Pferdeversteigerung Maishofen – Unfassbar, Beschlagnahme des RespekTiere-Demomaterials!

Die Pferdeversteigerung in Maishofen, nahe Zell am See, ist ein Fixpunkt in unserem Demojahr. Schon beinahe traditionell sind wir nun im salzburgerischen Pinzgau vor Ort, um direkt am Platz des Geschehens auf die grausame Situation, welcher die Pferdezuchtfohlen viel zu oft ausgeliefert sind, aufmerksam zu machen. Sie wissen, die Tierkinder sind für den Tourismus in Salzburg und Tirol ein gern gesehener Anblick, verspricht ein solcher doch als Stein im Mosaik ein idyllisches Gesamtbild der intakt projezierten Natur. Ob der dann immer tatsächlich so pur und rein ist, scheint Nebensache, und Schandflecken werden nur zu gerne kaschiert. Die PferdezüchterInnen spielen dieses Spiel selbstredend mit, der Wunsch nach einem Elitefohlen, ein solches welches alle rassetypischen Merkmale besonders von Haflinger oder Noriker zu 100 % verkörpert, ist ja ein ausgeprägter – verspricht ein solches Zuchtergebnis doch neben dem Ruhm auch eine Menge Geld! Der Haken nur: gut 96 % erreichen das erkorene Ziel nicht. Aber was soll’s, im nächsten Jahr  werden die Karten neu gemischt, es ergibt sich erneut die Chanche; Leidtragende dabei sind allein die Pferde! Das Leben zählt in einer solchen Konstellation wenig, und eventuell aufflammendes Gewissen wird schnell unterdrückt – denn vergessen wir nicht, auch der Gast, Devisenbringer, will ja wieder junge, wunderhübsche Pferdekinder auf den Weiden sehen – ein Kreislauf, der verhängnisvoller nicht sein könnte, zumindest nicht für jene, die geboren um zu sterben!
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Fotos: Versteigerungsarena Maishofen – tierlicher Sklavenverkauf im 21. Jahrhundert

Einen großen Absatzmarkt für ungewollte Fohlen, die im Winter durchzufüttern niemandes Anliegen ist, stellt traditionell Italien dar. Warum? Die seit jeher heiß begehrte Salami zum Beispiel ist im originalen aus Pferde- und Eselfleisch hergestellt, und auch sonst steht das Reittier auf der Liste der begehrten Delikatessenlieferanten… So werden die Einkäufe auf den Pferdemärkten gerne in unser südliches Nachbarland gebracht, dem langen Transport folgt ein wochenlanges Mästen in riesigen Stallanlagen; Bewegung gibt es ab nun keine mehr, an kurzen Ketten verbringen die armen Tiere ihre letzte Zeit auf Erden.
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Foto: das lange Warten auf die oftmals letzte Reise…

Ach ja, und der heimische Pferdezuchtverband, in Tierschutzanliegen – mindestens ebenso traditionell wie unsere Proteste bei den Versteigerungen – nicht besonders beschlagen, hatte vor einigen Jahren DIE Idee – tatsächlich verlautete man im Zuge einer Pressekonferenz – wo RespekTiere vor den Toren natürlich mit einer entsprechenden Kundgebung vertreten war – dass ÖsterreicherIn von nun ab auch Pferdefleisch als selbstverständliche Zutat in den Menüplan integrieren sollte; selbstredend, allein aus Tierschutzgründen, wurde da vermerkt, denn damit würde man doch den Transport nach Italien unterbinden, das ‚Lebensmittel’ im eigenen Land belassen. Nur vergaß der Verband die einfachste und wichtigste Geschäftsregel zu erwähnen: Angebot und Nachfrage ordnen den Markt … was bedeutet: egal wie viel Pferdefleisch ‚ÖsterreicherIn’ auch immer isst, so sicher wie das Amen im Gebet wird deshalb kein Gramm weniger in Italien verspeist; gehen wir noch einen Gedankensprung weiter: desto mehr muss ‚produziert’ werden, um die nun neue Nachfrage mit zu decken! Ein gefinkelter Plan also, der allerdings so einfach durchschaubar ist wie klares Fensterglas…. Und noch etwas – wenn sich der Verband hier im eigenen Interesse auf den Tierschutz beruft, unfassbarer Weise ‚aus Tierschutzgründen’ öffentlich zum Essen von Pferden aufruft, warum wird er dann andererseits nicht müde wieder und wieder zu behaupten die TierschützerInnen übertreiben maßlos, nur ein winziger Bruchteil der Pferde würden überhaupt nach Italien gebracht werden???? Apropos ‚durchschaubar’…
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Foto: wo dieser Transporter wohl hinfährt? Sicher nicht auf eine Tiroler Weide!

