10. RespekTiere-Kreuzzug für Tierrechte!

 

Am Karsamstag war es wieder mal soweit – der alljährliche ‚Kreuzzug für Tierrechte’, die wohl am meisten Aufsehen erregende Tierrechtsveranstaltung im ganzen Land, stand am Programm!
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Foto: Abmarsch!
Die Passion unsere ‚Kreuzzüge für Tierrechte’ ist es, die heilige katholische Kirche an den Auftrag ihres Gottes, der da Barmherzigkeit und Nächstenliebe an erste Stelle seiner Lehren setzt, zu erinnern und diesen endlich auch auf die Mitgeschöpfe auszudehnen. In Wahrheit nämlich hat genau jene Gemeinschaft stets Verrat an der christlichen Botschaft geübt, hat die Hölle, die sie so vehement mit erhobenem Zeigefinger als Drohmittel und zur Einschüchterung gegen die eigenen AnhängerInnen verbalisiert, selbst geschaffen – zumindest für die Tiere!
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Foto: ‚Tiere haben Rechte – Fleisch ist Mord‘, erschallt es durch die ehrwürdige Linzer Altstadt!
Wie könnte es anders sein, wo doch die Kirche das Quälen der Tiere nie als Sünde qualifiziert(e), und ganz im Gegenteil, durch zum Beispiel Hubertusgottesdienste das Unaussprechliche auch noch religiös überhöht und dadurch sogar fördert??!!
Ja, die ‚Kreuzzüge’ sind eine Anklage; aber nicht von uns, nein, sie sind eine Anklage von weit mehr als 50 Milliarden ‚Nutz’Tieren (und eine gar nicht mehr fassbaren Anzahl von Fischen und anderen MeeresbewohnerInnen) , die jedes Jahr nach einem Leben in Triste, Pein und Schmerz für uns geschlachtet werden; aber sie sind gleichzeitig auch ein Entgegenstrecken der Hände unsererseits, für eine bessere Zukunft, eine Zukunft, welche die Kirche selbst zu gestalten gefordert ist. Diesbezüglich tut sich im Moment vielleicht tatsächlich sogar ein Hoffnungsschimmer auf: der neue Papst, der sich nach Franz von Assisi Franziskus nennt und diesen Namen wohl nicht ohne tiefe Überlegung gewählt hat, könnte, sollte er seinem Namenspatron nacheifern, einen längst überfälligen Umschwung einleiten. Allerdings, ist er nun auch schon wieder einige Jahre im Amt, und er hat viel für die Menschen getan – aber auf die Tiere bisher leider wieder ziemlich vergessen…
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Bis es also so weit ist, dass die Kirche ihr Weltbeild gegenüber der tierlichen Schöpfung zu überdenken, werden wir nicht aufhören den kirchlichen Ethikbegriff zu hinterfragen, der sich unerklärbarer Weise doch immer nur auf den Menschen bezieht. Bis es so weit ist, werden wir Jahr für Jahr den Würdenträgern mit der ganzen Kraft unserer Stimme entgegen schreien: Wir sind hier und wir sind laut, so lange die Kirche nicht auf die Tiere schaut!
Austragungsort des mittlerweilen 10. Kreuzzuges für Tierrechte sollte – nach den eigentlich skandalösen Vorfällen der letzten Jahre und dem Beinahe-Verbot – selbstredend erneut Linz  sein; und jene engen Gassen und Strassen waren mit Bedacht gut gewählt, findet sich dort doch beinahe an jeder Ecke ein kirchliches Gebäude; so konnte von vornherein sicher gestellt sein, dass der Protest an die richtige Stelle geführt wurde!
