Rumänien – Teil 2

Nun gibt es tatsächlich den versprochenen Termin für eine Diskussion mit dem Präsidenten der Sanitär-Veterinären Behörde von Rumänien, Herrn Staatssekretär Vladimir Alexandru Manastireanu! Das herbeigesehnte Gespräch, an welchem mehrere Organisationen, die ihrerseits Projekte in Rumänien betreiben, anwesend sein werden, soll am Donnerstag, dem 5. Dezember, ab 14.30 Uhr in der Rumänischen Botschaft in Wien stattfinden! Anschließend gibt es auch eine Pressekonferenz, wo JournalistInnen vom Ergebnis des Gespräches informiert werden! Das Gespräch wird ein richtungsweisendes für unser zukünftiges Vorgehen in dieser Sache sein; wir werden dabei endlich erfahren, ob – und wenn ja, welche – Möglichkeiten es noch gibt, um die geplanten Massaker vielleicht doch noch auszusetzen!!!


Wir haben die vergangenen Tage einmal mehr eifrig dafür genutzt um eine neue Anzeigenwelle bezüglich der Futtertiere gegen Zoohandlungen und andere Betriebe vorzubereiten; die Mißstände in diesem Bereich sind Legende, und nun wird es endgültig höchst an der Zeit auch den Gesetzgeber von einer definitiven Regelung für jene Tiergattung im Tierschutzgesetz zu überzeugen. Bitte helfen Sie uns dabei – unterschreiben sie die entsprechende Petition auf unserer Petitionsseite! In Kürze werden wir natürlich auch in einem eigenen Newsletter über die Recherche berichten!



Rumänien, die Reise – Teil 2!

Es ist nun bereits nach 14 Uhr als wir uns den Weg durch die an manchen Stellen fast unberührt anmutende Wildnis an den Ausläufern der uralten Gebirge bahnen. Der Herbst hat nun mit ganzer Kraft eingesetzt, das Land breitet sich auf die Ruhe des Winters vor und scheint langsam zu entschlafen. Welke Blätter überziehen selbst das Asphaltband und führen uns die Vergänglichkeit allen Seins nur allzu deutlich vor Augen. Die Straße wirkt wie ein Fremdkörper in der wunderschönen Umgebung, der Versuch der Zähmung einer Ursprünglichkeit hat wohl fehlgeschlagen, und von den Elementen zernagter Beton kündet von der Lächerlichkeit im diesbezüglichen Experiment des menschlichen Zugriffs.
Gegen 16.30 Uhr erreichen wir die Banat-Metropole Temeswar, mit über 300 000 EinwohnerInnen die zweitgrößte Stadt Rumäniens. Welch ein Gegensatz zu Nadrac, hier scheint das Leben zu blühen, nichts ist zu spüren von der bleiernen Schwere, die andere Teile Rumäniens so in sich gelähmt zurück lässt. Die Straßen der Hauptstadt präsentieren sich bevölkert von Hundertschaften von beschäftigten Menschen, welche scheinbar ziellos durch die Häuserschluchten wandern; von oben betrachtet drängt sich bestimmt der Vergleich mit dem viel zitierten Ameisenhaufen auf, überall herrscht emsiges Treiben, und eine Heerschar von flatternden Tüchern mit jenen 27 gelbe Sterne auf blauen Stoffbahnen verkünden die offenbar großzügige Unterstützung der europäischen Gemeinschaft in der Wiederbelebung alten Glanzes

Foto: in den alt-ehrwürdigen Räumen des Salvatorianerklosters in Temesuwar, welches uns schon so oft eine wunderbare Herberge bot!

