Selbstredend and sogar traditionell merkt man die derzeit angespannte Weltenlage im Tierschutz besonders stark. Wenn Unsicherheiten herrschen, dann tritt folgendes Szenario ein: Auf der einen Seite benötigen umso mehr Menschen Unterstützung, auf der anderen gilt es einen oft dramatischen Rückgang von Spenden auszugleichen. Ein Balanceakt, der ab und dann schwierig zu bewältigen ist.
Foto: Für respekTIERE IN NOT ist niemals „Sperrstunde“, es gibt immer zu tun! Hier lädt Charly Hundefutter vom Bus in den PKW, wir werden die Ladung am nächsten Tag zum Herdenschutzhund-Gnadenhof bringen.
Jedenfalls, die letzten Wochen waren einmal geprägt von diversen Einsätzen. So zum Beispiel trafen wir uns erneut mit Hannes, den wunderbaren „Hundehüttenbauer“. In seinem Heim bei Hollabrunn beredeten wir die künftigen Bestellungen und bezahlen gleich die zuletzt gefertigten Hütten! Hannes, der Gute, der solche wunderschönen Behausungen zum Selbstkostenpreis anfertigt, seine unverzichtbare Arbeit ehrenamtlich zur Verfügung stellt – worüber wir unendlich dankbar sind!
Fotos: Tierschützer Hannes baut die nächsten Hundehütten für uns; Tom prüft die dazugehörigen Dächer; rechts: Die Beiden betrachten am Handy Bilder vom zukünftigen Einsatzort.
Dann stand auch ein lange geplanter Besuch bei Melinda an – Melinda, Ihr erinnert Euch, beherbergt immer ganz viele Katzen bei sich zu Hause! Allesamt kommen diese aus verschiedenen, furchtbaren Verhältnissen, sind alt, krank, hilfsbedürftig. So auch Kater Tom, welchen wir nun schon wieder vor drei Jahren bringen durften. Tom stammt aus Ungarn, wurde dort von einem Jäger angeschossen. Bei dem Attentat verlor der Arme ein Auge. In Folge kündigte der Katzenhasser seinen Tod an, es wäre nur eine Frage der Zeit, bis er ihn endgültig erwischen würde. So musste der schwer verletzte Kater schnellstens in Sicherheit gebracht werden; wir übernahmen ihn an der Grenze und zwei Tage später durfte er bei Melinda einziehen.
Jetzt konnten wir einmal mehr Katzenfutter übergeben, und zwar solches, welches speziell auf die Bedürfnisse von kranken Stubentigern angepasst ist!
Foto: Unfassbar, was hier geleistet wurde; Melinda, die sämtliche persönliche Bedürfnisse weit hinter denen ihrer Schützlinge anstellt, hat ihr ganzes Leben lang alles für die Stubentiger gegeben. Sogar ein Freigehege, welches sich praktisch über den ganzen Garten erstreckt, ließ die so wunderbare Tierschützerin errichten…
Was hier an diesem Platz geleistet wird, es beginnt mit der Selbstaufgabe und endet mit der Tatsache, dass der Anspruch an persönliche Wünsche an letzter Stelle steht. Ein ganzes Leben lang. Jedenfalls, wir verbeugen uns ganz tief – es gibt nämlich nur eine Handvoll Menschen, welche Tierliebe derart konsequent umzusetzen imstande sind…
Apropos Katzen: Auch in Hollabrunn bei unserer dortigen „Katzenfrau“ stand wieder ein Besuch an; wir brachten Futter mit und Bettchen, aber noch wichtiger, ein bisschen Zeit, um auch das Zwichenmenschliche, das so unfassbar wichtig sei kann, entsprechend nicht außer Acht zu lassen. Was man nämlich oft und oft übersieht – viele TierretterInnen, besonders wenn wir älter werden, finden sich dann plötzlich etwas isoliert wieder. Das ganze Leben im Kampf für die Mitgeschöpfe verbracht, blieb oft wenig Zeit für das Aufrechterhalten von Freundschaften. Umso besser tut es, wenn man sich bei einem duftenden Kaffee über die verschiedenen Themen austauschen kann. Wobei es letztendlich dann doch immer wieder fast nur um das eine geht: Wie kann man den Tieren bestmöglich helfen?
Und auch eine weitere Thematik tritt langsam wieder in den Vordergrund: Der Schutz der letzten Ziesel in unserem Land! Ihr wisst, wir haben für die Nager im Bezirk Krems viel und lange gekämpft. Heute stehen deswegen an den meist gefährdeten Straßenstücken zumindest Hinweis- und Warntafeln. Und jetzt, wo die Süßen längst aus dem Winterschlaf erwacht sind, beginnt wieder der gefährlichste Teil ihrs Daseins – die Suche nach Nahrungsmitteln, welche sie, gepaart mit der natürlichen Neugierde, oft über die Straßen laufen lässt. Erste Todesopfer, so früh wie kaum sonst noch, gibt es schon zu beklagen – hier, siehe Foto, mussten wir den Tod eines Ziesels in der Nähe von Krems dokumentieren. Auch ein Anruf erreichte uns: In einem Weingarten in der Gegend wären verdächtige Körner aufgefunden worden, welche der Amtsveterinär begutachten muss; denn die Geschichte der Ziesel ist gepägt vom Ausrotttungsfeldzug des Menschen, welcher ihnen unterstellt, Schäden an Wurzelwerk oder an Feldfrüchten anzurichten. Was die Einsicht wachsen lässt: Wir werden heuer wieder ein „Zieseljahr“ starten, wo besondere Aufmerksamkeit auf die Nagetiere gelenkt werden soll.
Foto: Noch so kurz ist das Jahr und schon das erste tote Ziesel auf der Straße…
Seit vielen Jahren verbindet uns eine tiefe Freundschaft mit verschiedensten TierrechtsaktivistInnen in Bulgarien. Immer wenn möglich unterstützen wir auch eine langjährige Mitarbeiterin von RespekTiere bei allen Bulgarien-Projekten mit Hundenahrung; Rumi, die Großartige, führt in der Nähe von Sofia ein privates Hundeasyl, wo selbstredend jede Hilfe gebraucht wird. Immer, wenn sie dann in Deutschland unterwegs ist, wo sie mit einem weiteren Partnerverein zusammenarbeitet, kommt sie dann auch in Salzburg vorbei. So wie dieser Tage, wo wir rund 450 kg an Hundenahrungsmittel mit auf den Weg zurück in die Heimat geben konnten – es ist uns eine große Freude und Ehre!
Fotos: Hanni und Toni vor dem mit Hundefutter beladenen VW-Bus; rechts: Stanimir im Hundefutterlager!