nächster Fall, dieses Mal in München - Husky tagelang im Halbkoma...
Betteln mit Tieren wird immer häufiger verboten, weil aufgrund zunehmender verschiedenster Problematiken der Schutz der Tiere wieder in den Mittelpunkt rückt. Jene hämlich sind durch stundenlanges Sitzen auf Straßen und Plätzen Stress, Hitze, Lärm und Gedränge ausgesetzt. Meist ist auch nicht belegbar, ob sie ausreichend versorgt, tierärztlich geprüft oder gegen ihren Willen gezwungen vor Ort sind. Zudem besteht die Gefahr, dass Tiere als Mittel zum Zweck instrumentalisiert werden, um durch ihre Anwesenheit – der Mitleidseffekt – mehr Geld zu erhalten.

Fotos: Jünstes Beispiel in München – ein Husky liegt angebunden in der Fußgängerzone, vor sich ein um Geld bittender Mann. Über mehrere Tage beobachtet, hebt er nur dann und wann den Kopf, ansonsten verharrt er stundenlang praktisch regungslos. Das Bild oben ist einer der wenigen Beweise, dass er dann überhaupt einmal den Kopf hebt… Ob dieses Muster auf artgerechte Behandlung schließen lässt? Entscheiden Sie!
Es gibt keine Alternative zu einem Verbot – bloß, dass man ein solches mit Ausnahmen versehen könnte. Jedenfalls, weitere Punkte, welche nach einem gesetzlichen Schranken verlangen, sind beispielsweise das Aussetzen oder Zurücklassen von Tieren, die etwa aufgrund einer Heimreise nicht mehr „gebraucht“ werden. Die Konfrontation mit untragbaren Zuständen (zum Beispiel im Zusammenhang mit Alkohol; Drogen; der Unfähigkeit, tiergerechte Umstände zu bieten…), der Verkauf von Hunden auf der Straße, etc. Tierschützende sehen in all den Unsicherheiten ein erhöhtes Risiko für unkontrollierbares Tierleid. Ein Verbot soll daher sicherstellen, dass Tiere nicht ausgebeutet werden und ihr Wohlergehen Vorrang hat.

Ein jüngstes Beispiel in München zeigt die Berechtigung all jener Sorgen und Ängste: Dort bemerkten Tierschützende von der Tierrechtspartei, von RespekTiere-International (unserem Zweigverein) und von anderen Organisationen einen Mann mit Hund, welcher PassantInnen um Geld bat. Der Hund, ein Husky, rührte sich dabei kaum; selbst wenn er direkt angesprochen wurde, schaffte er es nicht, auch nur den Kopf zu heben. Das Duo wurde an mehreren Tagen hintereinander gesehen, die Situation immer gleich. Egal, ob nun am Abend, in der frühen Nacht, am Morgen oder Mittags. Immer döste der Vierbeiner in einem komaartigen Schlaf. Was die Beobachtenden schließlich dazu veranlasste, das Veterinäramt hinzuzuziehen. Der Verdacht: Beruhigungs- oder Schlafmittel, jendenfalls der Einsatz von Medikamenten. Jetzt ist das Amt am Zug. Wo wir aber aufgrund des „Datenschutzes“ einmal mehr keine weiteren Details erfahren werden…

Fazit: Natürlich, nicht jedes Betteln mit Tieren bedeutet automatisch Tierleid. Dennoch ist ein Verbot unumgänglich, alleine, um die jetzige Praxis des organisierten sowie gewerblichen Bettelns mit Tieren endgültig abzustellen. Denn dass es sich dabei um pure Tierquälerei handelt, darüber brauchen wir wohl keine Worte mehr verlieren. Was wir daraus schließen? Es MUSS ein Bettelverbot mit Tieren kommen, aber eines, welches auch Ausnahmen beinhaltet; etwa, wenn das Tier – praktisch immer der Hund – eindeutig der bettelnden Person zuordbar ist. Noch wichtiger, wenn eindeutig eine Verbindung besteht, ein Haltungsnachweis vorgelegt werden kann; eine Interaktion zwischen Mensch und Hund bemerkbar ist, welche erkenntlich macht, dass besagte Person in echtem Bezug zum Tier steht. Weiters muss gewährleistet sein, dass besagter vierbeiniger Begleiter gesund ist und sich nicht länger als höchstens zwei oder drei Stunden im Einsatz befindet.

Und selbst dann müssen Fragen geklärt werden, welche sich auftun: Was, wenn der Hund etwa zubeißt? Gibt es Versicherungen für solche Fälle? Wenn aus welchen Gründen auch immer das Tier auf die Straße gerät und beispielsweise einen Unfall auslöst? Wer übernimmt die Verantwortung?