In diesem Umfeld treffen wir Carmen Stanescu und ihre Mitarbeiterin Manuela Cucu, die beiden jungen Frauen arbeiten zusammen am so ehrgeizigen Projekt ‚Act Timisuara‘, eine Organisation, welche sich dem Schutze der Straßenhunde verschrieben hat (wer den so engagierten TierschützerInnen schreiben möchte, bitte tut das unter acttimisoararo@gmail.com)! Und dabei wird schier Unfassbares geleistet, denn die Anzahl der Tiere, welchen bisher geholfen werden konnte, geht in die Tausende! In Zeiten wie diesen, wo der Staat einmal mehr zur Hetzjagd gegen die Heimatlosen aufruft, gnadenlos, versinnbildlichen derartige Vereinigungen ein letztes Bollwerk der Nächstenliebe, einer Insel der Menschlichkeit. Ohne die NGO’s, deren Wirken ein immer uneigennütziges ist, die unter Aufwand aller Kräfte, und selbst der längst verloren geglaubten, an jenen Werten festhält, welche von den gewählten StaatsvertreterInnen wieder und wieder in den Schmutz der regennassen Straßen getreten werden, sind in ihrer Wichtigkeit nicht hochgenug einzuschätzen. Menschen, welche Pauschalverurteilungen wie ‚diese Rumänien sind alle…‘ abgeben, denen würden wir wirklich dringend empfehlen, sie sollten einmal einige der dortigen TierschützerInnen persönlich treffen – ich bin überzeugt, ein kurzes Gespräch würde genügen um sämtliche überholte Ansichten einfach über den Haufen zu werfen!

Carmen erzählt uns von der unfassbaren Bürde der derzeitigen Situation für die lokalen AktivistInnen; ist es ‚bei uns‘ schon so dass viele Menschen am Ende ihrer Kräfte sind, allein durch die Präsenz mannigfaltiger Berichte im Netz über die Gewalt gegen die Hunde im Karpatenland unweigerlich einem psychischen Tief entgegensteuern wo allein der Gedanke an die armen Geschöpfe sie kaum mehr zur Ruhe kommen lässt, müssen sie und ihre MitstreiterInnen landauf landab tagtäglich die markerschütternde Realität mit eigenen Augen bezeugen. Und glauben Sie uns, die tatsächlichen Begebenheiten sind oftmals noch wesentlich schlimmer als alles was sich ein leidender Geist überhaupt nur vorstellen kann…

Foto: die unfassbar großartige Tierschützerin Lavinia Bradatanu von ACT Timisuara

Wir entladen die mitgebrachten Futtersäcke, mehr als eine halbe Tonne an Gewicht (und möchten uns an dieser Stelle vom ganzen Herzen bei FRESSNAPF Salzburg (www.fressnapf.at) bedanken, von wo wir für diese Hilfsfahrt wieder eine große Menge an Hundefutter mitnehmen durften; ebenso gilt der Dank der Familie Hartelt aus Going, wo wir einige hundert Dosen Hundefutter geschenkt bekamen, dem ‚Bunten Hund‘ aus Wien (ein ganz wunderbares Geschäft für den Hund, bitte stöbern sie!!!! http://www.bunterhund-wien.at/), welcher die Hilfsfahrt mit mehr als 150kg Hundenahrung sowie Leinen und Halsbändern unterstütze – nicht zu vergessen das großartige Tierschutzcentrum Meissen aus dem Osten Deutschlands, wo uns der wunderbare Mario Aßmann (team@tierschutzcentrum-meissen.org) einen Van gefüllt mit gut 1200kg an Tiernahrung direkt nach Salzburg sandte!!!!). Auch die Tierhoffnung International (www.tierhoffnung-international.at) aus Vorarlberg hat sich einmal mehr in die UnterstützerInnen-Liste eingetragen – sooo schön!
Die Futterspenden sind dringend erwartete, versprechen sie doch den von den jungen TierschützerInnen jeden Tag auf ein Neues geretteten Heimatlosen wenigstens für die nächsten Wochen halbwegs gefüllte Bäuche. Jetzt, da Vater Staat, welcher seit vielen Jahrzehnten mit der Problematik auf Kriegsfuß steht und es in all der langen Zeit nie geschafft hat halbwegs humane Programme zur Bekämpfung des Geburtenüberschusses unter den Straßentiere zu schaffen, wieder mit der angedrohten und an manchen Stellen wohl bereits vollführten Durchführung von furchtbaren Massakern die aufgeheizte Situation unter Kontrolle zu bekommen, ist die Unterbringung und Vermittlung möglichst vieler Hunde das Gebot des Momentes. Tatsächlich, unter unglaublichen finanziellen Aufwand, ein Aufwand, der die Unerschütterlichen an den Rand des Machbaren drängt, versucht man die Schützlinge bei allen möglichen Menschen zwischenzu’parken‘; nicht viele Pflegefamilien tun dies dann unentgeltlich – obwohl es das auch gibt, und wahrscheinlich häufiger als es bei uns der Fall wäre – zu allermeist muss dafür bezahlt werden, rund 30 Euro pro Hund und Monat!


