Eselgrippe in Nouakchott – und jetzt auch die Hunde!

Noch gibt es leider keine Entwarnung – die gefürchtete Eselgrippe hat Nouakchott nach wie vor fest im Griff! Besonders am Tiermarkt gestaltet sich die Situation fortwährend dramatisch. Unser Team ist jetzt enorm gefordert und wir haben extra hierfür umgehend den Medikamentenvorrat an bestimmten Präparaten extrem aufstocken müssen.

Eselgrippe in Nouakchott

Foto: Mohamed ist, zumindest für uns, der vielleicht beste Tierarzt-Assistent der Welt!

Esel mit Eselgrippe Symptomen
Moussa impft Hund

Foto links: typische Grippesymptome beim Esel: Nasenausfluss; rechts: auch die Hunde sind krank: hier Moussa, bei einer Injektion!

Auch die Hunde leiden Mauretaniens Hauptstadt im Moment an einer grippeähnlichen Epidemie. Für sie, leider das schwächste Glied in der Rangordnung der einheimischen Gesellschaft, stehen die Zeichen besonders schlecht. Hilfe gibt es für Straßentiere nicht, ganz im Gegenteil. Regelmäßig entledigt sich Vater Staat ihrer durch grausamste Tötungskampagnen.

Zappa impft Esel

Gerade deswegen aber, weil so gar niemand hilft, haben wir den Einsatz jetzt nochmals erhöht. Dr. Dieng und Moussa sowie das 2. Team, Zappa und Mohamed, brauchten von einem umfassenden Schwerpunktprogramm zu Gunsten der Hunde nicht lange überzeugt werden, und so sind neben den Eseln nun auch die ‚besten Freunde des Menschen‘ ‚Hauptzielgruppe‘ in der Grippe-Behandlung! Es ist ein Umstand, der uns mit großem Stolz erfüllt: wie selbstverständlich und gegen jegliche landesüblichen Gepflogenheiten freuen sich unsere Leute über den Entschluss und setzen sich von ganzem Herzen für die Straßentiere ein – weil sie sie lieben!

Eselgrippe in Nouakchott Mohamed im Einsatz

Fotos, oben: Mohamed weiß, was zu tun ist! Er hatte vor seiner RespekTiere-Karriere staatlich beorderte Impfkampagnen bei Rinderherden durchgeführt! Unten: links ‚Magier‘ Zappa, rechts: Mohamed mit Zuseherschaft!

Zappa im einssatz
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Selbstredend ist dabei dennoch größte Vorsicht geboten; Tollwut ist unverändert ein enormes Thema in Mauretanien! Eine Bürgermeisterin erzählte uns vor einigen Jahren beispielsweise, dass alleine in Nouakchott rund 50 Menschen Jahr für Jahr an einer solchen, fürchterlichen Rabies-Infektion sterben. Stimmt diese Zahl, dann ist die Metropole wohl sogar weltweit gesehen einer der gefährlichsten diesbezüglichen Orte überhaupt!

Eselgrippe in Nouakchott - jetzt hat das Virus auch die Hunde erwischt!

Strassenhunde in Nouakchott

Foto oben: immer mehr Hunde sind krank; ihnen hilft niemand, außer RespekTiere…

So haben wir dann auch die Tollwut-Impfung für unsere Leute bezahlt; und nicht nur wegen des immer umfassendere Ausmaße annehmenden Aspekts der Hundehilfe in der RespekTiere-Arbeit im fernen Wüstenland – auch Esel sind bezüglich Tollwut ein nicht zu unterschätzender Gefahrenherd. Bisse setzt es schnell, und daher ist – wir wissen es von unseren Einsätzen aus leidvoller Erfahrung – höchste Achtsamkeit im Umgang mit den Tieren geboten.

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Foto: Esel und Hund gehen manchmal tiefe Freundschaften ein; diese Beiden im Bild sind in Nouakchott legendär, weil seit vielen Jahren unzertrennlich – wo immer der Esel hingeht, kommt auch sein befellter Freund mit!

Wir wissen inzwischen, dass bei Nichtbehandlung der Grippesymptome nahezu 50 % der infizierten Esel sterben; über kranke Hunde gibt es dann überhaupt keine Statistiken, nicht einmal Wahrnehmungen. Sie leben und sterben im Stillen, und in den allermeisten Fällen ist ihr Abschied ein unbemerkter, unbeweinter. Nur ihre toten Körper zeugen dann von der ehemaligen Existenz.

kranker Hund in Nouakchott
Mousaa behandelt einen Welpen

Fotos: Wir versuchen zu helfen wo es geht – selbst oder gerade besonders die Welpen (Moussa verabreicht im Bild rechts eine Injektion) brauchen uns jetzt umso mehr!

Es ist uns dem gegenüber seit vielen Jahren ein riesiges Anliegen, den Stellenwert der Hunde in Nouakchott, in ganz Mauretanien, zu erhöhen. Sagen wir Anliegen? Nein, es ist viel mehr als das, es ist längst eine von der Berufung in die Obsession gedriftete Zielsetzung. Und wir sind, das darf mit Fug und Recht behauptet werden, auf einem guten Weg; es ist nämlich wahrhaft herzzerreißend, wie hoch das Interesse an den Behandlungen an Hunden ist, und man bekommt recht schnell ein Gefühl dafür, wie nahe die Menschen den Vierbeinern trotz all der religiösen Doktrinen in Wirklichkeit sind. Viele trauen sich in der Öffentlichkeit nicht, ihr Herz gegenüber den Straßentieren zu öffnen, aber spricht man mit ihnen, so bestehen keine Zweifel mehr. Und diese Überzeugung, die gibt Hoffnung!

‚Porteur d’espoir‘, Hoffnungsbringer, das ist ein Name, welchen Dr. Dieng, Zappa, Moussa und Mohamed deshalb jeden Tag auf eine Neues mehr als verdienen.

Zappa im IMpfeinsatz

Foto: Zappa, wie immer hoch konzentriert bei der Arbeit!

Wir bitten Sie einmal mehr – helfen Sie uns helfen! Gerade jetzt – die Esel und die Hunde Mauretaniens brauchen uns so dringend! Für umgerechnet 25 Euro können wir eine spezielle Medikamentenmischung erstellen , mit welcher dann bis zu 10 der Armen behandelt werden können! Für nur rund 2,50 Euro sind wir also gemeinsam in die Lage versetzt, ein Leben retten zu können!!!

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