nicht!
Besonders da im Moment mehrere unserer Kampagnen gleichzeit laufen und alle mit enormer Wichtigkeit behaftet sind! So zum Beispiel haben wir diese Woche ein langes und detailliertes Schreiben an die zuständigen Stellen verfasst, um endlich bessere Bedingungen für die sogenanten ‚Futter’tiere zu schaffen und unsere Forderung für verpflichtende Unterstände für Tiere in Freilandhaltung bekräftigt –  über den Fortlauf beider Initiativen halten wir Sie selbstverständlich am Laufenden! Bitte vergessen Sie in diesem Zusammenhang nicht die so wichtige Petition für die ‚Futtertiere‘ zu unterschreiben, Ihre Signatur bildet einen ganz wichtigen Rückhalt für die Kampagne – http://www.respektiere.at/petition.htm!

Große Resonanz hat auch unser letzter Newsletter über das Spanferkel-Essen hervorgerufen (nachzulesen unter: http://www.respektiere.at/news700px.php?catid=&newsid=1181); wer sich noch dazu äußern möchte, wir sind für jeden Brief dankbar (alle Schreiben werden in den nächsten Tagen ohne Namensnennung an die VeranstalterInnen weiter geleitet!): info@respektiere.at!

 

Ein weiteres Thema ist nun wieder in den Vordergrund getreten; im Zuge der laufenden Rinderrecherche wurde uns eine altbekannte und viel zu oft gar nicht als solche erkannte Tierquälerei erneut mit aller Heftigkeit vor Augen geführt – wir sprechen von der dauernden Anbindehaltung von Kühen! Lesen Sie dazu bitte den folgenden Bericht, der gleichzeitig den Teil 1 der Untersuchung darstellt:

Es ist Sommer, die Sonne lacht vom Himmel und füllt endlich wieder unsere nach langen, trostlosen und düsteren Wochen fast aufgebrauchten Vitamin D-Speicher. Jedermann/frau drängt ins Freie, möchte das Leben genießen.

DSC 0012(6) Nicht alle Wesen können dieses Vergnügen teilen; im alten Bauernhof nebenan zum Beispiel, wo sich die Nebel der Idylle noch immer nicht gelichtet haben, die Verklärung von verlorener Romantik weiterhin ungebremst stattfindet, dort wo sich zwar rundherum saftige Wiesen ausbreiten und das Herz des Wiederkäuers über das Angebot an Gräsern und Wiesenblumen lachen würde, herrscht eine fast beängstigende Ruhe vor; sagte ich Ruhe? Es ist mehr als das, denn das Gefühl einer beinahe schmerzhaften Einsamkeit klebt über dem Land, scheint die klare Luft zu durchschneiden, vermittelt dem/der BetrachterIn das Gefühl etwas Wichtiges verloren zu haben; fast reflexartig sieht man sich um, den Blick mit dem Boden verhaftet, immer auf der Suche nach dem vermeintlichen Verlust, und nur das sanfte Murmeln des auffrischenden Südwindes entlockt der Situation letztendlich doch noch ein klein wenig Friede.

Aber was ist es, was unsere Wahrnehmung hier belastet, eine Ausgeglichenheit so empfindlich stört, ja diese fast unmöglich macht? Pötzlich löst sich das Rätsel im Augenblick des Wimpernschlages, nämlich dann, als ein trauriges, durchdringendes, Wehklagen aus den halb verfallenden Gemäuern an den scharfen Rändern der Wiese zu uns dringt – erst jetzt wird es uns bewusst, kein Tier ist auf den Weiden zu sehen, zu kostbar scheint das wachsende Grün – es soll später geschnitten und zum wertvollen Rohstoff getrocknet werden.
Dort drüben aber, im halbdunklen, schimmelig-feuchten Verließ, unverändert seit Generationen, da vegetieren viel zu viele der ihren, sie, die wohl letzten Sträflinge unserer Zeit; angekettet; eingepfercht zwischen plastikummantelten Eisenkonstruktionen, zur beinahen Bewegungslosigkeit verbannt. Zum absoluten Stillstehen verurteilt, ein Leben lang. Unschuldig und, fast genau so schlimm, unbeweint, zur lebenslangen Ausbeutung degradiert, danach zu einem immer schrecklichen Tode im Schlachthaus bestimmt. Viel zu oft übersehen wir ihre Leiden einfach, von einer Überflussgesellschaft ohne Worte übergangen. Wir machen uns nicht einmal die Mühe Trauer darüber empfinden zu wollen, zu gründlich haben wir solche gewiss schmerzhaften Gedanken verbannt. So ist ihr ganzes Dasein untergeordnet einem unsagbaren Unterjochungsprozess; eine Tatsache, die ungeschönt immer so war, und genau so sein wird bis ans Ende ihrer Tage, dann, wenn ihre ausgelaugten Körpern den immensen Anforderungen einer Hochleistungsindustrie nicht mehr standhalten werden können. Körperlich am Ende, und dennoch viel zu jung, werden sie das erste Mal – falls jener Tag ein nicht bewölkter sein sollte – die Sonne auf der Haut spüren, doch in jenen Augenblicken werden sie die Zärtlichkeit der wärmenden Strahlen bestimmt gar nicht bemerken – sie werden vielmehr gebannt sein in unfassbarer Angst und in Vorahnung des zu Erwartenden. Sie werden kaum gehen können, nach all den langen Jahres des Stehens auf einem Fleck, kaum ein Quadratmeter schmutziger, kalter Beton, der ihr einziges zu Hause war. Ja, die stoische, beinah vornehme Ruhe ist trügerisch, denn im Innersten, da brodelt es. ‚Warum?‘, scheint in dicken Lettern auf ihrer Stirn geschrieben…

