Mauretanien, wir wissen es alle längst, ist eines der ärmsten Länder dieses Planeten. Das Staatsgebiet umfasst zwar über eine Million Quadratkilometer, ist damit rund dreimal so groß wie Deutschland; jedoch liegt jenes bis auf einen kleinen Streifen Dornbuschzone fast vollständig in der Sahara, der größten Trockenwüste der Erde. Aufgrund solcher Gegebenheiten, wo ganz viele Menschen nicht wissen, wie sie ihre Kinder am Ende des Tages auch nur annähernd satt bekommen, ist Tierschutz noch immer ein Stiefkind.
RespekTiere arbeitet nun schon seit 21 Jahren im Land. Und tatsächlich mit am Anfang nicht zu Erhoffen gewagtem Erfolg – inzwischen haben wir weit über 100 000 Esel medizinisch versorgt, sind täglich auf den Straßen unterwegs, helfen Eseln, Pferden, Hunden, Ziegen, … Was aber bestimmt genauso wichtig sein muss: RespekTiere ist es nebenbei gelungen, das Wort „Tierschutz“ in der Gesellschaft zu verankern! Ja, es gibt auch heute noch unzählige Grausamkeiten gegen Tiere, keine Frage; aber nun ist es auch so, dass die Tat zum Delikt geworden ist. Das sich Menschen darüber aufregen, bei uns anrufen, um Hilfe bitten. Ihr wisst das alles aber längst aus den Berichten auf der Homepage… die Mobile-RespekTiere-Klinik, welche jeden Tag unterwegs ist und dabei den Ärmsten der Armen beisteht, ist heute nicht mehr aus der Gesellschaft wegzudenken. Wie kann das gelingen? Indem wir deren Esel, die enzige Möglichkeit zu einem kleinen Einkommen, versorgen und mit Rat und Tat zur Seite stehen. Nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern mit gelebtem Vorbild. Natürlich erfolgt jeder Einsatz zu 100 % kostenfrei für die Tierhalter, welche sich einen Tierarzt ansonsten nie und nimmer leisten könnten. Wie notwendig die Initiative ist, Ihr könnt es in 100en Berichten auf der Homepage nachlesen.
In den letzten Jahren haben wir unser Aufgabengebiet allerdings sogar noch stetig ausgeweitet. Besonders Straßenhunde sind zum Thema geworden; so zum Beispiel hat das RespekTiere-Kastrationsprojekt vor ein paar Jahren für große Aufmerksamkeit gesorgt, weil es doch – historisch – das allererste im Land war. Jetzt ist es so, dass das RespekTiere-Mauretanien-Team fast schon täglich zu Einsätzen für verletzte Hunde gerufen wird. So auch gestern. Wo sich ein wirklich herzzerreißender Vorfall ereignet hatte. Dabei ging es dann – wir haben bereits berichtet – aber auch gar nicht um einen Straßenhund, sondern um einen solchen, der tatsächlich ein zu Hause hat. Selbstredend jedoch, solange sich die Hunde frei bewegen können (heißt, nicht eingesperrt sind oder gar an der Kette leben), sind sie leider keinesfalls von der Staatsmacht geschützt. Jene, zur Tollwutvorbeugung, schickt nämlich regelmäßig Mörderkommandos aus, welche sämtliche Hunde, die angetroffen werden, rücksichtslos erschießt. Bestenfalls, dann es kommt auch Gift zum Einsatz oder andere Methoden, mit welchen wir Euch gar nicht belasten möchten.
„Unser“ Hund namens Boby war von einem solchen Kommando angeschossen und schwerst verletzt worden. Nur durch großes Glück konnte er sich in Folge irgendwo verstecken. Überlebte. Allerdings, der Preis sollte ein furchtbarster gewesen sein…
Fotos: Was für eine unfassbare Geschichte… wie muss Hund Boby mit einer derartigen Verletzung gelitten haben… Sein Halter liebt ihn von Herzen, die Familie hilft dann auch Dr. Dieng und Moussa beim Einfangen und Betäuben.
RespekTiere-Tierarzt Dr. Dieng schildert die Tragödie:
Der 4-jährige Hund einer lokalen Rasse lebte ganz normal mit seiner Familie und den Nachbarn zusammen, da er sowohl sein eigenes Haus als auch die umliegenden Häuser vor nächtlichen Dieben beschützte.
Sein Unglück geschah schon im Mai, als das Hundetöter-Team der Gemeinde zur Keulung streunender Hunde seinen Weg kreuzte. Sie schossen ihm zweimal in die Beine (Karpal-Humerus-Gelenk). Durch göttliche Gnade überlebte er, jedoch mit einem gebrochenen Fuß, bei dem jetzt der Karpalknochen völlig frei frei lag.
Da der Besitzer namens Moussa Camara nichts von tierärztlichen Diensten wusste, trug er Motoröl auf, um Fliegen abzuhalten und die Heilung zu fördern (selbst jetzt, im 3. Jahrtausend, noch immer im Glauben der Menschen ein Allheilmittel; wie furchtbar, Anm.).
Fotos: Ihr seht es, der ganze Fuß hängt nur noch am offenen Knochen. Die letzten Tage müssen für Boby die Hölle gewesen sein…
Leider erst gestern sprach ein Nachbar der Familie Camara den unersetzlichen RespekTiere-Mitarbeiter Markus (welcher, wie großartig, einen eigenen Verein namens Dogs of Africa – www.dogsofafrica.com – gegründet hat, bitte unbedingt einlesen) von der Hundehilfe an, welcher wiederum *Respektiere* in Mauretanien alarmierte.
Obwohl der Samstag ein Ruhetag ist, begab sich das Team unter der Leitung von Dr. Dieng in Begleitung seines unermüdlichen Assistenten Moussa vor Ort, um die Diagnose und Behandlung durchzuführen.
Angesichts der Schwere der Verletzung war die Amputation die einzig mögliche Lösung, welche dann auch mit aller Vorsicht durchgeführt wurde.
Moussa Camara, der zu Beginn unseres Besuchs noch wütend war, weil er glaubte, wir gehörten zu der Polizei, die die Hunde erschießt, schloss uns später zum Dank in die Arme und schwor, dass er unsere Vereinigungen tief im Herzen behalten wird.
Die Operation ist gut verlaufen, und wir planen, seinen Zustand immer wieder erneut zu überprüfen.
Fotos: Die OP ist gut verlaufen! Boby erholt sich langsam. Wie grausam Menschen sein können, wir erfahren es jeden Tag. Aber wir versuchen nicht daran zu zerbrechen, sondern vielmehr Hoffnung zu versprechen!
Wir werden über Boby und seinen weiteren Heilungsverlauf natürlich alsbald wieder berichten!
Ihr seht aber an dem Beispiel, wie wichtig RespekTiere-Mauretanien geworden ist. Es gibt jeden Tag neue solche Fälle, welche zusätzlich zum täglichen Einsatz an den Wasserstellen für die Esel zu bewältigen sind. Nur mit Eurer Hilfe aber können wir weiterhin wirkungsvoll helfen. Die Esel und die Hunde Mauretaniens brauchen uns – und wir brauchen Euch! Im Moment umso mehr, denn RespekTiere ist gerade dabei, ein Tierschutzzentrum zu errichten. „Yamal“ wird der Hof heißen, „Hoffnung“. Doch nur mit Eurer Unterstützung kann der Traum Wirklichkeit werden. Inshalla, so Gott will!!! Bitte helft uns helfen!