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Fotos: der leise Abschied – der Mutter entrissen…

Schon mehrmals gelang es uns auf den Pferdemärkten besonders spektakulär aufzutreten, wenn wir zum Beispiel in Maishofen wie in Abtenau, beides Hochburgen im blutigen Geschäft mit den Tierbabys, die Versteigerungsarenen stürmten und dort den wohl direktest möglichen Protest platzierten.
Nun aber stehen wir immer unter Polizeibeobachtung, jeder Schritt wird uns vorgezeichnet, Demozonen, die wir nicht verlassen dürfen, eingerichtet.
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Seltsamerweise, in Maishofen 2014 allerdings gab es diese Einschränkung warum auch immer nicht; also wanderte ein blutbeschmierter Fleischer mit Totenkopfmaske alsbald über das Gelände, an einem Strick einen pferdebemaskten Aktivisten hinter sich her ziehend. Bis zum Zugang zur Arena ging die Mahnwache, dort verharrte man, ließ einen Spottregen von alkoholschwangeren TierausbeuterInnen über sich ergehen, drehte seine Runde durch die Menschenmenge, durch Pferdestallungen und vorbei an den vielen, vielen an den Relings im Freien festgebundenen Tieren. Es gab dabei Anfeindungen, selbstredend, aber auch so manch konstruktiven Kommentar – alles in allem ein gelungener Protest, der uns zufrieden und die Menschen in gewollten Diskussionen zurückließ. So weit so gut, AktivistInnen entkleideten sich alsbald der Kostümierung, bevor es ‚in zivil’ in die Arena und auf das Versteigerungsgelände ging, um dort Impressionen festzuhalten, welche den Wahnsinn hinter solchen Veranstaltungen dokumentieren würden. Mitten in der Arbeit verriet ein zorniges Summen am Handy eine eilige Nachricht; ‚Polizei ist hier – beschlagnahmt alle Demosachen’, stand da am Display!
Tatsächlich hatten sich mehrere Beamte eingefunden, die bereits prall gefüllte Boxen in den wartenden Polizeiwagen verluden. Debatten folgten, allerdings fruchtlose – sämtliche Kostüme, Masken, Schilder und ‚Werkzeuge‘ wie Henkersbeil blieben verschluckt vom Kofferraum…
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Wir hatten die Veranstaltung gestört, Menschen erzürnt, wurde uns gesagt; durch Maskierung gegen das Vermummungsverbot verstoßen, den Pferdezuchtverband verärgert…

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So gerne wären wir noch im Gevatter-Tod-Kostüm vor dem Zugang zur Arena gestanden, mit einem Schild ‚Welcome to my paradise’, oder mit unseren Gasmasken und dem ‚Hier stinkts nach Tierquälerei’-Transparent PassantInnen am Versteigerungsgelände begrüßt – allein, es sollten uns die Hände gebunden sein…wie durch und durch ärgerlich!!!!
 
Dennoch, Sie kennen uns, so leicht sind wir mundtot nicht zu machen; auch ohne Masken setzten wir den Protest wirkungsvoll fort, so zum Beispiel als ein blutüberströmter Mann, am Zugangsschild zum Gelände angelehnt eine letzte Botschaft verkündete; er hatte seine Waffe gegen sich selbst gerichtet und ein Manifest hinterlassen: ‚Ich konnte die Schande nicht mehr ertragen ein Pferdeschänder zu sein…’
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Was es sonst noch zu sagen gibt: wieder standen ‚die so wenigen’ Italien-Transporte parat, und auch mehrere österreichische Tierhändler beeilten sich mit der Verladung lebender ‚Ware’; wissen Sie, wie Fohlen auf die wartenden Lastwägen gebracht werden? Ihre Mutter, von der sie bis zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich noch nie getrennt waren, wird zum Hänger geführt, die zum Teil panischen Tierkinder folgen; kurz vor dem Laderaum wird die Stute plötzlich am Strick zur Seite gezogen, das Fohlen, noch bevor es den Verrat bemerkt, blitzschnell weiterbefördert. Dann im Laderaum kann man sie schrieen hören, nach ihren Müttern, aber selbst das heftigste Treten an die Bordwände verhindert nicht den ewigen Abschied.
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Ach ja, in drei verschiedenen Ereignissen wurden wir ohne Umschweife und direkt mit dem Tode bedroht, wurde uns gesagt man wird uns bald in Salzburg besuchen (nur als kleinen Tipp für die bestimmt zufällig mitlesende Polizei, falls eines Tages doch noch ein ‚unerklärlicher’ Unfall passieren sollte…); auch der unvermeidliche rechte ‚Ausrutscher’ durfte nicht fehlen, neue Gasanlagen und Adolf wurden herbeigesehnt und das ‚dumm schlagen’ zum allgemeinen Credo erhoben (von Menschen, die ohne jede Scham und Anstand mit der Bierflasche in der Hand nach der Versteigerung mitten in die Arena urinierten, wie uns entsetzte Besucherinnen erzählten…). Pferdemetzger aus dem niederösterreichischen Krems rasteten völlig aus, ein anderer Berufskollege meinte, er müsse jetzt noch schnell einigen Pferden den Hals aufschlitzen, bevor er dann bei uns zu Hause vorbei schauen würde. Es wurde gestoßen, gerempelt und bei einigen Zusammenkünften fehlte wohl nur ein Funke zur völligen Eskalation. Euch allen sei gesagt: man sieht sich im Leben immer zweimal, so zumindest meint es ein altes Sprichwort! Also seht Euch vor!
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Fotos: oben rechts – Tiertransportfahrer ‚Viech Zahra‘ (für unsere deutschen LeserInnen, in etwa ‚Vieh-Hinter-sich-her-Zerrer‘) zeugt wohl nicht gerade von Ehrfurcht vor dem Mitgeschöpf…

