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„Nacht des Fuchses“ in Scheffau – und wir sind mit laaaaaaautem Protest dabei! Der Bericht!

Tote Füchse werden von Jägern auf einem schneebedeckten Feld ausgelegt

Es ist wieder einmal soweit – die Salzburger Jägerschaft lädt zur „Nacht des Fuchses“ ins idyllische Scheffau. Dort an den Ausläufen des wunderschönen Tennengebirges, zwischen Hallein und Abtenau gelegen, feiert die Jägerschaft sich selbst. Vor allem tote Füchse reihen sich auf einem mit Tannen- und Fichtenzweigen gesäumten Feld, ein Feld der Schande. Dazwischen liegen aber auch einige Marder, selbst für den Tod der Winzlinge werden deren Häscher alsbald von der Jagdleitung extra lobend erwähnt und in die Niederungen der menschlichen Seele – hier verkörpert in einem „Erfolgsbericht“ – aufgenommen. Ganz wie im Mittelalter, passend zur Szenerie, dürfen sie sich dann als Beweis des Mutes während der Bluttat (es braucht wohl tatsächlich ganze Männer – und leider auch, immer mehr, Frauen -, um mit einem Hochpräzisionsgewehr ein unfassbar gefährliches Raubtier, wie es der Marder nun mal scheint, aus dem Hinterhalt zu töten…) einen Zweig auf den Hut stecken. Helden für die einen, lustmordende Feiglinge für die anderen… Jedenfalls, die Opfer der letzten Ansitzjagden bei Vollmond liegen mit zerschossenen Körpern vor uns; Blut befleckt den Asphalt und Gevatter Tod hat Platz genommen irgendwo in den Reihen seiner Vasallen. Es ist eine hoch grausame Szenerie, das Ausstellen von ermordeten Seelen, hoch peinlich noch dazu für die Ausführenden. Die ihren Verrat an der Gesellschaft, am Mitgeschöpf nicht einmal erahnen werden; zumindest nicht heute. Aber in manch einsamen Nächten, wo der Schlaf einfach nicht den Geist vom Nachdenken erlösen möchte, da werden sie die Größe ihrer Schande erkennen. Und wissen, dass das, was sie hier feiern, in Wahrheit nichts anderes als der absolute Niedergang der Menschlichkeit ist…

auf einem schneebedecktem Feld sind tote Marder ausgelegt - im Hintergrund die Kirche
auf einem schneebedecktem Feld sind tote Füchse ausgelegt - im Hintergrund die Kirche

Fotos: Hier sind sie, die Opfer einer schießwütigen Minderheit. Im Hintergrund die Kirche. Welche seit Jahrhunderten nichts für die Mitgeschöpfe tut; nein, viel eher – siehe Dompfarrer Faber – ist sie Teil deren, die mit blutbefleckten Händen schlafen gehen…

Nacht des Fuchses Scheffau 20

Warum sich Scheffau so eine Prozedur antut? Ein derartig grauenhaftes Schauspiel? Ein Ort, der dem Tourismus viel zu verdanken hat; wo man ansonsten an den anderen 364 Tagen im Jahr nach Beschaulichkeit strebt, nach Ruhe und Gelassenheit. Und dennoch an diesem einen dem blanken Entsetzen in Form des grünen Einheitsbreis Einlass gewährt… So als ob ein Jahrhunderte alter Fluch über allem lastet, ein Fluch, der den Ort nicht loslässt, der Blut und Gewalt einfordert. Der jede Unschuld mit Schmerz und Pein und Getöse überschüttet, und so die Ansiedlung trotz aller gegensätzlicher Bemühungen – zumindest für die tierliebenden Menschen unter uns mit – einem unauslöschlichen Makel behaftet. Wie lange noch?  

auf einem schneebedecktem Feld sind tote Füchse ausgelegt - im Hintergrund die Kirche

