Einsatz in Ungarn – der Bericht!

Es war eine bitterkalte Nacht gewesen. Heftige Schneefälle hatte das Land ringsum unter einer dicken Schicht weichen Etwas begraben und noch immer nicht sollten sich die Witterungsverhältnisse beruhigt haben. Wieder und wieder entleerte der Himmel über uns bauschige, graue Wolken, der Niederschlag machte die Fortbewegung mühsam.

Gueter fuer Hilfstransport
Van entladen bei Gabi

Fotos: ein Van voller Güter – im Be-, Ent- und wieder Belademodus! 🙂

Gestern schon, nachdem wir das RespekTiere-Mobil einmal mehr bis zur Dachkante beladen hatten, waren wir von Salzburg aus aufgebrochen. Mehrere Dutzend Kartons und noch mehr Säcke mit warmer Kleidung sowie allerlei Dinge des täglichen Bedarfs verschluckte der Fachtraum ohne Probleme, dazu kam eine ganze Menge an Katzenfutter, welches wir aus dem Lager bei Hanni holen durften. Die Liebe, Ihr wisst es längst, stellt uns nun schon seit so vielen Jahren ihre Räumlichkeiten zur Verfügung, und ohne diese Hilfe wären Fahrten wie die jetzige durchwegs fast unmöglich zu bewerkstelligen. Zumindest nicht machbar in der gegebenen Frequenz, denn nur ein Lager ermöglicht erst die benötigte Ansammlung. Tatsächlich also, wir können uns nicht oft genug für diese so unverzichtbare Gelegenheit bedanken…

Einsatz in Ungarn
letzte Beladung NOe

Foto: letzte Zuladung wie immer in Niederösterreich!

Die erste Teilstrecke hatte uns dann nach Niederösterreich geführt, wo die gesamte Fracht nochmals fein säuberlich aus dem Fahrzeug entladen werden musste; warum? Weil die dortigen, wunderbaren, TierschützerInnen einmal unfassbare hunderte Kilos an Hundefutter extra für die Aktion sammelten und zur Verfügung stellten; was bedingt, dass wir in Salzburg eben nur Katzenfutter einluden… ihr Lieben, auch bei Euch stehen wir tief und tiefer in der Schuld!!!

Bei all diesen Konstanten gibt es aber dieses Mal auch eine zumindest für mich wunderbare Neuerung: Ben, mein Weggefährte und Lebensbruder seit weit über 40 Jahren, hat ab Krems im Van neben mir Platz genommen; er wird zum ersten Mal einen solchen Hilfseinsatz begleiten! Eine Premiere, die hoffentlich uns beide letztendlich mit riesiger Freude erfüllt!!!

Zwischenstopp Hilfstransport Ungarn

So finden wir uns also wieder im orangen Ungetüm, die Motorhaube immer in Richtung Osten zeigend. Der Motor brummt, satte 129 Pferdestärken ackern sich durch teilweise gefährlich glitschige Schneefahrbahnen. Sei es wie es sei, respekTIERE IN NOT ist wieder unterwegs, und auch dieses Mal in großer Berufung. Hinten im Laderaum befinden sich doch gut 600 kg an Hunde- bzw. Katzenfutter, welches die Hundehilfe Nordbalaton schon dringend erwartet. Im großartigen Tierheim der tollen Organisation leben stets um die 30 Hunde, allerdings ist der Wechsel ein fast unglaublicher; fast jede Woche startet ein Transport in Richtung Deutschland und immer sind dabei ein paar der Armen an Bord. Einem neuen Leben entgegen, einem Leben ohne Not. Wie herzzerreißend, wie wunderschön! Im Schnitt mehr als 20 schaffen so Monat für Monat den Sprung in den für sie hoffentlich ‚Goldenen Westen‘!

Ben im Tierheim

Foto: Ben, seit 45 Jahren verbindet uns die allerbeste Freundschaft, zum ersten Mal in seinem Leben in einem Ost-Tierheim!

