es war sooo knapp - und jetzt ist Jenny mitten im neuen Leben!
Ihr erinnert Euch bestimmt an Jenny. Vor wenigen Wochen konnten wir das Haflingermädchen buchstäblich im letzten Augenblick vor der Giftspritze retten! Dann aber standen die TierschützerInnen erst mal vor einigen riesengroßen Problemen. Denn Ihr Zustand war wirklich gelinde gesagt „schwierig“. Die Arme litt an einer überlangen, ausgebrochenen Zehe, an einem Hufabszess, an massiver Strahlfäule und an Fäulnisbakterien im Wandhorn. Allesamt ziemlich fatale Diagnosen für Equiden. Jenny hatte dementsprechende Herausforderungen beim Gehen zu bewältigen. Noch dazu, wo ihr ja bereits der Spezialbeschlag entfernt worden war – mit diesem hätte die Tierkörperverwertung ihren Körper nicht angenommen… Was aber in Folge passierte, es ist beispielhaft. Ihre neue Halterin setzte zusammen mit Daniela von „Entspannen mit Pferden“ alle Hebel in Bewegung und alsbald kümmerte sich auch Hufschorthopäde Heimo Scharinger um Jenny. Der zauberte. Setzte seine ganze unverwechselbare Kunst ein. Und vollbrachte das Großartige. In Anbetracht der Schwere des Falles fast schon Wundersame. Heimo wollte nebenbei zudem keine Bezahlung, er wollte nur die Schmerzen so gut es geht begrenzen. Harte Arbeit und mehrere „Sitzungen“ waren hierfür notwendig. Mit Erfolg? Sowas von offensichtlich! Heimo, der Magier! Super!
Foto oben: Was für ein schöner Tag jener war, als Jenny endgültig gerettet wurde!
Fotos: Huforthhopäde Heimo bei der Arbeit – ein wahrer Meister seines Faches!
Aber selbst mit Heimo’s bester Arbeit war noch längst nicht „alles gut“; denn die nächsten Schwierigkeiten taten sich bereits auf. Der Boden in der Pferdekoppel, von der Sonne ausgedörrt. Oft pickelhart. Jenny hatte mit diesen Bedingungen bei ihrer neuen Beschützerin zu kämpfen; aber als ob ein Schutzengel extra aus dem Himmel herabgesehen hätte, bot sich urplötzlich eine weitere, unfassbare Chance: Ja, die Süße könnte zu einer Freundin auf Sommerurlaub, auf eine wunderbare Ranch, umgeben von grünen Weiden und weitläufigen sanften Kuppeln. Dazu gibt es dort eher weiche Böden, und, durch die Höhenlage, ein kargeres Nahrungsangebot (Jenny hat Übergewicht!), gepaart mit viel Bewegungsanreiz. Beste Bedingungen also für einen Kuraufenthalt. Noch dazu, wo an jenem Platz andere Haflingerpferde wohnen. Sozusagen eine richtige Familie, die nur auf sie zu warten schien.
Foto: Wohlfühl-Gefühl! Jenny wälzt sich im Gras…
Ein Traum. Zu schön, um wahr zu sein. Dachten wir zuerst. Doch schon zwei Wochen später stand der Transporter bereit. Jenny ging erneut wie selbstverständlich in den Anhänger. Und los ging die Reise. Eine Reise über eine weite Strecke hinweg. Wobei sich die Süße vorbildhaft präsentierte. Ohne jedes Problem stieg sie dann später wieder aus, offensichtlich fühlte sie sich in der jetzigen Umgebung vom ersten Augenblick an „pudelwohl“. Passt der Ausdruck für ein Pferd? Egal, jedenfalls war es genau so. Und schon am nächsten Tag rollte sie sich auf den Weiden, ein sicheres Zeichen: „Hier mag ich es. Hier will ich bleiben.“ Und heute? Da ist sie inmitten ihresgleichen und das glücklichste Pferd der Welt!
Was für eine wunderbare Geschichte. Und nur möglich geworden durch die Zusammenarbeit von so vielen Seiten. Wieder ein Beweis: Gemeinsam sind wir unbesiegbar. Zumindest waren wir es dieses eine Mal im Leben. Und was ist dabei heraussgekommen? Ein Märchen wurde zur Wirklichkeit, das Dasein hat über den Tod triumphiert. Wie oft passiert das? Ganz sicher viel zu selten! Soooo schön. Wir möchten am liebsten noch weiter in diesen Gedanken verweilen, gar nicht mehr daraus aufwachen. Aber die Realität bringt uns dann auch leider schnell zurück ins Jetzt. Und da warten schon die Nächsten, welche Hilfe brauchen…
Kann ich auch nur ein Herz am Brechen hindern, so leb‘ ich nicht vergebens; und kann ich eines Wesens Schmerzen lindern und Nöte seines Lebens, und kann ein mattes Vöglein ich ins Nest aufs Neue heben, so leb‘ ich nicht vergebens.
Emily Dickinson
mit herzlichstem Dank an Herrn Bertram Kottmann für die so wunderbare Übersetzung (Übersetzung © Bertram Kottmann)