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respekTIERE IN NOT in Rumänien und Serbien, der Bericht, Teil 1!

Jetzt ist es also wieder soweit – das RespekTiere-Mobil ist voll beladen, nur mehr Kleinigkeiten fehlen. Die werden wir auf der ersten Zwischenstation im niederösterreichischen Krems aus dem kleinen Lager im Elternhaus abholen und zugeben. Mehrere Kartons mit Dingen des täglichen Bedarfs sowie Kleidung warten dort auf ihre Bestimmung, und einmal mehr: Jede Menge an frischem Brot und Gebäck, gespendet erneut von der Langenloiser Bäckerei Schalk (www-baeckerei-schalk.at). Feinste österreichische Backtradition, wo sich die Menschen im Zielgebiet stets besonders freuen – ein herzlichstes „Dankeschön“ dafür geht an die Belegschaft und den Firmenchef. Einfach nur toll!

Nelli und tom im RespekTiere-Mobil

Foto: Nelli studiert schon mal den vom Navi vorgegebenen Weg! 🙂

Neben mir, wie wunderschön, hat Töchterchen Nelli Platz genommen. Sie ist in den Winterferien, wie man in Bayern sagt, und zusammen werden wir also die nächsten Tage unterwegs sein. Der Plan scheint dabei ein  besonders ehrgeiziger – zuerst nach Rumänien, wo Brot und Gebäck und Kleidung zur Tagesstätte für schwer beeinträchtige Kinder und Jugendliche kommen sollen; dann ist da Dimitri, der im Alleingang mit seiner Frau Straßenhunde versorgt. Sein kleines Asyl mit ca. 15 Hunden ist ein Pflichttermin für uns geworden, besonders auch, weil der herzensgute Tierschützer auch noch mindestens die doppelte Anzahl von Straßenhunde im Umkreis mitversorgt. Ein Besuch im kleinen Gnadenhof der Frau Doina steht an, ebenso ein solcher bei der „Vogelfrau“ Sylvia, welche gerade dabei ist ein echtes Refugium zu errichten. 1000 Bäume und Sträucher hat sie dort auf mehreren Hektar Land bereits gepflanzt, Land, wo sie sich gemeinsam mit ihrem Lebenspartner  um rund 1000 (!!!) Vögel, vor allem Tauben und Krähen, sowie um Hunde, Katzen, Schweine, Schafe, Truthähne usw. kümmert. 

Aber das ist bei weitem nicht alles – wir wollen später nach Serbien weiterreisen, wo eine Zooaufdeckung im letzten Jahr für viel Aufregung inklusive einer massiven Anzeige gegen die Betreiber gesorgt hat. Gerne würden wir uns mit den Initiatoren derselben treffen. In einem weiteren Zoo gilt es, endlich mit unserer Hilfe ein geeignetes Gehege für einen furchtbar armen Waschbären zu errichten. Und ein Asyl müssen wir ansehen, direkt an der Grenze zu Bosnien. Arbeit ohne Ende!

Fahrt nach Rumaenien 4

Es ist ein trüber Tag, an welchem wir der A1 in Richtung Wien folgen. Die Temperatur wird sich nach einigen wärmeren Tagen zum Wochenende zu wieder in den Wintermodus begeben, aber heute ist es noch recht warm. Das Thermometer zeigt sogar knapp über 10 Grad, für einen Wickinger wie mich entgleitet sie damit langsam aber sicher dem Wohlfühlbereich. Ab und zu regnet es aus tiefhängenden Wolken. Wie gut, duftender Kaffee aus der Thermoskanne hält Körper und Geist hellwach. Gut vier Stunden sollen wir an diesem ersten Tag der Reise unterwegs sein; nach dem Beladen des RepekTiere-Mobils und letzten Abholern am Weg erreichen wir das Zwischenziel in der Nähe von Krems an der Donau gegen 20 Uhr abends. Jetzt gilt es noch einige Vorkehrungen für morgen einzuleiten, heiß zu duschen und ein paar Augenblicke „Familie“ zu genießen.