Die allermeisten dieser Hunde stammen übrigens aus der Grenzregion zu Rumänien, wo noch immer, selbst jetzt im 3. Jahrtausend, wahrhaft katastrophale Verhältnisse für die ehemaligen Straßentiere vorherrschen. Fakt ist, sie, ausnahmslos, hätten die Armen in ihrer ursprünglichen Heimat null Chance auf ein Überleben. Die Hundehilfe Nordbalaton arbeitet deshalb seit vielen Jahren mit den dortigen Tierschützerinnen engst zusammen, und nur so können derart viele Hunde gerettet werden. Durch eine solche Zusammenarbeit, gepaart mit den ‚Zu Hause Suchenden‘ im Westen, ist ein entsprechender Erfolg überhaupt nur möglich!

Unsere Kleider- und Sachspenden für Menschen spielen dabei eine oft übersehene, aber dennoch ebenso große Rolle; durch die Verteilung unter den Bedürftigen der Region wird das Ansehen der Tierschützenden ohne jede Frage erhöht; und so kann allen bestmöglich geholfen werden, den tierlichen und menschlichen Notleidenden!

Streunerkatzen in Ungarn
Katzengehege in Ungarn

Foto links: hier helfen Enikö und ihre Tierschützerinnen – hohe Streuner-Katzenpopulationen im Wald! rechts: solche Gehege hat die Initiative in Eigenregie gebaut, um verletzte, kranke oder solche, welche ein zu Hause finden können, aufzunehmen!

Ein zweites Projekt haben wir im Zuge der letzten Hilfsfahrt ins Magyarenland begonnen; es geht dabei um direkte Katzenhilfe, denn gerade zu dieser Thematik ist die Situation in Ungarn eine besonders herzzerreißende. Es gibt unzählige Streunerkatzen im Land, und um einen Teil davon hat sich Enikö angenommen, eine junge Frau, welche eine Stunde nordwestlich von Budapest lebt. Zusammen mit ihren Freundinnen und mit unentbehrlicher Unterstützung einer 90-jährigen Dame hat sie sich auf die Rettung der Stubentiger spezialisiert, und die Resultate, die dabei erzielt werden, sind ebenfalls mehr als beachtlich. Selbstredend, nicht alle Katzen jedoch können eingefangen und vermittelt werden; manche davon würden sich in ‚geordneten Verhältnissen‘ wohl nicht mehr zurechtfinden. Aber auch hier hilft Enikö wie selbstverständlich. Täglich ist sie mit dem Fahrrad unterwegs, um an bestimmten Stellen Fütterungen durchzuführen, wofür unsere ‚Lieferung‘ natürlich geradezu prädestiniert ist!

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Die junge Tierschützerin weiß von schrecklichsten Vorfällen zu berichten; solchen, wo Katzen im Müll entsorgt, erschlagen, vergiftet, verbrannt wurden; ein solcher Einsatz fordert Tribut, Tribut am eigenen Dasein – für alle jene, welche sich um die Ärmsten der Armen kümmern, bleibt deshalb letztendlich eines zurück, und das so sicher wie das berühmte Amen im Gebet: der eigene Kampf, der Kampf im Inneren, mit der Psyche; denn extreme Belastungen können im Laufe der Zeit extreme Auswüchse im Ich annehmen… Spurlos übersteht niemand von uns diese unweigerlichen Auseinandersetzungen in uns drinnen, so viel steht fest. Und wir alle versuchen, jeder für sich allein, denn niemand außenstehender kann dabei helfen, wohl nur die Wunden an der Seele so gering als möglich zu halten.

Jedenfalls: wir werden 5 Katzen mit uns nach Österreich bringen, allesamt ehemalige Streunerkatzen, für welche sich im Vorfeld gute Pflegeplätze ergeben haben!

Der Einsatz in Ungarn nimmt Fahrt auf...