So oft es geht erinnern wir diese kleine Welt an die eiternde Wunde in ihrer Mitte; „Tiere haben Rechte, Jagd ist Mord“, schmettern die AktivistInnen – wie so oft ein perfektes Zusammenspiel von RespekTiere- und VGT-Tierschützenden – der Jägerschaft entgegen, oder „Jäger raus, raus aus unsren Wäldern“. Vereinzelnd ist auch “Schande, Schande, Mörderbande“ zu hören, genau wie „Der Kopf ist hohl und kurz der Schweif – der Jäger ist museumsreif“. Mit einem überheblichen Lächeln auf den Lippen und manch hochgestrecktem Mittelfinger wandern selbige nach der „Andacht“ an uns vorbei, jetzt am Weg ins Gasthaus. Dorthin, wo jeder trübe Gedanke ob der eigenen Unzulänglichkeit von vielen der Ihren alsbald in Alkohol ertränkt werden wird.

Tierschützer mahnen mit einer Demo in der kalten Scheffau!
REspekTiere- Anti-Jagddemo in Scheffau
Nacht des Fuchses Scheffau 27

Fotos: links, Der Protest; AktivistInnen in Fuchsmasken, dazu blutüberströmte (Stoff-)Haustiere; Schilder verraten: „Ich habe Angst vor Jägern! Jäger töten in Österreich jedes Jahr ca. 30 000 bis 40 000 Katzen und ca. 4000 Hunde“! Rechts: Die Exekutive hat Stellung vor dem Gasthaus bezogen, in welchem die Jäger alsbald „feiern“ werden – zu deren Schutz? Die Frage ist: wer wird wohl bei derartigen Kundgebungen mehr gefährdet sein, Aktivisten oder Jäger? Wie dem auch sei, einmal mehr haben scih die Beamten beim Einsatz in der Scheffau vorbildlich verhalten. Auch das muss gesagt sein!

Tierschützer mahnen mit einer Demo in der kalten Scheffau!

Auch der Ärger wird ein Thema sein; Ärger, wie wir überhaupt zu dem Termin gekommen sind. Denn im Gegensatz zu früheren Jahren, damals noch vor Selbstsicherheit strotzend, wo sie jene Zusammentreffen sogar extra im Netz verbreitet hatten, setzt die Lusttäter-Gemeinschaft heute viel mehr auf Verschwiegenheit. Auf ein „unter sich bleiben“. Niemand soll von solchen Zusammentreffen erfahren, die Nichtwisser da draußen – „Nichtwisser“ sind wir alle in ihren wirren Gedankengängen, alle, die nicht gleicher Meinung sind – würden solch heidnischen Rituale ohnehin nur „in den falschen Hals kriegen“…

P.S.: Hunde haben wir nicht gewagt zur Demo mitzubringen – gerade dieser Tage ist es einmal mehr bewusst geworden: Die Gefahr einer „Verwechslung“ wäre viel zu groß!!!

tote Tiere werden von Jägern auf dem schneebedecktem Feld abgeladen

Foto: Das große Töten ist vorbei – zurück bleiben an die 50 tote Füchse und gut ein Dutzend tote Marder. Wenn hört dieses sinnlose Morden endlich auf?

Fakten zur Fuchsjagd

Die JägerInnen erzählen uns in Bezug auf die Fuchsjagd immer selbige, konfuse Legenden; sie wäre notwendig, weil vom Fuchs eine Tollwutgefahr ausgeht, weil er den Fuchsbandwurm überträgt und weil das Niederwild vom Fuchs geschützt werden muss. Alle diese Rechtfertigungen sind längst überholt, zutiefst lächerlich, wie wir später noch feststellen werden, und sie dienen einzig und allein der Tatsache, dass die Jägerschaft mithilfe solcher Ammenmärchen von einem völlig unnötigen Morden an unschuldigen Lebewesen ablenken möchte!  Denn ohne jeden Zweifel besteht der Hauptgrund der Fuchsjagd bloß in der erbärmlichen Lust am Töten wehr- und chancenloser Lebewesen. „Besonders perfide ist, wenn diese willkürlichen Abschlachtungen noch als Naturschutzmaßnahme verkauft werden sollen. Der Fuchs gefährdet tatsächlich keine einzige andere Tierart, ihm wird lediglich der Schwarze Peter für den Rückgang von Tierarten untergeschoben, die unter der intensiven Landwirtschaft leiden“, macht etwa Holger Sticht, Landesvorsitzender des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland), auf eine zusätzliche, hässliche Seite der Jägerschaft aufmerksam.