Fahrt nach Rumaenien 5
ein bewölkter Tag auf der Autobahn

Fotos, links: Letzte Köstlichkeiten werden noch zugeladen, dann, rechts, ein bewölkter Tag auf der Autobahn!

Die Nacht ist eine kurze, von verschiedensten Sorgen geplagte. Schon gegen 4 Uhr morgens soll deshalb die erste Nachtwache sein, vor 6 geht dann kein Auge mehr zu. Dem Himmel sei’s gedankt hilft schließlich Baldrain. Wenn auch nur für zwei weitere Stunden. Dann läutet der Wecker, der gnadenlose. Mit ihm beginnt der Stress. Zuerst noch müssen die Pakete aus dem Lager über der Garage in den Bus geladen werden. Dann ein schneller Kaffee. die Zeit läuft jedoch, und so sitzen ich schon bald im RespekTiere-Mobil, am Weg zur Lieblingsbäckerei (www.baeckerei-schalk.at). Tatsächlich dürfen wir bei „Schalk“ erneut zuladen, wieder sind es mehrere Kisten voller durftenden Brot und ebensoviele mit Gebäck, vom Kornspitz bis zum Kipferl. Aber auch Mehlspeisen, wahre Delikatessen landen schließlich im Stauraum des Sprinters. Und der ist dann wieder vollgeladen. So viele Säcke und Kartons, Hundenahrung, dass bald nirgends zusätzlich auch nur eine kleine Tasche mehr Platz gefunden hätte! Wie immer gibt es dazu eine feste Umarmung mit dem Chef, und natürlich mit Sabine, die – inzwischen weit über die Grenzen hinaus bekannt – so großartige Tierschützerin vor Ort, sowie Angestellte in der Bäckerei! 

Fahrt nach Rumaenien 3

Foto: Tierschützerin Sabine von der Bäckerei Schalk hat wieder viel Köstliches für uns zusammengepackt – super!

Nelli ist inzwischen startklar, und so genießen wir noch ein ganz schnelles Frühstück mit den Eltern, bevor sich der Schlüssel im Schloß dreht. Fast zufrieden schnurren die 129 Pferde; es ist soweit, die Reise geht in die entscheidende Phase. Noch ein kurzer Zwischenstopp im Schildkrötengnadenhof des Bruders (www.respekturtle.at), wo wir letzte Waren irgendwie in den Laderaum stopfen. Viele müssen zurückbleiben, weil: Nichts geht mehr! Bis zur Dachkante voll, so präsentiert sich das RespekTiere Mobil einmal mehr…

Zum Abschied gibt es erneut feste Umarmungen, dann hat uns der Highway wieder. Die Temperaturen weiterhin moderat, aber die angekündige Schlechtwetterfront setzt langsam ein. Dichte Wolken ziehen auf, die Bundeshauptstadt zeigt sich grau in grau. Weiter führt der Weg durch die Pannonische Ebene, vorbei an den Mega-Windparks der Region. Damit ist der grünen Energie, die bei genauerem Hinsehen so grün dann leider kaum ist, aber noch nicht genüge getan. Jetzt entstehen zu Füßen der stählernen Monster auch noch immer mehr Sonnenenergie-Anlagen – nachdem die Luft erobert wurde, ist es jetzt der Boden. An manchen Stellen bereits so dicht gesetzt, dass kaum mehr Gras darunter wächst. Zurück zur Natur, heißt es, aber von Natur bleibt dieserart wenig über. Das Ganze, entledigt der Maske, präsentiert sich viel eher als enormer Industriepark, der keinen Lebensbereich mehr für Bäume oder Wiesen lässt. Haben wir anscheinend so gewollt, auch wenn uns dieser Wahnsinn, dieser Teilaspekt, ebenfalls eines schönen Tages schmerzlich bewusst werden wird… Wie gesagt, Kritik ist dennoch nicht angebracht. Nicht dann,  wenn einem selbst keine bessere Lösung einfällt.

