So viel Tragödie und Dramatik zu diesem Thema; eine geballte Ladung an Gefühlen innerhalb weniger Tage, und das noch dazu an hunderte Kilometer entfernten Orten !
Zuerst noch standen RespekTiere-AktivistInnen in Salzburg im Fokus – direkt vor den Toren der Stadtregeirung verrieten wir den BürgerInnen mittels eines großen Transparentes und in Taubenmasken: „Geschlossen wegen Tierquälerei“. Es ging dabei natürlich um das ultrabrutale Fütterungsverbot, welches die armen Vögel zusätzlich zu den herrschenden Temperaturen nochmals arg in Bedrängnis bringt.
Nur wenige Tage später erreichte uns ein dringender Anruf, weil in einer alten, verlassenen Industrieanlage dem Anschein nach seit einigen Wochen ein Taubensterben herrschte! Und auch in „unserem“ Dachboden in der Nähe von Krems gilt es sämtliche Kräfte zu bündeln, besonders Aktivistin Sabine hat dort alle Hände voll zu tun!

Foto: Man beachte die „Taubenabwehr“ an dem Tor und an der Beleuchtung!
Aber zuerst zum dringensten Problem: Was war also passiert in der verlassenen Fabriksanlage? Dorthin haben sich ganz viele Tauben zurückgezogen. Gefüttert werden sie ab und dann von Tierschützenden wie der Anruferin. Obwohl die Situation natürlich nicht optimal ist, aber wenigstens gibt es im Gebäude ein Dach über den Kopf. Alleine, die Kälte und der Hunger, das ist noch nicht einmal das Schlimmste: Denn seit kurzem herrscht plötzlich auch noch ein Taubensterben vor, immer wieder finden sich tote Vögel in den Räumlichkeiten. Dazwischen dachten wir dann dennoch schon an Entwarnung, weil es warum auch immer an einigen Tagen keine Opfer gab. Nur, die Hoffnung stellte sich als eine trügerische heraus. Zuletzt starben nämlich wieder 15, an einem einzigen Wochenende!


Fotos: Tote Tauben am Gelände; auch am Dach selbst finden sich kranke und tote Tauben… woran sie sterben, das werden wir jetzt herausfinden!
Alarmstufe rot! Anrufe bei mehreren Veterinären folgten. Richtig helfen konnte jedoch niemand. So sind wir dieser Tage vor Ort gewesen. Dann, um einige der Körper zu bergen. Tatsächlich fanden sich einmal mehr 4 Opfer im Gebäude, weitere 2 nicht zu bergende auf dem steilen Dach, sowie drei erkrankte Vögel. Einer davon erneut am Dach selbst, unerreichbar, zwei andere konnten wir einfangen. Sie sind jetzt in Sicherheit. Die großartige Tauben“mutter“, die allerdings nicht genannt werden möchte, hat inzwischen nämlich eine echte Quarantänestation in ihrer Waschküche errichtet!!! Es ist immer wieder unfassbar ergreifend, mit solchen Menschen arbeiten zu dürfen. Die alles geben, aber nichts nehmen. Selbst ein bisschen Schulterklopfen nur von ausgewählten Mitstreitern. Die lieber anonym bleiben, so gänzlich anders als heutzutage viel zu oft gewohnt, wo viel geschrieben und gepostet wird und alles kommentiert, ohne wirklich mitzuhelfen…


Tauben werden immer wieder geborgen und dann zu Hause versorgt. Es gibt dabei natürlich ab und dann Dramen, aber im überwiegenden Fall Triumphe! Viele der Todgeweihten überleben Dank der RespekTauben-Initiativen!

Foto: Ein weiteres Opfer; an der VedMed-Uni ist man nun bemüht, herauszufinden, was denn die Gründen für das Sterben sind.
Jedenfalls, im RespekTiere-Van ging es dann ab nach Wien, wo die Leute von der so großartigen VedMed schon auf uns warteten. Ein ausgesprochen netter Arzt der Pathologie übernahm dort die Verstorbenen. Er wird sie schon heute sezieren, Proben einsenden. Und dann wissen wir endlich die Ursache. Dr Verdacht ist ein schrecklicher. Entweder vergifetet irgendjemand die armen Tiere oder eine meist tödlich endende Krankheit ist ausgebrochen: Paramyxovirose, die sogenannte „Taubenpest“. Wo es dann wenig Möglichkeiten gibt; im Prinzip nur ein Abwarten, bis die Seuche „durch“ ist.

Beides Szenarien unfassbar furchtbar. Aber bevor wir über die Ursache spekulieren, warten wir jetzt einmal die Laboruntersuchung ab. Jedenfalls gilt es raschest zu handeln, denn das große Sterben geht offensichtlich weiter. Bitte haltet ganz fest die Daumen, dass wir die so furchtbare Angelegenheit in den Griff bekommen.Wir müssen es schaffen, und werden alles dafür tun. Das ist ein großes Versprechen!
Wir werden selbstverständlich in Kürze über die weitere Entwicklung berichten!

Foto: Tom füllt das entsprechende Formular aus, der sehr einfühlsame Pathologe wird uns bald berichten!
RespekTaube Fall Nr. 3: Ihr erinnert Euch, vor einigen Monaten hatten wir in der Nähe von Krems begonnen, einer tierlieben Frau dabei zu helfen, die Taubenpopulation am riesigen Dachboden in den Griff zu bekommen. RespekTaube-Aktivistin Sabine ist dabei vor Ort, und seit Anbeginn an verbringt sie jede Menge ihrer Zeit – trotz vielfältiger anderer Tierschutzaufgaben rundherum – an besagtem Platz. So viel ist zu tun – Reinigungsarbeiten etwa, Eiertausch, verletzte Tiere zu sich nach Hause zu nehmen und gesundzupflegen, … Vor gut einem Monat ist dann aber auch noch ein Falke aufgekreuzt, der seither den Bestand dezimiert. Immer wieder finden sich deshalb blutige, zerrissene Vogelkörper am Boden.


Fotos: Vom Falken gefangen, der hier einen reichlich gedeckten Tisch vorfindet… immer wieder findet Sabine auch verletzte Tauben, die sie dann zu Hause gesund pflegt (siehe Bild rechts)!
All diese Dinge sind natürlich extrem fordernd. Besonders die PatientInnen, welche vom der unermüdlichen Sabine zu Hause gesundgepflegt werden, benötigen neben dem kräftezehrenden Einsatz am Dachboden selbst jede Menge zusätzlichen Zeitaufwand. Fakt ist, gäbe es da draußen nicht so viele großartige Tierschützende, welche weder Zeit noch Mühe noch finanzielle Mittel scheuen, diese Welt wäre ein unfassbar schlechterer Ort! Danke also, all Ihr Lieben, Ihr seid großartig!!!


Sabine sucht das Gebälk und den Holzstapel im Schuppen nach Taubeneiern ab.


Oben: Futtermischen und dann wird die Mahlzeit vom RespekTaube-Team gereicht. Besonders dieser Tageist das Zufüttern unumgänglich – ein Hinweis an die Stadt Salzburg! – weil die Kombination „Kälte“ und „Hunger“ besonders die ohnehin geschwächteren Vögel schnell dahinrafft… Unten: Auch hier findet sich eine kranke Taube, welche künftig im Warmen gesundgepflegt werden wird!

Impressionen RespekTaube


Fotos: Tom mit toter Taube in der Pathologie der VedMed. Unten: Sabine mit verletzter Taube in Händen. Unten links: Immer wieder finden sich kranke Tauben am Gelände.