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Wie zum Hohn prangt ein Schild über dem riesigen Scheunentor; ‚A faire Milch‘, steht da geschrieben, und die Forderung nach einer höheren Bezahlung der LandwirtInnen für die weiße Körperflüssigkeit der ihnen auf Gedeih und Verderb Ausgelieferten. Jene Menschen also, welche – auch wenn sie dies verleugnen, den Schwarzen Peter nur zu gerne auf KonsumentInenn oder PolitikerInnen abschieben wollen – hauptverantwortlich zeichnen für ihre Misere. Kein Sterbenswörtchen, dass ‚Fairness‘ wohl niemals einseitig sein kann, Gerechtigkeit im Normalen die Eigenschaft in sich trägt, auf alle Beteiligten eines Prozesses gleichermaßen aufgeteilt zu werden.

Aber was ist heute noch ’normal‘? Sie hatten niemals in der Vergangenheit Rechte, selbst von jenen der Menschlichkeit oder der Ethik wurden sie stets ausgeschlossen, und es werden wohl noch so einige Jahre vergehen bis sie vielleicht letztendlich doch noch ein bisschen von dem erfahren dürfen, was wir so gerne als Humanität bezeichnen. Oder als Tierliebe, aus der wir sie trotz aller anderswertigen Bekundungen dennoch, zu unserer immerwährenden Schande, seit jeher völlig ausgeschlossen haben. Ja, sie sind die wahren Sklaven unserer Zeit; sie und die Millionen anderer ‚Nutz’tiere, deren Leben sich zu unser aller unauslöschlicher Schmach als ein Kreislauf aus Gewalt, Triste, Schmerz und Todesangst darstellt.
‚Ich wasche meine Hände in Unschuld‘, findet hier keinen Halt; denn schuldig an deren Agonie sind wir alle, jede/r Einzelne, der/die sich nicht mit Wort und Tat dagegen auflehnt, dieses wahre Verbrechen der modernen Menschheit als gegeben hinnimmt….
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Fakt ist: Österreich besitzt eigentlich eines der besten Tierschutzgesetze weltweit. Auch im Falle der Kühe gibt es eindeutige Regelungen, welche ein Mindestmaß von Lebensfreude für die Tiere garantieren sollen; so ist dort, anders als in den meisten Staaten der Welt, im §16 Punkt 4 schwarz auf weiß festgehalten, dass Kühen an zumindest 90 Tagen im Jahr ein Weidegang gewährt werden muss. Gut, das wäre zumindest ein, wenn auch – seien wir ehrlich – kaum überprüfbarer, Anfang! Aber wir wären nicht in Österreich, würde es nicht auch noch einen Zusatz zum Gesetz geben, einen Passus, welcher alles Vorangegangene postwendend ins Absurde zu führen vermag. Dieser Passus ist in seiner Anmassung ganz sicher einzigartig, raubt bei näherer Betrachtung beinahe die Luft zum Atmen, erfüllt den/die LeserIn mit Fassungslosigkeit; ‚…soweit dem nicht zwingende rechtliche oder technische Gründe entgegenstehen‘, steht da nämlich geschrieben. Und jetzt halten Sie sich fest, es kommt tatsächlich noch schlimmer, denn was der Gesetzgeber als ‚zwingende rechtliche oder technische Gründe anführt, entbehrt wohl jeglichem Verständnis – das ‚Nichtvorhandensein von geeigneten Weideflächen‘ wird da propagiert, oder die ‚baulichen Gegebenheiten am Betrieb‘ und den ‚Sicherheitsaspekt für Menschen und Tiere, insbesonders beim Ein- und Austreiben der Tiere‘ werden angegeben. Fazit: hier verhält es sich wie bei jenen Formulierungen, welche das Einleitende im zweiten Satzteil mit einem ‚aber‘ versehen und somit alles davor Gesagte nicht nur relativieren, sondern, viel weitreichender, völlig aussetzen. Tatsächlich, hierzu benötigt es keine Gesetzbücher und keine Richter, der bloße Hausverstand sagt es uns mit aller Deutlichkeit, jeder dieser drei Punkte für sich gebietet wohl nur einen zulässigen Schluss: nämlich jenen, und Sie werden uns jetzt ganz bestimmt zustimmen, die Haltung von Tieren an solchen Plätzen gar nicht erst zuzulassen, sondern sie ausnahmslos zu verbieten!!!!!

Fordern sie mit uns zusammen ein absolutes Verbot der dauernden Kettenhaltung von Kühen. Wir werden in den nächsten Wochen eine diesbzügliche Richtlinie, gemeinsam mit dem Appell nach verpflichtenden Unterständen für Tiere in Freilandhaltung, erstellen und mit Ihrer Hilfe sollte es uns gelingen diesem Aufruf entsprechend Nachdruck zu verleihen!

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