Inzwischen ist es wohl weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt: Salzburg, die Stadt der Schönen und der Reichen, dort, wo man genug Geld hat, um für einen Milliardär einen mehr oder weniger Privattunnel mit-zufinanazieren, hat für die Taubenproblematik keine bessere Lösung parat, als der Bevölkerung ein Fütterungsverbot aufzuzwingen. Ein Verbot, welches unumwunden dazu führt, die armen Vögel auszuhungern. Besonders jetzt, wo der Winter nicht nur bevorsteht, er hat uns schon fest im Griff. Und fallen die Temperaturen n0ch weiter, dann steht wohl das ganz große Sterben bevor. Reaktion aus dem Bürgermeisterbüro – Achselzucken. Ein Achselzucken von jenen, welche wir gewählt haben. Sie allerdings dürften längst vergessen haben, dass mit unseren Stimmen auch ein Auftrag einhergeht – Stichwort: STAATSziel Tierschutz! Was heißt, die Politik lässt sich zwar für diesen Schritt feiern, jener bleibt aber allem Anschein nach dennoch nichts anderes als eine bloße Worthülse im Gesetzbuch.

Für ganz Österreich könnte man die Tatsache als absoluten Verrat werten, für Salzburg aber speziell. Wer unsere Berichte etwa aus den Kuhställen mitverfolgt, weiß, dass man hierzulande kaum je etwas gegen den Tiermissbrauch unternommen hat. Ganz im Gegenteil, zuerst wird stets versucht, die Aufdeckenden mundtot zu machen (böse Tierschützer, arme Bauern, etc. – wer kennt sie nicht, die alte Leier, welche sich bis heute nicht abgenutzt hat) und die Tierleidverursachenden zu beschützen. Ob es nun um Kettenschweine ging, um Kühe bis zu den Knien im Dreck, um tote Kälber, die Fiaker oder um jene, welche den Tieren keinen Auslauf gewähren, die mit Schrotgewehren Gänse haufenweise abknallen, den Wolf selbstverständlich gleich dazu, mit Strohunterlage Werbung machen, aber Schweine in der Realität auf Spaltenboden liegen haben. Traurig aber wahr.

Und jetzt setzt die Mozartstadt dem sogar noch eins drauf. Ruft ein Verbot aus, welches für tausende Heimtiere – nichts anderes sind verwilderte Haustauben – über kurz oder lang den sicheren Tod bedeutet. Die Stimme der Tierschützenden wird einmal mehr geschlossen ignoriert, dann aber wie zum Schein doch reagiert, indem man einen von uns angefragten „Runden Tisch“ zustimmt. Nur, zu jenem – nochmals: von uns angeleierten, von selbst wäre man wahrscheinlich gar nicht auf eine solche Idee gekommen – sind dann wie selbstverständlich keine lokalen VertreterInnen aus den verschiedenen Salzburger Vereinen geladen…
Nach besagtem Meeting, wird ein Taubenhaus versprochen – allerdings, kein Datum genannt und gleichzeitig das Fütterungsverbot bis zum – auf der Zunge zergehen lassen! – vermeintlichen Baubeginn am St. Nimmerleinstag aufrechterhalten. Das Ganze groß in den Medien verkündet, der Sensenmann plötzlich Retter. Aber wohl leider nur vermeintlich, weil – die Kunst der Politik…



So trafen sich heute wieder gut 40 Tierschützende vor dem Sitz des Bürgermeisters beim Schloss Mirabell. Und forderten lautstark eine Beendigung der unfassbar unwürdigen Vorgehensweise. Es bleibt abzuwarten – aber vermutlich wird die Kundgebung nicht die letzte diesbezügliche sein. Denn, wie es in Österreich so schön heißt, aufgegeben wird nur ein Brief. Und die Stadt sollte nicht vergessen: Für die Tauben steh’n wir hier! Dafür sind es alle Mühen dieser Welt wert. Dass der Tierschutz in unserem Land einen langen Atem hat, weiß inzwischen jedermensch. Und auf jeden Fall ist er ein längerer, als ihn die politisch Verantwortlichen besitzen. Besonders solche, welche nicht auf die Wünsche der BürgerInnen hören. Und damit die Schwächsten der Schwachen der Gesellschaft einem langsamen Sterben ausliefern. Da hilft auch das Geschwafel von „Stille Nacht, heilige Nacht“ nicht darüber hinweg.





Fotos (alle Bilder Lara, Vogt@vgt): Laute, bunte Demo im Schlosspark Mirabell – hoffentlich erreicht sie auch die Verantwortlichen und bringt selbige zum Nachdenken!
