Zwischenbericht Mauretanien – der Unterschied zwischen Leben und Tod!

Wir sind noch immer in Mauretanien und heute möchten wir Ihnen anhand von zwei Beispielen in einem kurzen Zwischenbericht zeigen, wie wichtig und wie umfassend unsere Hilfe für die armen Arbeitsesel ist! So haben wir auf der Straße einen Esel gefunden, welcher sich kaum noch auf den Beinen halten konnte – was war passiert? Unglaublich, seine Hufe zeigten sich derart verwachsen, dass er sich nur mehr mit großen Schwierigkeiten fortbewegen konnte – ein sicheres Todesurteil in einem sonnenverbrannten Land, wo selbst völlig gesundes Leben einen täglichen Überlebenskampf in sich birgt…

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Wir führten den Armen zu unserem nächstgelegenen Behandlungsort und tatsächlich, Hufschmied Zappa wirkte in einer dreiviertel Stunde knochenharter Arbeit wahre Wunder! Natürlich, bei derartigen Deformierungen werden auch Gelenke und Bänderschwer in Mitleidenschaft gezogen, und wohl nie wieder wird der gepeinigte Esel ganz normal laufen können, aber nun sind wenigstens ganz sicher schrecklichen Schmerzen größtmöglich reduziert. Nicht nur das, das Team wird in den nächten Wochen weitere Korrekturarbeiten an seinen Hufen machen, und dert Allgemeinzustand wird sich weiterhin verbessern. Nun wird er auch wieder Nahrung finden, denn war vorher sein Bewegungsradius extrem eingeschränkt, kann er jetzt großflächiger die Gegend nach Essbarem absuchen!
Ein zweiter Fall ereignete sich erst gestern; ein alter Mann fuhr mit seinem Eselkarren direkt an unserer Behandlungsstelle vorbei, und fast wäre er einfach vorüber gefahren; doch im Augenwinkel konnten wir im letzten Moment erkennen, der Esel hinkt schwer. So hielten wir das Gespann an, nur um zu bemerken, dass der alte Mann selbst schwer behindert war. Wir versorgten ihn mit Trinkbarem und statteten ihn zusätzlich mit einer vielleicht lebensrettenden Warnweste aus; am Esel sollten es dann erneut die Hufe sein, welche dem Tier bei jeder Bewegung furchtbare Schmerzen abnötigten!
Bedenken Sie, noch vor nicht einmal Jahr hat es den Beruf des Hufschmiedes hier gar nicht gegeben – wie viele Tiere erlitten einen schrecklichen Tod, ausgesetzt, völlig eingeschränkt in ihrer Bewegung, unfähig Nahrung zu finden… erst RespekTiere hat jenes Arbeitsfeld überhaupt hierher gebracht, mit der Entsendung der österreichischen Hufschmiedin Irmi, welche im Zuge eines Einsatzes aus einer Gruppe junger Männer jenen heraussuchte, der für die Anforderungen der Sparte am besten geeignet schien; und welch unfassbares Glück, schnell kristallisierte sich eine Persönlichkeit heraus, die alles mitbrachte, was zu diesem ehrgeizigen Vorhaben nötig war; ein geschicktes Auge, ein großes Herz, Kraft, Ausdauer, Geduld, handwerkliches Geschick – Zappa kam zu unserem Team! Und Zappa erfüllte die in ihm gesetzten Erwartungen nicht nur, nein, er übertraf sie bei weitem! Selbst langjährige BerufskollegInnen im Ausland, solche, die die Profession von der Picke auf gelernt haben, würden staunen, würden so vielen Fällen welchen man hier begegnet machtlos gegenüberstehen – er nicht, wortlos nimmt er jede Herausforderung an und letztendlich bewirkt er damit den Unterschied zwischen Leben und Tod!
Keine Frage, die Einsetzung Zappa’s war der wohl größte Glücksgriff, einer jener, der ein Projekt auf eine ganz neue Basis zu stellen vermag! Betrachten Sie bitte die Bilder und urteilen Sie selbst!   

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Fotos: wir finden einen völlig lahmen Esel am Straßenrand, führen ihn zu unserem Behandlungsort und beginnen mit der Arbeit…

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Foto: Zappa muss all sein Können aufbieten…

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Foto: letzte Reihe – so schön kann der Esel wieder stehen – ein unfassbarer Unterschied!

Mauretanien ist ein unfassbar hartes Land; jene Eindrücke, die man hier gewinnt, brennen sich für alle Zeiten in die hintersten Winkeln des Gehirns und, so dramatsich das nun auch klingen mag, man muss wirklich aufpassen, an der Tatsache des gesehenen Tierleides nicht seine Lebensfreude zu verlieren. Allerdings, bei allem furchtbaren Bezeugtem,  der Gedanke an die Erleichterung für so viele Tiere, die wir hier bereitstellen können, birgt derart überragendes an Mut und Kampfkraft in sich, dass dieser ohne jegliche Abstriche der bleibendste sein muss. Es ist so wunderbar dass wir hierhergekommen sind, und ob dieser Feststellung erfüllt uns jeder Tag deshalb mit Dankbarkeit, beitragen zu dürfen, diese unsere einzige Welt vielleicht doch ein bisschen besser zu machen!

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Fotos: das sind die furchtbaren Dinge, mit welchen wir hier zu tun haben – letztendlich ist unsere Hilfe Überlebenswichtig!

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