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Rumänien/Serbien-Einsatz für Mensch und Tier – und für das RespekTiere-Mobil, Teil1!

Es ist regnerisch heute und kühler als zuletzt. Selbst nun am frühen Vormittag verbreiten noch immer tiefhängende Wolken am Himmel eine Ahnung vom sich gar nicht mehr in allzu weiter Entfernung befindlichem Herbst. Die Lebensgeister wiedererwacht, so viel mehr als an den immer heißer werdenden Sommersequenzen, wo Temperaturen weit jenseits der 30-Grad-Marke innerhalb von zwei Jahrzehnten bereits zum Alltag geworden sind. Ein Alltag, der ganz schnell zum Albtraum werden könnte; denke man nur an das südliche Italien, wo das Thermometer in den nächsten Tagen den Prognosen zufolge erstmals in Europa die 50 Grad überschreiten könnte. Was das bedeutet, Ihr Lieben „mir-kann-es-gar-nicht-heiß-genug-sein“-Menschen, lässt sich im Ausmaß wohl noch gar nicht richtig begreifen. Auf jeden Fall ein Ende der Unbeschwertheit. Da werden enorme Teuerungen von Lebensmitteln noch das allerkleinste Problem überhaupt sein, die zu erwartende starke Zunahme von Naturkatastrophen schon viel mehr. Mit abertausenden Toten garniert, mit Kühlaggregaten bekämpft, welche ihrerseits den Kreislauf weiter anfeuern. Im wahrsten Sinne des Wortes…

Welpe hinter Gitter, Schriftzug "RespekTIERE IN NOT"
Regennasser Tag auf der Autobahn

So, vorbei mit den trüben Gedanken. Neben mir im RespekTiere-Van hat einmal mehr die Christine Platz genommen, Begleiterin so vieler Hilfsfahrten. Und auf einer solchen sind wir wieder unterwegs; sogar auf einer ganz besonderen. Denn erstmals werden wir dabei einen Schritt machen, der so nicht vorgesehen aber unbedingt notwendig wurde: Beim letzten „Doktorbesuch“ in der Werkstatt sollte der Befund für das RespekTiere-Mobil nämlich ein gar herzzerreißender sein. Von den vielen Fahrten, von den vielen, vielen Kilometern auf oft unwegsamen Pisten, auf Passstraßen wie jene zwischen Albanien und dem Kosovo, von Schlaglöchern gezeichnet in der Türkei, in Griechenland, in der Ukraine, in Rumänien, in Bulgarien und sonst wo, von 300 000 treu getätigten Kilometern, ist unser Einsatzfahrzeug jetzt in ernste Gefahr geraten. Tatsächlich wurde uns gesagt – Reparatur äußerst kostspielig. Unleistbar. Ein neuer Wagen? Detto! Aber da gibt es Dimitri, unseren Herzensfreund in Rumänien. Dimitri, der so Gutes tut für die Straßenhunde, und den wir nun schon so oft besucht haben, um ihn in seinen Bemühungen zu unterstützen. Seit Längerem ist dessen zu Hause sowie sein kleines Asyl nun schon ein fixer „Anlegepunkt“ bei den Hilfsfahrten. Und Dimi ist nicht nur ein großartiger Tierschützer – er ist zufälligerweise auch begnadeter Mechaniker. Und in dieser Funktion versprach er zu helfen; ist somit zur wahrscheinlich letzten Chance des RespekTiere-Mobils geworden…

Mann lädt Hundefutter in den Van

Fotos: Beim Beladen des RespekTiere-Mobils gab es Probleme wegen eines Hexenschusses – ein zufälliger Passant sprang hilfreich ein, ohne auch nur eine Sekunde zu zögern! Rechts: Tom vor dem bald vollen Sprinter!

Anfang Serbien Einsatz1 8

Aber auch anderswo werden wir im Einsatz sein; unzählige Kartons und Säcke mit Kleidung und Dingen des täglichen Bedarfs haben im Laderaum Platz gefunden, allesamt für die unfassbar wichtige Caritas-Einrichtung in Bakowa bestimmt! Von dort aus wird die Waren weiterverteilt, kommt der Obdachlosenhilfe zugute, dem Hospiz, dem Frauenhaus und anderen, unersetzlichen Bollwerken der Nächstenliebe.  

Ganz besonders freuen wir uns natürlich schon wieder auf die „Vogelfrau“ Silvia und ihr Reich. Ihr erinnert Euch, gut 1000 der Gefiederten haben dort am Rande der Großstadt einen sicheren Hafen gefunden. Und dann wird uns die Hilfsfahrt endlich wieder einmal nach Serbien führen! Wo Frau Brukner aus der Schweiz ihr unvergleichliches Lebenswerk stets neu erfindet und in ungeahnte Höhen führt. Das Tierheim ist Rettungsanker für unzählige Tiere, das Land ringsum längst zum Naturparadies geworden. Eines Tages, so sicher wie das Amen im Gebet, wird das Gebiet als schönstes Eck Serbiens Nationalgut sein. Auf ewige Zeit geschützt, darauf beruht unsere und die der Tierschützerin Hoffnung… In Serbien werden wir natürlich auch noch andere Schritte setzen; aber dazu später!  Aus all diesen Gründen ist jetzt noch schwer absehbar, wie lange der Einsatz dann tatsächlich dauern wird. Schau ma mal, wie man auf gut österreichisch so gerne sagt!

