Kastrationseinsatz Bratislava- der Bericht!

So waren wir also wieder unterwegs, wie so oft in Richtung Osten, die slowakische Metropole Bratislava als Ziel der nunmehrigen Bemühungen! Dort, nach so vielen erfolgreichen Einsätzen in Frau Havranovra’s kleinem Asyl in der Vergangenheit, wollten wir einmal mehr ein besonders ehrgeiziges Projekt umsetzen, nämlich neben der Kastration von möglichst vielen Katzen auch noch die überfällige Renovierung der in die Jahre gekommenen Aussengehege zu starten.
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Foto: respekTIERE IN NOT-Team, v.l.n.r Günther, Tom, Markus, Dr. Matthias Facharani

Vier Mann umfasste das respekTIERE IN NOT-Team der Stunde, zu Tom, dem RespekTiere-Obmann, hatte sich wieder einmal der so unfassbar engagierte Günther Kurz gesellt, längst Veteran in den Bemühungen ‚an der Front‘ durch oftmalige gemeinsame Rumänienreisen! Markus Putzgruber ergänzte den Trupp, nun auch schon mehrere Male mit dabei in Bratislava und somit in kurzer Zeit zum unentbehrlichen Wegbegleiter geworden. Vervollständigt sollte die Mannschaft aber erst mit der/dem Veterinär/in sein, und welcher andere Name würde jemanden Kundigen da einfallen als ‚Dr. Matthias Facharani’ aus Bayerisch Gmain (www.tierarzt-facharani.de), der – ohne eine Sekunde des Zögerns – erneut zu einem immer ziemlich nervenaufreibenden Auslandseinsatz ‚ja‘ gesagt hatte?!

So viele Dinge sollten wir wieder mitbringen, angefangen von der Katzennahrung bis hin zu den Fliesen samt Fliesenkleber, gedacht für den neuen Quarantäneraum! Selbst Zäune wurden schon im Vorfeld eingekauft, zudem hatte Dr. Facharani ein ganzes Arsenal von entsprechenden Medikamenten zusammengestellt und in mühevoller Kleinarbeit sollte per Hand dann auch noch eine entsprechende Vorrichtung zum Kastrieren von Katzen entstehen, welche – es sei vorweg genommen – dann ihren Feldtest im harten Einsatz bravourös bestand!
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Foto: die Eigenkreation bewährt sich bravourös!

Unser ganz spezieller Dank gilt natürlich einmal mehr der Bergheimer Fliesen – und Hafnerfirma A. Steindl, wo Günther sich ein entsprechendes Fahrzeug, einen Iveco-Klein-LKW, für den langen Weg ausleihen durfte – genau wie für die letzte Rumänienfahrt! Nebenbei, auch die bereits erwähnten Fliesen und entsprechenden Kleber hierfür stellte man uns zur Verfügung – ein wunderbares Zeichen der Barmherzigkeit!
Sie wissen, ‚unser‘ kleines Asyl in der slowakischen Hauptstadt benötigt immer die Hilfe von RespekTiere, in diesen Tagen jedoch ganz besonders. Zum einen gibt es ernstere Probleme mit dem Magistrat, welchem die so wichtige Stätte schon länger ein Dorn im Auge ist – Grundspekulation ist das Zauberwort – zum anderen nagen die Elemente ganz heftig am alten zerfallenden Gebäude, Heim für ca. 40 Katzen und mehrere Hunden.
Solche Thematiken beschäftigen und belasten uns sehr, ein Damoklesschwert über den Häuptern; dennoch, im Moment bleibt keine Zeit darüber nachzudenken – es stehen dringendere Dinge an welche zuerst einmal erledigt sein müssen; kaum angekommen, packten wir also ohne Umschweife die mitgebrachten Sachen aus: kistenweise Werkzeuge, Motor- und Kreissägen, Schrauben und Akku-Bohrer, alles war bald an seinem Platz. Dr. Facharani und ich- mit der ehrenvollen Aufgabe des Assistenten betraut – bauten inzwischen die Kastrationswippe zusammen, bereiteten Medikamente und Spritzen fein säuberlich aufgereiht vor, ein Dutzend OP-Bestecke mussten zudem in Griffweite logistisch geschickt gestellt sein. Kaum waren wir fertig mit den Grundvorbereitungen, brachte Martha, der gute Engel des Asyls , auch schon die erste Katze. Einen weiteren Augenblick später fanden wir uns schon mitten drinnen in der Arbeit wieder, bestens unterstützt auch von der herzensguten Kamila, Martha’s Tochter, sowie deren Freund Lukas. Kamila spricht perfekt Deutsch, ein Umstand, der uns natürlich sehr entgegen kam und der auch für die Zukunft viel Gutes verspricht!
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Fotos: so viele Sachen haben wir mitgebracht, angefangen von der Tiernahrung bis zum medizinischen Gerät!