Grenze Autobahn nach Ungarn
Grenze Serbien 8

Fotos: Grenzüberquerungen, zuerst nach Ungarn, dann, bereits im Dunkeln, nach Rumänien. Wo zwei Polizeiautos mit blendenden Scheinwerfern die Besuchenden erwarten!

Es ist schon späterer Nachmittag, als wir endlich die Grenze zum Nachbarland überqueren. Auch dort breiten sich die Windräder immer mehr aus. Und nicht nur diese: Ich hatte es schon angesprochen, vielleicht nirgends in der Welt wird so viel an Infrastruktur gebaut wie hier. Es ist unfassbar, innerhalb weniger Jahre wurde das Land komplett verändert, umgegraben, und noch immer scheint keine Ende in Sicht. Baustelle reiht sich an Baustelle, einst endlose Felder sind so endlos längst nicht mehr. Mit der vorgegebenen Schnelligkeit jener Entzauberung der Natur wird einem oder einer bei weiterer Überlegung in der Tat angst und bang, wie viel denn von der einstigen Magie in folgenden Jahren überhaupt nur übrig bleiben kann. Eine Prognose: Kaum eine handbreit Boden…

Fahrt nach Rumaenien 2

An einer Tankstelle halten wir kurz, bereiten uns ein kleines Mahl an den bereitgestellten Tischen. Die nahende Schlechtwetterfront macht sich auch hier schon bemerkbar, vom Westen her zieht mehr und mehr Wind auf. Es hat aber immer noch fast 10 Grad. Kurz rein in die Tankstelle auf’s WC, und plötzlich, gefühlt innerhalb weniger Minuten, wird es finster. Es soll dann bereits 19.30 sein, als wir die Grenze zu Rumänien überschreiten. Zwei Polizeiautos scheinen diese mit Blauchlicht zu überwachen, gestoppt werden wir aber nicht.

Das Coole an der neuen Zeit, bei all den Dingen, welche man älteren Semesters gerne bemängelt: Tatsächlich kann ORF-On eingeschaltet werden, und so beobachten wir während der letzten Teilstrecke der Fahrt den unfassbar aufregenden Skeleton-Wettlauf der Janine Flock, welche gerade in überragender Manier im Eiskanal Olympia-Gold für das Vaterland holt! 🙂

Letztendlich verfahren wir uns aber auch noch ein bisschen, und so soll die Uhr bereits die 23. Stunde anzeigen, als wir endlich bei Frau Doina’s Haus ankommen. Die Wunderbare schläft bereits, hat uns aber die Schlüssel gelegt. Und so sitzen wir dann noch ein bisschen zusammen, die Nelli, welche die laaaange Fahrt so bravourös gemeistert hat, und ich; eine halbe Stunde Computerarbeit folgt, und im Nu ist es knapp 12, als wir uns endlich, endlich zu Bett begeben!

In der Nacht regnet es stark. Und der Niederschlag setzt sich am Morgen ansatzlos fort. Anfangs liegt die Temperatur noch immer bei gut 10 Grad, sie soll aber laut Prognose tagsüber in den Keller rasseln. Genau so kommt es auch… 

Nelli und ich sitzen in der gemütlichen Küche bei Frau Doina, und während der Kaffee noch die Maschine hinuntertropft, reiben wir die müden Augen. Nach den Anstregungen der letzten Tage kommt selbst die Jugend von Töchterlein schwerer in die Gänge als sonst. Aber zusätzlich zum dann so sehnlichst herbeigesehnten Heißgetränk erwärmen wir uns jetzt auch an den Geschichten, welche wir alsbald austauschen. Allerdings, die Uhr tickt, und bald gilt es sich zu verabschieden – denn die erste Stelle, wo wir jede Menge an Gütern hinliefern werden – die Tagesstätte von Marius – erwartet uns bereits. Am Weg dorthin kommen die Scheibenwischer kaum mit der Arbeit nach, so stark regnet es. Dem Himmel sei es gedankt, erreichen wir den Zielort aber ohne weitere Probleme. Marius selbst, so lässt sich nun erfahren, ist in Deutschland unterwegs, um dort Sponsoren seines unentbehrlichen Werkes zu besuchen. Dafür erwarten uns Sohn Alexandro sowie dessen Mutter. Auch eine weitere Helferin ist vor Ort, und zusammen beginnen wir den Van zu entladen. Bald stapeln sich die Kisten und Säcke im Inneren des ehrwürdigen Gebäudes; Feines aus der Bäckerei, dazu etwas Obst und Gemüse, Köstlichkeiten vom vergangenen Salzburger Weihnachtsmarkt gespendet, jede Menge an Kleidung, medizinische Artikel usw. haben wir gebracht. Und natürlich etwas Hunde- bzw. Katzenfutter, nach welchem der herzallerliebste Bello im Garten auch schon lautstark verlangt. Geliefert wird der erste Snack mit ganz viel Streicheleinheiten! 🙂

