respekTIERE IN NOT – soooo wichtig!!!

Manchmal führt das Leben geradewegs in eine Sackgasse, aus welcher es dann scheinbar kein Entrinnen mehr gibt. Eine Sackgasse, die ganz schnell zum Flaschenhals mutiert, nach vorne hin enger und enger. Egal wie auch immer die Vorzeichen sind, ob man aus reicher Familie stammt oder als Waise im Kinderheim aufgewachsen ist, ob einem das Dasein früher gute Karten in die Hände gespielt hat oder ob das Unglück ohnehin ständig wie ein weggeworfener Kaugummi an der Fußsohle klebte, es kann uns allen, jeden und jeder, von einem Tag auf den nächsten passieren, dass man plötzlich ganz alleine zurückbleibt. Dann, wenn das Glück endgültig versiegt und das letzte As verspielt, zeigt sich in oft gar erschreckendster Form, wer oder was man wirklich ist. Kein Verstellen mehr, kein Vorhang, keine Camouflage. Pure Existenz. Pure Wahrheit. Pures Individuum. Angekommen auf dem Boden der Tatsache, alleine in einer Welt, die keinerlei Wärme mehr auszustrahlen scheint.

im Hof bei Rita Enten und Gaense

Rita ist es so geschehen. Sie, die wohlbehütet aufgewachsen, hat das Leben im Laufe der Jahre abgestraft. Hart und brutal, wieder und wieder. Es sei vorweggenommen, wir gehen an dieser Stelle keiner Schuldfrage nach – und sicher trug sie dann und wann auch selbst ihren Teil zur Spirale bei – denn einzig, was zählt, ist das hier und jetzt. Weil genau in diesem Moment, egal, wie gut oder schlecht die Vergangenheit auch immer gewesen ist, braucht die ältere Dame unsere Hilfe; jede Menge davon und mehr als je zuvor. Ein Gehirnschlag hat Spuren hinterlassen, dazu die entsetzlichen Beschwerden in der Hüfte. An einem Stock geht sie nun, und ein bisschen müde ist Körper und Geist geworden, sagt uns die tapfere Frau.

neues respektiereinnot Projekt

Ja, es stimmt, ihr Umfeld ist von den Elementen zerfressen, wohl schon seit langem. Ein steter Niedergang, unaufhaltsam. Der Garten versinkt im Unrat, das darin abgestellte verrostete Auto mit dem offenen Kofferraum springt wohl auch längst nicht mehr an; so fungiert als Wohnhaus für die Katzen, oder mehr noch als bloße Ablage. Als Ablage für alles Mögliche, angefangen von einer Unzahl von Decken bis hin zur Kartonverpackung. Kann man ja alles irgendwann nochmals brauchen… Wer kennt sie nicht, diese Konditionierung, an der vor allem die Nachkriegsgeneration gerne leidet;  eine Präparation von Gedanken allerdings, welche immer nur in genau solche Situation wie vor Augen führt. So lange nur geht ein derartiges Vorgehen nämlich gut, bis all das Gestapelte, Angesammelte, Zusammengetragene letztendlich die Luft zum Atmen nimmt.

Ritamitkatzen
Kuechebeirita

Die ältere Frau lebt, wie man es im Wohlstandsland Österreich nicht glauben möchte, dass es überhaupt nur möglich wäre; Vergleiche mit Rumänien tun sich da auf, mit Bulgarien oder Moldawien; nur, die Parallele hinkt, stark sogar, denn selbst dort wären die Verhältnisse … nennen wir es ‚prekär‘. Rita jammert deswegen aber nicht, nein, dazu ist der Stolz in ihren Augen immer noch zu wenig gebrochen; ab und zu eine Träne, beim Sinnieren über das Früher, aber das war’s dann schon. Denn ‚Früher‘ ist so weit entfernt wie es nur sein kann. Nur mehr ein Gedankenfunke, eine vergilbte Erinnerung. Vom Feuer des Lebens längst zu Asche gemacht. Nein, kein Zurückblicken, kein Lamentieren, kein ‚Schuld ist immer jemand anderer‘.