Frau Havranovra, die Leiterin des kleinen Asyls, war durch die mit dem Projekt einhergehende Aufregung psychisch an ihrer Grenze angekommen; sie liebt ihre Schützlinge vom Herzen, und Operationseinsätze wie diese zehren natürlich ganz besonders an ihrem fragilen Nervengerüst. So ‚verbannten‘ wir sie schnell außerhalb des OP-Raumes, um nur ja nicht angesteckt zu werden von der sich langsam ausbreitenden Hektik – nun endlich war ein gewisses Maß an Ruhe gewährleisten und wir begannen die sprichwörtliche ‚Knochenarbeit‘!

Übrigens, sagte ich zuvor OP-Raum? Wer je im Osten unterwegs war, weiß, dass eine solche Formulierung zuallermeist nur sehr hochgegriffen sein kann; das von uns genannte Zimmer dient im normalen als Küche, es ist klein, eng, und natürlich nicht wirklich zweckdienlich eingerichtet – dennoch, in aller Kürze und Schnelle adaptierten wir es unseren Bedürfnissen entsprechen – und die Improvisation passte letztendlich perfekt; Hauptsache fließendes Wasser steht in solchen Fällen zur Verfügung, alles andere wird sich mit ein bisschen Vertrauen und Geschick ergeben, so das unverrückbare Motto!

Dr. Facharani arbeitete wie nicht anders erwartet unfassbar fokussiert; er, als ausgebildeter Tropenveterinär und oftmals geprüfter Mauretanienveteran, verliert selbst im größten Chaos niemals die Ruhe und Gelassenheit – ganz im Gegenteil: prekäre Verhältnisse scheinen für ihn viel mehr eine Herausforderung zu sein, der er sich gerne stellt – und die er dann auch immer – wenig überraschend – großartig meistert! Ja, es ist schon eine Kunst was beherzte Tierärzte im Allgemeinen in ihren peinlich sauberen Praxen und sterilen Kliniken vollbringen können, aber unter derart speziellen Verhältnissen mit einem solch beeindruckendem Ergebnis wie es Dr. Facharani regelmäßig auf den Tisch legt aufzuwarten, das grenzt schon beinahe an Zauberei! 🙂
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Fotos: Dr. Facharani bei der Arbeit!

Während wir also im Inneren unser Bestes gaben, bald schon 2 Katzen und ebenso viele Kater operiert hatten, ging das beherzte Werken außerhalb des ‚OP-Raumes‘ ebenfalls unter Hochdruck voran. Günther und Markus hobelten, sägten, schnitten, bohrten, was immer notwendig war um Verbesserungen am Tierheimgelände vorzunehmen. Es sollte sehr schnell eine sonnenklare Erkenntnis sein: diese so große Aufgabe war bei ihnen in besten Händen!

Günther begann alsbald mit der Reinigung der Außengehege; Schubkarre um Schubkarre vollgefüllt mit verschmutzter Erde und organischem Müll wurde ausgeschaufelt und am Misthaufen entsorgt. Dann war der begabte Handwerker auch schon mit der Schaffung von Spiel- und Kratzmöglichkeiten für die Stubentiger beschäftigt, ein ‚Katzen-Abenteuerpark‘ inmitten der kleinen Anlage gewann zügig an Form!