Wettertechnisch abwechslungsreicher hätte die Fahrt selbst dann kaum verlaufen können; während die Abreise in Salzburg durch starken Schneefall behindert worden war, wurden die Bedingungen auf den Straßen vorerst je östlicher desto besser. Um Linz herum gab es dann kaum noch Niederschlag, der Belag der Westautobahn präsentierte sich komplett schneefrei; kaum in Niederösterreich änderten sich die Zustände erneut, einmal mehr herrschte bald tiefer Winter vor; ab St. Pölten allerdings gelangten die Temperaturen umgehend wieder in den Plus-Bereich, Wien sollte fast (vor-)frühlingshaft erscheinen, während im Burgenland einmal mehr Schneefall einsetzte und das Vorankommen zusätzlich erschwerte.

Strassenverhaeltnisse SBG
Strassenverhaeltnisse NOe

Fotos oben und unten: verschiedenste Fahrverhältnisse, jedoch eindeutig geprägt vom Winter…

Strassenverhaeltnisse in Wien
Strassenverhaeltnisse im Burgenland

Der Grenzübergang ‚Pamhagen‘ ist ein ziemlich verlassener; während auf österreichischer Seite nur ein einsamer Polizeiwagen wie abgestellt am Straßenrand steht, ist der ungarische Bereich überhaupt nur menschenleer. Uns soll‘s recht sein! Vorbei geht es nun an Wiesen und Agrarflächen, sogar an relativ weitläufigen Wäldern. Sagte ich Wälder? Nein, nur auf den ersten Blick erscheint es so. Denn tatsächlich, durchquert man die Landschaft ohne stehenzubleiben, fällt es erst gar nicht auf. Stoppt man allerdings, dann erkennt man – das Vorüberfliegen von Formen und Farben ob der normalen Reisegeschwindigkeit gestoppt – diese weitläufigen ‚Anbauflächen‘ als dass was sie sind: pure Monokulturen, ein Baum nach dem anderen gepflanzt in Reih und Glied! Wie gebrochene Soldaten stehen sie dort, des eigentlichen Sinn im Leben völlig beraubt. Schnellwachsende Baumarten, nur dafür da, um holzverarbeitenden Betrieben größt- und schnellstmöglichen Profit zu verschaffen. Echtes Dasein regt sich in solchen ‚Forsten‘ nicht, denn aufgrund der Notwendigkeit des schnellstmöglichen Abbaus wird dafür gesorgt, dass der Boden über praktisch keinerlei Bewuchs verfügt… fast wie im Science-Fiction Film.

Nach einer guten Stunde Fahrzeit im Ungarnland setzt erneut Niederschlag ein. Dicke Schneeflocken treibt ein eiskalter Wind vor sich her, dann klart es aber auch schon wieder auf. Allerdings, die Temperaturen zeigen sich sehr gedämpft, und endlich angekommen am Ziel sollten sie sich bei fast 10 Grad unter null eingependelt haben!

Grenzuebergang Pamhagen

Foto oben: ein einsamer Grenzübergang bei Pamhagen im Burgenland…

Strassenverhaeltnisse Ungarn
Tierfabrik Ungarn

Fotos oben: doch etwas überraschend, je weiter wir ins Landesinnere vordringen, desto verschneiter präsentiert sich die Umgebung. rechts: eine der vielen Tierfabriken. unten: Monokulturen beherrschen die Umgebung – die hier dürfte einen Schädlingsbefall aufweisen, jedenfalls sind hunderte Bäume gefällt.