Fotos, erste Reihe: nur mithilfe von verschiedensten UnterstützerInnen ist es uns immer wieder möglich solche großen Mengen an freeganer Tiernahrung zu bringen! rechts: so viele Hunde warten auf ein zu Hause, während anderswo – wie im Bild – spezielle Rassen gezüchtet werden…
Reihe 2:  diese wunderhübsche Hündin namens Fifi konnte mit uns ausreisen! Ebenso Adele, nun Jona, welche bei einer ganz großartigen Tierrechtsaktivistin ein zu Hause fand!

Morgen werden wir zu solchen Pflegeplätzen fahren, dürfen wir doch auch wieder einige Hunde mit nach Österreich und Deutschland bringen!

Die Nacht verbringen wir im Kloster des mit zahlreichen Menschenrechtspreisen geadelten Pater Berno’s vom Salatorianerorden, ein Hort, der uns seit vielen Jahren auf den Durchfahrten als eine wohlbehütete Herberge zur Verfügung zur Verfügung steht und nicht zuletzt auf diese Art und Weise die christlichen Ideale durch und durchverkörpert!

Der Tag beginnt erneut mit Regen; dennoch, der helle Streifen am Horizont verspricht zumindest ein paar Sonnenstrahlen und so ziehen wir voller Tatendrang der wartenden Herausforderung entgegen. Nach einem kleinen aber feinen Frühstück, wo der Kaffee wohl auch wegen der sich ob der Anstrengungen vergangener Tage langsam ausbreitenden bleiernen Müdigkeit heute besonders gut schmeckt. Das dampfend heiße schwarze Gebräu in den Tassen schafft es tatsächlich schon nach den ersten kräftigen Schlucken die Lebenskräfte zu wecken, der Geruch duftend-gerösteter Kaffeebohnen lässt zudem ein Gefühl der Heimeligkeit aufkommen.

Wir werden an diesem Tag viele unfassbar nette Menschen treffen, Menschen, welche sich durchwegs tief geschockt zeigen vom Regierungsentschluss hin zu erneuten Tötungen von Straßenhunden. Tatsächlich bannen wir mehrere diesbezügliche Gespräche auf die Speicherkarten der Kameras, wir werden daraus in der nächsten Woche eine Sendung für unser Radio RespekTiere machen – Sendetermin: Montag, 2. Dezember, pünktlich um 18 Uhr, auf der Welle der Radiofabrik 97,3 oder 107,5!

Lavinia Bratatanu, eine der vielleicht allerwichtigsten MitarbeiterInnen von ACT – sie führt ihrerseits zwei Cafe-Häuser und ein Irish-Pub, und die Einnahmen daraus gehen wohl zu einem überwiegenden Teil direkt in die Tierhilfe!!!! – führt uns zu einer weiteren Pflegestelle; hier wurden früher Truthähne gemästet, in einfachen Zwingern – eine Box ist sogar immer noch mit den Vögeln besetzt (obwohl die Unterbringung natürlich jeglichem Tierrechtsgedanken widerstrebt, sie ist dennoch ohne Zweifel um nichts schlimmer als jene in ‚unseren‘ vollgestopften Masthallen…). Wir holen Chip und Christie von hier, Beide werden in den nächsten Tagen ins Tierheim Waldkraiburg (www.tierheim-waldkraiburg.de) kommen, wo ein ganz sicher wunderbares zu Hause für sie gefunden wird! Die Hunde waren übrigens direkt am Straßenrand eines stark befahrenen Verkehrsweges gefunden worden, ein drittes Geschwisterchens starb kurz nach deren Auffinden. Die Überlebenden, nun gut 6 Monate alt, sind sehr scheu, besonders der kleine Rüde. Wären sie noch viel länger hier geblieben, sie wären dann bestimmt kaum noch vermittelbar; so sollten die Profis im Tierheim Waldkraiburg sehr bald ein Trainingsstadium, eine derartige Verbesserung im Ist-Zustand erreicht haben, wo danach einer Adoption wohl nichts mehr im Wege steht! 🙂