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Wohl an die 40 AktivistInnen waren gekommen, manche von weit her – aus Wien (die so grossartige Tierrechtsinitiative ‚Animal Right Activists‘, sowie das Tierrechts’urgestein‘ Seffie), aus Linz (die immer unfassbar aktive und einsatzbereite Tierrechtsgruppe Veggies Linz, natürlich die Linzer RespekTiere-AktivistInnen, sowie der VGT Linz, ohne deren aller Hilfe die Veranstaltung nicht möglich gewesen wäre durchzuführen), und sogar aus Innsbruck (in Gestalt der Seele der Tierrechtsbewegung, des so großartigen Anwaltes Dr. Bernd Haberditzl) – wie konnte es unter diesen Voraussetzungen auch anders kommen, es sollte sich an jenem Nachmittag eine unfassbar energische Kundgebung entwickeln, und mit einer nicht gedachten Intensität bewegte sich der Zug vom Ausgangspunkt ‚Bahnhof‘ weg in Richtung Innenstadt. Auch MedienvertreterInnen waren anwesend, und sogar das Wetter spielte mit – ‚Gott ist doch TierrechtlerIn’, wird es wohl so manche/n durch den Kopf geschossen sein, als sich der Nachmittag entgegen allen Erwartungen wettertechnisch von seiner besseren Seite zeigte, zumindest kein Regen fiel.
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Vom Bahnhof durch die Volkspark und über die Landstraße ging es hernach zum Bischofshof und wieder zur Landstraße; am Martin-Luther-Platz vor der evangelsichen Kirche kam er Tross zum Stehen – ‚Die Kirche ist schuldig, die Kirche macht mit’-Rufe hämmerten alsbald durch die Straße, ein Stakkato an Gefühlen, zurückgeworfen von ehrwürdigem Gemäuer; ‚Geschlossen-wegen-Tierquälerei’ sollte die Ankündigung sein, welche eine moderne Gesellschaft nicht daran scheitern dürfte, diese letztendlich auch umzusetzen – wenn, ja wenn die Hochwürdenschaft nicht abkehrt von ihrem Weg der Ignoranz und der Auslieferung der Mitgeschöpfe in brutalste Interessensgemeinschaften (wie der Fleischindustrie, Tierversuch und diversen anderen Sparten der Tierausbeutung…).
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Dornengekrönte KreuzträgerInnen, in Kuh-, Huhn-, Schwein- und Schafmasken, (kunst-)blutüberströmt, angetrieben von furchterregenden AktivistInnen in Metzgerkostümen, schleppten sich  nur Minuten später durch eine erstarrende und dennoch faszinierte Menschenmenge; immer wieder wurde Halt gemacht an Plätzen und vor tierleidfördernden Geschäften, das Skandieren von Parolen begleitet vom Trommelwirbel und von Durchsagen über das Megaphon, wo über den Zusammenhang zwischen Tierleid und Klimaveränderung, Treibhauseffekt und Welthunger berichtet wurde. Sogar der Verkehr stoppte, als der Zug letztlich vor ‚KleiderBauer’ haltzumachen; dort entwickelte sich rasend schnell eine beachtliche Lärmkulisse. Das noch immer pelzführende Modehaus durfte natürlich nicht aus der Verantwortung gezogen, muss im Gegenteil immer wieder daran erinnert werden, welches Leid es durch seine Einkaufspolitik verursacht…
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Der Weg führte danach über steingepflasterte Strassen der Linzer Einkaufsmeile, mit Zwischenstopps vor Nordsee und McDonald’s (‚Mc Donald’s – das M steht für Mord!’), bevor es zum Taubenmarkt ging, vorbei an Würstel- und Fleischständen; dort positionierte sich der Zug, Transparente wie ‚Solange es Schlachthäuser gibt wird es auch Schlachtfelder geben’, ‚Wir kreuzigen Jesus jeden Tag – in unseren Schlachthöfen’ und das obligatorische ‚Wir sterben jeden Tag für Eure (Ernährungs-)Sünden’ bis hin zu ‚Pelz ist PEINlich‘ schrien den PassantInnen unübersehbar in dicken Lettern entgegen! ‚Wir sind hier und wir sind laut – solange die Kirche nicht auf die Tiere schaut’-Skandierrufe erschallten, scheinbar endlos, immer lauter und lauter werdend, bis wohl auch der/die letzte Person im Umfeld die Botschaft gehört hatte! Begleitet wurde der ganze Zug übrigens stets von Blitzgewittern aus Touristenkameras, und so war sichergestellt, dass nicht nur zufällige PassantInnen die nächsten Tage über die Demo sprechen, sondern auch Daheimgebliebene, welche die mitgebrachten Fotos sicher zu Tausenden betrachten werden!