So viel haben wir wieder zusammengesammelt. Einmal mehr bis zur Dachkante gefüllt zeigt sich der inzwischen recht rostgeplagte Sprinter. Wir möchten uns an dieser Stelle herzlichst bedanken für all die Spendengüter; sie werden anderswo so viel Freude bereiten und manchmal auch den riesigen Unterschied ausmachen. Denn in Tagen wie diesen, wo jedermensch mehr und mehr zum Sparen angehalten ist, zählt die Hilfestellung umso mehr. In jener Gewissheit gefangen, fällt die Tour dann trotz der zunehmenden Müdigkeit ob des ganzen Stresses rundherum doch um vieles leichter. Gestartet war sie ja schon vor zwei Tagen, die erste kleine Etappe zum Zwischenlager nach Krems. Wo uns am Weg bereits jede Menge an Aktion erwartete. So zum Beispiel durften wir als „Tiertransport“ fungieren – zwei Schildkröten sollten aus einer 15-Jahre-andauernden völlig nicht-artgerechter Haltung zum Schildkrötengnadenhof des Bruders nach Seebarn in den Bezirk Tulln übersiedeln. Dem nicht genug, gab es dann auch noch Erkundungen wegen eines Pferdehofes noch im Salzburger Land, später detto wegen einer Kaninchenhaltung bei Linz. Wo wir die Chance nutzten und in der Hauptstadt gleich einen Protest vor dem Sitz der Landesregierung abhielten. Doch dazu ebenfalls später!

Protest gegen das Betteln mit Hunden vor der OÖ-Landesregierung

Fotos: Am Weg nach Rumänien legten wir in der oberösterreichischen Hauptstadt Linz noch einen Zwischenstopp ein – Grund: Um gegen das Betteln mit Tieren zu protestieren! RespekTiere verstärkt jetzt die Bemühungen in den Bundesländern Wien, Niederösterreich und Oberösterreich, weil ein Verbot in den jeweilgen Landesverfassungen platziert werden muss und nicht über den Bund passieren kann. Aus diesem Grunde werden wir in den nächsten Wochen unsere Bemühungen in jenen Bundesländern plus in Wien zu verstärken wissen. Betteln mit Tieren muss unserer Meinung nach genauso verboten sein wie Betteln mit Minderjährigen, was längst in der Verfassung niedergeschrieben ist…

Der nächste Zwischenstopp war in Folge bereits in Amstetten eingeplant, wo wir erneut zusätzlich eine Wagenladung voll Güter von Gerti und Werner übernehmen durften – inklusive Wegzehrung und dem nettesten Gespräch überhaupt. Im Schlepptau der Beiden dann übrigens Tuki: Erinnert Ihr Euch? Tuki wurde von uns 2021 an die liebende Familie aus Rumänien übergeben und lebt seither seinen Hundetraum! Eine feste Umarmung an das Ehepaar Aigner, Ihr seid die Besten!

Familie Aigner mit Hund Tuki vor dem RespekTiere-Van
Anfang Serbien Einsatz1 2

Fotos: Links, die wunderbare Familie Aigner aus Waidhofen/Ybbs mit Tuki; oben: Tom im Van mit den Schildkröten, sciher eingepfercht!

Schon in St. Pölten galt es wieder eine Pause einzulegen; diesmal mussten Autoersatzteile für das RespekTiere-Mobil vom Händler abgeholt werden. Und am Ankunftsort, nach geschlagenen 7 Stunden Fahrzeit, musste dann noch der gesamte Wagen entleert, die Waren neu geschlichtet und Zusätzliches zugepackt sein – wahrlich ein harter Arbeitstag, der erst kurz vor Mitternacht endete!

Als Schlafenszeit bleibt tastsächlich eine extrem kurze; früh am Morgen nämlich schon beginnt der ganze Stress von neuem. Denn jetzt gilt es noch weitere Autoersatzteile zu besorgen; dann müssen die in Krems zwischengelagerten Waren noch verpackt werden und schließlich – traraaa – dürfen wir einmal mehr Brot und Gebäck von der so großartigen Bäckerei Schalk (www.bäckerei-schalk.at) aus Langenlois zuladen! Wie immer hat Mitarbeiterin Sabine, ja, jene herzensgute junge Frau, welche auch die Tauben in „unserem“ Taubenhaus in der Weinstadt mindestens einmal wöchentlich betreut, bereits fein säuberliche mehrere Kartons mit Dutzenden Broten sowie feinstes Gebäck aufgrund der Menge in Säcken verpackt für die Fahrt zusammengestellt. Auch eine ganze Kiste mit Delikatessen aus der Konditorei findet im RespekTiere-Mobil Platz – liebeliebe Firma Schalk, wir bedanken uns herzlichst im Namen der vielen Menschen in Rumänien, welchen Ihr mit der Spende zum wiederholten Male eine riesen Freude bereitet!