respekTIERE IN NOT

Sie hat nicht alles richtiggemacht, ganz sicher nicht. Aber wer dies von sich selbst behaupten kann, der oder die werfe den ersten Stein. Vieles ist wahrscheinlich falsch gelaufen, das Steuer in die verkehrte Richtung eingeschlagen und genau in den entscheidenden Momenten versagte vielleicht die Kraft oder die Möglichkeit, es rechtzeitig herumzureißen. Aber was brungt das Hinterfragen des Wenn und Warums? Weshalb jetzt nach Antworten suchen, jetzt, wo die Realität sie so fest zu Boden drückt, dass sie in ihr kaum noch Halt findet ? Wozu, es wäre doch nur reine Zeitverschwendung! Ein absoluter Luxus, und der ist bloß jenen vorbehalten, die nicht im Regen stehen. Sie ist für diese Art von Reflektion einfach zu beschäftigt. Der Alltag, der kaum bewältig werden kann, und nach jedem Aufstehen noch ein bisschen schwerer fällt, zeigt seine Zähne; wie ein nimmersattes Monster bäumt er sich auf, und die Herausforderung, ihn zu bewältigen, die wird täglich eine größere. So viel einfacher wäre es doch bloß geschehen zu lassen. Sich zurückzulehnen, die Augen zuzumachen. Sie vor dem Alltag zu verschließen. Aber andererseits, aufgeben, das ist nicht das ihre. Irgendwann mal, wer mag es wissen; dann, wenn die Kraft letztendlich vielleicht doch noch völlig versiegt. Der Zeitpunkt könnte kommen,  aber sicher wird das nicht heute ode rmorgen sein. Denn noch ist da der Glanz in ihren Augen, der Funke Hoffnung, die Verantwortung gegenüber ihren Tieren, die sie immer weiter tun lässt, ohne Unterlass. Wie ein Uhrwerk. Nur, der Rost des Lebens im Uhrwerk, der macht ihr mehr und mehr zu schaffen.

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Tiere hat sie immer geliebt, von ganzem Herzen. Jedoch, für Mensch, der sein eigenes Leben kaum in Ordnung zu halten imstande ist, wie kann es so jemand für eine Dutzendschaft von Tieren tun? Schweine, so hören wir, die sich uneingeschränkt vermehrten, Pferde, Ziegen, Kaninchen; Vögel, an jeder Ecke und an jedem Ende. Gänse, Enten, Hühner, Wellensittiche. Und auch andere, weniger gewollte ZeitgenossInnen, welche sich im allgemeinen Kunterbunt und unter den gegebenen hygienischen Verhältnissen wahrlich pudelwohl fühlten – Nagetiere. Allen voran Ratten. Selbst bis in die Wohnräume hatten sich die unerwünschten Gäste irgendwann ausgebreitet.

Innenhof bei Rita

So lange, bis die Behörde einschritt. Das Vet-Amt hat daraufhin Tiere beschlagnahmt. Die Pferde, 18 Schweine. Kaninchen, Hühner, usw.; berechtigterweise? Selbst, wenn wir jetzt nichts allzu Genaues über die Umstände wissen, wird die Antwort wohl lauten müssen: doch eher wahrscheinlich! Die tierliche Ansammlung war ihr einfach über den Kopf gewachsen. Und dabei sollte – als Ironie an der Geschichte – die Anzahl der Mitgeschöpfe in ihrer Obhut überhaupt nicht ihre Idee gewesen sein; vielmehr, und dies lässt sich, ohne nach einer Ausrede zu suchen, mehr als nur nachvollziehen: in guten Zeiten, da hätten die Menschen ihr Tiere gebracht, immerfort. Solche, die sie selbst nicht versorgen konnten oder wollten, solche, die alt und krank waren, solche, die kein zu Hause mehr hatten. Und nie habe sie die Aufnahme verweigert. In der dunkelsten Stunde aber, dann, als die Behörde vorfuhr, da waren all diese Freunde und Freundinnen nicht mehr an ihrer Seite zu finden. Im Gegenteil, oft genau jene verurteilen sie nun sogar …