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Inzwischen setzte kalter Wind ein, was der Intensität der Kundgebung aber keinen Abbruch bescherte – im Gegenteil, ‚Tiere haben Rechte – Fleisch ist Mord’-Rufe erschallten nun aus Dutzenden Kehlen den gesamten Rückweg bis hin zum Ausgangspunkt vor dem wunderschönen Linzer Hauptbahnhof!
 
Nach einer kurzen Abschlusskundgebung fielen sich überglückliche AktivistInnen in die Arme – eine wunderschöne, impulsive und höchst energische Kundgebung hatte ihr Ende gefunden!
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Was es noch zu sagen gibt: praktisch kein einziges böses Wort von PassantInnen konnte aufgefangen werden, die allermeisten Menschen begegneten der Szenerie sogar mit tiefem Verständnis und hochgestreckten Daumen – ganz anders, als es GegnerInnen dieser Veranstaltung so gerne verkünden! Festgehalten sollte an dieser Stelle eine Bemerkung sein, nach der ohnehin meist Menschen, die ansonst viel zu oft nichts zu sagen haben, überall Ausreden suchen und nicht müde werden zu schimpfen auf ‚die da oben’ oder – ganz sicher auch oft wegen der eigenen Antriebslosigkeit – selbst auf die AktivistInnen, welche die demokratischen Mittel nutzen um für die Schwächsten der Gesellschaft einzutreten, sich in Kritik ölen; jene, die oft seit vielen Jahren keinen Gottesdienste besuchen, aber hier auf einmal ihre religiösen Gefühle verletzt sehen möchten, während wirklich Gläubige ein solches Tun nicht nur verstehen, sondern viel mehr auch begrüßen – hat nicht schon Jesus selbst gesagt: ‚Was Ihr für den geringsten meiner Brüder tut, das habt Ihr für mich getan’???
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Foto: vor KleiderBauer
 
Für all die mitmachenden AktivistInnen bleibt nur ein Wort zu sagen: ‚Respekt’!!!! Vom ganzen Herzen möchten wir uns bedanken, dafür, den schweren Weg gemeinsam gegangen zu sein, trotz der dann doch noch recht bitteren Kälte, trotz des schließlich wie unvermeidbar einsetzenden Windes und trotz oft weiter Anreise – nach mehr als zweieinhalb Stunden Demo, die so ganz und gar im Zeichen unserer Mitgeschöpfe stand!
               
Was an dieser Stelle nicht vergessen werden sollte – auch der Linzer Polizei gebührt ein riesengroßes Lob, hat sie sich doch unglaublich kooperativ verhalten, und nicht nur das, an der Reaktion der mitbeteiligten BeamtInnen konnte man oft sogar tiefes Verständnis ableiten; wie schon vor zwei Jahren zeigten sich die Einsatzkräfte im höchsten Masse von ihrer besten Seite, und das was nach 2 erfolgten Hausdurchsuchungen und einer beschämenden Staatsrepression geglaubt nie mehr in dieser Form über unsere Lippen kommen sollte, ist anhand solchiger Einsatzführung nun doch eingetreten – es gibt sie noch, die ‚Freunde und HelferInnen’ unter den Uniformierten, und genau solche waren an diesem Nachmittag unserer Kundgebung zugeteilt! Auch das sollte als ein Zeichen, ein Schritt in die richtige Richtung einer besseren Welt, gesehen werden!