Und so ist es wieder nach Mittag, bis auch Christine eintrifft und wir endgültig den Weg Richtung Osten einschlagen. Im Gegensatz zu gestern ist es heute freundlich, die Sonne kommt raus, aber es ist nicht heiß. Noch nicht…

Anfang Serbien Einsatz1 6

In Wien steht der Verkehr – die Südosttangente ist – eine Feststellung, die kaum neuen Inhalt bietet – gnadenlos überlastet. Endlich lassen wir dann die Metropole hinter uns, vorbei an den hunderten Windrädern der pannonischen Ebene, wobei schon wieder ganz viele gerade eben neu errichtet werden. Der Industriepark nimmt immer ausuferndere Formen an. Natur? Die bleibt so und so auf der Strecke, ob mit vermeintlich „grünem Strom“ oder ohne…

Ab Ungarn steigt die Temperatur. Mit ihr die Staugefahr. Immer wieder kollabiert der Verkehr, wir mittendrunter in den Blechschlangen. Rechts und links neben der Autobahn eine endlose Baustelle; keine Ahnung, was mit dem Land passiert, aber nirgends in Europa, so scheint es, wird so viel gebaut wie in unserem Nachbarland. Riesige Firmen, Straßen, Wege, Fabriken, Windräder. Alles dabei. Ab Budapest steigt das Thermometer endgültig auf über 30 Grad. Bis zur Grenze, gut 6 Stunden später, auf 35. Die Klimaanlage will nicht wirklich funktionieren, was das Ganze schon ein bisschen zur Tortur macht. Heiß, heißer am heißesten. Die imaginäre Linie, das ist die einzige Wohltat, hat seit dem Schengen-Beitritt ausgedient. Alle Grenzgebäude geschlossen, Durchfahrt auf Grün. Super! Die rumänische Autobahn präsentiert sich in Folge gewohnt autoleer. Nur ganz wenige teilen die breiten Fahrwege mit uns, und so kommen wir blendend voran. Langsam wird es nun aber dunkel, und im Düsteren verpassen wir die Ausfahrt. Die nächste ist ganze 30 Kilometer entfernt… Hin und zurück also 60, dazu auch hier Baustelle um Baustelle, das Thermometer selbst um 22 Uhr noch nur ganz knapp unter 30 Grad.

Autobahngrenzübergang nach Ungarn

Foto: Bis zur ungarischen Grenze herrscht bestes Reisewetter mit gedämpften Temperaturen; ab dort wird es dann aber erneut zusehend heiß!

23 Uhr zeigt die Anzeige, als wir endlich Sanandrei erreichen. Frau Doina, der Engel in Menschengestalt, schläft bereits. Sie hat uns aber den Schlüssel gelegt und so schleichen wir ins Haus. Was aber eigentlich unnötig ist, denn Struppi und Maya, die beiden zuckersüßen Hündinnen, begrüßen uns mit unentwegtem Bellen. Wo dann auch sämtliche der Vierbeiner in der Nachbarschaft mit einstimmen! Überhaupt, nur wer jemals im Osten unterwegs war wird es verstehen, in all den Ländern im und am Balkan stört sich niemand daran, wenn des Nachts stetes Bellen von allen Seiten die Nachtruhe begleitet. Wenn man es erst gewohnt, dann ist Einschlafen ohne gar nicht mehr möglich! 🙂

Tiertransport-LKW auf der Autobahn
Sonnenuntergang auf der Autobahn
Autobahngrenzübergang nach Rumänien

Am nächsten Morgen müssen wir früh raus. Es gibt so viel zu tun heute und die Wetterprognose ist – ausbaufähig. Es soll bis zu 43 Grad heiße werden – und da gibt es dann leider keine Enttäuschung – sowie, gegen Abend, sollen schwere Gewitter im Anmarsch sein. Sowohl in Temeswar als auch am Zielort nach getaner Arbeit, dann im serbischen Novisad.

Zuerst begrüßen wir aber einmal die so herzensgute Frau Doinar. Die Arme leidet seit einer Woche an extremen Kopfschmerzen, und obwohl in medizinscher Aufsicht konnte bisher noch nicht der wahre Grund des Problems eruiert werden. Ja, es tut wirklich weh, die Liebe so zu erleben. Ganz ehrlich, ich würde ihr die Schmerzen gerne abnehmen, zumindest für ein paar Stunden, wenn dies durchführbar wäre…

