Pferdetettung in Nouakchott; Esel-Wundauflagen – wir bitten um Ihre Hilfe! Futterhaus Wals

Es ist ja nicht so, dass sich das Team rund um „respekTiere Mauretanien“ ausschließlich um Nouakchotts Esel kümmert und alle anderen Tiere von den Behandlungen ausschließt. Es kommt immer wieder vor, dass uns Leute herbeiholen, wenn es um generelle veterinärmedizinische Versorgung geht. Immerhin arbeiten wir auch mit einem – man könnte fast schon sagen stadtbekannten (aber im positiven Sinne!) – Tierarzt zusammen, der sich neben seiner Arbeit bei respekTiere um alle möglichen Wesen kümmert.
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Manche von Ihnen können sich vielleicht noch an die Biologin Mag. Syliva Reiter erinnern, die letztes Jahr über mehrere Wochen hinweg als tatkräftige Freiwillige bei unserem Eselprojekt vor Ort mitwirkte. Vor ein paar Monaten bemerkte sie in einem offenstehenden Gemäuer neben ihrem Haus in Nouakchott verwahrloste Pferde, deren Gesundheitszustand schon von Weitem alarmierend war. „Abgemagert, hinter einer hohen Mauer auf einem sandigen Platz mit wenig schattigen Plätzen vegetierend“ – mit diesen Stichworten kontaktierte uns Sylvia. Mehr konnte sie uns auch nicht mitteilen, denn wie es schien war morgens und abends, also jedes Mal, wenn sie auf dem Weg zur Arbeit an dem stallähnlichen Gebäude vorbeikam, keine Menschenseele bei den Tieren zu erblicken.
Um aber ohne das Gesetz zu verletzen in das verfallene „Gebäude“ hinein zu kommen und die armen Wesen zu behandeln, musste zuerst der Kontakt zum Besitzer hergestellt werden. Dieses Vorhaben kann sich ohne ein Telefonbuch schon eine Zeit hinziehen – doch wenn etwas in Afrika einwandfrei funktioniert, dann die verbale Buschtrommel (oder: Mundpropaganda)! Sylvia fragte in ihrer Nachbarschaft herum, aber – wenig überraschend – es schien keiner etwas zu wissen – bis dann letzte Woche plötzlich eine von Hand geschriebene Handynummer auf jener Eisentüre, die den Zugang zu den Tieren ermöglichte, zu finden war!
Wie sich herausstellte, war dies die Privatnummer des Wächters, der durch das Gerede der Leute erfuhr, dass er gebraucht wird! Ein Senegalese, welcher laut unserem Ärzteteam und Sylvia ein Herz und eine Seele mit den 4 (!) Tieren ist und der sich auch in Sachen Hufpflege bestens auskennt. Warum? Weil er Jockey war und sich selbst um seine eigenen Pferde sorgte!
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Dank des Wächters wissen wir nun, dass der Besitzer zwar reich, aber nicht an seinen Vierbeinern interessiert ist! Auf Grund dessen finanziert dieser auch nur das Notwendigste – sprich: das Futter. Huf- und Fellpflege, Impfungen, etc. all dies ist in seinen Augen überbewertet!! Tragisch, aber wahr!
So ist es auch wenig verwunderlich, dass der eigentliche Besitzer mit der ins Leben gerufenen Rettungsaktion nichts am Hut haben wollte. Doch um die Behandlungen schnellstmöglich einzuleiten reichte uns seine verbale Zustimmung und so legte unser Team noch am selben Tag los!
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Dies war auch nötig, denn vor lauter Gelenksschmerzen (die Gelenke leiden generell enorm unter fehlgeformten Hufen) war eines der Pferde war fast zu schwach zum Stehen. Doch mit Hilfe aller Anwesenden (Dr. Dieng, Moussa, Sylvia und ihr Mann) konnten seine Vorderhufe in die richtige Form gebracht werden! Die Hinterhufe kamen erst eine Woche später zur Korrektur unters Messer, damit dem Gaul erst mal Zeit blieb sich an das neue Lebensgefühl zu gewöhnen. Wobei man an dieser Stelle ehrlicher Weise sagen muss, dass an eine 100%ige Genesung nicht zu denken ist – vielmehr versucht man die Schmerzen zu lindern, sie dem Tier erträglich zu machen.
Die anderen 3 waren Gott sei Dank in einem besseren Zustand, so war auch das Procedere ein leichteres und der gesundheitliche Ausblick ist auch ein positiver! Nichts desto trotz Dr. Dieng und sein Team werden in den kommenden Wochen regelmäßig bei ihren neuen Schützlingen vorbeifahren, um nach dem Rechten zu sehen!
Wir halten unsere Leser natürlich bei dieser spannenden Sache auf dem Laufenden! (Bericht: Mag. Barbara Bitschnau)
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Apropos Mauretanien: nun haben unsere Näherinnen damit begonnen Wundauflagen für die Esel zu erzeugen.
400 Stück davon haben wir bei den Damen in Auftrag gegen, eine Entscheidung, welche doppelt Gutes bewirkt – denn zum einen wird verletzten Esel ganz wunderbare Erleichterung gebracht werden, zum anderen können sich die Näherinnen selbst so unfassbar notwendiges Geld verdienen, welches in ihren Familien dringenst gebraucht wird! So ist diese neue Kampagne eine ganz nach unserem Hauptmotto laufende: Tierschutz ist im besten Falle immer auch Menschenhilfe!
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Die Wundauflagen werden aus mehreren Schichten Stoff mit Schaumstoff dazwischen gefertigt; schließlich müssen die Polster der enormen Belastung von mehreren hundert Kilogramm standhalten. Deren Erzeugung ist dementsprechen ein Kostenfaktor, den Stoffe, Importware, sind sehr teuer – rund 4 Euro kostet uns eine solche Wundauflage am Ende. Dennoch, wenn man bedenkt welche Schmerzen damit gelindert werden können, so ist dieser Preis geradezu ein Schnäppchen…
Wenn Sie sich an dieser Kampgane beteiligen möchten, wir bitten Sie ganz fest darum; bitte schreiben Sie auf Ihrem Zahlschein den Vermerk ‚Wundauflagen‘ und Ihre Spende wird zu 100 % diesem Projekt zugeführt! Für 4 Euro helfen Sie einem Esel in besonderer Art und Weise!

Wir möchten uns heute vom ganzen Herzen beim ‚Futterhaus‘ in Wals bei Salzburg bedanken! Der dortige Filialleiter, Herr Ante Kovacievic, ließ seiner Tierliebe freien Lauf und stellte uns für die verschiedenen Projekte mehrere hundert Kilo an Hundefutter zur Verfügung! Die Spende kam dann auch genau im richtigen Moment, denn nach den vielen Hilfseinsätzen der letzten Wochen präsentierte sich unser Lager gähnend leer! Wenn Sie Herrn Kovacievic ein paar Worte des Dankes schreiben möchten, er würde sich sicher riesig freuen – fh7022@dasfutterhaus.at!

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