Umgeholzte Baeume

Wir sind vor Gabi’s kleinen Hof eingetroffen; Gabi, Sie wissen es längst, ist eine der Frontfrauen der ‚Hundehilfe Nordbalaton‘. Bei ihr dürfen wir die mitgebrachten Güter erst einmal ausladen, das zu Hause fungiert gleichzeitig als Verteilerzentrum. Die Liebe empfängt uns auch schon mit großer Herzlichkeit, aber bereits im nächsten Moment stellt nichtsdestotrotz Arbeit den beherrschenden Faktor dar – es gilt keine Zeit zu verlieren, der Tag ein fortgeschrittener! Bald, unter kräftiger Mithilfe der soeben ebenfalls angekommenen TierschützerInnen um Enikö – das Trio hat den weiten Weg von Ostungarn hierher angetreten, um unser sich im Aufbau befindliches, gemeinsames Projekt von Angesicht zu Angesicht zu besprechen –  türmen sich die Güter in Gabi’s Zwischenlager: hunderte Kilos an Hundefutter, eine riesen Menge an Katzennahrung, und eine eigentlich unfassbare Anzahl von Kisten, Schachteln und Säcken vollgestopft mit Kleidung, Hygieneartikel sowie allerlei Dingen des täglichen Bedarfes! Das Hundefutter gleich dem Tierheimbedarf (vom Medikament über die Hundeleine bis zum Polsterbett) ist für die Herberge der Hundehilfe gedacht, die Kleidung sowie andere Güter für bedürftige Menschen im Umfeld der Tierschutz-Agenden, und die Katzennahrung ist selbstredend für Enikö und die ihren – so cool, dass wir einmal mehr derart viel bringen durften!!!!

Teamwork bei Entladung

Fotos: tierliche und menschliche HelferInnen beim Entladen!

bei Gabi
Auto entladen bei Gabi
Ben beim Entladen
Gabi mit den Guetern

Bei Gabi herrscht heute ein besonders reges Kommen und Gehen. Viel und ständig gibt es zu tun, an allen Ecken und Enden wird hier Tierschutz betrieben. Eine Frau wartet beispielsweise auf einen Hund, welchen wir zuerst aber noch aus dem Heim der Organisation holen werden; die nette Dame, die übrigens fließend Deutsch spricht, wird sogar zwei der Lieben adoptieren. Anderswoher bringt jemand einen Vierbeiner, ein vormaliger ‚Streuner‘, der soll im Gegensatz dazu im Asyl aufgenommen werden. Der schwarze Liebling zeigt viele Hautwunden, ist aber extrem zugänglich und liebt es auch schon von uns geknuddelt zu werden.

Plötzlich, inmitten überschwenglicher Emotionen, zeigt auch noch eine Hündin aus Gabi’s Dutzendschaft ernste Krankheitssymptome. Einfach so, von einem Moment zum nächsten! Vor ein paar Minuten hatten wir mit der Süßen noch gespielt, jetzt drückt sich die Arme unsicher gegen die Wand und kann kaum auf eigenen Beinen stehen! Es hilft aber nichts, um der drohenden Dunkelheit zuvorzukommen, müssen wir jetzt aufbrechen! Einige Dinge gilt es in der Herberge zu erledigen, die einen abzuliefern, andere zu holen. Während wir also auch schon in Richtung Asyl unterwegs sind, fährt Enikö die vierbeinige Patientin nach hastigen Telefongesprächen zur nächstgelegenen Tierärztin. Später stellt sich dem Himmel sei Dank heraus, nix ernstes. Eine Diagnose, welche uns alle durchatmen lässt!

neuankoemmling im Asyl

Foto: dieser Süße wurde in letzter Sekunde gerettet; auch er wäre in den nächsten Tagen, nennen wir es beim Namen, hingerichtet worden… hier vor dem Tierheim der Hundehilfe Nordbalaton!