Maya und Stuppi geht es wenigstens so richtig gut; die beiden genießen unsere Liebkosungen wie eh und je. Erinnert Ihr Euch? Struppi hatten wir vor nun schon wieder 8 Jahren aus einem Kastrationsprojekt hierhergebracht und seither freut sich die Wunderhübsche ihres Lebens. Zusammen mit den Hunden aus Ralukas Familie, Donia’s Tochter, die mit Tiberus und Nesthäkchen Anna ein Haus weiter wohnt, gibt es vier Hunde – Hündinnen, um genauer zu sein – die sich allesamt blendend verstehen. Dazu einige Katzen, fast alle Tiere von der Straße gerettet oder zumindest aus dubiosen Umständen, sowie Hühner, Gänse und eine Ziege, die buchstäblich im wahrsten Sinne des Wortes in letzter Minute „von der Klinge sprang“, heißt, dem Metzger gerade noch abgekauft worden war…

Doina und die beiden Hunde mit Spendengütern am Tisch

Deshalb bringen wir auch immer Tiernahrung für den kleinen Gnadenhof, sowie gerne Brot und Gebäck und Süßes zum Verteilen. Nach einer Tasse belebenden Kaffee ist die Müdigkeit besser, obwohl präsent. Kaum wird es 9 Uhr, hat es auch schon 32 Grad. Die Hitze setzt dem Körper zu, gar keine Frage. Und so tun wir uns schließlich doch etwas schwer, als wir bei der Tagesstäte von Marius die mitgebrachten Berge von Kleidungsstücken, Dingen des täglichen Bedarfs, etwas Hundefutter für die dortigen Hunde sowie als besonderen Leckerbissen die Köstlichkeiten aus der Konditorei der BäckermeisterInnen der Firma Schalk aus Langenlois abladen.

Marius ist heute leider nicht da; der Vater von 8 Kindern weilt in Deutschland bei einem Lernaufenthalt in einem Behindertenheim; Therapien und Behandlungen, welche er bei sich gut umsetzen wird können, denn seine Schützlinge müssen mit schweren körperlichen Beschwerden zurechtkommen. Und der großartige Menschenfreund ist Vater, Pädagoge, Therapeut, Neurologe und Psychologe in einem.

Christine öffnet den übervollen Laderaum des Vans
Tom übergibt Spendengüter aus dem Van
Tom übergibt Spendengüter aus dem Van
Bei Marius 2
Entladen des Vans, Tom gibt Schachteln an eine Helferin

So helfen heute eine Angestellt und Marius‘ Frau. Tatsächlich nötigt uns der Einsatz alle Kraft ab, und gefühlt drei Kilo leichter verabschieden wir uns schließlich wieder. Noch lange winken die Frauen hinter uns her; voller Stolz sitzen wir im Wagen, jetzt im Wissen, hier sind die Sachen sowas von gut aufgehoben – danke, Ihr Lieben, für Eure Spenden und dafür, dass wir Eure verteilenden Hände sein dürfen!!!

Jetzt geht es zu Dimitri. Dimi, der gerade wieder 17 Hunde bei sich beherbergt, dazu eine Gruppe von fünf mehrmals die Woche in einem verlassenen Gebäude besucht und füttert. Zusammen mit seiner Frau, wo die gesamten Familieneinnahmen in den Tierschutz fließen. Es ist uns auch hier eine große Ehre, nun schon seit abermals wieder einigen Jahren helfen zu können. Solchen wunderbaren Menschen zu zeigen, Ihr seid nicht vergessen und Euer Tun bleibt nicht ungesehen. Fakt ist, Dimi und Familie, selbstredend auch die alte Mutter, für welche der Tierschützer eigens eine Kirche gebaut hat, sind längst zu echten Freunden geworden. Kirche? Ja, kein Denkmal oder kleine Andachtsstätte; nein, ein richtiges Gotteshaus samt Einrichtung, alles in purer Handarbeit errichtet. Warum? Weil der Mama im Traum die Gottesmutter erschienen war und ihr den Auftrag dazu gegeben hatte. Unfassbar. Großartig.

schwarzer Hund liegt vor einem Stapel Hundefutter

Der heutige Besuch bei Dimi, wir entladen eine Unmenge an Hunde- und Katzenfutter, ist nicht ganz uneigennützig. Denn, ob man es glaubt oder nicht, nach der niederschmetternden Diagnose aus der Mercedeswerkstatt zum Zustand des Sprinters, hat er sich sofort bereiterklärt, sich um das RespekTiere-Mobil zu kümmern! Ob er das kann? Kein Zweifel, hatte er doch einst selbst eine Motorrad- und dann eine Autowerkstatt!

So bleibt der Wagen schließlich in der Obhut des Freundes. Eine angemietete Garage wird das zu Hause für die nächsten vier Tage, welche Dimi mit Schweiß- und anderen Arbeiten verbringen wird. Ein bisschen packt uns das schlechte Gewissen, aber Wahl bleibt auch nicht viel. Ansonsten wäre nach Deutschlandwerkstattspreisen die Reise des Vans im Irdischen beim nächsten TÜV-Termin zu Ende gegangen.