RespekTIERE IN NOT-Einsatz in München!
Wir hatten dann aber auch noch einen anderen Einsatzgrund in der Isar-Metropole – respekTIERE IN NOT durfte von verschiedenen Stellen Futter- und Nahrungsmittelspenden entgegennehmen!
So starteten wir zuerst bei Sabine Spieler und ihrem Verein für Lebensmittelrettung (https://www.vereinfuerlebensmittelrettung.com/#comp-m7j3l7vv). In Fakt kennen wir Sabine schon sehr lange; über die Jahre hinweg entwickelte sie ihr Herzensanliegen zu einem unfassbaren Vorzeigeprojekt. Heute holen die Menschenfreundin und ihre 75 (!!!) ehrenamtliche Fahrer rund 1,5 Tonnen an Lebensmittel, welche ansonsten entsorgt werden würden, von den Lebensmittelhändlern der Umgebung ab. 1, 5 Tonnen. Nicht im Monat, nicht in der Woche. An jedem einzelnen Tag!!! Auf diese Art und Weise ist der Verein längst zum unverzichtbaren Nahversorger für Bedürftige geworden. Die NGO hätte sich jeden Preis der Welt verdient – wer, wenn nicht dieses Team, welches durch immensen Arbeitsaufwand mehr als 1000 bedürftige Menschen und ganz viele Tiere von umliegenden Höfen mit Lebensmittel versorgt?

Aber auch für Straßentiere sammelt Sabine; tatsächlich hat ihre Organisation sogar als „Tiertafel“ begonnen! Und so können wir bei jedem Besuch viele Säcke an Hunde- und Katzennahrungsmittel mitnehmen – dieses Mal dann aber auch kistenweise Obst und andere Lebensmittel, welche wir am Montag zur Obdachlosenverköstigungsstelle zum „Mutterhaus“ in Salzburg bringen – von ganzem Herzen „Danke“, liebe Sabine!

Was Sabine für Obdachlose leistet, macht Elisabeth aus Landshut für Tiere. Sie schafft es ebenso unentwegt, große Mengen an nicht mehr im Handel befindlichem Tierfutter (also freeganes, aus dem Handel ausgeschlossenes, Anm.) zu bekommen, welches dann auch wieder und wieder der immer im Einsatz befindliche Norbert abholt – um die Überlebensmittel später an Tierschutzvereine weiterzuverteilen! Ganz oft kommen wir in den Genuss dieser Zusammenarbeit – natürlich auch durch die niemals endende Unterstützung von Elisabeth und Manfred, ihres Zeichens Herz und Seele von RespekTiere-München!

Bei immer heftigerem Schneetreiben trafen wir uns also mit Norbert am Parkplatz am Rande von München und luden einige hundert Kilos an Tiernahrung in das RespekTiere-Mobil. Auch hier gebührt den Tiernahrungsmittel-RetterInnen unser ganzer Dank – Elisabeth und Norbert, Ihr seid die Besten!!!
Dasselbe gilt dann auch für Geli aus Siegsdorf – erinnert Ihr Euch, es ist erst wenige Wochen zurück, als wir von dort eine große Menge an Säcken und Dosen holen durften. So auch gestern Abend – nach wetterbedingtem Chaos bei der Heimfahrt allerdings dann erst gegen 22 Uhr! Bei starkem Schneefall und bereits recht übermüdet luden wir erneut gut 200 Kilos an Tiernahrung in das Mobil. Geli, wir umarmen dich ganz fest!!!


Weitere Einsatzimpressionen


Fotos, oben: Norbert hatte mit seinem Anhänger ganz viel Hundefutter aus Landshut von Elisabeth mitgebracht, welches wir am Parkplatz in das RespekTiere-Mobil verfrachteten. Unten, die jüngste RespekTiere-Aktivistin Nelli war während des gesamten Einsatzes wie immer eine unentbehrliche Hilfe – hier an der letzten Station um 22 Uhr, wo es nochmals galt, alle Kräfte zu bündeln!



Letztes Bild: Tatsächlich mitten im Wald, ein Forst von gut 15 Kilometern, an der einzigen „Haltestelle“ bei einer kleinen Kapelle, blieb das RespekTiere-Mobil dann sogar hängen! 2 selbstlose Engel hielten und halfen mit, den Van wieder auf die Straße zu kriegen!
P.S.: Jener Ort ist ganz nebenbei als „gruseligste Straße Europas“ bekannt. Hier soll die „weiße Frau“ auf ihre Opfer warten. Die Legende sagt, sie wäre einst angefahren und sterbend zurückgelassen worden. Jetzt erscheint sie immer wieder am Wegesrand – nimm sie mit, und es wird Dir nix passieren. Fährst Du allerdings an ihr vorbei…