Entladung des RespekTiere-Vans bei strömenden Regen

Fotos: Entladung des RespekTiere-Vans bei strömenden Regen!

Nelli entlädt Hundefuttersack aus dem RespekTiere-Mobil
Tom mit Hofhund, der hinter dem Zaun sitzt
Entladung des RespekTiere-Vans bei strömenden Regen

Es dauert, bis wir alles ausgeladen haben. Zwar triefend nass aber sehr zufrieden blicken wir auf den Berg an Waren – super! Herzlichsten Dank an alle SpenderInnen!

Marius‘ so herzliche „bessere Hälfte“ zeigt uns nun auch die Einrichtung; wir besuchen den Aufenthaltsraum, den Essensraum, den Leseraum, den Therapiesaal, die Küche – voller Staunen erfährt die Gruppe nun von den unfassbaren Leistungen, welche hier begangen werden. Kinder, die im normalen kaum eine Chance hätten, erhalten hier unendlich viel an Rüstzeug für die kommenden Jahre. Wie schön, das es Derartiges gibt, wie schön, dass da Menschen wie jene, welche uns gerade gegenüberstehen, sind…

Rumaeneineinsatz 2
Kleine Gruppe im Therapieraum der Tagesstätte für beeinträchtigte Menschen

Fotos: Nelli begrüßt den Haus- und Hofhund, für den wir natürlich auch Köstliches mitgebracht haben; rechts: Kleine Gruppe im Therapieraum der Tagesstätte für beeinträchtigt Kinder und Jugendliche – eine soooo unfassbar wichtige Einrichtung!

Schade nur, dass die Zeit drängt; so verabschieden wir uns auch schon wieder, innige Umarmungen folgen. Dann schiebt das RespekTiere-Mobil aus dem Innenhof, am Weg zu den nächsten Ablieferstellen. Nur unweit ist gesuchte im jetzigen Fall entfernt – denn Dimitri und seine Frau Claudia wohnen nur wenige Kilometer entfernt. Und kaum eine halbe Stunde später kommt es deshalb bereits wieder zum neuerlichen „sich-in-die-Arme-fallen“; an einem Ort, der ebenfalls großartiger nicht sein könnte. Dimi beherbergt bei sich immer zwischen 15 und 20 Hunde, für welche er natürlich auch stets ein zu Hause sucht. Alle deren Behausungen sind selbstgebaut, überhaupt ist der Gute ein nicht zu übertreffender Handwerker. Ihr erinnert Euch, beim letzten Besuch hatte er auch unserem RespekTiere-Mobil, vom Mechaniker zu Hause totgeglaubt, neues Leben eingehaucht.

Zuerst muss nun das Hundefutter im Inneren ausgeladen werden! Um Platz zu schaffen für all die Waren hatten wir im Bus dieses Mal sogar die Bank ausgebaut! Letztendlich war damit so viel an Platz gewonnen, dass wir tatsächlich noch weit mehr an Waren mitnehmen konnten als sonst.