Die Slowakei ist ein nettes Land, bewohnt von noch netteren Menschen; aber der Tatra-Staat scheint im Moment erstarrt in sozialen Problematiken, welche jeglichen Fortschritt zu lähmen wissen. Das Land sieht sich, wie viele andere Süd- und Oststaaten der Europäischen Union, einem völligen Umbruch in der Gesellschaft gegenüber; die innere Unzufriedenheit wächst, im selben Tempo wie der angestrebte Wohlstand entschwindet. Es scheint unter der Oberfläche zu gären, nicht zuletzt weil nebenbei die Einkommensschere immer weiter auseinanderklappt; die großen Träume und Hoffnungen in Verbindung des Beitritts in die Union haben sich auch hierzulande nicht ansatzweise erfüllt. Die Arbeitslosenrate bewegt sich längst auf mehr als besorgniserregendem Niveau, und der staatliche Zuschuss, ist man erst in eine solche Situation geraten, fällt beschämend niedrig aus – so erzählte uns ein von Frau Havranovra herbeigerufener Helfer, er würde 61 Euro im Monat als Arbeitslosengeld bekommen, dazu dieselbe Summe als Mietzuschuss – wohlbemerkt, bei einem allgemein annähernd ähnlichem Preisniveau wie in Westeuropa…
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Nebenbei MÜSSEN arbeitslose Menschen, um überhaupt erst in den Genuss einer Unterstützung zu kommen, eine gewissen Anzahl von ‚Sozialstunden’ nachweisen, heißt, bei einem gemeinnützigen Projekt 40 Stunden und mehr mitarbeiten – das einzige Glück und der alleinige ‚Zuschuss‘ wiederrum für Menschen wie Frau Havranovra, welche oft genug all ihre Reserven – physische, psychische und finanzielle – in ihr ehrenamtliches Lebenswerk investieren, ohne auch nur einen Ansatz von staatlicher Hilfe für den Dienst an der Allgemeinheit zu generieren. Jedenfalls, aus diesem Grunde waren dann auch am Einsatz-Tag wieder einige junge Männer anwesend, um sich und uns behilflich zu sein!
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Foto: auch an den Außengehegen schreitet die Arbeit voran!

Zwischendurch mussten wir noch einen Baumarkt aufsuchen, die mitgebrachten Materialen reichten trotz der Fülle bei weitem nicht aus- um mehr als 300 Euro kauften wir schließlich hölzerne Pfosten ein, auf denen wir später den ebenfalls neuen Gehegezaun hochziehen werden. Sie erahnen bestimmt allein anhand des kurzen Berichtes, Einsätze wie diese kosten letztendlich enorm viel Geld, aber was hilft’s: Nur beherztes Durchgreifen wird eine Verbesserung des Ist-Zustandes herbei rufen können…

Allerdings mussten wir bald einsehen, wir werden an diesem Wochenende wohl an unsere Grenzen stoßen; ein weiterer Arbeitstag alsbald wird nötig sein, um unsere Ziele punkte Außengestaltung dann endgültig zu verwirklichen. So packten wir am späten Abend des Abreisetages die Restmaterialen auf bereitgestellte Paletten und vergewisserten uns sie an einem sicheren Ort zu wissen – es war im selben Augenblick beschlossene Sache, unverrückbare Realität, schon in wenigen Wochen werden wir wieder kommen!
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Fotos: Günther Kurz und Markus in ihrem Element – wie immer unfassbar engagiert!