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Nichtsdestotrotz aber, jetzt sind noch immer ein paar der Vierbeiner und der Geflügelten übriggeblieben, zum Beispiel mehrere Katzen. Draußen in der Schlammwüste leben Wasservögel und Hühner ein Dasein in jenem Chaos; ob es ihnen dabei schlecht geht? Eher nicht, den Wunderschönen werden diese Umstände eher egal sein. Und Futter und Wasser wird ausreichend geboten, gar keine Frage. Überhaupt, auch die Katzen und Ziegen, die Kaninchen und die letzten beiden Schweine, man würde sie sich in geordneteren Verhältnissen wünschen, so ehrlich muss man sein; aber sie sind weder schlecht genährt, noch scheinen sie irgendwie eingeschränkt oder gar krank. Im Gegenteil, die meisten der ihren dürfen sich überall auf dem riesigen Grundstück bewegen, gut 4 000 eingezäunte Quadratmeter stehen dafür zur Verfügung.

Kaninchenhilfe
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Rita fehlt es an allem, was wir in unserer Wegwerfgesellschaft sowas von gewohnt sind; das Badezimmer ist wahrscheinlich der einzige Raum im Haus, welcher von den meisten unter uns als überhaupt nur ‚bewohnbar‘ eingestuft werden würde. Hier kam Hilfe von Seiten des behandelnden Arztes. Was ihr aber vielleicht mehr fehlt als ‚nur‘ Materielles, das ist das das Zwischenmenschliche. Wärme. Ein gutes Gespräch. Eine Umarmung.

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Es ist natürlich weder nebensächlich und schon gar nicht egal, was an jenem Ort, ihrem einzigen zu Hause, in der Vergangenheit auch immer geschehen ist; aber nun zählt das hier und heute. Im besagten ‚zu Hause‘ wohnt eine Frau, die ganz viele Tiere beherbergt, und die nebenbei über eng gesteckte psychische und physische Grenzen verfügt. Der es noch dazu schwer fällt, eine Linie zu überschreiten, und diese Linie heißt bei ihr ‚Entsorgen‘. Loslassen.  Dinge wegschmeißen, weil sie längst Müll sind. Und keine wertvollen Rohstoffe für ein besseres Morgen. Welches ohnehin nie eintreten wird.

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Das alles mag so sein; Sammlerin, manche würden das Wort ‚Messi‘ verwenden. Aber: da ist jemand, der Hilfe braucht. Für sich und seine vierbeinigen Gefährten. Und der ein offenes Ohr benötigt, ab und zu zumindest. Wollen wir für sie da sein, obwohl sich in ihrem zu Hause vielleicht schon mehrfach tierliche Tragödien abgespielt haben? Ja, das wollen wir. Weil es noch immer genug Tiere gibt, auf welche wir schauen sollen, und einen Menschen noch dazu, der trotz allen Widrigkeiten des Lebens oder gerade deswegen jede Menge an Mitgefühl und Unterstützung benötigt. Und immer noch, trotz aller Widrigkeiten, über ein goldenes Herz verfügt. Denn genau dafür haben wir respekTIERE IN NOT gegründet.

Gebetsecke

respekTIERE IN NOT benötigt Deine Hilfe!

respekTIERE IN NOT hilft nun schon seit 15 Jahren an den verschiedensten Fronten im In- und im Ausland. Wenn Ihr uns dabei unterstützen möchtet, im Moment benötigen wir vor allem Hygieneartikel für Menschen in Not, angefangen von der Zahnbürste bis zum Waschmittel wird einfach alles gebraucht! Zahnpaste, Duschgel, Seife, Haarwaschmittel, Essigreiniger und co, aber auch Gaskocher, Unterlegematten, Camping-Utensilien, Schlafsäcke, und, und und… Wir sind übrigens auch schon wieder dabei, den nächsten Hilfstransport für tierliche und menschliche Bedürftige – schon in wenigen Tagen geht es nach Ungarn – zusammenzustellen!

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