Dimi fährt mit uns zurück zu Frau Doina. Die war, so klein ist die Welt, früher seine Deutschlehrerin! Und jetzt der nächste unfassbare Freundschaftsbeweis – während Dimi mit dem Sprinter nach einer köstlichen Tasse Kaffee in die Ungewissheit abrauscht, dürfen wir jene Dinge, welche nach Serbien sollen, in den VW-Bus umladen. Den VW, welchen Raluka und Tiberus für jenen Einsatz ohne auch nur eine Sekunde zu überlegen zur Verfügung gestellt haben… Fast beschämt von so viel Unterstützung machen wir uns dann gegen Mittag auf den Weg. 40 Grad hat es bereits, aber jetzt tauchen auch bereits ersten Wolken am Himmel auf. Der Horizont wechselt seine Farbe von tiefblau zu weißlich, dann zu einem zarten, fast unnatürlichem Gelb bis letztendlich hinein ins Schwarze. Ein bisschen Zeit bleibt noch.

Tom und Dimi entladen Hundefutter aus dem Van
Dimi, seine Frau und ein kleiner Hund vor dem Van
Doina und Dimi am Küchentisch

Fotos, oben: Dimi holt uns von Frau Doina; selbige war einst seine Deutsch-Lehrerin! Unten: Wir dürfen mit dem VW-Bus von Raluka und Tiberus weiterfahren!

VW-Bus und RespekTiere-Mobil mit RespekTiere Aufschrift, dazwischen Tom

Also geben wir Gas. Am Weg suchen wir eine Tankstelle und wohl mit dem letzten Tropfen und erneut einem Kilo weniger an Körpermasse ob des Stresses, findet sich eine im Nirgendwo. Daneben ein verfallendes Gebäude. Ein riesiges, nie fertig gebautes. Welche Verschwendung. Während die Mauern völlig solide wirken, zerbricht der Dachstuhl bereits. Das Ganze verfällt, noch bevor es fertig wurde. Fertig? Ein Rohbau, zwar ein massiver, trotzdem dem Niedergang geweiht. Wie üblich bei derartigen Bauwerken haben sich Graffiti-KünstlerInnen an den Wänden ausgetobt. Scherben und Müll überall, dazwischen flüchtet ein Straßenhund ob unserer Anwesenheit durch die Gänge. Der Wind ebbt an, mit gar unheimlichen Echo im Inneren der Ruine.

Gegen 15 Uhr sehen wir die serbische Grenze vor uns. Überqueren sie – sehr zur Überraschung, weil zum einen mit einem rumänischen Auto unterwegs, zum anderen mit viel Gütern beladen, ohne jede Probleme! Super!

Tom vor Spendengütern, die entlang einer Mauer aufgeschlichtet sind
Grenzschild nach Serbien

Fotos: oben links: Umladen ist angesagt! Weiter geht die Fahrt mit dem VW-Bus, wo wir ebenfalls viele Hilfsgüter mit auf den Weg nach Serbien nehmen! Rechts: Grenze zu Serbien; unten: kaum eine halbe Stunde im Land starten wir auch schon den ersten Protest!

Aktivist mit Transparent vor serbischen Schriftzeichen im Kreisverkehr

Nach gut 20 Kilometern Fahrt kurze Pause; eine erste Kundgebung vor einer serbischen Fahne mit Hundemaske und dem Transparent „Death Penalty for Stray Dogs? Stop the Killing!“ Prompt antworten vorbeibrausende AutofahrerInnen mit hochgestreckten Daumen! Sehr cool!

Erste Regentropen. Kurzes Gewitter, dann wieder Besserung in Sicht. An einer Tankstelle zeigt das große Display noch immer 40 Grad. Vorbei geht es an unendlich scheinenden Feldern. Vojvodina, die Kornkammer Serbiens. Lange waren wir nicht hier, aber bald wirkt der Anblick wieder sehr familiär. Da die Schneckenfarm neben der Straße, dort die riesigen Tierfabriken. Hier ein toter Hund neben dem Verkehrsweg, drüben ein schwerer Unfall. Blaulicht, Polizei, Schaulustige. Ein völlig zerstörter Wagen im Feld, wo nach einem Überschlag die halbe Karosserie fehlt. Hoffentlich keine schwersten Verletzungen, hoffentlich haben alle beteiligten den Crash überstanden…

Erneut ein Geisterhaus. Wieder bleiben wir stehen, inspizieren den Verfall. Dann ein kleiner See, rundherum Pferde aus einer riesigen Farm. Dutzende. Mit Fohlen. Vielleicht ein Pferdemilchbetrieb? Jedenfalls trinken die Tiere vom Teich. Der ist zugemüllt, Dreck und Abfall säumen die Ufer.

Anfang Lost Places SErbia 3
Anfang Lost Places SErbia 4
Anfang Lost Places SErbia 2

Fotos: Immer wieder treffen wir auf Lost Places, einigen davon können wir nicht widerstehen, sie zu inspizieren! 