Im OP-Raum verlief inzwischen alles nach Plan; allerdings, wir mochten auch einige der ‚wilden‘ Streunerkatzen kastrieren – welche Frau Havranovra bereits im Vorfeld geschafft hatte in eigene Räume anzulocken und dort zu arretieren. In diesen jedoch mussten wir sie nun aber erst einmal einfangen, um sie dann betäuben und für den Eingriff vorbereiten zu können – kein einfaches Unterfangen, wie selbst den größten Optimisten sehr schnell bewusst wurde! Haben Sie schon einmal eine Katze in Panik gesehen und dann versucht ihrer habhaft zu werden? Hoffentlich bleibt ihnen diese Erfahrung erspart, denn es gibt wahrlich leichtere Aufgaben, um es gelinde auszudrücken! Ohne die von Dr. Facharani mitgebrachten dicken Spezialhandschuhe wäre es sowieso gänzlich unmöglich gewesen, doch selbst im Schutze jener war ein derartiges Unterfangen eine echte Herausforderung. Erst als die Katze von unfassbaren Toben ein bisschen ermüdete gelang der Zugriff; die Patientin hier, eine Kämpferin sondergleichen, sie musste noch zwei Mal nachbetäubt werden, weil das Narkosemittel – wahrscheinlich auf Grund der hohen Adrenalinausschüttung – nicht und nicht wirken mochte… Selbst dann allerdings, nach der dritten Injektion, dauerte es eine Weile bis sie wirklich schlief – wir atmeten durch, denn ein weiteres Mal wäre eine Verabreichung nicht gut, da für den Kreislauf sehr belastend, gewesen; wir hättendeshalb, wäre der Fall des Nichtwirkens tatsächlich eingetreten, aufgeben müssen! Katzen, sie sind unglaubliche Wesen, unfassbar zäh und einfach nur bewundernswert!
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Fotos: das Einfangen von verwilderten Katzen ist eine extra schwierige Aufgabe!

Dann war sie endlich kastriert, und wie wichtig der Eingriff sein sollte, bezeugte die Tatsache, dass sie trotz ihres jugendlichen Alters doch schon mehrmals Kinder geboren hatte – und ihre letzte Nachkommenschaft, die stand nun ebenfalls an für die OP; es kam aber wie es wohl kommen musste: die Gene ganz sicher vererbt, denn auch die beiden Geschwister wehrten sich nach Leibeskräften gegen das letztendlich doch Unvermeidliche! Wir mussten sie einfach kastrieren, die Kleinen waren nämlich längst schon wieder selbst zeugungs- bzw. gebärfähig, und nur durch die OP kann der verhängnisvolle Kreislauf endlich durchbrochen werden! Die Familie lebt übrigens in der unmittelbaren Umgebung des Asyls, und die Babyschwemme aus der Nachbarschaft ist mit ein Grund, warum Frau Havranovra’s Platz an diesem Ort ein so immens überlebenswichtiger ist; ihre Aufgabe hier ist eine mannigfaltige, beginnt bei der Aufklärung der Menschen, setzt sich fort über das Einfangen ‚wilder‘ Tiere, sie verarztet (oder lässt verarzten)kranke Katzen, versorgt ihre eigenen Stubentiger und füttert nebenbei auch noch mindestens dieselbe Anzahl von heimatlosen Tieren aus der Umgebung!

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Foto: die so wichtigen OP’s schreiten zügig voran – Kastration ist die wohl einzige echte Möglichkeit die Straßentierproblematik irgendwann einmal in den Griff zu bekommen!

Martha, die gute Seele, ist ein unerschütterlicher Fels in der Brandung; seit vielen, vielen Jahren steht sie Frau Havranovra nun schon bei, und jeder ihrer Gesten verrät: sie liebt die Katzen, und es scheint sie fühlt sogar wie diese; instinktiv erkennt sie deren Stimmung, beruhigt, streichelt, bewegt, aber ist andererseits doch so weit Realistin, dass sie auch sofort zur Stelle ist, wenn es gilt mutig und energisch einzugreifen – wie zum Beispiel im Falle der wildlebenden Katzen; ohne ihrer Hilfe wäre die Ausgangslage eine zumindest enorm schwierigere, wenn nicht fast unmöglich zu bestehende gewesen…