Angekommen im Tierheim, mit uns die Neuankömmlinge, welche die Situation mehr als argwöhnisch begutachtet, erwartet uns aufgeregtes Gebell. Gabi‘s Hunde, alle wollen nun und dann auch möglichst gleichzeitig ganz viel an Liebkosungen abbekommen! Zuerst muss aber das ‚städtische Tierheim‘ durchwandert werden, ein paar rostige Zwinger, die direkt vor dem Asyl der Hundehilfe angesiedelt sind. Solche Konstellationen gibt es im Osten öfters, und sie bergen eine für Außenstehende oft unentdeckte aber umso unfassbarere Brisanz in sich; denn, das ist das Gute daran, zum einen erfährt man so immer, welche der Insassen schon derart lange ‚sitzen‘, dass die Schnur des Damoklesschwertes zu zerreißen droht – und man kann die Todeskandidaten, oft buchstäblich im letzten Moment, noch in Sicherheit bringen. Zum anderen ist es genau deshalb aber auch eine enorme, nicht zu überbietende psychische Belastung, wenn man den Tieren jeden Tag in die Augen sieht, und weiß, man wird sie nicht alle retten können, weil alle eigenen Möglichkeiten der Unterbringung so völlig ausgeschöpft sind…

Gabi Tierheim

Fotos, Gabi und (unten links) Ben mit den Schützlingen; rechts unten: dieser Teil beim Zugang zu Gabi’s Asyl ist städtisches Tierheim…

IMG 7503
staedtisches Tierheim

In Gabi’s Platz drängen sich zurzeit um die 30 HeimbewohnerInnen; allesamt sind es ganz unglaublich gutartige Wesen, welche sich über den unerwarteten Besuch riesig zu freuen scheinen. Das Schöne hier: man weiß, mit großer Wahrscheinlichkeit wird es jede/r der Anwesenden in den nächsten Wochen in den Westen schaffen! Dennoch möchte man sie allesamt am allerliebsten einpacken und mitnehmen; es ist einfach nur traurig, dass es derart viele Ausgestoßene der Gesellschaft gibt, derart viele, die nichts getan, nichts verbrochen haben, und dennoch kaum eine Chance in diesem Dasein vorfinden. Unzählige, die einfach nur leben wollen und denen man selbst dieses eine, elementarste Grundrecht vorenthält. Natürlich nicht nur hier, überall im Osten, nein, eigentlich fast überall in der ganzen weiten Welt, passiert dieses Verbrechen an den Mitgeschöpfen. Unentwegt, Tag für Tag. Umso unverständlicher, der Aufschrei an jenem ansatzlosen Morden ist ein viel zu geringer, kaum hörbarer…

Hunde im Asyl
Hund im Asyl bei Gabi
die zwei kommen mit es gibt Interessenten

Foto oben rechts: diese beiden Süßen haben es geschafft – eine nette junge Frau wird sie adoptieren!

im asyl von Gabi

Rubi, eine weiße Pulihündin, ist die kürzlichst angekommene Mitbewohnerin im Asyl. Sie wurde von der Hundehilfe direkt aus der Tötungsstation gerettet, dort war sie – wegen ihres Alters abgegeben und dem sicheren Tod ausgeliefert – entdeckt worden; völlig verwahrlost, mit zersaustem und verklebtem Fell, ein Häufchen Elend. Rubi ist ungefähr 11, und sie würde sich für ihren Lebensabend so sehr ein sicheres, warmes, wohlbehütetes zu Hause wünschen. Vielleicht können wir ihr da gemeinsam helfen?

Für den Moment muss sie nun aber erst mal ins RespekTiere-Mobil; sie soll nicht länger hier im Asyl bleiben, weil ihr Zustand eine andere Umgebung fordert. Temperaturen von unter -10 Grad in der Nacht, das ist eindeutig zu niedrig für einen derart ausgelaugten Körper… sie übersiedelt für den Augenblick zu einem Pflegeplatz, in das Haus einer der Tierschützerinnen.