Aktivisten protestieren gegen die Jagd, buchstäblich bei Nacht und Nebel
Nacht des Fuchses Scheffau 21

Fotos: Seit vielen Jahren schon protestieren wir bei der „Nacht des Fuchses“ lautstark!

So töten Jäger jedes Jahr in Österreich mehr als 65 000 (Jagdjahr 24/25 offiziell 65 975), deutschlandweit bis zu einer halben Million Füchse, auf oft grausamste Weise – viele werden bei den unterschiedslosen Massakern „nur“ angeschossen, flüchten mit zerschossenen Gliedmaßen, mit gebrochenen Kiefern, werden von Hunden zu Tode gehetzt. Es ist ein reiner Lustmord, denn es besteht weder aus wildbiologischer noch aus gesundheitlicher Sicht ein Grund für die massenhafte Bejagung der Füchse.

Weil die genannten erbärmlichen Argumente mittlerweile längst enttarnt sind, greift der Jäger nochmals in die Trickkiste; nun packt er als 4 Säule seines Ausrottungsfestzuges auch die Räude aus, und mit dieser geht er sogar noch einen Schritt weiter in der Erniedrigung seines Charakters. Denn nun versucht er sein Mords-Engagement uns auch noch als Tierschutzmaßnahme zu verkaufen; doch dazu später.

Nacht des Fuchses Scheffau 24

Gehen wir die einzelnen von der Jägerschaft angeführten Gründe ‚Pro Fuchsjagd‘ durch.

Tollwut gilt in Österreich seit 2008 offiziell als ausgerottet; doch schon lange davor gab es keine Tollwutfälle mehr. Tatsächlich passierte die letzte Ansteckung 1979. Der letzte Verdachtsfall bei einem Tier ereignete sich 2003, ein Pferd, allerdings konnte die Infektion selbst im Labor nicht eindeutig nachgewiesen werden.

In Deutschland ist die Situation ganz ähnlich; unser Nachbar ist gemäß der WHO seit 2009 frei von der tödlichen Krankheit.

Übrigens: die Jägerschaft nimmt gerne für sich in Anspruch für diesen Status gesorgt zu haben. Fakt ist aber, dass es selbst durch die intensivste Bejagung nicht möglich war, die Tollwut erfolgreich zu bekämpfen – dies gelang erst durch den großflächigen Einsatz von Impfködern, welche überwiegend mit dem Flugzeug abgeworfen wurden!

tote Füchse von Jäger auf einem schneebedecktem Feld aufgereiht

Der Fuchsbandwurm

Ein durch und durch unfassbarer Grund, um eine Fuchsjagd zu rechtfertigen! Warum? Hören und stauen Sie!

Unser deutscher Partnerverein Pro Iure Animalis (www.pro-iure-animalis.de) schließt folgerichtig: ‚Schon die Bezeichnung ist falsch, denn der Fuchsbandwurm wird nicht nur von Füchsen, sondern gleichermaßen auch von Hunden und Katzen übertragen.‘ Zwischenwirt ist nämlich die Maus, und die wird von unseren Haustieren genauso verspeist. Warum wir das erwähnen? Weil damit höchstwahrscheinlich ist, dass ein weitaus größerer Teil der ohnehin höchst seltenen Infektionen über das eigene Haustier passiert. Wussten Sie übrigens, dass ‚Mensch‘ sich nur durch das Verschlucken der Bandwurmeier infizieren kann, welche ihrerseits ausschließlich im Kot der infizierten Tiere vorhanden sind?    

Wie viele Menschen infizieren sich mit dem Fuchsbandwurm?

