Wieder einmal waren wir im Waldviertel unterwegs gewesen. Das Ziel dabei: Ein Ort nahe Ottenschlag im Bezirk Zwettel. Dort, in den sanften Hügeln auf fast 900 Meter Seehöhe, mystisch und wunderschön, geprägt von weitläufigen Feldern und kleinen und größeren Wäldchen, versteckt sich ein Paradies. Auf einer Fläche von gut einem Hektar ist eine Rettungsinsel entstanden, wo Andrea und Christian alles Möglich und noch mehr Unmögliche schaffen, um 30 Herdenschutzhunden (welche allesamt ansonsten aufgrund verschiedenster Gebrechen und noch öfters aufgrund spezifischen Verhaltensweisen kaum eine Chance hätten) ein artgerechts zu Hause zu bieten…
Hierher ist es uns stets eine ganz besondere Freude ab und zu Tiernahrungsmittel zu bringen, unseren kleinen Teil dazu beitragen, dass das wunderbare Asyl ein bisschen Unterstützung erfährt. Die beiden Gnadenhofbetreibenden arbeiten tatsächlich 24/7 am Hof, es gibt keine Ruhepausen, kaum Zeit, sich auch nur ein klein wenig zurückzulehnen. Wie die Bienen, wo sie übrigens inzwischen auch schon 15 Völker beherbergen, sind sie ständig bestrebt, das meiste aus den Tagen herauszuholen. Immer im Versuch, die Umgebung bestmöglich zu gestalten. Dabei geht es bei weitem nicht „nur“ um die Hunde, die allesamt prächtig und ausgeglichen und hoch zufrieden wirken, auch viele Hühner, Enten und Gänse bereichern das große Ganze.
Im hinteren Bereich des Garten Eden’s gibt es Platz für fast ein Dutzend Schafe, jene zuckersüßen braunen, welche allerdings mehr Wild- als Haustiere sind. Und gewollt so gelassen werden; Andrea und Christian sind längt zu SpezialistInnen geworden in Bezug auf Wechselwirtschaft und möglichste Naturbelassenheit. So wurden auch unzählige Bäume und Sträucher neu gepflanzt, immer nach den Gesetzen der Natur, um damit Vögeln Schutz zu bieten und Nahrung, aber auch den Insekten und anderen Kleintieren. Schmetterlinge, Käfer, Bienen, Igel, alles tummelt sich im Umfeld.
Fotos: Viele frisch eingepflanzte Obstbäume im weitläufigen Garten; hier wird besonders Wert auf alte Nutzsorten gelegt, sowie auf große Vielfältigkeit! Jeder soll letztendlich etwas davon haben, vom Mensch bis zum Schmetterling!
Foto: Die vier Alpakas stehen noch etwas nachdenklich wirkend am Zaun; sie wissen es noch nicht, sie sind soeben ihrer Hölle entronnen und im Paradies gelandet!
Und wie rechtzeitig zu unserem Besuch überstellte Christian am Tag des Besuches auch noch vier Alpakas, von der Behörde beanstandet, weil mitten in Wien gehalten. Für die Fleischgewinnung… Die Gefahr endgültig gebannt, denn jetzt sind sie angekommen in ihrem neuen zu Hause, und dieses passt um so viel besser als die Großstadt! Das Waldviertel, Land des Windes, Land der Kälte, Land des Durchatmens. Zunehmend Alpakaland!
Wow, was für ein Hof! Man redet sich wahrscheinlich mehr ein, hier zu sein um zu helfen, aber in Wahrheit ist es vielmehr eine Auszeit für die Seele. Für die eigene. Möge der Gnadehof von Andrea und Christian in Zukunft unfassbar viel Unterstützung bekommen, denn so lange es ihn gibt, solange ist der Traum vom Paradies auf Erden lebendig…