Claudia und Tom beim Ausladen
Rumaeniensatz 16
Nelli streichelt im Regen einen braunen Hund im Zwinger
Dimitri und Tom im Regen beim Van-Ausladen

Nach dem Ausladen serviert die Hausfrau einen heißen Tee in Gesellschaft jener fünf Hunde, welche im Wohnbereich selbst leben. Aber selbst hier sind zwei zu vergeben – jedoch, gewiss, nur an besonderste Plätze; was wiederum bedeutet, sie werden hier wohl alt werden! 🙂 Danach stattet die Gruppe trotz des Dauerregens den Hunden im Außenbereich einen Besuch ab; Dimi zeigt uns die selbstgebastelte Bohranlage, mittels deren er aus 16 Metern Tiefe Brunnenwasser holt. Und natürlich muss Nelli auch die ebenfalls von ihm gebaute Kirche sehen – Ihr erinnert Euch, der Ausnahmekönner hatte diese nach dem Traum der Mutter, welcher die Heilige Maria erschienen war, mit eigenen Händen geschaffen! Inzwischen wurde das Gebäude an die örtliche Kirche übergeben, wo dann jedes Wochenende „echte“ Messen gefeiert werden! Unfassbar, nicht?

Rumaeniensatz 30
Nelli und Dimi mit Hund am Weg zur Kirche im Hintergrund

Fotos: Noch in Claudi’s und Dimi’s Wohnzimmer, dann am Weg gemeinsam mit Hund „Cappucino“ durch den herrlichen Garten mit seinen 100 Linden zur Kirche!

in der von Dimitri mit eigenen Händen gebauten Kirche

Weiter geht es durch den Garten; hier wachsen 100 eigenhändig gepflanzte Bäume. Was sonst als „selbstgeschaffen“? Gärtner ist der Tierschützer nämlich auch noch! Zu guter Letzt sitzen wir mit der 86-jährigen Mutter zusammen, noch ein Kaffee und weitere herzerwärmende Geschichten folgen! Dann aber müssen wir wieder los – sagte ich es schon: alle Stellen, wo wir bis jetzt waren, sie sind uns längst zur Familienangelegenheit geworden!

Dimi und Claudia stehen aber ebenfalls in den Startlöchern; denn sie gehen nun Straßenhunde füttern, jede Woche zweimal nehmen sie den Weg auf sich. Gut 20 solche sind auf das Paar mehr oder weniger angewiesen…

Die Silhouette des Freundes verblasst langsam im Rückspiegel; ein Bruder, nicht vom gleichen Blut, aber vom gleichen Geist, durchläuft der Gedanke das Gehirn…

Es ist nun bereits Nachmittag; zielsicher führt der Weg an den nördlichen Rand der Stadt, dann weiter raus ins Nirgendwo. Die Temperatur liegt nun bei nur mehr 2 Grad, gepaart mit kaltem, böigen Wind. Zusammen mit der nassen Kleidung ist die Mischung eine ziemlich explosive. Aber es nützt ja nichts – noch lagern ganz viele Dinge, vor allem Hundefutter, im Laderaum. Bestimmt für ein weiteres „Megaprojekt“ – dann bei Sylvia und ihrem Lebensgefährten Alin, die zusammen in völliger Alleinlage ein 5 Hekar großes Paradies schaffen. Ein Paradies, wo rund 1000 Vögel versorgt werden, aber auch noch Hunde, Katzen, ein riesiges Schaf, ein Schwein, Truthühner, usw. ein zu Hause haben. Unfassbare Dimensionen. Auch die Tatsache, dass das Paar bereist gut 1000 Bäume auf dem ehemals Ackergrundstück gepflanzt hat, ist mehr als bemerkenswert. Absoluter Wahnsinn!

Rumaeniensatz 22

Fotos: Begrüßung durch den liebgewonnenen vierbeinigen Freund – dann das Ausladen im strömenden Regen!