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Foto: vor dem Gotteshaus… ‚Priester, könnt Ihr die Schreie der Tiere nicht hören?‘
 
Was uns noch am Herzen liegt: die heilige katholische Kirche wird vielleicht wieder beleidigt auf diese von ihr viel zu oft so bezeichnete ‚Herabwürdigung‘ ihrer Lehren reagieren. Ein Vorwurf, den es zu beleuchten gilt!
Jene Gemeinschaft nämlich, welche ihre Lehrer als ‚Vertreter Gottes auf Erden‘ sieht, hat sich nie und zu keiner Zeit für die allerschwächsten unserer Gesellschaft, die Tiere, eingesetzt. Und dass, obwohl diese doch ganz eindeutig auch Teil der Schöpfung ihres Gottes sind! Sie hat die Mitgeschöpfe mit ganz und gar unbeweisbaren (‚Tiere haben keine Seele’) und sogar irrwitzigen (‚Tiere haben keine Gefühle, ihre Handlungen entstammen aus Automatismus’…) Argumenten an eine gnadenlose AusbeuterInnen-Industrie verkauft – sich der Schwere des Verbrechens ganz sicher bewusst, ersann man, es darf angenommen werden doch auch aus schlechtem Gewissen heraus, fleischfreie Tage, wohl als Versöhnung mit der Heiligkeit das Töten kurz auszusetzen, das Blutmeer, in welchem man fröhlich watet, für Momente zu stoppen, bevor man darin endgültig mit gurgelnder Kehle und fetten Leibern ertrank. Doch ‚verzichten‘ konnten selbst jene, die diese Gebote ihres Meisters übernommen hatten, uns gezielt über die Jahrhunderte hinweg vorleugneten ihre Lebensweise sei im Einklang mit der Gottheit, keinen Tag an der Völlerei an Kadavern, längst die Seelen verhärtet, genährt vom Tod anderer, völlig unschuldiger Lebewesen. Man dachte über einen Ausweg aus der Misere nach – und da wurde eine infame Idee geboren, eine Idee, die an Verächtlichkeit kaum zu überbieten sein sollte, einem kranken Geist entsprungen und der Welt mit Halleluja verkündet: man erklärte kurzerhand die im Wasser lebenden nicht zu mit fleischlichen Körpern Gesegneten, schob deren Existenz vielmehr in den Bereich der Pflanzenwelt, ohne Schmerzempfinden ausgestattet, verkümmert, nur einer Automation folgend, und entriss sie so dem Kreislauf der Evolution; Fisch und Meerestiere, ja das kann man bedenkenlos selbst an höchsten kirchlichen Feier- und Bußtagen essen, stellt deren Materie entgegen allen Maßstäben eines denkenden Geistes doch plötzlich auf wundersame Weise kein Fleisch dar! Diese Arroganz raubt einem beinahe den Atem – man braucht nicht extra zu erwähnen, dass selbst hier noch Stilblüten erschaffen wurden, so zum Beispiel erklärte man im Mittelalter den Biber zum Wasserwesen, zum Fisch, und schlemmte an dessen Dasein…
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Uns nun mit ‚Herabwürdigung‘ zu bedenken, ist eine weitere Entschleierung einer immer kränklicher werdenden Gesinnung.
Die Kirche hat Mühe ihre AnhängerInnen zu behalten; wen wundert’s? Sie hat Verrat begangen, Verrat am Leben selbst, als sie die Wehrlosesten der Wehrlosen, die Unbewaffneten, die, die nicht mit Gier und Hass und Hintergehung ausgestattet worden sind, fallen, ohne jeglichen Schutz im Stich ließ. Sie, die von Nächstenliebe predigen, von der allumfassenden Heiligkeit der Schöpfung, sie haben keine Sekunde über das Wohl unserer Mitlebewesen nachgedacht, keinen Gedanken daran verschwendet.
