Und wieder einmal eine „Erleichterung“ für den Abschuss von Wölfen in Niederösterreich! Nachdem bereits in der vergangenen Woche ein Wolf in jenem Bundesland von Jägern getötet worden war, glänzt man ebendort mit einer neuen Jagdverordnung – die dann auch schon am 20. November in Kraft tritt; man überlege, wie lange Übergangsfristen es im Tierschutzbereich gibt; Beispiel Spaltenboden etwa… Wenn es ums Morden geht, ist das dann offensichtlich alles anders. Für diese Novelle des Jagdgesetzes genügten ein paar Tage.

Künftig wird der Wolf also als jagbares Wild „bei ganzjähriger Schonzeit mit Ausnahmen für Problemwölfe“ eingestuft. „Problemwolf“ ist er freilich nun schon dann, wenn er sich erstmalig einer Siedlung nähert oder „sachgerecht geschützte Nutztiere“ angreift. Aber auch das, wir kennen die Jägerschaft inzwischen – obwohl ja fast schon Freibrief – wird den Damen und Herren bald zu wenig sein; der nächste Anstoß: „Ein Wolf kann sofort erschossen werden, wenn er nachweislich geatmet hat“. Ja, Sie haben recht, das ist jetzt sarkastisch gemeint; aber in jedem Anflug von Sarkasmus liegt auch ein Körnchen Wahrheit. Oft sogar ein ganzes Korn. Denn genau in diese Richtung bewegt sich die Wolfsdebatte. Zumindest, wenn es nach Meinung der Jäger geht.

Längst zeichnet sich ab, dass vormals noch hoffnungsversprechende Weissagungen wie „Der Wolf ist gekommen um zu bleiben“ nicht in Erfüllung gehen werden. Die Jägerschaft hat nach der „3-S-Regel – Schießen, Schaufeln, Schweigen“ nun auch ganz offiziell zum Hallali geblasen. Und sie wird erst Ruhe geben, wenn auch der letzte Wolf in Österreich wieder ausgerottet worden ist. Nehmen Sie uns beim Wort!

„Dem Jagdverband geht es nicht um den Abschuss von Wölfen, sondern um den Schutz der Wildtiere, der Nutztiere und der Bevölkerung“, betonte NÖ-Landesjägermeister Christoph Metzker in einem ORF-Interview. Was genau das bedeutet, was wir zuvor festgestellt hatten. Denn solche Floskel kann man beliebig anwenden, und sie haben immer denselben Effekt: Wolf tot – Jägerlächeln… Schutz der Wildtiere? Wie wär’s, wenn die Grünberockten mit gutem Beispiel vorangehen würden, und nicht ihrerseits für eine dreiviertel Million tote Tiere im Jahr sorgen würden? Das sind rund 2000 Jagdopfer pro Tag!!! 2. Punkt, Schutz der Nutztiere. Als ob hierfür nicht die Halter selbst zuständig wären? Laut Tierschutzgesetz sind sie das nämlich allemal! Drittens, Bevölkerung; man merke an, es hat landauf landab noch KEINEN einzigen Fall seit der Rückkehr des Wolfes gegeben, wo ein Mensch auch nur in irgendeiner Form bedroht war. Wie soll man solche Aussage also verstehen? Es gibt da ein Wort dafür – Jägerlatein!

Jedenfalls hat RespekTiere aufgrund der Entwicklung wieder mit umfangreichen Protesten im Hotspot, im Waldviertel, begonnen (siehe beigefügte Bilder)!
