Es ist wieder einmal passiert, wie leider so oft – bei den ganzen Aufregungen und Einsätzen das ganze Jahr über kommen jene Projekte, welche im Stillen so wunderbare Arbeit leisten, meistens in der Berichterstattung zu kurz. Das tut uns sehr leid – aber „Heute“ soll genau einem solchen wieder einmal eine Nachricht gewidmet sein! Es geht dabei um „unseren“ Katzengnadenhof in Bulgarien; Frau Tzenka leistet dort seit dutzenden Jahren unfassbar Schönes. Und völlig Einzigartiges. Denn wo sonst gibt es einen Katzengnadenhof, einen solchen, wo sich sämtliche der kleinen Tiger völlig frei bewegen können? Heißt, sie kommen und gehen, es gibt keine Gitter, keine Türen. Gewiss aber sind sie meist sowieso nur im großzügigen Garten, und wenn man diesen besucht, entdeckt man die Süßen wahrlich hinter jedem Busch und auf jedem Baum!
Rund 60 leben ständig bei Frau Tzenka, werden versorgt, medizinisch betreut, geimpft und ab und dann auch vermittelt. Einige Dutzend weitere Streunerkatzen versorgt die „Katzenmama“ an verschiedenen Plätzen jeden Tag mit. RespekTiere unterstützt die begnadete Tierschützerin, welche der Staat mit einer Pension von unter 100 Euro (trotz ihrer zeitlebens Lehrerinnenanstellung) zurückgelassen hat, monatlich mit einem Gehalt. Ohne diese Zuwendung wäre die Weiterführung des Paradieses wohl nicht mehr möglich, nun, in einem Land, welches mit den Preisen fast mit dem Westen gleichgezogen hat… Die liebe Vania, eine wunderbare RespekTiere-Mitstreiterin vor Ort, ist unser Schalthebel, die direkte Ansprechpartnerin. Sie schrieb uns jetzt auch wieder folgenden Brief:
Foto: Nach der Fütterung gibt es noch kleine Leckerlies bei Tzenka! 🙂
Neuigkeiten aus Bulgarien, von den Katzen, Tzenka und von mir!
Offiziell hat Bulgarien am 1. Januar 2026 den Euro eingeführt. Es gab eine einmonatige Übergangsfrist, in der beide Währungen verwendet wurden. Jetzt kann nur noch in Euro bezahlt werden. Für die nächsten sechs Monate müssen die Preise in beiden Währungen angezeigt werden, um die Umstellung zu erleichtern.
Es gibt Befürchtungen, dass die täglichen Kosten während der Übergangsphase steigen, weil Händler sämtliche Preise einfach aufrunden werden. Das ist unvermeidlich, wir hoffen nur, dass sich jener Prozess in einem normalen Rahmen bewegen wird. Jetzt ist es bald Sommer, draußen ist es aber in diesem Jahr noch nicht ganz so heiß wie in den letzten. Wenn ich mit Tzenka spreche, sagen wir: Hoffentlich bleiben die nächsten Monate so – denn letztes Jahr war fürchterlich. Trocken, heiß… Sie kennen das ja – je älter man wird, desto mehr spürt man extreme Temperaturen, sei es nun im Sommer oder im Winter. Ein guter Grund für den Wunsch nach wärmeren Temperaturen ist allerdings die Senkung der Strom- und Heizkosten 😊.
Etwas über Tzenka
Tzenka steht früh morgens auf und heizt als Erstes den Herd im Katzenzimmer an. Dann bereitet sie das Futter zu, denn alle Katzen warten ungeduldig darauf. Das ist ziemlich zeitaufwendig, da manche Nassfutter mögen, andere nicht, und sie für jede etwas kochen muss. Die meisten bevorzugen Trockenfutter, und sie gibt ihnen etwas Granulat, während das Essen kocht. Anschließend füllt sie frisches Wasser nach. Besonders anstrengend ist, dass die Katzen fast den ganzen Tag über kommen und gehen, und sie muss das Futter portionieren und auch den Nachzüglern etwas hinstellen.
Dann ist es Zeit, den kranken Katzen Tabletten und Medikamente zu geben. Einige von ihnen erhalten unterstützende Behandlung.
Die Tage werden wieder länger, und späteren am Nachmittag beginnt Tzenka mit den Vorbereitungen für die Abendfütterung.
Nächste Pläne
Sie entwurmt ihre Katzen zwei- bis dreimal im Jahr und hat die benötigte Menge an Tabletten beim Tierarzt bestellt. Die Entwurmung dauert in der Regel ein paar Tage, da manche Katzen nicht ständig da sind, sondern frei herumlaufen, während andere schlau sind und sich dieser unangenehmen Prozedur entziehen. Generell versucht Tzenka, sich so gut wie möglich um die Tiere zu kümmern, im Rahmen ihrer Kräfte und Möglichkeiten.
Und nun möchten wir uns beide bei allen bedanken, die sich für ihre Geschichte interessiert haben!
Fotos: Hofhund Djimba hat unter den vielen Katzen ganz eindeutig wenig zu sagen! 🙂 Auch er wurde von Tzenka gerettet, musste davor jahrelang an der Kette leben! rechts: Tzenka mit einem ihrer Schützlinge!