Foto: Frau Brigitte Maier, die Unentbehrliche, Nimmermüde, mit Theo!

Einen winzigen Kerl names Theo holen wir von einer herzensguten Frau, welche ebenfalls  mehrere Hunde von ACT bei sich zwischen-beherbergt. Der Allerliebste erobert im Handumdrehen alle Herzen- die Entscheidung ist spontan: Günther wird Theo bei sich aufnehmen!!!

An einem stillen Nachmittag  finden wir uns wieder in der langsam im Restaurationsglanz neu erstrahlenden, barock anmutenden Innenstadt von Temeswar – der Einfluss der Habsburg-Monarchie ist in den Häuserschluchten und besonders am Stadtplatz ein unverkennbarer, Österreich-Ungarn hat hier wunderschöne Spuren hinterlassen, und diesen konnte selbst die Kraft der Elemente nicht wirklich etwas anhaben. Schnell findet sich ein geeigneter Platz in der Fußgängerzone und endlich kommen unsere mitgebrachten Demo-Utensilien zum Einsatz: wir werden heute in der lauen Herbstluft eine Kundgebung gegen das Töten von Straßenhunden abhalten und dabei hautnah die derzeitige Stimmungslage in der Bevölkerung den armen Tiere gegenüber zu erspüren versuchen!

Der Protest, Sie haben sicher schon in den vorangegangenen Newslettern darüber gelesen, übertrifft letztendlich alle unsere Erwartungen; ganz schnell bilden sich Menschentrauben um den in Gevatter Tod-Kostüm maskierten Aktivisten, der da eine blutende Hundeattrappe an einer schweren Eisenkette festhält! Um seine Schultern geschwungen erfährt die erst vor 2 Tagen erstandene rumänische Fahne ihren ersten Auftritt, dazu tanzt ein Transparent mit dem Schriftzug ‚Alegre Viata- Choose Life! Stop the killing of stray dogs!‘ im aufkeimenden Wind im Gleichtakt mit dem blau-gelben EU-Sternenbanner. Zufällige PassantInnen beginnen zu diskutieren, es sei vorweggenommen: nur eine einzige ‚Gegenstimme‘ zu unserem Anliegen soll dabei hörbar werden, der überwiegende Teil der vorbeieilenden Schar sympathisiert ganz eindeutig mit den Anliegen der Tierschützer!

Letztendlich erscheint sogar ein Kameramann und bald beantwortet der Sensenmann die Fragen der mit ihm gekommenen Journalistin; zu Ende des Interviews erklären die Ausführenden sich ebenfalls solidarisch mit der RespekTiere-Forderung! Kaum verlassen die Medienleute die ‚Bühne‘, wartet schon ein zweites JournalistInnengespann auf die Gelegenheit zu einem Interview – mit großer Freude kommen wir dem nach! Der Protest wird auf diese Art und Weise einer großen ZuseherInnenschaft im rumänischen Fernsehen präsentiert werden!
Wir packen letztendlich unsere Sachen zusammen, der Auftrag wurde mehr als erfüllt – als plötzlich zwei Polizisten erscheinen. Mit ernster Miene fordern sie einen Ausweis, schließlich den Aktivisten selbst zum Mitkommen auf! Er soll am nächsten Posten Rede und Antwort stehen, was auch immer ihm vorgeworden wird – ganz sicher zumindest das Abhalten eines nicht genehmigten Protestes!
Die Uniformierten entfernen sich samt dem Aktivisten von der Szenerie, an einem düsteren Platz in einer Seitengasse wartet das Trio auf die mit Blaulicht und Folgetonhorn herbeieilenden KollegInnen der Beamten. Zur Befragung, unter der Zuhilfenahme einiger Rechtsbücher, durchgeführt von vier Polizisten – welche natürlich zuvor sämtliche Utensilien fotografiert hatten – gesellt sich dann dem Himmel sei Dank auch Lavinia – und der so engagierten Tierschützerin gelingt es schließlich die Sicherheitskräfte von der heheren Absicht hinter der Kundgebung zu überzeugen! Nach einer guten Stunde ist ‚Gevatter Tod‘ wieder frei und wird mit großer Freude von den restlichen Act-Aktivistinnen in die Arme geschlossen!