Die Vet-Med-Uni Wien spricht von ‚2-3 Neuinfektionen pro Jahr‘ in Österreich: ‚Da der Mensch kein adäquater Wirt für E. multilocularis ist, ist eine Ansiedelung und Finnenausbildung bei ihm sehr selten. In Österreich werden nur wenige Neuinfektionen pro Jahr bei Menschen registriert (allerdings ist die Zahl eine leicht steigende, pendelt sich inzwischen ei so ca. 15 Fällen ein). Oft wird ein Zusammenhang mit dem allgemeinen Gesundheitszustand bzw. unterschiedlicher Empfänglichkeit von Menschen diskutiert.‘

Wie sieht es in Deutschland aus: der ‚Spiegel‘ schreibt im August 2018 folgendes: ‚Seit 2010 gab es laut RKI in jedem Jahr mehr als 30 Fälle von alveolärer Echinokokkose, wie die vom Fuchsbandwurm ausgelöste Krankheit beim Menschen heißt, im Jahr 2015 waren es sogar 45. Doch selbst in jenem Jahr lag das Risiko einer Infektion statistisch gesehen nur bei 0,00005 Prozent. Die Gefahr, vom Blitz getroffen zu werden, ist Schätzungen zufolge größer.‘

Ein-fünfzitausendstel %! Das bringt uns zu einem Vergleich, der manche vielleicht aufregen mag, dennoch nicht so unpassend erscheint: in Österreich sind im vergangen Jahr 14 Frauen von Männern getötet worden. Füchse unterschiedslos zu massakrieren wegen eines (höchstenfalls) 0,00005 % Risikos ist demnach sogar um ein Vielfaches mehr lächerlich, als aufgrund der gehäuften Morde alle Männer des Landes einzusperren.

Nacht des Fuchses Scheffau 9

Fotos: Kein Ort für Kinder, oder? „Früh übt sich, wer ein Meister werden will“, sagt der Jägervater. Und ob der Sohn möchte oder nicht, er wird bei blutigen Spektakel zusehen müssen… Unten: Auch Frauen scheuen sich keinesfalls davor, dem Tod in die Augen zu blicken…

tote Füchse von Jäger auf einem schneebedecktem Feld aufgereiht

Eine weitere Gegenüberstellung: In Österreich tippen im Durchschnitt pro Jahr rund 66 Menschen einen Lotto-Sechser; die Wahrscheinlichkeit eines Lotto-Sechsers ist demnach etwa 33-mal so hoch wie am Fuchsbandwurm zu erkranken. Ungefähr genauso ist die Relation zu einem tödlichen Blitzunfall oder von einem losen Dachziegel getroffen und getötet zu werden…

Auch Interessant: die Bekämpfung des Fuchsbandwurms mittels Fuchsjagd scheidet als Begründung für die Jagd sowieso von vornherein völlig aus. ‚So weist eine französische Studie von 2017 nach, dass bei einer Erhöhung des Abschusses von Füchsen um 35 % der Bestand insgesamt nicht abnehme, dafür aber der Befall von Füchsen mit dem Fuchsbandwurm um 15 % zunehme. Die Fuchsjagd erhöht also eher die Gefahr für Haustiere und Menschen‘, fügt Peta (www.peta.de) ein weiteres Teilstück ins Puzzle der Jägerlügen ein!

Das Jäger-Latein geht aber noch weiter; besonders hoch sei die Gefahr einer Ansteckung mittels im Wald gepflückter Beeren. Dazu meint Molekular-Biologe Klaus Brehm von der Universität Würzburg: ‚Dass man sich von Beeren den Fuchsbandwurm holen kann, gehört ins Reich der Legenden. Es ist für keinen einzigen Patienten erwiesen, dass er sich so angesteckt hat.‘ Ups, schon wieder ist eine Jäger-Mär enttarnt.