Anfang Lost Places SErbia 1 1

Gegen 6 Uhr abends erreichen wir Novisad. Die Schöne. Für uns aber heute mit sehr viel Ärger verbunden. Denn Internet haben wir keines zugeschaltet in Serbien, zu teure wären die Kosten. So aber finden wir die Herberge nicht. Ob es sie, gebucht auf Airbnb, überhaupt gibt? Jedenfalls scheint selbst in der näheren Umgebung niemand die Adresse oder gar den Besitzer zu kennen. Auf der Bestätigung angegebene Koordinaten führen uns direkt in ein Roma-Viertel. Das Haus? Nur zu Fuß erreichbar, der Garten völlig in Abfall versunken. Dazwischen Pferdefuhrwerke. Shit!

Es wird 20 Uhr. Wir suchen am anderen Ende des Vorortes. Dann endlich ein Lichtblick. Ja, das muss das Haus sein, welches wir im Netz am Foto gesehen hatten. Welche Erleichterung!

Gegen 21 Uhr kommt die erste Entspannung. Super Herberge, ein warmes Essen in der eigenen Küche, alles gut!

Jetzt gilt es noch Arbeit am Computer nachzuholen, aber zur sehr christlichen Zeit, gegen 23.30, kippt der Lichtschalter und müde Körper fallen schnell in einen traumlosen Schlaf.

Früh am nächsten Morgen läutet der Wecker. Es ist 6.45 Uhr, und wir schon wieder im Stress. So richtig. Denn Christina und ich wollen zum Tiermarkt in der Stadt, der beginnt gegen 7 Uhr und dauert dann bis spätestens 11. Was ja noch relativ easy umzusetzen wäre – jedoch, gerade heute findet auch ein zweiter Markt statt, im bäuerlichen Umfeld und mit Großtieren. Mehr als 100 Kilometer entfernt, und nicht nur dass, auch schließt der zu angeblich ziemlich selber Zeit. Also, höchste Eile ist geboten.

Zum Frühstück muss ein heißer Tütenkaffee genügen. Dann sitzen wir auch schon wieder im Auto; das alte TomTom tut in einem Land, wo Internetzugang zu teuer für uns wäre, exzellente Dienste. Und zur großen Überraschung leitet es uns einen Häuserblock von der Herberge entfernt an jenem Ort vorbei, wo wir gestern mit Entsetzen gestrandet waren – und zur großen Überraschung uns am jetzigen Standort weit entfernt von jenem Umfeld wähnten!

Der riesige Markt in Novisad lässt sich leicht finden. Heute gibt es nicht ganz so unendlich viele Stände, höchstwahrscheinlich, weil eigentlich sehr schlechtes Wetter angesagt war. Es regnet und gewittert zwar kurz, aber dann klar es sogar ein bisschen auf. Und wir nutzen das Zeitfenster. Viele Tiere sind heute nicht hier zum Verkauf, aber einige dann doch. Welpen, Hühner, Gänse, Kaninchen, Kleintiere. Einige Vögel. Unter selben Umständen wie gegeben, wie RespekTiere die Situation schon Jahre zurück recherchiert hatte. Die Zeit scheint stillgestanden; wie so oft, wenn es um eine Entwicklung im Tierschutz gehen sollte. Ein Straßenhund begleitet uns am Weg, sehr zutraulich, sehr liebebedürftig. Das Gute: Es wird ihm hier am Markt nicht schlecht gehen; zu viele Essenstände, zu wenig Scheu vor Menschen, um bereits schlechte Erfahrungen gemacht zu haben.

Serbien Action 1

Fotos: Tiermarkt in Novi Sad – wir werden in einem speziellen Newsletter über diesen und andere solcher Tierverkaufsstellen berichten. Jedenfalls, jetzt im 3. Jahrtausend, mitten in Europa, fällt es besonders schwer, Derartiges noch bezeugen zu müssen…

Hunde im kleinen Käfig werden am Markt verkauft
Hunde am Tiermarkt im gitterkäfig

Unfassbar, in welch kleinen Käfigen gepresst sich die Tiere wiederfinden. In einem solchen sind Küken, wobei einer der Vögel in schlechtestem Zustand scheint. Liegt am Boden, mehr tot als lebendig. Bewegt sich kaum, selbst, wenn die anderen auf ihm stehen, über ihn drüber laufen. Die Verkaufenden sehen unsere besorgten Blicke, reagieren jedoch halbherzig. Ein bisschen aufrichten, mehr nicht. Bloße Makulatur. Ein Küken unter 100. Kollateralschaden.

Mehr wollen wir an dieser Stelle dann auch gar noch nicht erzählen. Es sei vermerkt, wir werden in den nächsten Tagen mehrere Märkte und Tierzoos besuchen, hierfür einen eigenen Bericht zusammenstellen. Auch als Auftragsarbeit wird die Recherche durchgeführt, doch dazu später.

Tom fotografiert Hunde im Käfig am Markt
Christine Streichelt Streunerhund am Markt

Der Himmel verdunkelt sich wieder, ähnlich unserer Stimmung. Hilft nix, wir müssen weiter. Entern bald die Autobahn, legen die Kilometer relativ schnell zurück. Nach der Ausfahrt, die ganze Strecke führte durch die Kornkammer Serbiens, die Vojvodina, eine endlose Aneinanderreihung von riesigen Feldern, tauchen wir tief in Serbiens Hinterland ein. Viele, viele Ruinen, ein Traum für „Lost-Places-Abenteurer“, hier aber mit einem eindeutigen Stempel versehen: Armut. Pure. Schweinefabrik an Schweinefabrik, zerfallende Romadörfer, Müllhalden, Autowracks.