Fotos: die Kundgebung erregte ungeahnt große Aufmerksamkeit. Zwei JournalistInnen-Teams, im Interview mit dem Aktivisten sowie mit mehreren PassantInnen, sorgten für eine größtmögliche Verbreitung der Botschaft!:)
letztes Foto:der Augenblick der Wahrheit – uniformierte Beamte erscheinen…

Ein Treffen bei einem mit ACT zusammenarbeiten Tierarzt steht an! Das Meeting passiert in den neuen Klinikräumen, und alleine die Tatsache der Errichtung eines solchen hoch modernen Tierspitals lässt Hoffnung aufkeimen – dann ganz sicher investiert ein junger Doktor eine dafür notwendig selbstredend hohe Summe auch nur dann, wenn er überzeugt ist, auch genügend Kundschaft anzuziehen; was andererseits den Schluss nahelegt, es gibt genügend Menschen, welche ihre Tiere so sehr lieben, dass sie Tierarztkosten nicht scheuen!

Wie dem dann auch sei, an jenem Ort ist ein weiteres Opfer der jetzigen Situation untergebracht, ein wunderhübscher junger Hund, der an einem Leiden an den Hinterbeinen laboriert. Er braucht noch eine zusätzliche Operation, danach kann er entlassen werden – und bittet aber schon jetzt um ein neues zu Hause! Tatsächlich ist seine Behandlung nämlich eine teure, eine von Carmen und Lavinia finanzierte; und nicht nur die Behandlung selbst, natürlich wird langsam auch die Unterbringung in der Klinik eine finanzielle Belastung, aber in seinem Zustand wäre eine Vermittlung nach Westeuropa ohne diemedizinische Betreuung wohl nicht möglich gewesen…


Fotos: Manuela von ACT mit dem Armen – vielleicht können wir ihm helfen und ein zu Hause finden? rechts: die wunderschöne neue Klinik!

Tierarzt Dr. Popao erlaubt uns ebenfalls ein sehr aufschlussreiches Interview. Noch während des Gespräches erscheint ein junges Pärchen – die Beiden haben einen Hund gefunden, der von einem Auto angefahren und unbeachtet am Straßenrand liegen geblieben war. Auch hier beweist sich einmal mehr ein eigentlich selbstverständliches Faktum (welches wir aber nicht zuletzt auf Grund der passierten Hetzkampagnen-Verallgemeinerungen gegen das rumänische Volk als gesamtes einfach erwähnen möchten): es gibt unfassbar tolle Menschen im Karpatenstaat, selbstlose, herzensgute! Jemand der/die in einem Krisenland wie Rumänien sein Erspartes für Mitgeschöpfe in Not spendet, ohne zu überlegen ganz bestimmt nicht billige Operationen finanziert, der/die verdient unsere ausnahmslosen Respekt und unseren vom Herzen kommenden Dank!!!

