Breaking News: Kuhstall-Wahnsinn – dieses Mal in Niederösterreich!

Es ist unfassbar – irgendwo im Nirgendwo, nun auf einem dem Strom der Geschichte entlegenen Hof in den Bergen im niederösterreichischen Kremser Land, spielen sich ungeahnte Tragödien ab; tagtäglich, ohne Unterlass. In besagtem Ort gibt es nur ein paar Häuser – und eine Landwirtschaft mittendrinnen, wo Zustände herrschen, die tierliebenden Menschen wahrlich die Tränen in die Augen treiben!
Aufgedeckt!
Den Vereinen RespekTiere und Robin Hood (www.robinhood-tierschutz.at) wurde umfangreiches Fotomaterial zugesendet; was wir da zu sehen bekommen haben, lässt uns entsetzt zurück – nämlich einen verfallenden Hof, dessen Umgebung alleine schon Schlimmes erahnen lässt. Müll beherrscht das Ambiente, verrostetes Eisen überall, kaputte Fahrräder und abgestellte Autos. Dazu, wahrscheinlich ein Hobby der Besitzenden, alte Traktoren im Überfluss. Von den Elementen zerfressen präsentieren sich dann auch die Stallgebäude; Fenster kaputt, Türen aus den Angeln gehoben, ein Güllefluss, der sich aus der Tierbehausung heraus seinen Weg in den nahen Bach bahnt.

Unfassbar! Selbst im Zwischengang sind die armen Tiere angekettet!

Hoch strafbar: Kälber angekettet – und noch dazu ohne Ohrenmarken!!!

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Fotos: Unfassbar – überall finden sich Kühe festgebunden, sogar in den Zwischengängen sind welche angekettet! Käber noch dazu…
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Und Tiere, überall Tiere. Huhn, Gans, Ente und anderes Geflügel lebt ein auf den ersten Blick vielleicht sogar halbwegs idyllisches Leben, die Vögel unbeschränkt über den Hof verteilt. Dennoch unterstreichen auch sie den überaus tristen Eindruck, runden das Gesehene ab. Denn es ist ein großer Unterschied, ob man auf Natürlichkeit setzt, oder sich einfach nicht um das Mitgeschöpf kümmert; wirft man nämlich einen Blick in die Hühnerbehausung, ist zweiteres sowas von eindeutig der Fall.
Und dann die Kühe – es sind Dutzende, überall im weitläufigen Gebäude finden sich welche. Mit ein paar wenigen Ausnahmen sind sie allesamt fest angekettet, zu eng nebeneinander und auf zu kurzen Ständen noch dazu. Heißt, wenn sie liegen, sofern sie dazu überhaupt Platz finden, dann mit dem Hinterteil auf Gittern. Ausnahmslos alle Stände sind besetzt, aber nicht nur das: nein, selbst in den Zwischengängen sind sie festgekettet, parallel an den Wänden sowieso, einfach überall. Eine Kuh ist dabei sogar in einer Schräglage, was die Tortur für sie bis zur Unerträglichkeit steigert. Tatsächlich, man kann kaum durch die Reihen gehen, so quillt der Stall von in ihrer Bewegungsfreiheit auf das absolute Minimum eingeschränkten Mitgeschöpfen über.
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Fotos: die Umgebung ist vermüllt, Gülle bahnt sich vom Stall aus den Weg in den nahen Bach!
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Foto: Kuhweide – wie lange wurde die schon nicht benutzt? 24/7-Kettenhaltung ist wohl unbestreitbar!
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Foto: ein Hof, von den Elementen zerfressen…
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Foto: gnadenlose Enge im Stall; sogar an den Wänden seitlich (Hintergrund) sowie am Durchgang vorne sind Kälber und erwachsene Tiere an Ketten…
Und dann noch die Kälber: allesamt angekettet, mit schweren Eisen, mittels Ringen und Schrauben und Ösen in der Wand verankert. Anbindehaltung von Kälbern, Ihr wisst es längst, ist in Österreich sowas von verboten! Und: Ausreden gibt es hierfür nicht! Ja, es stimmt, das Gesetz lässt die ‚kurzzeitige‘ Anbindung zu, etwa zur Fütterung, aber hier liegt uns eindeutiges Beweismaterial von verschiedenen Tagen (und Nächten) vor, und immer sind die Armen an selber Stelle festgekettet!
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Foto: legen sich die Kühe hin, kommt der Hinterkörper direkt auf den Metallrinnen zu liegen…
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Foto: angekettet sogar im Durchgang!!!
Schmutz beherrscht die Szenerie; in Gebäudefragmenten noch dazu, welche vom Zerfall gezeichnet gar düster und bedrohlich wirken. Ein Umstand, den es also ebenfalls abzuklären gilt: gestatten die bauliche Gegebenheiten überhaupt noch eine Tierhaltung in diesen Räumlichkeiten? Zudem, wie uns geflüstert wurde, gibt es sogar ein Veto der Molkerei; aus mehreren Gründen sei die Milch vom Hof gesperrt – ein Verdacht, der sich als richtig herausstellt und die Dringlichkeit einer Überprüfung der Tierhaltung wohl sowas unterstreicht!
Ach ja, Schweine sind auch am Hof, was wir aus sicherer Quelle wissen, aber leider blieb ein Blick auf diese verwehrt. Nur, erahnen lässt sich deren Schicksal wohl glasklar. Der Amtstierarzt, hier ist einer der besten Österreichs zuständig, wird sich darum kümmern…
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Fotos, links: Kälber in den Boxen, rechts: andere sind immer angekettet, die Bilder wurden – durch Metadaten belegbar – an verschiedenen Tagen aufgenommen!
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Zu den Hofbesitzern wissen wir: der Vater hatte das Anwesen geführt, damals dürfte die Tierhaltung in Ordnung gewesen sein. Als der aber leider verstarb, übernahm die Frau und die Tochter, sowie deren (neue) Lebensgefährten. Und, so wird es berichtet, seither geht es steil bergab. Das berühmte Pünktchen auf dem i: ein Familienmitglied arbeitet doch tatsächlich in der Bauernkammer! Eingeheiratet ist fast passenderweise ein Fleischhauer. Besonders tierlieb jedenfalls dürfte allem Anschein nach niemand davon sein.
 
Nicht ganz unbeachtet sollte hier aber dennoch natürlich auch die menschliche Tragödie nicht bleiben, welche in derartigen Fällen leider immer mit dahintersteckt. Selbstredend, dafür können die armen Tiere nichts, und – wir dürfen natürlich nicht vergessen, wir sind ein Tierschutzverein, dessen vordergründigste Aufgabe es ist, für die Tiere da zu sein. Dennoch, natürlich möchten und können wir auch eine dahingehende Empathie nicht ausklammern, aber Anlaufstellen für menschliche Problematiken gibt es viele, und wir hoffen deshalb von Herzen, dass sich die richtige findet und die richtigen Schritte ergriffen werden.
 
RespekTiere und Robin Hood erstatteten natürlich Anzeige bei der zuständigen Vet-Behörde. Über den weiteren Verlauf der Tragödie werden wir alsbald berichten!
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