Rumaeniensatz 9
Silvia, Alin und Tom beim entladen im Regen
Rumaeniensatz 15

Dazu wurde eine rund 600 qm große Halle gebaut, wo ebenfalls Tiere wohnen. Natürlich, wie kann es auch anders sein, nicht 10 oder 20 oder 50, nein, ebenfalls 100 oder mehr! In einem vergleichsweise winzigen Container sind übrigens unter diesem Dach dann auch die Schöpfer jener Rettungsinsel selbst eingezogen. Sie leben hier unter all den Tieren und leben ihren Traum. Ein unvergleichliches Erlebnis ist es, den Ort zu besuchen. So viel steht fest!

Schaf, Schwein und Vögel im Inneren der Halle
Nelli im Regen beobachtet Hund, der in den Van geht
Nelli und Alin mit den Hunden
Silvia, Alin, tom und die Hunde bei den Taubenkobeln

Aber auch hier müssen wir uns schließlich losreisen. Danke, liebe Silvia und lieber Alin, für die Gastfreundschaft und für alles, was Ihr tut!

Es ist bereits Abend, als wir später vor einem Imbisladen das Transparent „Eating Meat Kills“ entrollen, samt aufgesetzter Kuhmaske.

Serbieneinsatz 9

Ein Kurzbesuch im Supemarkt, dann geht es im Stockdunkeln zurück zu Frau Doina. Der Engel der Menschlichkeit, sie, die so viele Jahre im Kloster gearbeitet hatte, emfängt uns mit einer heißen Pilzsuppe. Und so sitzen wir dann bis fast 21 Uhr erneut in der liebgewonnenen Küche. Wollen gar nicht aufstehen, weil es eben so nett ist. Allerdings, die Pflicht ruft, was bedeutet, die nächsten eineinhalb Stunden werden diese Worte in den Computer gehämmert. Duschen, und dann nur noch ins Bett fallen. Was für ein Tag!

hoch dramatischer Himmel in der Dämmerung

Wieder vergeht die Nacht viel zu schnell und der Morgen kommt zu früh. Es hilft nichts, es heißt „raus aus den Betten“ und dann Vollgas geben. So viel gibt es heute zu tun!

Frau Doina erwartet uns wieder in der Küche mit einem prächtigen Frühstück. Natürlich darf der soziale Teil einer solchen Reise nicht zu kurz kommen und so sitzen wir wieder viel zu lange. Schließlich heißt es doch Abschied nehmen. Davor aber schlichten wir noch die verbliebenen Güter im Auto, alleine deswegen, dass es beim Grenzübertritt nach Serbien später nicht so aussieht, als ob wir tatsächlich derart viel mithaben… Es gibt da so einige Tricks! Ausladen tun wir auch noch eine Menge. Brot und Gebäck für Frau Doina, dazu Hundefutter für ihre Lieblinge, die sich gleich allerherzlichst bedanken. Dann sind da noch viele Süßigkeiten, sowie Obst und Gemüse. Alles für den kleinen Gnadenhof der so großartigen Doina und ihrer Familie. Als auch noch dies geschafft ist, umarmen wir uns einmal mehr ganz fest. Die eine oder andere Träne folgt, aber dann sitzen wir im RespekTiere-Mobil und winken ein letzten Mal „goodbye“; wie gesagt, das Wiedersehen wird ein baldiges sein, wenn wir im März nochmals kommen, um den Sprinter dem Autowunderdoktor Dimitri für ein Makeup überlassen…  

gedeckter Frühstückstisch mit vielen Früchten

Foto: Was für ein Frühstückstisch – dass man da kaum aufstehen möchte, ist sonnenklar!

Nelli und ich, wir sind guter Dinge. Ein weiter Weg liegt zwar vor uns, aber das Wetter zeigt sich von der angenehmen Seite; es ist nun endlich wieder realtiv kühl bei Temperaturen nur knapp über den Gefrierpunkt, jedoch, die Sonne schaut ab und an ein bisschen hervor und es gibt keinen Niederschlag. An zwei „Lost Places“ halten wir, begutachten die verfallenen Gebäude. Sehr coole Fotos sind schnell gemacht, dann hat uns der Highway wieder. Obwohl, Highway ist jetzt mehr als übertrieben; es sind vielmehr die gefürchteten rumänischen Landstraßen mit ihren endlos Geraden, unterbrochen immer wieder von teilweise irren Biegungen. Schafherden auf den Feldern, einsame Dörfer mit Storchennestern auf den Dächern. Kühe auf  blassen Weiden, Verfall regiert die Umgebung. Aber, auch wenn dies nun paradox klingt, ein mitreißender, ein melancholisch anmutender, der zum Träumen bewegt.  

