Heute waren wir wieder einmal an einem Ort, welcher uns jetzt seit gut 20 Jahren begleitet. Und leider tut er das nicht im positiven Sinne – waren es früher die Kühe, welche dort unter extremen Umständen lebten und wir im Zuge der damaligen Kampagne immer und immer wieder mit Anwaltbriefen, Besitzstörungsklagen sowie diversen anderen „Delikten“ beschäftigt waren, sind es heute die Katzen, die unsere Aufmerksamkeit benötigen! Katzen, welche zwar von Tierfreunden gefüttert werden „dürfen“, sich dennoch rund um den von den Elementen zerfressenen Hof unbeachtet vermehren; Katzen, welche besonders in der Winterzeit von Krankheit bzw. Fuchs und Co nicht verschont bleiben. Deren Halter zwar ein Eigentumsrecht auf sie anmeldet, Gegenstimmen mundtot machen möchte, aber andererseits nichts zu deren Schutz unternimmt. Schon vor ziemlich genau einem Jahr machten wir auf die himmelschreiende Problematik aufmerksam; damals allerdings wurden wir nach der Recherche vertröstet; es wäre bereits „was am Laufen, das Ganze ist schon so gut wie gelöst“. Jeder neue Input würde die Sache jetzt nur nochmals verkomplizieren, hörten wir… Und da es eine der zentralen Losungen unseres Vereines ist, nämlich sich nicht einzubringen in Fälle, wo bereits reges Handeln herrscht und mehrfach interveniert wird, gaben wir uns mit den Auskünften zufrieden. „Zu viele Köche verderben den Brei“, ist ein altgedientes Sprichwort, welches erst recht im Tierschutz eine besondere Wahrheit in sich birgt.
Allerdings, in den letzten Wochen häuften sich wieder die Anrufe; die Problematik ist offensichtlich eine bestehende, unveränderte, und gerade jetzt zu Beginn des Frühjahrs eine hoch brisante – denn noch immer gibt es eine Dutzendschaft an Katzen vor Ort, wobei mindestens ein paar davon dem Vernehmen nach bereits wieder schwanger sein sollen…
Deshalb begaben wir uns erneut auf Spurensuche. Eine Spurensuche, welche leider die Anrufe und Gespräche der letzten Wochen nur zu bestätigte! Zur Einführung möchten wir Euch bitten, den Artikel aus dem letzten Jahr zu lesen; dann springen wir in das Jetzt, um vielleicht endlich eine definitive Lösung zu erarbeiten.
Anfang 2025, Katzen-Einsatz im zugemüllten Bauernhof - jetzt im Salzburgerland!
Nachdem es erst kürzlich große Aufregung rund um eine Katzenproblematik im Berchtesgadener Land gegeben hatte, ist nun wieder einmal Österreich mit einem ganz ähnlich Fall an der Reihe. Konkret im Salzburger Flachgau dann, wo ein dem Tierschutz seit rund 20 Jahren hoch bekannter Ort zusehends verfällt. RespekTiere hatte damals eine langwierige Kampagne geführt, weil Kühe extrem schlecht gehalten wurden. Letztendlich gab der Landwirt die Tierhaltung auf, und nachdem sich niemand um den Hof selbst kümmern konnte, gleicht jener heute längst einer Ruine.
Geblieben sind nur die Katzen. Und die vermehrten sich schnell. Gut 30 sollen es heute wieder sein, allerdings durch die sehr engagierte Hilfe einiger TierschützerInnen ist die Population wenigstens halbwegs gesund; Kastrieren allerdings ist ein Problem, davon will der Grundstücksbesitzer nichts hören. Katzenbabys gehören auf einen Bauernhof, wird er nicht müde zu betonen, auch wenn derselbe eine Ruine ist; dieses Faktum scheint er zu vergessen.
Fotos: RespekTiere-Aktivistin Nelli baut schnell Vertrauen auf; dennoch, die Süßen sind realtiv scheu und müssen nun schnellstmöglich kastriert werden!
Fotos: Die Katzen sehen Gott sei Dank gut aus – kein Wunder, werden sie doch auch jeden Tag von beherzten KatzenschützerInnen mit Futter versorgt!
Nicht nur, auch gefüttert werden die Süßen an bestimmten Plätzen. Alles gut also? Nicht so ganz, denn nun sind da wieder einige, welche unbedingt zum Tierarzt müssen. Ob ausgesetzt oder einfach von außen „zugezogen“, wir wissen es nicht; es macht auch nicht den großen Unterschied. Fakt ist, es gehört wieder ein Kastrationsprojekt ins Leben gerufen, und zwar schnell! Jedenfalls, bevor das Frühjahr kommt und aus besagten 30 plötzlich ganz schnell doppelt so viele Individuen vor Ort sind!
Trotz Zusagen ist ein Jahr verstrichen - offensichtlich ohne Ergebnisse!