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Statt dessen haben sie sich unleugbar über die Jahrhunderte hinweg bereichert an der Armut und am Verderben, haben nicht einmal in Kriegszeiten mahnende Worte gefunden, statt dessen viel lieber so oft mit den Mächtigen kooperiert – und selbst wenn diese totalitäre Regime anführten (ein Kritikpunkt, zu welchem auch der neue Papst in Erklärungsnot gerät, wird ihm doch genau dieses Vorgehen in Bezug auf die ehemalige Militärregierung Argentiniens vorgeworfen); sie haben nichts dagegen unternommen, als von Zweitracht und Hass getriebene braunbefleckte PolitikerInnen mit dem Kreuz in der Hand zum Kotzen überspannte polemische Politik betrieben, in dem sie z. B. den Islam verteufelten, dessen Religionsstifter Mohammed gar als ‚im heutigen System müsste er als Kinderschänder betrachtet werden‘ bezeichneten. Insgeheim rieben sie sich ob der Grauenhaftigkeit dieser Worte wahrscheinlich sogar schadenfroh die Hände, ein Niederschlag an der ‚Konkurrenz‘, deren man selbst immer weniger entgegen zu setzen hat.
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Aber niemals kehren sie vor der eigenen Türe; dabei gäbe es wohl gerade dort mehr als genug zu wischen! Nun, im Angesicht der Apokalypse der Katholiken, wo ein Sturm der Offenbarung, der Geist der Wahrheit, über Ordensklöster und Kircheneinrichtungen hinweg gebrochen ist, nun wäre die Chance gekommen, endlich reinen Tisch zu machen, endlich das eigene Haus von innen zu säubern. Bekenntnisse und das Bitten um Vergebung, in all ihren Erscheinungsformen, wäre der Kirche vermeintlich letzter Anker gewesen. Ein Akt, der ihr längst verlorene Glaubwürdigkeit zumindest in Ansätzen zurück bringen hätte können. Aber was tut sie? Sie bitten in einer himmelschreienden Selbstgefälligkeit um mehr Kirchenspenden (wie in Irland), um anstehende Regress-Forderungen wegen Kindesmissbrauchs erfüllen zu können; oder sie vergleichen die derzeit angeheizte Stimmung der Menschen gegenüber der Kirche mit der Judenhetze vor und während des 2. Weltkrieges!
Ist das nicht schauderhaft? Ihr zurückgetretener oberster Führer, seine Heiligkeit, Vertreter Gottes auf Erden – wie er zu dieser Legitimation wohl gekommen ist, kann man nur vermuten – hat vor seinem Amtsantritt bewiesenermaßen von vielen Verbrechen an Kinderseelen gewusst – und hat nichts dagegen unternommen! Dann saß er da am spinnennetzumwobenen Thron, einer Karikatur seiner selbst gleichend, und brachte trotzdem kaum ein Wort der Reue über sein Lippen, nein, er sprach lieber über längst verstaubte Weltanschauungen und wünschte ‚Frieden sei den Menschen – Urbi et Orbi (‚der Stadt und dem Erdkreis)‘ zum Feste der Auferstehung. Ob sein Nachfolger, der hoffentlich sehr bewusst den Namen des Franz von Assisi angenommen hat, eine neue Richtung der Versöhnlichkeit einschlägt, wird die Zukunft weisen!
Weil wir beim Thema sind: das Feste der Auferstehung ist für unsere ‚Nutz’tiere das Fest des Todes, weil es erneut dazu dient, um eine wahre Schlachtorgie über die Tierwelt hereinbrechen zu lassen; die Tische quellen über von den Leichen getöteter Tiere und so ist Blut zum Salz des Lebens auf den Häuptern der Christen geworden!
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Ja, sie mögen uns der Herabwürdigung beschuldigen – gespannt dürfen wir darauf sein, wie Gott einst die Angelegenheit beurteilen wird; zu welchen Gunsten sich seine Waagschale hebt, die eine Seite beladen mit jenen, die seine Schöpfung zu schützen versuchen, denn ‚was Ihr dem Geringsten meiner Brüder getan, dass habt Ihr mir getan‘, die andere mit den von Völlerei zu platzen drohenden Leibern ihren durchlauchten Bischöfe und Kardinäle, behaftet mit dem Makel der Inquisition, gar dem unverhinderten Völkermord, dem beigewohnten Ermorden Millionen von Frauen und Kindern und Männern der Naturvölker, der Kinderschänderei in den eigenen Reihen. Gespannt dürfen wir sein!
