Protest vor dem Schlachthof Bergheim!

Heute trafen sich vor den Toren des größten Rinderschlachthofes Österreichs erneut RespekTiere-AktivistInnen, um auf das Leid hinter einer solchen Tötungsanstalt aufmerksam zu machen. Wieder wurde als Ort des spektakulären Protestes die Zufahrt zum Schlachthof gewählt, wohl um größtmögliche Aufmerksamkeit zu erreichen, da dort doch ununterbrochen starker Pendlerverkehr von und zur Stadt herrscht – und alle Tiertransportfahrzeuge die Kehre passieren müssen…

TierschützerInnen in blutiger Mezgerbekleidung posierten dann den Nachmittag über  vor Transparenten mit Aufschriften wie ‚Ehrfurcht vor dem Leben ist Abscheu vor dem Töten!‘ und ‚So lange es Schlachthöfe gibt wird es auch Schlachtfelder geben!‘; auch ‚Wir kreuzigen Jesus und seine Lehren jeden auf ein Neues – in unseren Mastanstalten und Schlachthöfen!‘, konnte da gelesen werden!  Einmal mehr, als Tribut an ein hoffentlich längst angebrochenes neues Zeitalter, waren die Reaktionen der PassantInnen sehr erfreulich: vom hochgestreckten Daumen bis zum Hupkonzert war alles dabei, was der Anerkennung der Tierrechtsidee Ausdruck verleiht! Weniger entspannt nahmen dann allerdings die manche LKW-Fahrer – und sonderbarerweise nicht nur solche in Tiertransportern – den Protest zur Kenntnis; das eine oder andere Mal mussten die AktivistInnen wahre Schimpftiraden über sich ergehen lassen.

‚Highway to Hell‘, nennt RespekTiere diese Straße zum Schlachthof, auf welcher so viel Not und so viel Leid tagtäglich passiert; unvorstellbare 100.000 Rinder und Kälber werden im Salzburger Schlachthof mittlerweile alljährlich ‚verarbeitet‘, rund 80 000 geschlachtet!

Der Protest wurde übrigens letztendlich durch das Herbeirufen der Polizei gestoppt – irgend ein ‚Tierfreund‘ hatte die Beamten gerufen, weil er sich offenbar sehr dadurch gestört gefühlt hatte…



Wir möchten an dieser Stelle dem Posten Bergheim zum wiederholten Male ein großes Lob aussprechen, nicht nur für die andauernden Kontrollen der Tiertransporte, sondern auch für deren immer besonnenes und nettes Auftreten in solch heiklen Situationen!

Zur weiteren Information: Die Tötungsanstalt in Bergheim war einst im Besitz der Raiffeisenverbandes Salzburg. 2007 wurde sie jedoch nach erheblichen Verlusten an den US-amerikanischen Lebensmittelriesen OSI verkauft; die erste Schattenseite des Deals sollte sich sehr bald kristallisieren: die vom Raiffeisen-Schlachthof einst selbst auferlegte Transportbeschränkung von maximal 500 Kilometer hatte der neue Geschäftsführer Gerald Hellweger kurzerhand nach US-Manier abgeschafft: "Kilometerbeschränkung habe ich keine vorgegeben. Ich habe gesagt: Wir werden hier weiterhin auch Ausländische schlachten müssen, weil in der Sommerzeit, Almzeit, unsere Tiere nicht vorhanden sind und wir unseren Betrieb 50 Wochen im Jahr führen müssen. Wir werden uns nicht davon distanzieren können." 80 Prozent der geschlachteten Rinder kommen laut Herrn Hellweger aus Österreich. Was im ersten Moment vielleicht ganz gut klingt, bei näherem Nachdenken aber nichts anderes bedeutet, als dass 20 %, also jedes 5. Rind, vom Ausland nach Bergheim gebracht wird – und dabei teils elendslange Transportrouten über sich ergehen lassen muss. Tatsächlich hört man immer wieder von Tiertransportern, die von allen Teilen Osteuropas und aus dem Baltikum nach Salzburg gelenkt werden.

Dass dabei immer alles Tierschutzkonform zugeht, daran glauben wohl selbst die naivsten ZeitgenossInnen nicht; und noch mehr erhärtet sich dieser Verdacht dann, wenn Geschäftsführer Hellweger selbst Tierqual gar nicht dezidiert ausschließt, gab er doch in einem Interview bereits 2008 zu Protokoll: ‚Die Tierschutzkontrollen sind im Schlachthof geradezu vorbildlich. Es wird immer wieder schwarze Schafe geben und es wird immer wieder was passieren. Aber zu 90 Prozent ist alles in Ordnung – und es gibt Auflagen, die werden 100 Prozent kontrolliert von uns."

Zu 90 %!!!! Sie haben richtig gelesen, genau das gibt der gute Mann von sich! Er sagt damit nicht mehr und nicht weniger, als dass es in 10 % der Fälle nicht so ist; umgerechnet auf die Anzahl der in Bergheim geschlachteten Tiere, rund 80 000 Rinder jährlich (!!!), bedeutet diese Aussage, dass bei 80 000 Tieren (oder bei angenommenen 300 Arbeitstagen mehr als 26 Rinder täglich!!!!) der Tötungsvorgang nicht den gesetzlichen Maßstäben (welche ohnehin höchstens ein Mindestmaß für Tierschutz bieten…) entsprechend passiert!!!! Und genau darüber sollten sich die zuständigen Behörden endlich ernsthafte Gedanken machen…

Achtung, Achtung! RespekTiere darf nächste Woche am größten Veganfest Europas nicht fehlen – bitte kommt’s uns am Stand bei der Wiener Veganmania besuchen, Mittwoch bis Samstag!!!

 

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