Gefahr für das ‚Niederwild‘ besteht ebenfalls im geringstmöglichem Ausmaß. Füchse ernähren sich nämlich hauptsächlich von Mäusen, so vertilgt ein einziges Tier schätzungsweise 3.000 Mäuse jährlich. Aufgrund der landwirtschaftlichen Schäden durch Mäuse in Millionenhöhe werden hochgiftige Substanzen auf deutschen Feldern ausgebracht. Diese Gifte sind nicht nur tödlich für die Mäuse, sondern stellen eine erhebliche Gefahr für alle Wildtiere, aber auch für Hunde und Katzen und letztendlich für den Menschen dar (quelle: peta.de). Aber selbst, so erfahren wir von Pro Iure Animalis, ‚in hasenreichen Gebieten liegt der Anteil der Hasen in den gefundenen Nahrungsresten im Fuchskot unter 10 %. Bei den relativ selten vorkommenden Rebhühnern waren keine Verluste festzustellen. Gleiches gilt für den Fasan. Der Anteil von Fasan bzw. Rebhuhnresten wird mit 1,82 % bzw. 0,156 % angegeben.‘

Aktivisten protestieren gegen die "Nacht des Fuchses"

Foto: Ich habe Angst vor Jägern – bis zu 40 000 getötete Katzen und bis zu 4 000 Hunde werden jedes Jahr in Österreich „verwechselt“…

Jetzt lassen Sie uns einen Blick auf die Jagdstatistiken werfen. Demnach wurden in Österreich im vergangenen ‚Jagdjahr‘ laut Statistik Austria mehr als 725 000 Abschüsse getätigt, davon 104 792 Hasen! Unfassbar, man führt den Schutz von Niederwild in Feld, und erschießt weit mehr als 100 000 Tiere einer ‚Rote-Liste-Tierart‘, also einer Spezies, welche vom Aussterben bedroht ist!!!

In Deutschland wiederum ist die Situation ähnlich; die Nachbar-Lustmörder erlegten im Jagdjahr 2023/24 rund 256 300 Hasen und rund 70 000 Wildkaninchen. Zu deren Schutz sie dann später rund 400 000 Füchse ermorden! In Österreich sind es rund 66 000 ‚Rotröcke‘ gewesen.

‚Schonzeit‘ für den Fuchs, wohlgemerkt ein Tier, welches als Gesundheitspolizist äußerst nützlich ist und keine andere Tierart bedroht? In Salzburg vom 1. April bis zum 15. Mai. Ganze 45 von 365 Tagen. Im angrenzenden Bayern? Schonzeit? Nie gehört! Genau wie in den meisten anderen deutschen Bundesländern auch (außer Fuchsmütter; da liegt die ‚Behandlung‘ wohl im Ermessen des Einzelnen…).

Bleibt zu guter Letzt nur noch die ‚Räude‘, das wohl perfideste Instrument in der versuchten Herabwürdigung des Verstandes der MitbürgerInnen. Die Räude wird durch eine Milbenart hervorgerufen, welche sich unter der Haut ansiedelt und dort einen starken Juckreiz auslöst. Durch ständiges Kratzen entstehen schließlich tiefe Wunden, das Fell fällt aus. Starker Befall kann zum Tod des Milben-Infizierten führen. Aaaaber: zum einen geht davon weder für das Haustier und schon gar nicht für den Menschen eine Gefahr aus, weil die menschliche Haut keinen Anreiz für die Milbe bietet, und eine Behandlung bei Haustieren ist mit einer Tablette erledigt. Genauso einfach wäre es übrigens auch beim Fuchs selbst, man könnte das Medikament ähnlich wie einst den Tollwutköder im Wald ausbringen. DAS wäre eine Tierschutzmaßnahme, aber damit hat die Jägerschaft, sich selbst entlarvt und bloßgestellt, leider so gar nichts am Hut. Lieber knallen sie die Füchse praktisch ganzjährig in wahren Massakern zu abertausenden ab, um uns danach weißzumachen, dies wäre eine Maßnahme zur Bekämpfung der Räude. Die armen Füchse, wie würden sie doch leiden, erst befallen!