Gabi mit rubi im RespekTiere Mobil 1

Foto oben: Puli-Hündin Rubi kommt mit uns mit; ihr ist es zu kalt im Asyl, so wird die Arme auf einen privaten Pflegeplatz übersiedeln! unten: auf der Fahrt zu unserem Treffpunkt haben die ungarischen Tierschützerinnen diesen herzallerliebsten Straßenhund aufgegabelt; es bleibt für die Vermittlung in Gabi’s Asyl!

rubi strassenhuendin 1
kleiner Liebling
Strassenhuendin Rubi 1

Der Plattensee liegt in kaltem Blau vor uns. Das ‚Meer der Ungarn‘, erstarrt in der eisigen Kälte des Winters. Am Weg zurück zu Gabi’s zu Hause halten wir; ein Protest steht noch an, längst Tradition bei unseren Ost-Fahrten, und so dürfen wir ihn auch heute nicht missen! Ein Standort hierfür ist schnell gefunden, irgendwo entlang der Straße, weil die ohnehin, trotz der Jahreszeit (im Sommer ist das Verkehrsaufkommen, direkt neben dem ‚Meer‘, ein vollkommen überforderndes), eine stark befahrene ist und somit sicherstellt, dass möglichst viele Menschen den Protest mitbekommen.

Nun steht alsbald einmal mehr Gevatter Tod vor dem im Wind wehenden Transparent, ‚Stop Killing Stray Dogs‘ schreit dieses den Vorbeifahrenden entgegen; in seiner Hand ein ‚echter Straßenhund‘, zumindest für eine kurze Weile – Rubi stellt sich hierfür als ‚Botschafterin‘ zur Verfügung und lässt sich gerne ‚hoppern‘! Ein Aktivist in Hundemaske rundet die Szenerie ab.

Stop Killing Stray Dogs Demo

Foto: der unvermeidliche Protest, Teil jeder Ostfahrt!

Zurück bei Gabi steht noch eine Gesprächsrunde an; wir wollen mehr über Enikö’s Arbeit erfahren, und so viel sei bereits hier verraten: es ist wunderbar und ganz großartig, was an jenem Ort von den jungen Frauen geleistet wird! Wie viele Leben sie retten können, wie viele Tiere sie versorgen; und wie viele Umstände, welche Einschränkungen sie hierfür wie selbstverständlich in Kauf nehmen! So zum Beispiel ist Enikö dann auch kürzlich zur Oma gezogen, die Eltern hielten es mit den vielen Katzen überall in den Wohnräumen nicht mehr so wirklich aus. Zur Omi hat sie nun erneut schon wieder 15 der Stubentiger übersiedelt, und die Anzahl der tierlichen MitbewohnerInnen erhöht sich naturgegeben ständig. Unterstützung kommt aber auch von einer über 90 Jahre alten Dame, welche den Mädchen wo es nur geht unter die Arme greift. Auch bei dieser ‚Omi‘ sind mehr als ein Dutzend Katzen untergebracht! Ganz viel werden wir also in Zukunft noch über Enikö und die ihren zu berichten wissen!

Gabi und Enikoe

Foto oben: Gabi und Enikö erledigen letzte Handgriffe an den Papieren; unten: so vollladen durften wir Enikö’s Auto!

Enikoe und ihre tierschuetzerinnen

So gut die Gespräche auch verlaufen, so gut der duftende Kaffee nach den vielen Stunden im eiskalten Wind auch schmeckt, es wird nun Zeit für uns aufzubrechen! Gemeinsam bereiten wir noch die Katzenboxen für den Transport vor, dann sind die fünf Glücklichen – im Moment allerdings wissen sie leider noch nichts von der Wendung des Schicksals hin zum hoffentlich guten, allerbesten, und versuchen sich daher eher zu verstecken – auch schon eingefangen und sicher in den Körben verstaut. Fünf Katzentransportboxen in wunderschönen Farben werden daraufhin vom riesigen Laderaum des Sprinters verschluckt, und nach einem letzten ‚sich in die Arme fallen‘ dreht sich der Zündschlüssel auch schon im Schloss. Einmal noch winken, dann hat uns die Straße wieder!

Katzentransport

Foto: die Katzen sind sicher untergebracht – auf in ein neues Leben!