Wie oft wurden wir nun schon verbal und körperlich bedroht, angegriffen, verletzt und unser Eigentum beschädigt? Wie oft gab es diesbezügliche Untersuchungen, Anzeigen, oder gar Strafen für jene Gemeingefährlichen? Die Antwort ist eine schnelle, eine, die keinerlei Überlegung benötigt; sie lautet nämlich: noch nie!!! Warum eigentlich, das sollten sich die Verantwortlichen vielleicht eimal fragen!!!! Wenn eines Tages einem/r TierschutzaktivistIn etwas Schreckliches passiert – und das wird es, es ist nur eine Frage der Zeit – dann trifft jene Zur-Seite-Schauer nämlich nicht nur eine Mitschuld, sondern sogar die hauptsächliche; denn Ihr wisst von diesen Drohungen, von diesen Anschlägen, und es scheint Euch egal; nein, nicht nur das, Ihr habt viel zu oft sogar eine Freude daran und legt noch dazu einen schützenden Mantel über ein solches Gesindel; es wäre sehr interessant zu erfahren wie Ihr reagieren würdet, wenn Ihr Eure eigenen Kinder einmal von solch gefährlichen Zeitgenossen bedroht sehen würdet… Vergesst nicht: ‚Schweigen zu einer Untat von der man weiß ist die allgemeinste Art der Mitschuld!‘

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Foto: der Weisheit letzter Schluss – TierschützerInnen sind IMMER Schuld…

Fazit: im Normalen beenden wir unsere Newsletter mit einem zumindest kleinen Lichtblick, mit einer positiven Aussicht und einem Hoffnungsschimmer; dieser Tag, wo der Morgen schon Tränen des Himmels gebracht hatte, sollte später genau so enden, nass und ungemütlich. Es blieb nur ohnmächtige Wut, vielleicht – das wollen wir nicht absprechen – auf beiden Seiten, aber dennoch ist zumindest ein moralisch- ethisches Recht auf der unseren, was dem endlosen Grau wenigstens ein klein wenig Farbe übergießt. Es fehlt jenem Berufsstand, besonders dann wenn auch noch Alkohol aus völlig desillusionierende Komponente hinzu kommt, leider viel zu oft jegliche Empathie, und eine solche wird höchstwahrscheinlich in den Köpfen deren, die so derart blutiges Geld verdienen, wohl auch nicht mehr entstehen. Es bliebe die ewige Hoffnung auf die nächste Generation, doch, viel zu oft abgeschirmt in engen Tälern und unter solchem ‚Vorbild’, wie soll sie neue, umwälzende Erkenntnisse gewinnen? Hartherzigkeit ist nicht vererbbar, doch aufzuwachsen in einem Umfeld wo sie ständig vorgelebt und als Lebensweisheit prolongiert scheint, verübt auf das menschliche Gehirn wohl einen oft genau so desaströsen Effekt.
Ein Fragezeichen steht dann auch hinter der Aktion der Polizei, deren Eingreifen so was von unnötig war – es gab einfach keinen gebührenden Anlass dazu; vereinzelte Streitgespräche können nicht als Grund ins Felde geführt werden, denn die sind das sichere Geleit eines jeden Protestes; es ist unser staatsbürgerliches Recht solche Kundgebungen abzuhalten, und mehr als das, es ist unsere verdammte Pflicht – wer sonst sollte für die Rechte der Unschuldigsten und Wehrlosesten eintreten? Diesen Umstand sollte auch die Leitung des Pferdezuchtverbandes wohlweislich überlegen, denn des Herbeirufen der Staatsmacht in einem derart fragwürdigen Diskurs, das zeugt nicht von der Bereitschaft andere Meinungen gelten zu lassen – es zeugt lediglich von Schwäche!

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Laut Polizeibericht, nachzulesen unter  
http://www.polizei.gv.at/sbg/presse/aussendungen/presse.aspx?prid=533858506F586F503875453D&pro=0, wurde der Versammlungsleiter, der RespekTiere-Obmann, bei der Bezirkshauptmannschaft angezeigt.
Auch eine Möglichkeit AktivistInnen mithilfe ständiger Strafbescheide finanziell ausbluten zu lassen und so mundtot zu machen versuchen. Ob es auch rechtens sind, ob es einer Demokratie würdig ist? Dieses Urteil sind Sie gefordert zu fällen!

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