Lassen sie es sich sagen, wir mussten leider bei vielen, vielen ‚Streckenlegungen‘ dabei sein; oft genug war da kein einziger Fuchs, der an Räude gelitten hatte; und wenn doch, dann lag deren Anzahl immer im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Also, 95% bis 100 % grausamst zu töten, um 0 % bis 5 % Räude-Infizierter damit zu erlösen? Logisch? Im Jägerwahnsinn anscheinend schon. Apropos: glauben Sie, ein Jäger denkt über möglichen Räude-Befall nach, wenn er auf einen Fuchs in einer Vollmondnacht anlegt? Nein, er tötet, weil er töten möchte, völlig unterschiedslos. Keine Frage, ein Jäger ist (nicht nur) aus der Sicht des Fuchses ein kaltblütiger Fuchskiller, der dann auch noch zu feige ist, seine eigentliche Intention preiszugeben; die versteckt er lieber hinter beschämenden Lügen.

tote Füchse von Jäger auf einem schneebedecktem Feld aufgereiht

Fotos: Hier liegen 50 tote Füchse. Getötet auch, um ihnen die Gräuel einer Räudeinfektion zu ersparen (die unter günstigen Bedingungen auch von selbst ausheilen kann, Anm.)… Wie viele davon sind aber tatsächlcih mit der Räude infiziert? Einer? Gar keiner? Und wieder wächst die Jägernase…

Was passiert, wenn die Fuchsjagd verboten werden würde?

Keine Fuchsjagd in elf deutschen Nationalparks! ‚Tatsächlich gibt großflächige Gebiete in Deutschland, in denen Füchse und andere Beutegreifer ganzjährig geschont werden: Wie eine Umfrage des Aktionsbündnisses Fuchs zeigt, findet in elf der 16 deutschen Nationalparks gar keine Fuchsjagd statt; zudem ist die Fuchsjagd in drei weiteren Nationalparks stark eingeschränkt und auf kleine Gebiete konzentriert, vornehmlich auf Drängen privater Geflügelhalter; es werden Füchse lediglich im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer weitgehend ohne Einschränkungen zum vermeintlichen Schutz von Küstenvögeln bejagt. Ob diese Maßnahmen sinnvoll sind, ist jedoch fraglich, da die Fuchsdichte nach Angaben der Parkverwaltung nicht erfasst wird und keine systematische Erfolgskontrolle der Bejagung stattfindet.

Ob in Luxemburg, wo Füchse seit einigen Jahren nicht mehr gejagt werden, im weitestgehend jagdfreien Schweizer Kanton Genf oder in den Dünengebieten Nordhollands: Weder ist es dort zu der stets von den Jagdverbänden prognostizierten „Explosion der Fuchsbestände“ gekommen, noch hat sich die Situation bedrohter Arten verschlechtert.‘ (Quelle: www.wildtierschutz-deutschland.de). ‚Der Luxemburgische Regierungsrat hat das im Jahr 2015 eingeführte Verbot der Fuchsjagd soeben um ein weiteres Jahr verlängert. Die Schonung der Füchse ist ein Erfolgsmodell: Die Fuchsbestände sind stabil; die von Jägern im Vorfeld des Jagdverbots prognostizierte „Bestandsexplosion“ ist ausgeblieben. Eine Studie zeigt nun, dass die Schonung des Fuchses auch das Risiko für den Menschen reduziert, am Fuchsbandwurm zu erkranken. Das Aktionsbündnis Fuchs, eine Initiative von mehr als 40 deutschen Tier- und Naturschutzorganisationen fordert die Bundesregierung auf, dem Beispiel Luxemburgs zu folgen.‘ (Quelle: www.aktionsbuendnis-fuchs.de)

Noch Fragen?????

Ach ja, wir hätten noch eine: Laut aktuellem Tierschutzgesetz darf ein Tier nur aus einem ‚vernünftigen Grund‘ getötet werden. Wie wir aber gesehen haben, kann kein von der Jägerschaft angegebener einer näheren Betrachtung standhalten und als solcher angesehen werden. Ergo: die Fuchsjagd widerspricht einem der elementarsten Grundsätze des Tierschutzgesetzes, darf deshalb als höchst illegal angesehen werden. Sie ist demnach ein Verbrechen und daher strafbar. Warum also verbietet sie der Gesetzgeber dann nicht?

Fazit: die Fuchsjagd MUSS verboten werden!!!

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