Die Zeit wird knapp, im Wettlauf nicht nur mit den Minuten, sondern auch mit dem Schwarz am Himmel. Bei erneut strömenden Regen würde man den Markt wahrscheinlich vorzeitig abbrechen. Also gilt es ihn schnell zu finden. Aber jetzt verfährt sich auch noch das Navi. Schickt uns zurück, 15 Kilometer in die falsche Richtung. Shit!

Dann endlich auf der richtigen Spur; die Ortschaft erscheint, im Abseits des Stroms der Geschichte gelegen. Keine Frage. Eine langgezogene Agraransiedlung. An der T-Kreuzung nehmen wir die linke Ausfahrt. Folgen ihr gut 2, 3 Kilometer. Dann ist der Ort zu Ende und der Übergang wie mit dem Lineal gezogen. Wie gehabt sonnengedörrte Weizen- oder Sonnenblumenfelder rechts und links neben dem Weg. Ob wir das ersehnte Ziel finden können? Eigentlich fast nicht möglich, gibt es doch auch jede Menge Seitengassen. Und wir haben keine Ahnung, wie groß den der Markt sein soll; vielleicht nur winzig, dann wird er unentdeckt bleiben.

Umdrehen, zurück zur Kreuzung, jetzt den rechten Weg. Bis wir anstehen, uns erneut zwischen rechts und links entschieden müssen. Dem inneren Gefühl folgend „links“, wie immer. Und plötzlich, im Augenwinkel, sehen wir größeres Verkehrsaufkommen aus einer Seitenstraße. Ein derart schmaler Verkehrsweg, dass keine zwei Fahrzeuge aneinander vorbeikommen, ohne dass nicht der Klügere in die Prärie ausweicht – und dann derart überladen? Tönt seltsam. Der nächste Gedanke, ja, das könnte es sein, jetzt gegen Mittag, wo bestimmt viele heimfahren. Und tatsächlich, plötzlich tun sich weite Wiesen auf, wo unzählige Wagen parken. Ist das der gesuchte Ort? Selbstverständlich, denn als nächstes sehen wir auch schon die vielen Stände, aneinandergereiht wie Perlen an der Kette. Gemüse, Obst, Allerlei; Kleidung, Allltagsgegenstände, Werkzeuge. Traktoren. Fuhrwerke, Festmeter Holz. Ja, hier sind wir richtig, tatsächlich.

altes Denkmal, dahinter verfallendes Haus
LKW-Plane zeigt Tiere am Grill

Fotos: Selbst die Denkmälersind im Ost-Charme erstarrt, die Häuser ganz zu schweigen. Rechts: Wir finden schließlich den Marktplatz doch noch! Überall dort wird Fleisch gebraten, gekocht; Veganes findet sich überhaupt gar nicht.

am Volksfest wird über offenem Feuer gekocht

Eine riesige Ansammlung, ein Volksfest im Nirgendwo. Überall Rauch aus den hunderten Grillständen, Suppen in riesigen Kesseln über offenem Feuer.

Eine Frage, ein Mann deutet nach hinten. Ganz nach hinten. Wahrlich eine Wanderung, das Fest breitet sich über mehrere Hektar an Landschaft aus! Letztendlich finden sich die Großtiere. Viele sind nicht da, wohl dem Wetter, besser, der Wetterankündigung, oder der späten Stunde geschuldet. Wir wissen es nicht ganz genau. Ist jetzt auch völlig nebensächlich. Jedenfalls, einige Ziegen an kürzesten Stricken an die Seiten von Tiertransportern gebunden. Einige Pferde, manche davon in schlechtem Zustand. Schafe, ebenfalls an Stricken. Herzzerreißend.

Die Tierhändler sind allesamt Roma-Angehörige. Und leider durch die Bank grob zu den Tieren. Uns betrachten sie ebenfalls mit wenig erfreutem Gesichtsausdruck. Fotos zu machen? Ist gar nicht gerne gesehen. Mir tun es trotzdem. Wie sonst dokumentieren?

Tom streichelt eine am Tiermarkt festgebundene Ziege
VErkäufer am Markt mit Welpen, Kindern streicheln den Hund

Ok, bald wird die Stimmung ungemütlich. Besser, sich zurückzuziehen. Ein bisschen noch Marktstöbern. Irgendwo sitzt ein Mann, will einen Welpen verkaufen. Kinderhände zerren an dem armen Tier. Noch ein Stück weiter soll wieder ein Hund verkauft werden. Dann welche aus dem Autokofferraum heraus. Vogelgezwitscher. Ein Stand mit „Ziervögel“, allesamt in engsten Käfigen. Dann einer, wo Mäuse, Degus, Meerscheinchen usw. verkauft werden. Winzige Babytiere ebenso. Richtig traurig. So wirklich richtig traurig. Wie im Mittelalter mutet die Szenerie an.