Tom fotografiert in einem einsamen Lost Place
zwei Hunde auf einer einsamen Wiese
viele Hunde vor einem verfallenen Haus

Fotos: Manchmal fragt man sich, warum es selbst nach Jahrzehnten von Tierschutzarbeit noch immer so viele Straßenhunde sind?

Nelli streichelt einen Straßenhund auf einer Wiese

Knapp vor der Grenze tanken wir nochmals; der Sprit ist in Rumänien wesentlich günstiger als in Serbien. Dann geht die Reise weiter, raus aus der kleinen Ortschaft. Im Augenwinkel erspähen wir ein Hunderudel. Hunderudel? Oh Gott… sind sie etwa alle tot? Wie sie nebeneinander liegen, teilweise übereinander. Ok, wir müssen zurück; jedoch, die Straße eng, es gibt keine Nebenwege, nicht eine einzige Abzweigung. Erst nach gut 2 Kilomtern gelingt die Umkehr und mit pochenden Herzen finden wir die Stelle wieder – Entwarnung!!! Die Süßen haben tatsächlich nur geschlafen, welche Erleichtung… Ein großer Sack Hundefutter aus dem Kofferraum, das Sextett haut allerdings ab. Wir bewegen uns mit äußerster Vorsicht, und siehe da, drei kehren um. Neugierig, hungrig. Welche Freude es ist, ihnen zuzusehen. Und einer davon lässt sich tatsächlich auch bald streicheln. Lieber von Nelli als von mir, mit Männern dürfte er keine so guten Erfahrungen gemacht haben. Zwei weitere essen, drei bleiben auf Abstand. So streuen wir den ganzen Sack Hundefutter auf das Feld und sitzen bald wieder im Van. Im Rückspiegel lässt sich beobachten, dass die anderen, langsam und vorsichtig, aber doch, ebenfalls zum „Küchentisch“ zurückkehren…

Tom füttert Straßenhunde auf einer Wiese

Langsam nähern wir uns jetzt der Grenze. Es wartet eine Überraschung; so oft waren wir schon im Land, aber diesen Übergang, den haben wir bisher noch nie genutzt. Es ist ein winzig kleiner; die rumänische Seite ein einzelnes Gebäude, wir das alleinige Fahrzeug. Ein Schranken ist zu. Drei Beamten kommen auf uns zu, die Männer super freundlich. Eine Frau ist auch dabei, die dann weniger. Und ausgerechnet sie kontrolliert die Ladung! Mit stoischer Mine, da hilft es auch nicht, dass wir inzwischen den Grenzpostenhund verwöhnen – was für ein Süßer! Er genießt die Streicheleinheiten, während sein Kommando die Arbeit tut. Nach einigen Minuten dürfen wir weiter – mit der Hand kurbelt der nette Polizist den Balken hoch, und wir sind durch – allerdings, nicht einmal in Sichtweite noch ist die serbische Seite der Medaille!

Tom streichelt schwrzen Hund direkt am Grenzbalken
Nelli streichelt schwarzen Hund direkt am Grenzbalken

noch ein paar Impressionen

Großmutter küsst sitzende Nelli in der Küche
Tom mit Hund Struppi beim RespekTiere-Mobil
Frau Doina und Nelli mit Hund Struppi im Garten
Nelli fotografiert im Lost Place

Fotos: Oben nach unten, Dimi’s Mutter küsst Nelli; Tom und Struppi, Doina, Nelli, Struppi und Maya im Garten; unten: Lost Place, Nelli macht Bilder; Nelli’s Schatten in Silvias Paradies, als kurz die Sonne rauskommt!

Nellis Schatten im Paradies von Silvia

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