Martha half nach Leibeskräften bei der Arbeit im OP-Raum; sie reichte uns die benötigten Arzneien, desinfizierte unsere Handschuhe ohne Unterlass, richtete einen schnellen Kaffee und wurde nicht müde Ruhe und Kraft auszustrahlen – kurzum: alleine ihre Anwesenheit erhellte die Atmosphäre, verbreitete die benötigte Sicherheit um im Innersten zu wissen: die Aufgabe, so schwer sie auch immer sein mag, ist machbar, das Ergebnis wird am Ende des Tages ein sehr erfolgreiches sein!
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Foto: Martha, die Großartige!

Später kam auch noch Anna hinzu, für sie gilt ähnliches wie für Martha; sie ist einfach ein Engel, besorgt seit vielen Jahre dringend benötigte Katzennahrung, kümmert sich um Decken und Zubehör, stets im Hintergrund schaltend und waltend. Selbst mit einem Minimum an finanziellen Mitteln ausgestattet, schafft sie es dennoch Monat für Monat unfassbar viel Geld für Straßentiere abzuzwacken und instinktiv richtig einzusetzen, direkt dort nämlich, wo es am dringendsten gebraucht wird. Selbstverständlich stellt sie auch die überlebenswichtige Versorgung der frei lebenden Katzen ihrer Umgebung sicher und wird niemals müde sich um die Armen – tierliche wie menschliche – zu kümmern. Leider derart extrem seltene Individuen wie sie, die sind es, ohne deren die Funktionalität von Herbergen wie jener von Frau Havranovra zumindest eine wesentlich eingeschränkte wäre; ja, Menschen wie Anna und Martha, sie sind das Bollwerk und der Motor jeglicher Schaffenskraft….

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Foto: Anna, die Großartige II!
Anna kümmert sich dann aber nicht ‚nur‘ um Tiere, sondern nebenbei auch um bedürftige Personen selbst; so brachten wir ihr eigens Decken und Polster mit, welche sie an obdachlose Menschen weiter geben wird!

Der Abend kam nun in Riesenschritten auf uns zu; längst schon hatte sich die wärmende Sonne irgendwo gen Westen verabschiedet, und die Kälte der beginnenden Nacht schlich sich ein. Wir waren noch immer am Operieren, doch endlich sollte auch der letzte Patient nach der Narkose friedlich eingeschlafen und am provisorischen OP-Tisch festgemacht sein. Nach dem Eingriff begannen wir hastig zusammen zu räumen, wartete doch noch eine weitere Aufgabe in Bratislava auf uns: der Van war ja noch gefüllt mit Säcken voller Kleidung, Schuhen, Dingen des täglichen Bedarfs, welche wir dank Ihrer Hilfe für das großartige Obdachlosenheim Bratislava’s sammeln hatten konnten – dieses anzufahren ist längst zu einem Fixpunkt bei unseren Einsätzen in der Hauptstadt versiert! Tatsächlich würde trotz der späten Stunde und trotz Wochenendes noch jemand für uns die Tore öffnen, und nach einer tränenreichen Verabschiedung im Katzenasyl waren wir dann auch schon bei der Sozialstelle und entluden den Wagen vollständig. Ein ganzer Berg von zurückgelassenen Utensilien wird in naher Zukunft hoffentlich so einigen Menschen viel Freude bringen!
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Foto: Anna verabschiedet Britta, welche bei Markus ein neues zu Hause gefunden hat! rechts: Günther beim Ausladen vor dem Obdachlosenheim!

Es sollte nun bereits späte Nacht sein, als uns die Autobahn in Richtung Österreich verschluckte. Vorbei ging es an den hunderten riesigen Windrändern, und, zwar todmüde aber hoch zufrieden, zogen wir ein letztes Resümee: es war ein toller Einsatz mit beeindruckendem Ergebnis – leider ist die Fertigstellung der Arbeiten am Außengehege nicht vollendet, liegt in naher Zukunft noch vor uns, doch für den Augenblick hatten wir bestimmt das Optimum herausgeholt; nebenbei konnten wir alle für den Eingriff verfügbaren Katzen kastrieren, 15 an der Zahl!