Gegen 14 Uhr verlassen wir den Ort. Immer noch herrscht emsiges Treiben, immer noch hat das Wetter ausgehalten. Wir werden wiederkommen, sobald als möglich; dann an einem vorgeplanten Tag, wo die Umstände besser passen. Wo dann bestimmt noch viel mehr Leute an den Festlichkeiten teilnehmen, wo so sicher wie das Amen im Gebet noch mehr Tiere verkauft werden. Viel mehr wohl.

Auch über diesen Markt werden wir in einer Extraausgabe berichten.

Anfang Tiermarkt Serbia 7

Viel, Großteils Schlechtes, haben wir über das nächste Ziel gehört. Ein Zoo im Norden Serbiens. Einer, den wir schon mal „besucht“ hatten, der seither aber „besser“ geworden sein soll. Und wo wir eigentlich erst morgen hinfahren wollten, aber im Navi-Test kurz vor der Rückfahrt feststellten: Der ist nur 10 Kilometer von uns entfernt!

So geht’s wieder überland. Dörfer wie gesehen, bis hin zur Stadteinfahrt der vielleicht größten Ansiedlung weit und breit.

Auch hier möchte ich festhalten, die Erlebnisse an diesen Tierausbeutungsorten werden wir extra verarbeiten. Nur so viel – zum „Besseren“ ist hier nichts passiert; nein, stimmt nicht ganz: Die Bepflanzung ist inzwischen schön, allerdings bloß jene außerhalb der Gefängnissen. Tiger, Löwen, Leoparden in der absoluten Triste. Ebenso Bären.  Hyänen in furchtbaren Verhältnissen. Und erst die Reptilien. Schlangen in „Gehegen“, wo sie sich niemals auch nur annähernd einmal ausstrecken könnten. Müssen ihr Leben darin zusammengerollt verbringen. Krokodil und Kaiman, oh Gott. Unfassbar. Gehört mit zum Schrecklichsten, was man je gesehen…

Hyäne im Gitterkäfig im Zoo
Zoo in Palic 1
Zoo in Palic 2
Zoo in Palic 3
Aktivisten mit Transparent vor dem Zoo in Serbien

Ganze zwei Stunden verbringen wir mit dem Dokumentieren. Sind dann fertig mit der Welt. So fertig, so erzürnt, dass wir nach der Recherche geradewegs zum Auto eilen und Demozeugs holen. „There is no excuse for animal abuse“, lesen Zoobesuchende alsbald direkt vor dem Zugangstor…

Verschont geblieben sind wir nur vom Regen. Keiner ist mehr gefallen, erst am Nachhauseweg verdunkelt sich der Himmel wieder und es beginnt zu tröpfeln. Egal, völlig egal. Still ist es geworden im Fahrzeug, deprimiert, desillusioniert die Fahrgäste. Was für ein Wahnsinn war das grad eben.

Alleine aus Frust nehmen wir nicht die Autobahn zurück, benutzen lieber die Bundesstraße. 2 Stunden Fahrzeit für 114 Kilometer. Durch Agrarwüsten, vorbei an Bauernhöfen, Tierkonzentrationslagern, zerbröckelnden Dorfgemeinschaften. Wo dennoch über allem die Serbische Fahne weht.

Knapp nach 18 Uhr sind wir zurück. Ein bisschen Essen, viel haben wir ohnehin nicht mehr da. Dann büßt die Tastatur die Erlebnisse des ganzen Tages. Frustgeladen wird Zeile um Zeile in den Computer gehämmert. Während im Fernsehen die spanischen Fußballfrauen gegen jene aus England um den EM-Titel kämpfen.

Maispflanzen auf verdorrtem Boden
erste Impressionen Serbia 8

Fotos, oben links: Ob der jetzige Regen noch retten kann? Jedenfalls, tiefe Riese ob der Trockenheit finden sich überall; rechts und unten: Tierfabriken an jeder Ecke (oben im Hintergrund zu erkennen).

überall finden sich Tierfabriken

Danach müssen noch die Pläne für das Morgen vorbereitet werden. Erst in diesen Situationen wird ersichtlich, wie angewiesen man schon auf den ständigen Internetzugang ist. Oder besser, wenn man ihn mal nicht hat, was da alles fehlt! Denn nur alleine mit dem alten TomTom im Wagen zu navigieren, stößt schnell an die Grenzen. Noch dazu – aufgrund der überteuerten Auslandstelefonie-Raten in Serbien können wir ja auch nicht nachforschen, wenn wir einen Weg nicht finden. Oder nachlagen, ob es im Netz eine Beschreibung gibt. Tatsächlich, so einfach ist das nicht, und so sehr hat die Technologie schon Halt gefunden im täglichen Leben. Sodass genau dieses „ohne“ kaum mehr vorstellbar scheint…

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