 

Wir lassen den so emotionalen Tag bei einer Familie ausklingen, wo einmal mehr Hunde von ACT in Fürsorge genommen werden – hier ohne jegliche Kosten, nur einen Futterbeitrag leisten die Tierschützer! Einer der Glücklichen wird am nächsten Tag auf die lange Reise gehen, er hat ein zu Hause im fernen England gefunden! Vernetzung ist der Schlüssel zum Glück, und bei allen Nachteilen welche das Internetzeitalter vielleicht auch immer bietet, der der Verbreitung wichtiger Informationen im schnellsten Tempo überall hin in die Welt ist ein oft genug überlebenswichtiger!

Die Tochter des Hauses, die 15-jährige Paula Bota, versucht sich gerade einen Namen als Hundetrainerin zu erarbeiten; wie wichtig dieser Beruf im Land wird, die Bedeutung stetig steigend, haben wir oft genug erfahren – selbst ranghohe PolitikerInnen sprechen davon, dass eine ganz wichtige Ecksäule im Gesamtbild des künftigen Tierschutzprozesses jene sein wird, wo dann auch Tieren geholfen werden kann, welche vielleicht auf Grund deren momentaner psychischer Verfassung ansonsten keine Chance haben würde!

Paula beweist uns dann auch gleich ihr unverwechselbares Talent; ihr größter Schatz, ein ebenfalls von der Straße geretteter wunderhübscher Mischlingshund, der übrigens jede ihrer Bewegungen mit Argusaugen verfolgt und das Mädchen im Falle einer drohenden Gefahr wohl mit seinem Leben verteidigen würde, zeigt uns spielerisch erlerntes – er beherrscht an die 50 Tricks, sein Repertoire ein stetig steigendes!


Foto unten: Tierenergetiker Günther Kurz bringt die beiden sehr übermütigen Hunde schnell und gekonnt in einen Entspannungszustand!

Die Heimfahrt am nächsten Tag, nach einer herzlichsten Verabschiedung von unseren so liebgewonnen Tierschutzkolleginnen, sollte dieses Mal eine besonders stille sein; wir sind allesamt in Gedanken  versunken, sinnieren über Lösungsansätze, verarbeiten mühsam Gesehenes und Gehörtes. Ein Fazit bleibt aber: obwohl uns die Situation natürlich denkbar angespannt zurück lässt, die Reise war dennoch eine wunderbare, gefühlsbetonte, Sicht erweiternde und nicht zuletzt auf Grund der vielen mitgebrachten Hilfsgüter und der Verbreitung unseres Protestes eine wohl höchst erfolgreiche – so zum Beispiel konnten fünf Hunde mit uns zusammen die lange Fahrt antreten.

Wir möchten an dieser Stelle nochmals unseren ganzen Dank an Sie richten, Sie wissen, ohne Ihrer Hilfe wären solche Einsätze nicht möglich. Eine derartige Menge an Hilfsgütern für Mensch und Tier muss erst einmal gespendet, gesammelt und verteilt werden – wir können uns also nur wiederholen: wir umarmen sie ganz fest dafür, es ist eine große Ehre für unser Team immer wieder auf ein Neues Ihr verlängerter Arm sein zu dürfen!!!

Trotz des übermannenden Aufgabenbereiches der uns im nächsten Monat erwartet, denken wir auch schon wieder über eine Sache nach: so gerne würden wir noch in diesem Jahr, dann am besten vor Weihnachten, einen Transport nach Rumänien leiten, mit Schwerpunkt Hundefutter für unsere MitstreiterInnen, sowie Kinderspielzeug und Lebensnotwendiges für Nadrac, jenem Ort am Abstellgleis des Geschehens – so viel Glückseligkeit würden wir bereiten können, und allein der Gedanke daran lässt uns innehalten vor Vorfreude – vielleicht können wir es tatsächlich bewerkstelligen, erneut den weiten Weg auf uns zu nehmen und die Verantwortung für Mensch und Tier, welche respekTIERE IN NOT bei seiner Gründung eingegangen ist, in reinster Form wahrnehmen….


Foto: respekTIERE IN NOT ist immer im Einsatz und die Hilfe ist eine vielfältige, weit verzweigte; Kastrationsprogramme nehmen dabei aber den allerwichtigten Anteil ein!

 

 

 
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