Wir bedanken uns an dieser Stelle wie immer vom ganzen Herzen für Ihre so großartige Unterstützung, und unser großer Dank gilt einmal mehr auch Dr. Facharani, der erneut eines seiner ohnehin höchst spärlichen Wochenenden für die gute Sache geopfert hatte! Auch vor Günther und Markus verneigten wir uns zutiefst, lagen doch besonders intensive und arbeitsreiche Stunden hinter dem Team; gäbe es nicht Menschen wie sie, diese Welt wäre wahrlichst zum baldigen Untergang verdammt… so aber lebt die Hoffnung weiter, und sie wird erst sterben, wenn der letzte solcher Funken erlischt… Funken bergen aber auch die Fähigkeitin sich Feuer zu entfachen, und genau darum sind Auslandseinsätze so besonders wichtig; zum einen für das Wohl der Tiere, zum anderen aber auch dafür, um jedermann/frau zu zeigen, wie erfüllend Tierschutz sein kann! Wir beabsichtigen (nicht unberechtigt, wie wir aus vielen Reaktionen wissen) mit den respekTIERE IN NOT-Projekten den Rückhalt der ortsansässigen TierschützerInnen in der Bevölkerung anzuheben (das Mitbringen von Dingen für bedürftige Menschen ist dabei neben der Unterstützung auch von nicht hoch genug einschätzbarer psychologischer Bedeutung). respekTIERE IN NOT will mit solchen Schritten ein unübersehbares Zeichen setzen: Zusammenhalt ist das Zauberwort, und gemeinsam, da ist alles möglich! Letztendlich vielleicht sogar die Befreiung aus den Fesseln für Mensch und Tier…
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Fotos: Reihe 1, die PatientInnen! Reihe 2: Günther in seinem Element, Markus verliebt sich in Britta!

In der Tat sollte der Einsatz ein besonders kräftezehrender gewesen sein; in Fakt gestalteten sich unseren Bemühungen zu einem derartigen Stress, dass nicht einmal Zeit für ein richtiges Verschnaufen geblieben war! Wir hatten über den Tag hinweg praktisch nichts gegessen, kaum getrunken, ungeachtet dessen, wo doch die körperliche Anspannung eine enorme sein sollte; all diese Faktoren hatten wenig verwunderlich doch Tribut gefordert und so fielen wir nach der langen Heimfahrt weit nach Mitternacht in einen tiefen, traumlosen Schlaf!   

Günther und Dr. Facharani traten ungeachtet der späten Stunde sogar noch den Heimweg nach Salzburg, bzw. Bayern an, eine Zusatzleistung sondergleichen. Wir sind im höchsten Maße von Stolz erfüllt, mit derart großartigen Menschen solche Einsätze führen zu dürfen…
Ach ja, wir verließen Bratislava dann auch nicht ohne tierliche Begleitung; vielleicht erinnern Sie sich an Britta, die wundervolle Hündin aus Frau Havranovra’s Asyl; sie lebte nun fast ein Jahr dort, also mehr als das die doppelte Zeitspanne ihres bisherigen Lebens. Für eine noch dazu derart sensible Hündin eine echte Ewigkeit, und es war in der Tat nun höchst an der Zeit endlich ein gutes zu Hause zu bekommen – welches ihr jetzt Markus bieten wird, der dann auch gleich erneut eine Katze mit sich nach Hause nahm (die mittlerweile dritte aus Bratislava, die nun mit seinen restlichen fünf eine Heimat teilen wird!)!
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Foto: Einsatzteam mit Frau Havranovra und Martha!

Bratislava (übrigens die einzige Hauptstadt weltweit, welche an 2 Nachbarländer – Österreich und Ungarn – grenzt) – wir werden uns sehr bald wieder sehen: das ist ein Versprechen!

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