 
Wir sind der Schöpfung Krone, verkündet die Kirche. Ob sie damit auch jene Vertreter ihrer Lehren meint, die diese schrecklichen Verbrechen an Kindern und Heranwachsenden begangen haben, die am Genozid und an der Ausbeutung von Abermillionen von Eingeborenen überall am Erdkreis beteiligt waren, die noch immer das Kondom verteufeln, obwohl das Ansteckungsrisiko an tödlichen Geschlechtskrankheiten an vielen Plätzen dieser Welt inzwischen astronomische Höhen erreicht hat, sei dahin gestellt; die Frage, die bleibt, ist nur: wird der/die SchöpferIn selbst auch so darüber denken, wird er/sie glauben, wir sind seine höchste Schöpfung? Die Krone der Schöpfung, müsste dass nicht vielmehr eine Lebensform sein, welche sich perfekt an die vom selben Schöpfer gestaltete Umwelt angepasst hat, die ein Leben lebt, so wer er/sie es ihr zugedacht hat? Die völlig zufrieden damit ist, was sie ist, und nicht ständig bestrebt ist, von bohrender, selbstzerstörender Ruhelosigkeit getrieben, sich selbst neu zu definieren? Ein Wesen, welches frei ist von Hassgefühlen, von Besitzstreben, welches niemals lügt und seine Zuneigung nur jenen zeigt, welchen es wirklich treu zur Seite steht, nicht über das Verlangen zur Möglichkeit der Täuschung verfügt; in welchem keinerlei Falschheit inne wohnt, nichts und niemanden betrügt und welches reinen Geistes ist; nicht getrieben von Wut und Lust, von Pädophilie befallen, von Gier und Besitzstreben übermannt, vom Konsumstreben gezeichnet…
Genau dieses Wesen erkennt man in jedem Tier … und in so wenigen Menschen; es ist höchst zweifelhaft, ob wir der Schöpfung höchste Stufe sind, ganz, ganz sicher aber sind wir deren tiefster Fall.

Dies soll nicht von unserer Seite eine Anklage an die Kirche sein, ganz im Gegenteil; die Zeilen mögen zum Nachdenke anregen, zum Überdenken einer selbstherrlichen Arroganz, deren Auswirkungen nun langsam aber sicher das Knochengerüst einer gesamten Religionsgemeinschaft von innen her auffressen. Welche sich damit zusehends gegen den eigenen Gott wendet, indem sie dessen Lehren unterminiert.

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Eine der schlimmsten Gefühlsregungen ist die Verallgemeinerung, und wir wollen uns tunlichst davor hüten; ohne jeden Zweifel gibt es ganz unglaublich wunderbare VertreterInnen der katholischen Kirche, Männer und Frauen von Nächstenliebe und Gottgefälligkeit durchdrungen, die ihr gesamtes Dasein dem einen Zweck widmen, nämlich der Verbreitung der wundersamen Bekehrungen Jesus Christi. Und diese mögen uns unsere Wut verzeihen, wir achten und ehren sie und sind dankbar dafür, dass es sie gibt!
Aber genau jene Personen sind nun gefordert endlich ihr Wort in aller Öffentlichkeit zu erheben, das Ruder herum zu reißen, einen neuen Kurs für die Gemeinschaft einzuschlagen.
Einen Kurs zurück zu den Wurzeln, zurück zu den hell erleuchtenden Worten eines Heilandes, welcher gekommen war um diesen Planeten zu einem besseren Ort für uns alle zu machen – und den wir als Dank dafür ans Kreuz schlugen!
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Und welchen wir weiterhin kreuzigen, tagtäglich, jede Sekunde auf’s Neue – in unseren Schlachthöfen, in den Konzentrationslagern der Massentierhaltung, auf all den Müllhalden unserer Erde…

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