Es sollte eine lange Fahrt zurück zur ‚Zwischenstation‘ Nachtruhe werden; aufgrund von mannigfaltigen Straßenbauten verfahren wir uns immer wieder, dazu behindern mehr oder weniger schwere Schneefälle die Sicht. Schließlich ‚entern‘ wir ganz weit nördlich, viel weiter nördlich jedenfalls als gewünscht, die Grenze nach Österreich; in stockdunkler, weit fortgeschrittener Nacht ist hier der Verkehr wenigstens ein milde gesagt überschaubarer, und selbst die Grenzformalitäten halten uns jetzt nicht lange auf. Auf die Frage des Zöllners, ‚bringt ihr Hunde mit?‘, antworten wir wahrheitsgemäß mit einem ‚nein‘, und schon sind wir wieder im ‚heiligen Land‘. Pandemie hin oder her. Die Katzen hat der Beamte wohl übersehen, und dass, nachdem er die hinteren Türen des Vans hat öffnen lassen. Wir wollten ihn dann auch lieber so wenig als möglich auf die tierlichen BegleiterInnen aufmerksam machen. Natürlich nicht deswegen, weil es etwas zu verbergen gegeben hätte – ganz im Gegenteil, in diesem Bereich ist RespekTiere fast schon überperfekt, und noch mehr die TierschutzfreundInnen in Ungarn. Neben dem ungarischen Pass liegt beispielsweise auch der EU-Passport in unseren Händen, mit sämtlichen Eintragungen. Nicht nur die Tollwutimpfung ist darin vermerkt, auch denkbar alle andere für Katzen erhältliche medizinische Schutz’stiche‘ wurden verabreicht – einfach nur vorbildlich! Dennoch, wir waren einfach nur müde, und eine genauere Untersuchung hätte wieder nur Zeit gekostet. So sollten wir sehr zufrieden sein mit dem, wie dann letztendlich alles passiert ist! 🙂

eisige Strassen in Ungarn
Nachtfahrverhaeltnisse

Fotos oben: prekäre Fahrverhältnisse auf der Rückfahrt; unten: Grenzübergang bei Soppron…

Grenzeungarnoesterreich bei soppron

Es ist fast Mitternacht, als wir das Quartier für die Nacht erreichen. Schnell sind ‚Katzenkisterl‘ aufgestellt, die Futterschüsseln gefüllt, die Trinknäpfe voller Quellwasser platziert; erst jetzt gibt es ein wohl über eine weite Strecke hinweg hörbares Durchatmen – geschafft! Noch eine liebgewonnene ‚Tradition‘ aufrechterhaltend, kräuseln sich alsbald Ringe geformt aus Rauch in der kalten Luft; die Zigarette vor dem Schlafengehen beim Heimkommen nach einer solch langen Fahrt schmeckt heute besonders gut! Zumindest einer der Stubentiger folgt danach sogleich ins Bett, die anderen suchen sich ringsum Schlafplätze; und schon im nächsten Augenblick finden wir uns endlich im Reich der Träume wieder… morgen, ihr Lieben, morgen bringen wir euch zu den Pflegeplätzen, aber im Heute dürfen wir Eure Anwesenheit noch ein bisschen selbst genießen! 🙂

Lieblinge vor dem Schlafen
Abschiednehmen

Fotos: Katzeninvasion im Elternhaus! Die Süßen hatten so einiges nachzuholen,nachdem sie doch relativ viele Stunden in den Transportboxen verbringen mussten. Zu Hause angekommen, begannen sie dann sofort die neue Umgebung auszukundschaften und für sich im Beschlag zu nehmen. An Schlaf war da zumindest vorerst nicht zu denken!So genossen haben wir deren Anwesenheit, dass wir ihnen schließlich auch noch den ganzen nächsten Tag zur Erholung gönnten – natürlich auch im Eigeninteresse! 🙂 Mögen sie allesamt die allerbesten entgültigen ‚zu Hause‘ bekommen!!!

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Ffotos: Haus und Bett in Beschlag genommen von der Katzeninvasion!

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Katzenivasion6
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