Fast ein Jahr später. Selber Ort, selbe Ausgangslage. Erwähnt werden sollte vielleicht noch, die große Besonderheit an jenem verfallendem Bauernhof ist jene, dass der vermeintliche Tierhalter vorgibt, sämtliche Katzen am Grundstück wären die seinen und er es nicht erlauben würde, dass die Tiere außerhalb des Bereiches medizinisch behandelt werden. Wie der Mann so etwas wie „Eigentumsrecht“ behaupten kann, unbeeinsprucht, ist eines der Rätsel unserer Zeit. Denn, entweder besagte Individuen „gehören“ ihm, dann gilt aber auch die Kastrationspflicht. Davon wollte und will der Herr aber weniger gerne hören. Sind es „Streunerkatzen“, dann ist es eine behördliche Aufgabe, den Ist-Zustand zu beenden. Dazwischen gibt es nichts, keine Grauzone. Allerdings, wie bereits angedeutet, an jenem Ort ist oft alles anders, herrschen oft eigene Gesetze…
Und so wurde zum Beispiel erst kürzlich eine Tierschützerin, welches ein krankes Kätzchen im umliegenden Wald auffand und mitnahm, mit einer anschließenden Diebstahlsklage bedroht. Sogar die Polizei intervenierte und veranlasste schließlich die „Rückgabe“. Die Rückgabe an einen Mann, der überhaupt kein Recht besitzt, eine solche überhaupt nur anzudenken. Denn wie gesagt, ansonsten müsste er sich gleich im nächsten Schritt für eine krasse Übertretung der Kastrationspflicht verantworten. Warum man hier aber immer wieder solche Zeichen setzt, welche einem grantigen, älteren Mann Glauben machen, er könnte Rechte ohne jede Pflichten durchsetzen, solche Dinge bestimmen, weiß wohl niemand. Vielleicht deswegen, weil der Gute bekannt dafür ist, schnell mit dem Rechtsanwalt zu kommen (wir können wie gesagt aus der Vergangenheit ein Lied davon singen).
Warum sich aber die Behörden seit Jahrzehnten auf derartige Spielchen einlassen, anstatt einmal richtig durchzugreifen, das ist eine andere Frage. Warum sie keine Handhabe zu besitzen scheinen gegen einen Mann, der wie bereits erwähnt immer wieder heftigsten Protesten bezüglich seiner Rinderhaltung gegenüberstand; wo nicht nur einmal tote Kühe am Hof gefunden wurden, wo schließlich das von uns eingeschaltete Bauamt den Stall sperrte (und nicht die Veterinärbehörde, trotz so vieler hinlänglicher Beweise); der seine Rinder daraufhin kurzerhand ins Freie beförderte, sie regelrecht herumstreunen ließ und in Folge selbst im Winter bei Schnee und Eis allerhöchstens einen einzigen verdreckten Container für bis zu 15 Tiere bereitstellte und dafür unbelangt blieb, scheint ein Mysterium. Dem nicht genug, es passierte 2013, dass endlich doch sämtliche Kühe „abgenommen“ und sogar Tierhalteverbote ausgesprochen wurden. Ob jene heute noch gültig sind, ist demnach ebenfalls eine wichtige Frage.
Fotos: Bauernhofwahnsinn anno dazumal… rund 15 Jahre hat es gedauert, bis die Tiere endlich allesamt abgenommen worden sind!
Wie es geht, dass jemand ein riesengroßes Grundstück völlig zumüllen kann, mit Dutzenden abgestellten Fahrzeugen die Umwelt belastet, Fahrzeuge, wo längst die Natur verlorenen Platz zurückfordert und diese an manchen Stellen schon beinahe bis zur Ukenntlichkeit wieder in sich integriert hat, ebenfalls. Stellt unsereins nur ein paar Tage ein Auto ab, sofort wird ein Verfahren eingeleitet. Dort aber, aus welchen Gründen auch immer, wurde und wird seit Gedenken ein Auge zugedrückt. Eines? Nein, alle beide. Und um dem Ganzen noch eines draufzusetzen – inzwischen, seit Ende 2025, gehört unserem Freund das rund 80 000 qm große Grundstück gar nicht mehr. Bloss ein winziger Teil davon, der, wo das inzwischen völlig desolate Zubau-Haus steht. Auf einer Müllhalde, und die Bezeichnung ist keine übertriebene. Spaziergehende können diesen Eindruck bestätigen; es gibt keinen anderen milderen Ausdruck für die Verhältnisse, welche vorherrschen. Weil in dem Haus wohl auch niemand mehr leben kann, soll der ehemalige Gr0ßgrundstück-Besitzer inzwischen auf seinen Mini-Van als Behausung zurückgreifen. Ein menschliches Schicksal, einmal mehr und gar keine Frage; aber auch eines, welches durch das ständige Wegschauen von verschiedensten Seiten über die Jahrzehnte hinweg geradezu gefördert wurde…
Fotos: Aus der totalen Tierquäleinrichtung ist eine totale Ruine geworden!
Für all das können die Katzen aber natürlich nichts. Wenn sich der Halter oder Nicht-Halter, je nachdem wie man die Sachlage beurteilen möchte, nicht helfen lassen kann oder will, dann ist das seine Sache, das Mitleid alleine wegen der Vergangenheit ein begrenztes. Dass allerdings im Falle der Stubentiger, die in Wahrheit längst zu völlig verwilderten Haustieren geworden sind und unsere Hilfe deswegen umso mehr brauchen, das Tierleid weiterhin schulterzuckend hingenommen werden soll, ist eine Vorgabe. Und nicht würdig einer Gesellschaft, welche vor mehr als 10 Jahren Tierschutz für sich selbst als Staatsziel definierte und in die Verfassung festschrieb… Schöne Worte, die doch nur Worte sind; wollen wir es dabei belassen, oder endlich tatsächlich dahinterstehen? Es ist unsere Entscheidung! Fakt ist, der Druck nimmt zu; denn immer weniger Menschen verstehen, wie eine solche Situation so lange geduldet werden kann. Da gilt es endlich wenn auch unangenehme Fragen zu klären, Antworten zu generieren.
Wir berichten natürlich alsbald über die neuesten Entwicklungen!
Fotos unten, erste Reihe: im Sommer letzten Jahres aufgenommen – viele, viele kleine Kätzchen… trotzdem „Kastration verboten“! Rechts: Bei der Recherche tauchen überall Katzen auf; je länger man bleibt, desto mehr Tiere sieht man… Reihe 2: Wenn es nicht so traurig wäre, hätte es fast schon einen idyllischen Anstrich: die Natur holt sich verlorenes Terrain zurück…